Windows 11: Performance-Probleme mit NVMe-SSDs?

Windows[English]Kurze Frage an die Leserschaft dieses Blogs, die bereits mit Windows 11 auf NVMe-SSDs unterwegs sind. Wie schaut es mit der Performance in dieser Konstellation aus? Es gibt Berichte von Nutzern in Foren, die sich über langsame Zugriffe bei NVMe-SSDs unter Windows 11 beschweren. Manche berichten von mehr als 50 % Leistungseinbußen im Vergleich zu Windows 10.


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Post auf Microsoft Answers

Im US-Microsoft-Answers-Forum gibt es den Post Windows 11 only has 45% of random write speed in Nvme SSD vom 17. Oktober 2021, der die ganze Dramatik bereits in der Überschrift benennt. Die NVMe SSD kommt unter Windows 11 nur auf 45% der Zufalls-Schreibgeschwindigkeit im Vergleich zu Windows 10. Der Nutzer hat folgenden Vergleich der Leistungsdaten im Forum gepostet. Hier der Benchmark mit CrystalDiskMark 8.0.4 für Windows 11.

Windows 11: NVMe SSD Benchmark

Im Forenpost hat der Nutzer dann den gleichen Benchmark für Windows 10 (allerdings mit CrystalDiskMark 7.0.0) mit dem gleichen SSD-Modell durchgeführt und folgende Werte gemessen:

Windows 10: NVMe SSD Benchmark

Beim Random 4K-Test (RND4K Q32T16) fällt die NVMe SSD in der Schreibrate bei Windows 11 auf 983,50 MB/s, während Windows 10 dort 2124,78 MB/s schafft. Beim sequentiellen Schreiben auf die NVMe SSD sind die Unterschiede wesentlich geringer. Zu den Messungen schreibt der Betreffende:

As you see above, the other performance is about the same, but in RND 4K Q32 T16 the speed has dropped significantly. I know that because the two software versions are different and the condition of the computer is different, it is normal for the performance to fluctuate, but this performance also dropped too much, and the performance remained stable low after many tests at different times.

Er weist auf die Random-Tests hin und merkt an, dass, obwohl zwei verschiedene Software-Versionen von CrystalDiskMark auf den Testrechnern verwendet wurden, diese gravierenden Leistungsunterschiede nicht erklärbar seien. Weitere Benutzer bestätigen diese Beobachtungen prinzipiell.

Fundstelle auf reddit.com

Auch auf reddit.com gibt es diesen Post, der sich mit der unterschiedlichen Schreibgeschwindigkeit bei NVMe SSDs beim Random 4K Test befasst. Ein Betroffener schreibt:

So i noticed that NVMe 4k random write speed are almost halved and read access time tripled in windows 11 compared to windows 10. I tried even in safe boot mode and same thing. Tests i used are AS SSD Benchmark and CrystalDiskMark 8. Drivers are updated and windows 11 build is 22000.176. Windows 10 version was 21H1.

Auch hier werden gravierende Unterschiede beim Schreibtest ermittelt – wie die veröffentlichten Screenshots zeigen. Ein zweiter reddit.com Post Windows 11 bug — has crippled SSD (NVMe) Random Write Speeds vom November 2021 schiebt das Ganze auf einen Bug. In diesem Thread werden diese Testergebnisse verlinkt. In der Techcommunity gibt es diesen Post vom 26. September 2021, wo die Leistungseinbußen auch gemeldet werden. Vor drei Monaten hat sich ein Microsoft-Mitarbeiter aus dem File-System-Team im reddit.com Post gemeldet und schreibt, dass man dieses Problem untersuche. Mir ist bisher aber nichts von einem Fix bekannt – und der letzte Eintrag im Microsoft Answer-Foren-Thread stammt vom 2. Dezember 2021. Bei neowin hat man weitere Fundstellen in diesem Artikel zusammen getragen. Jemand betroffen?


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14 Antworten zu Windows 11: Performance-Probleme mit NVMe-SSDs?

  1. Karsten Tönniges sagt:

    Hallo,

    Also die geposteten Bilder zeigen akzeptable Abweichungen in dem Messergebnis. Allerdings sind die Voraussetzungen für Messungen abweichend, da die Performance von einmal 8GB lesen/schreiben, und zweimal 4 GB lesen/schreiben nicht zwangsläufig äquivalent sein müssen. Hier ist vor allem die Limitierung des SSD-Cache anzumerken, also ist die Erhebung mit 8GB potentiell dem zu kleinem Cache der SSD geschuldet, der die Windows10-Messung dermaßen pusht, da hier nur 4GB geschrieben werden, diese aber vermutlich vom Cache abgedeckt sind.

