Chrome und Firefox: Gibt es bald Ärger mit Webseiten, wenn die Build 100 erreicht ist?

[English]Die Entwickler der Browser Chrome und Firefox machen sich gerade Gedanken darüber, ob es demnächst Probleme mit Webseiten gibt, die sich dann nicht mehr richtig anzeigen lassen. Der Hintergrund ist, dass die Major-Version dieser Browser durch die schnellen Update-Zyklen demnächst dreistellig (100) werden wird. Webseiten, die den Browser-Agent-String auf die Browser-Version abprüfen, könnten dann Ärger bereiten.


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Nachfolgender Tweet der Chrome-Entwickler weist auf dieses Problematik hin. Die Versionsnummer wird dreistellig, und die Entwickler beider Browser arbeiten daran, die möglichen Auswirkungen dieser Änderung abzufangen.

Dreistellige Browser-Versionsnummern

Die Entwickler weisen darauf hin (siehe auch hier), dass der User-Agent-String der Browser in wenigen Monaten die Version 100 erreicht.

<browser_name>/<major_version>.<minor_version>

Interessant ist es, wie diese User-Agent-String der Browser heute aussehen:

  • Chrome: Mozilla/5.0 (Windows NT 10.0; Win64; x64) AppleWebKit/537.36 (KHTML, like Gecko) Chrome/94.0.4606.54 Safari/537.36
  • Firefox: Mozilla/5.0 (Macintosh; Intel Mac OS X 10.15; rv:96.0) Gecko/20100101 Firefox/96.0
  • Safari: Mozilla/5.0 (Macintosh; Intel Mac OS X 10_15_7) AppleWebKit/605.1.15 (KHTML, like Gecko) Version/15.2 Safari/605.1.15

Apple verwendet im Webkit bereits dreistellige Versionsangaben. Aber sowohl für Chrome als auch für Firefox wird die Hauptversion 100 ein großer Meilenstein. Und die Entwickler sehen durchaus das Potenzial, das dies zu Störungen auf Websites führen könnte, sobald von einer zweistelligen zu einer dreistelligen Versionsnummer gewechselt wird. Der Grund ist, dass Webentwickler alle möglichen Techniken zum Parsen dieser Zeichenketten verwenden. Das reicht von benutzerdefiniertem Code bis hin zur Verwendung von User-Agent-Parsing-Bibliotheken, die dann zur Bestimmung der entsprechenden Verarbeitungslogik verwendet werden können.

Von den Browser-Entwicklern daher der Hinweis, dass der Browser User-Agent und alle anderen Mechanismen zur Versionsmeldung bald eine dreistellige Versionsnummer melden werden. Beim Google Chrome-Browser und dessen Clones dürfte dies um den 29. März 2022 herum sein, während der Versionswechsel zu drei Stelle beim Firefox auf den 3. Mai 2022 gelegt wurde. Im Artikel werfen die Entwickler noch einige genauere Blicke auf den Sachverhalt. Entwickler von Webseiten sollten vielleicht ebenfalls einen Blick auf diese Angelegenheit werfen.


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7 Antworten zu Chrome und Firefox: Gibt es bald Ärger mit Webseiten, wenn die Build 100 erreicht ist?

  1. Henry Barson sagt:

    Ich verstehe das Problem nicht, sollen sie halt aufhören mit Browserweichen, die doch auch nur auf Grund von Microsoft Internet Explorer Versagen benötigt wurden, spätestens seit dem der Edge ein Chrome Pendant ist, sind browserweichen doch obsolet.

  2. Roli sagt:

    Danke für die interessante Meldung und wird durchaus Probleme geben. Ist aber eigentlich unwichtig. Da Deutschland auf die unmöglichen Windrädli resp. Vogel-Schredderer setzt wird es bald zuwenig Strom geben und die Bildschirme werden schwarz sein. ;)

  3. Bernd Bachmann sagt:

    Weil es ja sowieso fast nur noch Webseiten gibt, die offensichtlich gar nicht oder allenfalls mit einer bestimmten Version eines bestimmten Browsers auf einem bestimmten Endgerät getestet wurden, dürfte sich die „User experience" hierdurch kaum wesentlich verschlechtern.

  4. 1ST1 sagt:

    Die Browserhersteller sind selbst schuld, wenn sie so verschwenderisch mit Versionsnummern umgehen. Nach Versionsnummer 97.0 kommt schon die 98.0, obwohl da noch Millionen Nachkommastellen kämen…

  5. Tim B. sagt:

    Nach der Zählweise, die sich bis ca. Mitte der 2000er gehalten hat, dürfte das ganze Chromezeug ca. bei Version 6 bis 7 sein. Jeder Quatsch und Bugfix gibt gleich eine neue Versionszahl, das ist natürlich marketing-psychologisch gedacht, genau wie bei Android. Üblicherweise wäre das eine neue zweite bis dritte Stelle hinter dem Komma.

    • Steter Tropfen sagt:

      Vivaldi hat im siebten Jahr seiner Existenz die Versionsnummer 5.1 – das ist was Reelles, damit kann man als Anwender auch was anfangen. Wie damals der InternetExplorer von Version 4 auf 5 anstieg, das ist mir noch in Erinnerung. Oder der Tag, als Firefox von 0.9 auf 1.x „erwachsen" wurde. Aber ich könnte beim allerbesten Willen nicht mehr sagen, was sich z.B. der Firefox momentan als Nummernschild umgehängt hat.
      Ein derart inflationärer Gebrauch von Versionsnummern ist bloß noch eins: eine Lachnummer.

  6. Tom sagt:

    Es existiert die experimentelle Einstellung (chrome://flags)

    Force major version to 100 in User-Agent

    mit der im Benutzeragenten die Version 100.x.x.x angegeben wird um damit zu prüfen, ob Webseiten Probleme mit der 100er Versionsangabe haben.

    Funktioniert (hier) mit EDGE, VIVALDI, CHROME(ungoogled).

    Für den "Feuerfuchs" gilt:

    about:config
    general.useragent.forceVersion100 = true
    neuen String erstellen: general.useragent.experiment.firefoxVersion
    Inhalt des Strings: Mozilla/5.0 (Windows NT 10.0; rv:100.0) Gecko/20100101 Firefox/100.0

    Das gilt aber nur, wenn privacy.resistFingerprinting = false gesetzt ist, da sich der FF sonst immer als ESR-Version ausgiebt.

    https://www.bleepingcomputer.com/news/software/mozilla-tests-if-firefox-1000-user-agent-breaks-websites/

    @Herr Born:
    Meine Ausführungen mit gleichem Inhalt unter dem Chrome-Thema dürfen natürlich entfernt werden – ich glaube nur, daß diese hier besser passen?!?

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