Microsoft will ältere Updates auslaufen lassen, verspricht Geschwindigkeits- und Sicherheitsgewinne

Windows[English]Microsoft arbeitet erneut an der Optimierung der kumulativen Updates für Windows 10, weil deren Größe stark ansteigt. Das kostet Geschwindigkeit beim Download und bei der Installation. Daher sollen bestimmte ältere Updates zyklisch ablaufen, so dass diese nicht mehr in kumulative Updates einfließen. Microsoft erhofft sich davon Geschwindigkeits- und Sicherheitsgewinne. Hier ein paar Informationen zu diesem Thema.


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Als die kumulativen Updates eingeführt wurden, galt das ja für Microsoft als "Stein der Weisen". Nur noch ein Update-Paket, und alles ist an Bord, fehlende Updates können durch die kumulativen Komponenten auf einem System nachinstalliert werden. Administratoren wiesen bereits bei der Einführung dieser kumulativen Updates darauf hin, dass damit die Möglichkeit entfällt, ein fehlerhaftes, kleines Update, auszublenden – man kann nur noch das gesamte kumulative Update in verwalteten Umgebungen sperren.

Mit der Zeit wurden die weiteren Probleme der kumulativen Updates sichtbar. Die Update-Pakete werden immer fetter und die Maschinen brauchen auch recht lange zur Installation. Ich hatte das u.a. für Windows Server 2016 in Blog-Beiträgen wie Windows Server 2016 und die langsame Update-Installation angesprochen. Für Windows 11 hat Microsoft kürzlich im Blog-Beitrag Windows 11: Microsoft optimiert die Größe der Update-Pakete eingestanden, dass die Update-Größe inzwischen ein Problem für viele Anwender darstellt, die über keine Breitbandverbindung verfügen.

In verwalteten Unternehmensumgebungen haben Administratoren eventuell auch das Problem, dass die per WSUS oder in anderen Verwaltungsumgebungen auf den Servern für die Verteilung an die Clients zwischengespeicherten Update-Pakete sehr viel Speicherplatz benötigen.

Ablaufende Update geplant

In der Vergangenheit hat Microsoft immer mal wieder an seinen Updates optimiert. Nun will man dem Übel der zu groß werdenden Update-Pakete über einen weiteren Mechanismus zu Leibe rücken. Christine Ahonen von Microsoft hat bereits zum 19. Oktober 2021 den Techcommunity-Beitrag Windows update expiration policy explained veröffentlicht.

Ahonen schreibt, dass Microsoft monatlich zwei bis drei Updates für jede unterstützte Windows-Plattform erstellt. Dies führt zwangsweise zu einem Rückstau an Updates und erhöht potenziell die Größe der Update-Pakete. Viele dieser Updates sind jedoch kumulativ und umfassen alle früheren Updates, die für diese Plattform veröffentlicht wurden. Das heißt, wenn ältere Pakete ablaufen, erhalten Sie die in diesen Paketen enthaltenen Updates weiterhin, sobald kumulative Update installiert werden.

Hier möchte Microsoft eingreifen und ältere, aber redundante Update-Pakete, ablaufen lassen. Durch das Auslaufen lassen älterer, redundanter Pakete sollen Nutzer eine bessere Leistung erhalten. Die Scan-Zeiten für die Update-Suche verkürzen sich. Zudem soll sich das Risiko verringern, weil älterer Updates durch die Bereitstellung neuerer, sichererer Updates ersetzt werden.

Microsoft schaut sich daher die Update-Pakete, die bereits veröffentlicht wurden, regelmäßig an und prüft diese auf ein "Verfalldatum". Sobald eine ausreichend große Anzahl von Kandidaten gefunden wurde, wird ein Ablaufdatum festgelegt. Update-Pakete, die das Ablaufdatum erreicht haben, sollen dann nicht mehr in die kumulativen Updates integriert werden.

Einige Updates laufen nicht ab

Laut der von Ahonen veröffentlichten FAQ gibt es einige ältere Updates, die nicht ablaufen. Das kann daran liegen, dass dass einige ältere Pakete noch nicht bewertet wurden oder die Kriterien für das Auslaufen nicht erfüllen. Es ist auch möglich, dass Update-Pakete noch nicht verfallen sind, weil Abhängigkeiten zu dieser speziellen Aktualisierung bestehen.


