Für Millionen-Schäden verantwortliche Phishing-Bande von Europol zerschlagen (21. Juni 2022)

Sicherheit (Pexels, allgemeine Nutzung)[English]Die Luft für Cyberkriminelle wird immer dünner, wenn man die Meldungen von Europol verfolgt. Europol ist es gelungen, eine Phishing-Bande, die für Millionenschäden verantwortlich ist, zu zerschlagen. Die Verdächtigen verschickten E-Mails und Textnachrichten mit Phishing-Links zu gefälschten Bank-Websites. In einer international koordinierten Aktion wurden die Betrüger von der Polizei in Belgien und den Niederlanden verhaftet.


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Erfolgreiche Phishing-Bande

Die kriminelle Gruppe kontaktierte die Opfer per E-Mail, Textnachricht und über mobile Messaging-Anwendungen. Die Mitglieder der Bande verschickten diese Nachrichten mit einem Phishing-Link, der zu einer gefälschten Bank-Website führte. In dem Glauben, dass sie über diese Website ihre eigenen Bankkonten einsehen konnten, wurden die Opfer dazu verleitet, den Verdächtigen ihre Bankdaten mitzuteilen.

Ermittlungsergebnisse deuten darauf hin, dass es dem kriminellen Netzwerk gelungen ist, seinen Opfern durch diese betrügerischen Aktivitäten mehrere Millionen Euro zu entziehen. Die Bande benutzte anschließend Geldkuriere, um diese Gelder von den Konten der Opfer zu transferieren und das betrügerisch erlangte Geld in bar auszuzahlen. Die Mitglieder der Gruppe wurden auch mit Fällen von Drogenhandel und möglichem Waffenhandel in Verbindung gebracht.

Erfolgreiche Polizeiaktion

Es war wieder eine konzertierte grenzüberschreitende Operation, mit der diese organisierten Verbrecherbande, die in Phishing, Betrug, Scams und Geldwäsche verwickelt war, zerschlagen wurde. Bei der von Europol unterstützen Operation waren die belgische Polizei (Police Fédérale/Federale Politie) und die niederländische Polizei (Politie) beteiligt. Die am 21. Juni 2022 durchgeführte Operation endete mit:

  • 9 Verhaftungen in den Niederlanden
  • 24 Hausdurchsuchungen in den Niederlanden
  • Beschlagnahmung von Schusswaffen, Munition, Schmuck, elektronischen Geräten, Bargeld und Kryptowährungsguthaben

Europol erleichterte den Informationsaustausch, die operative Koordinierung und leistete analytische Unterstützung bei den Ermittlungen. Während der Operation entsandte Europol drei Experten in die Niederlande, die den Ermittlern vor Ort analytische Unterstützung in Echtzeit sowie forensisches und technisches Fachwissen zur Verfügung stellten.

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4 Antworten zu Für Millionen-Schäden verantwortliche Phishing-Bande von Europol zerschlagen (21. Juni 2022)

  1. Luzifer sagt:

    *** Die Luft wird immer dünner****
    naja das ist sehr optimistisch ausgedrückt, wie viele solcher Kretins haben solche Aktionen in den letzten Jahren nun ausgeschaltet? Ein dutzend Banden? Und tausende machen munter weiter. Das ist wie der Kampf der contentMAFIA gegen "Raubkopierer" in seiner Hochzeit … ein Kopf ist weg Drei sind nachgewachsen.
    Mahr als PR für die Behörden ist das nicht.

    Das Risiko ist minimalst die Gewinn maximalst.

    • mvo sagt:

      Das sehe ich etwas anders. War es in der Vergangenheit so, dass derartige Verbrechen aufgrund der bekannten Hürden praktisch kaum verfolgt wurden und somit defacto ungeahndet blieben, dürften die jüngsten Fahndungserfolge schon zu einem Umdenken bei den Tätern führen.

      • Luzifer sagt:

        sieht man ja an den Banden deren Infrastruktur "zerschlagen" wurden und nen 3/4 Jahr später wieder da sind ;-P tja waren eben doch nicht die Hintermänner die sie "erwischt" haben.

        Klar die Tendenz da Erfolge zu haben ist gestiegen, aber rein gegen die Massen an Tätern, immer noch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
        Ganz abgesehen von den "staatlich" geschützten Gruppen in Russland und China.

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