Hack des Bewerbungsportals des Magistrats der Stadt Linz (Österreich)

Sicherheit (Pexels, allgemeine Nutzung)Das Bewerbungsportal des Linzer Magistrats ist am 24. Dezember 2021 gehackt worden. Von der E-Mail-Adresse bewerbungen@mag.linz.at sind vermeintliche Antworten auf Bewerbungen verschickt worden. Das wurde am gestrigen 27. Dezember 2021 bekannt. Hier einige Informationen, was bekannt ist.


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Ich bin über nachfolgenden Tweet auf diesen Vorfall aufmerksam geworden, der wohl noch nicht so breit in Medien berichtet wird. Ein englischsprachiger Bericht findet sich hier.

Linz (Austria) hacked

Der ORF berichtet hier, dass Unbekannt am 24. Dezember 2021 (Heilgabend) von von 22.00 Uhr bis kurz nach Mitternacht falsche Profile auf dem Bewerbungsportal der Stadt Linz, das von einem Drittanbieter betrieben werde, angelegt hätten. Dann wurden vom gehackten Konto des Bewerbungsportals des Linzer Magistrats über die E-Mail-Adresse bewerbungen@mag.linz.at fingierte Antworten auf Bewerbungen verschickt.

Laut Medienbericht hätten auch der Linzer Bürgermeister und das Innenministerium vom gehackten Account des Bewerbungsportals eine E-Mail erhalten, jedoch versehen mit Schimpfwörtern. Es heißt, dass Samstag früh die Tat entdeckt wurde, und man umgehend reagiert habe. Experten der Abteilung für Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) hätten gemeinsam mit dem Drittanbieter alles gesichert. „Die Bewerbungen werden nun manuell geprüft. Es waren keine Daten in Gefahr", wird in den verlinkten Berichten versichert.

Klaus Luger (SPÖ) wird so zitiert, dass man noch nicht wisse, an wen alles so eine Droh-E-Mail verschickt worden sei. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang zwischen dem Hackerangriff und den diesen E-Mails mit der in Österreich beschlossenen Impfpflicht. Hinter diesen Aktionen werden von der Stadt Linz Coronavirus-Maßnahmen-Gegner vermutet, heißt es.  "Es ist auf jeden Fall ein Zeichen der Radikalisierung und Kriminalisierung des harten Kerns der Coronaleugner", wird Klaus Luger (SPÖ) zitiert. Die Aussagen des Mannes wirken aber hilflos:

Die Expertinnen und Experten der städtischen IT-Tochter haben nach Versand der falschen Bestätigungsmails umgehend reagiert und eine zusätzliche Kontrollebene eingezogen. Beschimpfungen und Drohungen gegen demokratisch gewählte Politikerinnen und Politiker sind – in welcher Form auch immer – nicht akzeptabel und ziehen natürlich eine Anzeige nach sich. Dafür werden bereits sämtliche Spuren ausgewertet und dokumentiert.

Wie genau der Angriff stattfand, geht aus diesem Artikel nicht hervor. Wegen des Hackerangriffs wurde eine Anzeige gegen unbekannt erstattet. Nun geht wohl der politische Hickhack los, wer für die fehlende IT-Sicherheit verantwortlich sei. Süß auch, dass die NEOS Linz fordern, dass alle Dokumente und Anträge in einer "sicheren Cloud-Lösung" abgespeichert werden. Ich formuliere es mal so: Bald haben wir ja Dreikönigstag. Vielleicht können die NEOS Linz ja die drei Weisen aus dem Morgenland auf die Suche nach der sicheren Cloud-Lösung schicken, damit die Dokumente künftig dort als Morgengabe für Interessierte Cyberkriminelle abgelegt werden können. Die besten Geschichten schreibt immer noch das Leben – oder die Politik.

PS: Im Dezember 2021 wurde auch TUI Großbritannien Opfer eines Cyberangriffs, wie hier gemeldet wird.


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3 Antworten zu Hack des Bewerbungsportals des Magistrats der Stadt Linz (Österreich)

  1. Ralf S. sagt:

    Sehr schöner satirischer Vergleich, mit den Heiligen drei Königen :-)

    Politik und IT/IT-Sicherheit scheinen sich einfach wirklich überall von vornherein gegenseitig auszuschließen. Wie gut, dass z. B. Elektriker eine qualifizierte Ausbildung benötigen, bevor sie anfangen z. B. einen Neubau zu verkabeln und so … Nur Politiker kann einfacher jeder/jede werden – ganz egal welche Ausbildung und/oder Qualifikation(en) der- oder diejenige vorzuweisen hat.

    Traurig? Bedenklich? Zum Lachen?? – Weiß gerade nicht mehr so recht wie ich wirklich darüber denken soll und wohin uns diese allgegenwärtige Inkompetenz, Ignoranz und Realitätsverweigerung noch bringen wird.

  2. Wil Ballerstedt sagt:

    Ab 22 Uhr? Es wurde neue Computer ausprobiert, ob diese auch funktionieren.

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