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Zudem laufen reine Sicherheitsupdate-Pakete für Windows 8.1, Windows Server 2012 und Windows Server 2012 R2, Windows Server 2012, Windows 7 SP1, Windows Server 2008 R2 und Windows Server 2008 SP2 nicht ab, da sie nicht kumulativ sind und nur Fixes für einen Monat enthalten. Wenn ein neueres Update-Paket von einem älteren Paket abhängig ist, läuft das ältere Paket nicht ab, bis es durch ein neueres Paket ersetzt wird.

Wenn ein Update abgelaufen ist, wird auf support.microsoft.com das Wort "EXPIRED" an den Titel des Artikels mit den Versionshinweisen zu diesem speziellen Update angehängt. Beim Windows Server Update Services (WSUS) wird dagegen oben im Detailbereich ein Banner angezeigt, wenn ein bestimmtes Update abgelaufen ist. (via)

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10 Antworten zu Microsoft will ältere Updates auslaufen lassen, verspricht Geschwindigkeits- und Sicherheitsgewinne

  1. Anonymous sagt:

    " Windows Server 2012 SP2,"
    ich denke es sollte "R2" sein ;)

  2. 1ST1 sagt:

    Macht auf jeden Fall Sinn, das so zu machen. Blöd finde ich aber eine andere Sache: Auslauf vom Support von OneDrive auf Windows 8.1, siehe Bleepingcomputers usw. Das Supportende von OneDrive für XP, Vista, 7 und 8 ist verschmerzbar, da diese Betriebssysteme nicht mehr unterstützt werden, sehen wir mal von ESU für Win 7 ab, aber 8.1 ist noch bis 2023 im Support und solange sollte man den Leuten auch noch zugestehen, dass sie OneDrive nutzen können. Denn wer bisher nicht von 8.1 auf 10 upgedated hat, wird das wohl aus Hardware-Gründen getan haben, und der wird nur durch einen größeren Defekt des PCs zu diesem Update zu bewegen sein.

    • Steter Tropfen sagt:

      Die lassen für ein Betriebssystem, das eigentlich noch über ein Jahr unterstützt werden soll, schon mal den Support für eine ungefragt mitinstallierte Funktion auslaufen? – Ein Argument mehr, solche Gratis-Gimmicks von vornherein links liegen zu lassen und lieber autark auf eigene, bewährte Lösungen zu setzen.

  3. Wil Ballerstedt sagt:

    Ich verstehe das so, als will Anwender einen Grund liefern, von zB nicht mehr unterstützen Office-Versionen "abzulassen". Erst letzten in der Microsoft Community gelesen, dass jemand sein MS Office '07 weiter nutzen will.

    • chw9999 sagt:

      Man hat's bezahlt, man kennt sich aus, man braucht nicht mehr… Gegengründe gibt's natürlich, aber aus Sicht eines zufriedenen 07er-Kunden sind Ribbons erst mal nur verwirrend ohne Mehrwert… Sicherheit kommt an irgendeiner Stelle weit, weit hinten (und machen wir uns nichts vor: neue MS-Office-Pakete schneiden diesbezüglich offensichtlich auch nicht hervorragend gut ab). Wenn Sicherheit wichtig wäre, würde man ja Backups machen…
      Die Thematik habe ich auch in der Familie. "Früher war mehr Lametta" stimmt manchmal sogar!

      • Zocker sagt:

        Office 2007 hat bereits Ribbons. Das zählt also nicht.
        Beim ersten Satz stimme ich dir jedoch zu. Eines hast du vergessen: es gibt kein supportetes MS Office mehr, das wirtschaftlich attraktiv ist. Zumindest wenn man mehrere Geräte hat. Das letzte war das 2010er. Dazu kommt noch der Clouddrang oder gar Zwang der neuen Versionen.

  4. Mira Bellenbaum sagt:

    Ich weiß nicht, was bei denen so in den Köppen vorgeht!
    Winfuture hat es mit "seinen" Updatepacks" besser gemacht!
    Dr.Windows macht es mit "seinen" Packs besser!

    Und was mir am meisten auf den Wecker geht ist, dass alles in einem Pack ist.
    Sicherheitspacks und unnützes Zeuch. Nichts kann man abwählen,
    selbst, wenn ein Update einem das System zerhaut.
    Entweder kaputtes System oder Sicherheitslücke.
    Die sind doch bekloppt!

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