Uber-Files: Schmutzige Lobby-Kampagne in Europa

Stop - Pixabay[English]Das wird wieder ein weiterer Sargnagel in die Politikverdrossenheit der Menschen in Europa. Dem britischen Guardian sind mehr als 124.000 vertrauliche Dokumente zugespielt. Die Auswertung dieser Daten durch Journalisten enthüllen, dass der Fahrdienstleister Uber versucht hat, Politiker wie Joe Biden, Olaf Scholz und George Osborne zu beeinflussen und mächtig Druck ausgeübt hat. Die Texte enthüllen auch, dass Emmanuel Macron heimlich die Lobbyarbeit von Uber in Frankreich unterstützt hat. Das Unternehmen benutzte bei Razzien einen "Kill Switch", um zu verhindern, dass die Polizei Daten einsehen konnte. Ergänzung: Die Identität des Whistle-Blowsers, ein ehemaliger Top-Manager, ist nun bekannt.


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Die mehr als 124.000 vertrauliche Dokumente, die dem britischen Guardian zugespielt wurden, zeigen, wie der US-Fahrdienstleister Uber in ganz Europa mit fragwürdigen Mitteln versucht hat, Gesetze zum eigenen Vorteil zu verändern. Nachdem der Guardian die Dokumente erhielt, koordinierte deren Rechercheteam die Zusammenarbeit mit weiteren Medien, in Deutschland WDR, NDR und Süddeutsche Zeitung.

Die Daten stammen aus den Jahren 2013 bis 2017 und enthalten E-Mails, Präsentationen, Briefings, Textnachrichten und Schaubilder. Aus dem Material geht detailliert hervor, wie Uber versuchte, in ganz Europa Politiker, Beamte und Journalisten zu beeinflussen. Hintergrund ist, dass Uber bei der Expansion in Europa 2014 auf massiven Widerstand stieß. Taxifahrer mobilisierten gegen das US-Unternehmen – und große Teile des US-Geschäftsmodells von Uber waren in vielen europäischen Ländern nicht gesetzeskonform. Das galt beispielsweise für nicht-lizenzierte Fahrer.

Also startete Uber eine massive Lobby-Kampagne in Europa. 2016 stellte Uber dafür alleine in Europa 90 Millionen Euro bereit. Emmanuel Macron, damals Wirtschaftsminister und heute Präsident von Frankreich, traf sichmehrfach mit hochrangigen Uber-Lobbyisten. Als der Polizeipräfekt von Marseille im Herbst 2015 eine Uber-Dienstleistung per Verfügung massiv einschränkte, kontaktierte der europäische Chef-Lobbyist von Uber Macron per SMS und bat um politische Unterstützung. Macron schrieb 11 Stunden später zurück: „Ich werde mir die Sache persönlich anschauen … Lasst uns erstmal ruhig bleiben". Noch am selben Abend wurde die Verordnung entschärft, ein Erfolg für den US-Konzern, der „auf massiven Druck Ubers" zurückgehe, heißt es in einer internen E-Mail des Unternehmens, aus der der NDR zitiert. Zwar ist nicht nachgewiesen, das Macron interveniert hat – aber der Verdacht bleibt.

Auch die EU-Kommissarin Neelie Kroes (2010 bis 2014 Europäische Kommissarin für die digitale Agenda und zwischenzeitlich Vizepräsidentin der Europäischen Kommission) ließ sich von Uber einspannen. Nach dem Ausscheiden 2014 wurde ihr eine 18-monatige Karenzzeit auferlegt, bevor sie eine Lobby-Job bei Uber annehmen durfte. Aber aus den Papieren geht hervor, dass Kroes während einer laufenden Polizei-Razzia gegen Uber in Amsterdam noch innerhalb dieser 18 Monate eingriff. Im März 2015 informierte Ubers Cheflobbyist für Europa die Führungskräfte um den damaligen CEO Travis Kalanick, dass Kroes ein niederländisches Regierungsmitglied und Mitarbeiter der Verwaltung anrufen würde. Ziel sei es, "Regulierungsbehörden und Polizei zum Rückzug zu zwingen". Ob der Anruf erfolgte, geht aus den Unterlagen nicht hervor, schreibt der NDR.

