Gefährliche Deals beim Online-Kauf zu Weihnachten 2021

Sicherheit (Pexels, allgemeine Nutzung)Zum Weihnachtsgeschäft werden sicherlich wieder einige Geschenke unter dem Weihnachtsbaum liegen, die online geordert und dann geliefert wurden. Die allgegenwärtigen Black-Friday-Shopping-Angebote im Online-Handel locken mit Schnäppchen. Aber wie sieht es mit der Sicherheit der georderten Waren aus? Die Bundesnetzagentur hat die Tage beim Einkauf in der Vorweihnachtszeit erneut vor Produkten, die Funkstörungen verursachen oder die Gesundheit von Menschen gefährden können, gewarnt. Präsident Homann sagt dazu: "Bei Produkt-Deals im Online-Handel sollte man genauer hinsehen. Bestimmte Produkte können Sicherheit und Gesundheit gefährden".


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"Noch immer finden Online-Händler Wege, die europäischen Regelungen zu umgehen", meint Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, dazu und ergänzt: "Vielen Produkten im Online-Handel fehlen CE-Kennzeichen oder Angaben zu dem in der Europäischen Union ansässigen Ansprechpartner."

Immer wieder billige Produkte und minderwertige Weihnachtsbeleuchtung

Bei der Bundesnetzagentur sind im Moment besonders auch USB-Akkuladegeräte und Action-Kameras auffällig. Viele elektrische Produkte sind auf den ersten Blick sehr preiswerte Schnäppchen. In Wirklichkeit handelt es sich aber um minderwertige Produkte, die Funkstörungen verursachen, die die versprochene Qualität nicht einhalten oder die Gesundheit von Menschen z.B. durch Stromschläge gefährden können.

In den letzten Wochen hat die Bundesnetzagentur vermehrt auch LED-Produkte aller Art aber speziell auch Weihnachtsbeleuchtungen gefunden, die den gesetzlichen Anforderungen nicht genügen. Das Spektrum reicht von einfachen LED-Leuchtmitteln, über LED-Einbau- und Deckenleuchten bis zu Außenbeleuchtungen (LED-Flutern). Auch farbwechselnde und andere Weihnachtsbeleuchtungen für den Innen- und Außenbereich sind in der Vorweihnachtzeit beliebte Kaufobjekte. Die Preise dieser Produkte liegen vor allem im Online-Handel meist deutlich unter denen namhafter Markenprodukte. Dies kann ein Hinweis auf Minderwertigkeit und Unterschreitung der gesetzlichen Anforderungen sein.

Neu: EU-Ansprechpartner müssen ihre Adresse angeben

Seit dem 16. Juli 2021 gilt in Deutschland das Marktüberwachungsgesetz in Verbindung mit der neuen europäischen Marktüberwachungsverordnung. Danach müssen jetzt beispielsweise elektrische Geräte und Funkanlagen nicht nur das CE-Kennzeichen tragen. Für diese Geräte muss auch ein in der Europäischen Union ansässiger Wirtschaftsakteur erkennbar sein. Bei Mängeln gewährleistet er, dass unverzüglich notwendige Korrekturmaßnahmen ergriffen werden. Die Adresse dieses Wirtschaftsakteurs muss auf dem Produkt oder seiner Verpackung, dem Paket oder in einem Begleitdokument angegeben sein. Dies gilt auch für Lieferungen, die direkt von Händlern aus Drittstaaten an Verbraucherinnen und Verbraucher versandt wurden.

Marktüberwachung der Bundesnetzagentur

Die Bundesnetzagentur führt regelmäßig Überprüfungen bei elektrischen Geräten und Funkprodukten durch, teils auch nach Hinweisen von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Diese finden sowohl online als auch im stationären Handel (offline) statt. Auch anonyme Testkäufe werden durchgeführt. Zudem gibt es eine intensive Zusammenarbeit mit den Zollbehörden, um nicht konforme Produkte bereits an der Außengrenze vom Unionsmarkt zu stoppen. Dennoch gelangen immer wieder Produkte an Verbraucher, die den europäischen Standards und Sicherheitsanforderungen nicht genügen. Auffällige Produkte dürfen nicht mehr angeboten werden und erhalten markteinschränkende Maßnahmen. Details zur Marktüberwachung finden sich hier.

Online-Bestellungen: Tipps für Verbraucher

  • Bestellen Sie online bei seriösen und bekannten Quellen. Informieren Sie sich vorher über den Anbieter, beispielsweise bei der Verbraucherzentrale.
  • Prüfen Sie, ob eine Adresse in der EU angegeben ist, unter der Sie den Anbieter oder seinen Partner erreichen können. Diese Adresse muss auf dem Produkt oder seiner Verpackung, dem Paket oder in einem Begleitdokument angegeben werden.
  • Vergewissern Sie sich, dass Angaben zu allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) sowie Widerrufs- und Rückgabebelehrungen vorhanden sind.
  • Prüfen Sie die Beschreibung des Produkts sorgfältig, achten Sie insbesondere darauf, dass Hinweise auf eine deutschsprachige Bedienungsanleitung vorliegen.
  • Der Preis sollte im Vergleich zu Mitbewerbern plausibel sein.
  • Wenn Sie unsicher sind, stellen Sie dem Verkäufer Fragen zum Produkt. Seriöse Verkäufer beantworten Fragen zügig und gern.
  • Bei Technikprodukten sollten Sie darauf achten, dass der Steckertyp auch in Deutschland verwendbar ist.

