Ursache für massive DATEV-Störung (8.11.2021)

Die DATEV hat die Tage wohl Details nachgereicht, was die Gründe für den massiven Ausfall der IT-Systeme zum Nachmittag des 8. November 2021 gewesen sind. Vorab, es war kein Cyberangriff, sondern eine Verkettung zweier Fehler, die dem IT-Dienstleister für Steuerberater und damit auch der Kundschaft, einige Kopfschmerzen bereitete.


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Die DATEV

Die DATEV eG ist ein Softwarehaus und IT-Dienstleister für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte, aber auch für deren Mandanten, wie mittelständische Unternehmen, Kommunen, Vereine und Institutionen. Der Schwerpunkt liegt im Steuerberatermarkt. Organisiert ist das Ganze als Genossenschaft. Dazu gilt: Das Unternehmen ist eine eingetragene Genossenschaft. Mitglieder können nur Angehörige der steuerberatenden, wirtschaftsprüfenden und rechtsberatenden Berufe werden.

Störung der IT

Am Nachmittag des 8. November 2021 kam es zu einem massiven Ausfall der IT-Systeme bei der DATEV. Kunden wie Steuerberater oder Unternehmen, die auf die Dienstleistungen (Buchhaltung) der DATEV angewesen waren, konnten über Stunden nicht auf diese Funktionen zugreifen. Ich hatte nach einem Leserhinweis im Blog-Beitrag Massive Störung bei der DATEV (8.11.2021) berichtet. Was da passiert ist, lag bisher im Dunkeln – von einer kaputten SQL-Datenbank wurde gemunkelt.

Ursachen offen gelegt

Stefanie-Herold von der DATEV hat zum 1.12.2021 im Blog-Beitrag Behoben: Störungen im DATEV-Rechenzentrum 08.-10.11.2021 die Ursachen offen gelegt und weitere technische Details genannt.

  • Erster Auslöser am 08.11. war ein Fehler in der IBM-Datenbank-Software, der bei automatischen systemseitigen Aufräumaktionen zu einem fehlerhaften Speichermanagement und in Folge dem Systemabsturz geführt hat.
  • Aufgrund eines zweiten Softwarefehlers konnte das Gesamtsystem durch den beim Systemabsturz innerhalb der Datenbank entstandenen Zustand weder automatisch noch manuell bereinigt und wieder gestartet werden.

Es musste eine Task Force, bestehend aus der DATEV und IBM Deutschland sowie den USA, gebildet werden. Die Task Force arbeitete intensiv an der Fehleranalyse und der anschließenden Fehlerbehebung. Durch eine manuelle Isolation und spätere Reparatur der betroffenen Spaces (Datenblöcke) konnte die Datenbank wieder gestartet und dann manuell vervollständigt werden. Inzwischen hat IBM Fixes für die beiden Softwarefehler bereitgestellt, die inzwischen installiert wurden.

Getreu dem Spruch "erst kein Glück und dann kam noch Pech hinzu" kam es am am 09.11.2021 im weiteren Verarbeitungsverlauf an Systemen, die bisher selbst bei Lastspitzen völlig unauffällig gewesen waren, zu Überlastungen. Dies erklärt die Verzögerungen, die von Lesern berichtet wurden. Durch einen täglich notwendigen Datenbank-Pflegeprozess, der für den 8.11. am 9.11. nachgeholt wurde, kam es zur Generierung doppelter Werte der einmaligen IDs für die konvertierten Belege. Diese Werte werden sowohl zur Anzeige in Unternehmen online als auch für die Belegvorschau im Digitalen Belegbuchen in den Rechnungswesen-Programmen verwendet. Der Blog-Beitrag enthält weitere Details und Erklärungen zu den Störungen. (via)


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