Der Chef-Lobbyist erinnerte seine Kollegen in einer weiteren E-Mail daran, dass die Beziehungen zu Kroes "streng vertraulich" seien. Ihr Name dürfe in keinem Dokument auftauchen. Es bestehe das Risiko, dass sich an Kroes eine Debatte über „die politische Drehtür und über Vetternwirtschaft" entzünde, heißt es in einer anderen E-Mail. Das Ganze geht auf den Fall Bangemann, den kürzlich verstorbenen FDP-Politiker, Wirtschaftsminister und EU-Kommissar, zurück, der nach seiner Tätigkeit als EU-Kommissar für den spanischen Telefonica-Konzern Lobby-Arbeit betrieb.

Die Unterlagen legen eine Zusage von Neelie Kroes offen, sich während der Karenzzeit um ein Treffen zwischen dem Konzern und einem EU-Kommissar zu bemühen. Unmittelbar nach Ablauf der Karenzzeit trat Kroes einen Berater-Job bei Uber an, der laut Unterlagen ein Jahresgehalt von 200.000 Dollar umfasst. Kroes weist das zurück und gibt an, in den 18 Monaten unbezahlt für eine niederländische Organisation zur Unterstützung von Start-ups gearbeitet zu haben.

Besonders gravierend dürfte auch wiegen, dass der US-Konzern Uber wiederholt strafrechtliche Ermittlungen erschwert haben könnte. Dazu wurde in Filialen in Europa ein "Kill-Switch" eingesetzt, so dass die Polizei im Falle einer Razzia keinen Zugang zu bestimmten Informationen auf den jeweiligen Computer bekam. Die Software wurde bei Durchsuchungen in sieben Ländern eingesetzt.

In Deutschland war der FDP-Politiker Otto Fricke für die Lobby-Arbeit zuständig (siehe auch diesen Tagesschau-Beitrag). Er war von 2005 bis 2009 Vorsitzender des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestags und von 2009 bis 2013 einer von vier Parlamentarischen Geschäftsführern der FDP-Bundestagsfraktion. Nachdem er 2013 aus dem Bundestag ausschied, stieg er bei einer Lobbyagentur ein, heißt es beim NDR. Dort nutzte Fricke seine politischen Kontakte, um Gespräche mit ranghohen Politikern, darunter dem ehemaligen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und der damaligen Parlamentarischen Staatssekretärin im Verkehrsministerium, Dorothee Bär, zu vermitteln. Bär soll letztlich einem Kernanliegen von Uber, das Personenbeförderungsgesetz sukzessive zu verändern, zugestimmt haben, geht aus den Uber Files hervor.


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Bär äußerte sich auf die Anfragen der Journalisten nicht, Alexander Dobrindt erklärte, dass es keinerlei Änderungen des Personenbeförderungsgesetzes gegeben habe. Otto Fricke, der direkt nach seiner Tätigkeit als Lobbyist im Oktober 2017 wieder zurück in die Politik wechselte, betont gegenüber NDR, WDR und SZ, er habe die entsprechenden Themenbereiche, in denen er als Lobbyist tätig war, in seiner zurückliegenden und aktuellen Zeit als Bundestagsabgeordneter nicht verantwortet. Er nehme die „Trennung zwischen meiner vorherigen Tätigkeit für CNC und meinem politischen Mandat als Abgeordneter (…) sehr ernst."

Auch der Ökonom Justus Haucap verabredete sich mit Uber-Vertretern. Besondere Brisanz bekommt das Ganze durch einen in der FAZ von Haucap lancierten Artikel (er bekam für eine solche Uber-freundliche Auftragsstudie und einen FAZ-Artikel 44.000 Euro). Gleichzeitig ist Justus Haucap Mitglied des Kuratoriums der FAZIT-Stiftung, die die journalistische Unabhängigkeit der FAZ sicherstellen soll.

Die von Uber beauftragte Studie wurde 2015 von der DIW Econ GmbH und der DICE Consult GmbH veröffentlicht und ist als Auftragsarbeit gekennzeichnet. Haucap, der eine Professur an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf innehat, ist Partner der DICE Consult GmbH. Auch hier wird mitgeteilt, dass die Arbeit unabhängig und „letztlich ergebnisoffen" durchgeführt worden sei. Ergänzung: Die Tagesschau hat diesen Fall vor wenigen Stunden hier aufgegriffen.