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6 Antworten zu Gefährliche Deals beim Online-Kauf zu Weihnachten 2021

  1. Luzifer sagt:

    naja sorry ist doch "Offline" auch nicht anders, wer im Baumarkt die billigen China Steckdosenleisten für 2€ kauft braucht sich dann auch nicht wundern wenn ihm/ihr die Bude abraucht! Da gibt es keinen Unterschied Online/Offline. Da ist der stadionäre Handel kein Deut besser.

    Es gibt eben Leute die den Unterschied Preiswert und Billig kennen und es gibt die GeizistGeil Primaten! Hauptsache billig!

    You get what you paid for.

    Läuft bei mir unter natürliche Auslese. Scheiße dabei nur wenn die in Mietwohnungen mit mehreren Partien leben.

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    Prüfen Sie, ob eine Adresse in der EU angegeben ist, unter der Sie den Anbieter oder seinen Partner erreichen können. Diese Adresse muss auf dem Produkt oder seiner Verpackung, dem Paket oder in einem Begleitdokument angegeben werden.
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    Im Onlinehandel ??? Siehst du das ja so gut vorher! Netter Tip der Online aber vollkommen unbrauchbar ist! Und genauso sicher wie das CE (chinese Export) ist ;-P

  2. Blupp sagt:

    Nicht nur die billigen China Steckdosenleisten aus dem Baumakt sind problematisch. Hier in einem großen sehr bekanten Baumarkt ist ein kleiner Bereich da stehen Taschenlampen eines sehr bekanten (Akku)Markenanbieters zu völlig überteuerten Preisen. (Ich möchte hier bewusst keine Namen nennen / ippijajajippijajeh) Diese Taschenlampen halten nicht lange und wenn die dann zu 12:00Uhr gekauft am Mittag hin sind (gut hier übertreibe ich etwas, 4 Wochen dann ist aber wirklich vorbei) und man reinschaut, sieht man nur den sprichwörtlichen China-Billigramsch oder noch schlimmer.

    Eigentlich ist es, an diesem konkreten Beispiel gemessen, somit egal wo man kauft, übern Tisch gezogen wird man ständig und überall. Im Gegenteil dazu habe ich mit Waren aus China oft gute Erfahrungen gemacht wenn ich nicht das Billigste nehme bzw. da etwas tiefer in die Tasche greife, dann liefern die Chinesen durchaus Qualität.

    Für mich stellt sich eher die Frage ob es wirklich um China-Billigmüll oder um die Profitgier des Handels geht und die Chinesen einfach nur liefern was vom Besteller angefragt, dann hier als teure Markenware an den Kunden gebracht wird…

    • Dat Bundesferkel sagt:

      Tatsächlich sieht es genau so aus. Nicht das "Made in China" ist ein Problem. China fertigt bereits seit Jahrzehnten für den Westen und das in teils unerreichbarer Qualität, gemessen am Preis.
      Foxconn-Produkte (ehemals komplette Intel-Mainboards) finden sich überall. Selbst heute noch und auch Apple weiß, warum sie ihre Produkte dort fertigen lassen.
      Werkzeuge? Da greift man lieber zu Wiha, anstatt zu Bosch/Mannesmann oder andere ehemals gute Hersteller.
      Netzteile? Kommen von großen Herstellern wie HEC aus China und kleben dann die bekannten West-Logos rauf.

      Man muß nur auf ein sehr, sehr wichtiges Detail achten, wenn man chinesische Produkte kauft: Um Gottes Willen native China-Produkte setzen, nicht die OEM-Produkte, auf die Bosch (KFZ) und Konsorten setzen.

      Warum? Unter eigenem China Label passen Verkaufspreis und Fertigungskosten. Wenn westliche Firmen wie Enermax und Co "ihre" Produkte in China in Auftrag geben, wollen sie das Billigste vom Billigen und verticken das zu völlig überzogenen Preisen in den westlichen Ländern, teils mit einer abartig niedrigen Lebenserwartung – denn Marge >= all.

      "Echte" Produkte westlicher Länder in entsprechender Qualität sind schon gar nicht mehr zu bezahlen. Und das bezieht sich nicht nur auf technische Spielereien, sondern mittlerweile auch extrem auf Lebensmittel.