    Mit freundlichen Grüßen

  2. Zocker sagt:

    "Im Forenpost hat der Nutzer dann den gleichen Benchmark für Windows 10 (allerdings mit CrystalDiskMark 7.0.0)"

    Finde den Fehler. Kleiner Tipp: einfach mal in den Changelog schauen. Dort heißt es Beispielsweise bei v8.0.0: "Changed Benchmark Settings".
    Während bei v8.0.1+ immer "Benchmark results are fully compatible with 8.0.0." dabei steht, ist das bei 8.0.0 ggü. v7.0.0 nicht der Fall.
    Dann ist noch die Größe der Testdatei bei Win11 doppelt so groß. Auch wenn unter Win10 doppelt so viele Durchgänge gemacht werden, stellt sich die Frage, ob die SSD zwischen 4 und 8GB einbricht (z.B. weil Cache voll). Der sehr unterschiedliche Füllstand und die alte Versionsnummer unter Win10 deuten darauf hin, dass ein Test schon vor langer Zeit gemacht wurde. v7.0.0 ist bereits 2 Jahre alt, v8.0.0 immerhin 1 Jahr. Die Performanceunterschiede können auch durch zwischenzeitlich installierte Sicherheitsupdates (Meltdown, Spectre,…) hervorgerufen werden.
    Fraglich ist auch, ob unter Win11 der korrekte NVMe-Treiber installiert wurde.

    Alles in Allem ein sehr fragwürdiger und höchst unseriöser Vergleich und somit auch ein fragwürdiger Artikel. Interessant ist eigentlich nur das mit den 2 Partitionen. Das könnte tatsächlich ein Bug sein. Leider wird darauf im Artikel nicht konkret eingegangen…

    • Jackie sagt:

      @Zocker. Kann ich nur zustimmen. Für mich wäre der Test nur valide wenn man mit zwei identischen Rechnern und zwei identischen SSDs, sowie dem gleichen Programm und vorallem gleichen Settings getestet hätte. Selbst dann weiß man ja nicht was vorher schon im SLC-Cache der SSD passiert ist. Nächster Punkt ist der Energiesparplan von Windows, wenn der Murks ist hat die SSD schon eine hohe Temperatur bevor es überhaupt losgeht und die SDD drosselt schneller ihre Geschwindigkeit. Meine SSD ist unter Windows rund 10°C wärmer als unter Linux! Das mit der zweiten Partition wundert mich jetzt nicht so. Die Menge der Blöcke die für den Benchmark zur Verfügung steht ist kleiner. Ich schreibe also häufiger auf die gleichen Blöcke und dann ist die Frage wie sich der SLC Cache hierbei verhält.

      • Zocker sagt:

        Stimmt, das mit der Temperatur habe ich gar nicht bedacht. NVMe-SSDs gehen schnell über 60°C. Ich habe meiner neulich einen passiven Kühler verpasst. Brachte zwar "nur" ca. 10°C, aber immerhin.

  3. Mr.Blacksmith sagt:

    Bisher konnte er noch keinerlei Einbrüche bei der Geschwindigkeit feststellen. Auch von den bereits zum Testen umgestellten Usern bisher keinerlei negative Rückmeldungen bezüglich eines Geschwindigkeitseinbruchs. Und hier sind einige unterschiedliche Endgeräte im Einsatz, von zig Tablets bis zig Notebooks von zig Herstellern.

    Auch privat noch nichts dergleichen feststellen können. Weder auf den PCs, den Notebooks noch auf den Tabletts.

  4. SeaStorm sagt:

    Kann ich nicht bestätigen:
    Win10 https://imgur.com/a/NjHeHJY
    Win 10 NVMe SSD-Test
    Win11 https://imgur.com/a/ZYljwNf
    Win 11  NVMe SSD-Test
    Win10 ist meine alte Installation. Treiber so 1 Monate alt.
    Win11 alles auf aktuellstem Stand. Beides liegt auf der selben NVME (Samsung 970 evo plus 256GB) aufgeteilt in 2 Partitionen.

    • Günter Born sagt:

      Danke für die Infos – ich habe die Screenshots mal in meinen imgur-Bereich kopiert, damit sie hoffentlich nicht verloren gehen – und dann im Kommentar eingebunden.