      Kartoffeln, regionaler Anbau, locker 8 Euro. Kartoffeln, Import aus dem Iran, keine 2 Euro.
      Spargel, regionaler Anbau, locker 15 Euro. Spargel aus Portugal, trotz Logistik nicht mal 1/3 des Preises.

      … und man sollte nicht mal auf die Idee kommen mittlerweile die Qualität miteinander zu vergleichen. Deutsches Gemüse war mal richtig gut. Durch Massenanbau und Monokultur schmeckt das Zeug nicht nur verboten teuer, sondern auch noch abartig.

      Um wieder zur Technik zurückzukommen (und der Steckdosenleiste) – ich bekomme immer wieder Lachkrämpfe, wenn die Menschen in Foren "Qualitäts"-Leisten von Brennenstuhl empfehlen. Deren Schund-Produkte haben bspw. bei Stiftung Warentest 07/2011 (Art.-Nr. 1 15230 0015, 5,00 Euro, Art.-Nr. 1 15944 0936, 28,00 Euro) mit einem fetten MANGELHAFT abgeschnitten. Problem: Elektrische Sicherheit (durchgefallen) und, sofern vorhanden, Überspannungsschutz wirkungslos.
      Ironischerweise waren die "ach so schlechten" China-Produkte die sichersten… die Westländer sollten allmählich mal von ihrem hohen Roß heruntergekommen, sie sind nicht mehr führend – sie hinken hinterher.

      • Steter Tropfen sagt:

        Das ist mir zu schönfärberisch. So ähnlich wie die Ergebnisse der Stiftung Warentest, wo immer Aldi die Nase vorn hat und der Bio-Anbieter durchfällt. Genauso pauschal unsinnig ist das Gemüse-Beispiel. Wer Spargel im März will, soll gefälligst nicht über hohe Preise oder wässrigen Geschmack klagen. Das und die typisch deutsche Geiz-ist-geil-Mentalität haben den Nahrungsmittelmarkt kaputtgemacht. Die Supermärkte fordern, dass Obst und Gemüse wochenlang rumliegen können, ohne zu schimmeln: Entsprechend wird dunkelgrün geerntet oder eben Zombie-Ware gezüchtet.

        Foxconn – das ist doch der Hersteller, den jeder kennt, weil dessen Arbeitsbedingungen sprichwörtlich unmenschlich sind. Von dem will ich auch keine „Qualitätsware".

        Kürzlich hat die ARD ihre Radiosender auf AAC umgestellt, Vodafone hat (entgegen eines früheren Versprechens) mitgezogen. Damit wurden zigtausende Sat- und Kabelreceiver unbrauchbar, weil sie den Codec nicht beherrschen. Eine Umschau unter aktuellen Receivern war deprimierend: Mangelnde Empfangsqualität, Abstürze, lausige Umschaltzeiten – technisch zurück in die 90er. Neu ist nur das verbreitete Phänomen des garantieverträglichen Frühablebens nach etwas über 6 Monaten. Dafür aber Preise bis max. 39,95 € einerseits oder weit über 120 € andererseits. Keinerlei Mittelklasse-Sortiment.
        Nachdem mein neues Gerät (Technisat, „Software in Deutschland programmiert") nicht mal Umlaute in Sendernamen anzeigen konnte und auch sonst um Welten hinter seinem 10 Jahre alten Vorgänger (der damals auch nicht das Gelbe vom Ei war) zurück lag, habe ich es zurückgebracht und mich mal wieder zähneknirschend zur Konsumverweigerung entschlossen.

        Würde der Gesetzgeber konsequent den Verkauf minderwertiger Produkt-Attrappen unterbinden, wäre mehr für Nachhaltigkeit und Klimaschutz getan als mit sämtlichen Vorsätzen des Ampel-Koalitionspapiers.

        • Dat Bundesferkel sagt:

          "Würde der Gesetzgeber konsequent den Verkauf minderwertiger Produkt-Attrappen unterbinden(…)"
          Konsum-Kapitalismus funktioniert auf zwei Arten: Stetig wachsende Anzahl an Konsumenten (nicht mehr realisierbar) oder geplante Obsoleszenz (Zwang neu zu kaufen).

          Die nächste Stufe wäre ein "Reset" um alles auf Anfang zu setzen… oder ein längst überfälliges Umdenken (Common Wealth).

      • Luzifer sagt:

        richtig es gibt aus China Produkte die durchaus gut sind, das sind aber nicht die Ware die hier als Billigramsch angeboten werden.

        Ne Steckdosenleiste Schuko mit ner 0,75mm² Zuleitung ist vorsätzliche Körperverletzung wenn nicht sogar Mord!

        Bedeutet allerdings nicht das "deutsche Qualität" das Siegel noch verdient.

        Der von mir oben bereits erwähnte Unterschied zwischen preiswert und billig eben, den die Masse an Leute heute nur nicht mehr kennen. Die Masse will eben GeizistGeil maximaler Luxus aber nichts bezahlen.
        You get what you paid for.

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