    • Zocker sagt:

      Kann ich so bestätigen. Habe gerade unter Win 7, 8.1 und 11 getestet mit v8.0.4. Unter Win11 ist sie schneller als unter 8.1. Unter 7 teils deutlich schneller als unter 11, aber unter 7 ist der Meltdown Fix per Registry deaktiviert (unter 8.1 und 11 nicht). Meltdown Fix unter 7 aktiviert reiht sich 7 unterhalb von 11 ein. System ist Skylake mit Microcode-Fixes. Getestet wurde die Win7 Systempartition.

      Aufgrund der großen Partitionsgröße bei dem Post im MS Forum würde es mich nicht wundern, wenn es sich um eine billige QLC-SSD handelt.

  5. Triceratops sagt:

    Wirklich aussagekräftig sind die Benchmarks für mich nicht. Denn es wurde nicht angegeben, welche Maximale Geschwindikeit die NVMe SSD Unterstützt. Denn es gib NVMe SSDs die Werkseitig nicht mehr als 2600 MB/s Schaffen. Eine "WD Blue SN550 1 TB" schafft z.B. nur 2400 MB/s Lesen und 1950 MB/s Schreiben. Wärend z.B. eine "SAMSUNG SSD 980 1 TB" 3500 MB/s Lesen und 3000 MB/s Schreiben (Hab die 980 und die Schafft sogar etwas mehr als die angegebenen Lese Schreibwerte). Von daher wäre eine angabe was die Verwendete NVMe SSD maximal kann hilfreich gewesen. So haben wie gesagt die Benchmarkwerte keinerlei Aussagekraft (Für mich zumindest). Und es fehlt die Angabe mit welcher geschwindigkeit die NVMe SSD angebunden ist (Wie z.B. PCI-E x2 oder PCI-E x4).

  6. Triceratops sagt:

    Windows 11 scheint tatsächlich eine Lahme krücke zu sein bei NVMe SSDs, wie man in diesem Heutigen artikel lesen kann:

    https://www.golem.de/news/microsoft-windows-11-verlangsamt-ssds-wohl-teils-merklich-2112-161643.html

    Die IOPS werte sind anscheinend unter Windows 10 fast doppelt so hoch wie bei Windows 11. Microsoft scheint das schon bekannt zu sein laut obigen Artikel.

    • Kassandra sagt:

      So kann man dann in Zukunft "Windows 11 certified SuperFast(R) SSDs" (nur diese bekommen dann den "KB5UP32F457: Windows 11 SuperFastPatch") für 700€ pro TB verkaufen, mal was von Apple lernen…

    • Dat Bundesferkel sagt:

      Naja, der Golem-Kram verweist in den Kommentaren ja letztlich auch nur auf Neowin, wo eben auch Günters Screen mit den ungleichen Testbedingungen auftaucht.

      Einer läßt 'ne Behauptung los und alle schreiben munter ab. Karsten, Zocker, SeaStorm – und auch Du – ihr habt bereits die relevanten Faktoren benannt. Darum verkneife ich mir mal meine 2 Cents. Aber einen Cent lasse ich mal vom Stapel: Man gewinnt den Eindruck einer vorherrschenden Hypochondrie. Die "Betroffenen" müssen sich ihre Wünsche nur häufig genug einreden und die Testbedingungen entsprechend anpassen, dann treten auch diese Symptome auf.

      Performance auf meiner Ryzen-Windows 11-Testplattform ist mittlerweile optimal (KB und Chipsatztreiber), NVMe (Vollbestückung) ist ebenfalls unverändert.

  7. Lars sagt:

    Ne, also, das ist schon so, und zwar verzwickter als gedacht.
    Ich habe in meinem Aorus X570S Master 3x 980 Pro 1TB und 1x 870Evo 1TB drin.
    Die 1. 980pro geht über die CPU mit "C"
    Die 2. und 3. 980Pro über den Chipsatz mit vollen PCIe4 x4 für "D" und "E".

    Die 1. 980er an der CPU und die 3. vom Chipsatz haben massive Einbrüche in den random writes, 276k vs. 903k ist weinger als 1/3 Leistung verbleibend !
    Selbst die 870Evo auf Sata wird massiv abgewürgt.

    Unklar ist warum die 2. 980Pro volle Leistung hat.

    Es wäre nur mit viel Aufwand möglich die 2. mit der 3. zu tauschen und sehen was passiert. Hängt das Übel am Sockel fest oder wandert es mit… wäre fast ein Versuch wert das mal zu testen.

    Win11Pro alle Updates bis heute, 04.01.'22, neuester AMD Chipsatztreiber vom21.10.'21.
    Da die 980Pro vom Samsung NVMe Treiber nicht unterstützt wird benutze ich den Standard Win11 Treiber. Wie man sieht geht der ja mit der 2. NVMe tadellos.

    Abwarten…

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