Unter dem Strich: In den Uber-Files werden zahlreiche schmutzige Lobby-Deals dokumentiert, aber die dort genannten Personen weisen das weit von sich und sind sich auch keiner Schuld bewusst. Entweder lügt Uber, oder die in den Dokumenten auftauchenden Personen sagen nicht ganz die Wahrheit. Scheint jedenfalls ein ziemlicher Augias-Stall zu sein. Und bei der Lektüre des The Guardian-Artikels drängt sich mir der Eindruck auf, dass Uber um seinen damaligen Vorstand Kalanick alles daran setzte, die Gesetzgebung in Europa zugunsten seines Geschäftsmodells umzubiegen – Turbo-Kapitalismus in seiner schmutzigsten Form.

Manager Mark MacGann ist der Uber-Whistle-Blower

Ergänzung: Der britische Guardian hat in diesem Artikel die Identität offen gelegt, die die internen Dokumente über den Fahrdienstleister Uber an die Zeitung durchgestochen hat. Es handelt sich um Mark MacGann, ein Karrierelobbyist, der die Bemühungen von Uber leitete, Regierungen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika für das Geschäftmodell des Unternehmens zu gewinnen.

Der Mann scheint doch irgendwann Gewissensbisse bekommen zu haben und sagt zum Vorgang: Er habe sich dazu entschlossen, sich zu äußern, weil er glaubt, dass Uber wissentlich Gesetze in Dutzenden von Ländern missachtet und die Menschen über die Vorteile des Gig-Economy-Modells des Unternehmens für die Fahrer getäuscht hat.

MacGann hatte zwischen 2014 und 2016 eine Top-Position bei Uber inne, die ihn in den Mittelpunkt von Entscheidungen, die auf höchster Ebene des Unternehmens getroffen wurden, brachte. Während dieses Zeitraums versuchte Uber, unter Verletzung von Taxilizenzgesetzen, in Märkte in Europa und Russlands vorzudringen. Er war für die  Überwachung der Versuche von Uber verantwortlich, Regierungen davon zu überzeugen, die Taxivorschriften zu ändern und ein günstigeres Geschäftsumfeld in mehr als 40 Ländern zu schaffen.

Gegenüber The Guardian gab der heute 52-jährige Ex-Uber-Lobbyist ein Exklusivinterview. Dort räumt er eine Schuld an dem von ihm beschriebenen Uber-Verhalten ein und sagte er, er sei teilweise von Reue motiviert.

Ich bin teilweise verantwortlich. Ich war derjenige, der mit den Regierungen gesprochen hat, ich war derjenige, der dies in den Medien propagiert hat, ich war derjenige, der den Leuten gesagt hat, dass sie die Regeln ändern sollten, weil die Fahrer davon profitieren würden und die Menschen so viele wirtschaftliche Möglichkeiten bekommen würden.

Als sich herausstellte, dass das nicht der Fall war – wir hatten den Leuten tatsächlich eine Lüge verkauft – wie kann man da ein reines Gewissen haben, wenn man nicht aufsteht und zu seinem Beitrag dazu steht, wie die Menschen heute behandelt werden?

Ich bedaure, dass ich zu einer Gruppe von Leuten gehörte, die die Tatsachen verdrehten, um das Vertrauen der Autofahrer, der Verbraucher und der politischen Eliten zu gewinnen. Ich hätte mehr gesunden Menschenverstand walten lassen und mich stärker dafür einsetzen sollen, dass dieser Irrsinn aufhört. Es ist meine Pflicht, [jetzt] meine Stimme zu erheben und Regierungen und Parlamentariern dabei zu helfen, einige grundlegende Fehler zu korrigieren. Moralisch gesehen hatte ich in dieser Angelegenheit keine Wahl.

Er sagte, die Leichtigkeit, mit der Uber in Ländern wie Großbritannien, Frankreich und Russland in die höchsten Ränge der Macht vordrang, sei "berauschend", aber auch "zutiefst unfair" und "antidemokratisch".

Uber schreibt dazu: "Wir verstehen, dass Mark seine jahrelange, unerschütterliche Loyalität zu unserer früheren Führung persönlich bedauert, aber er ist nicht in der Lage, heute glaubwürdig über Uber zu sprechen." Als Reaktion räumte Uber Versäumnisse in der Vergangenheit (unter seinem Gründer Travis Kalanick, David Plouffe, Ex-Wahlkampfhelfer von Obama, und Rachel Whetstone, eine britische PR-Führungskraft) ein. Ein Sprecher betonte aber, dass sich das Unternehmen seit 2017 unter der Führung seines neuen Chefs Dara Khosrowshahi verändert habe. "Wir haben und werden uns nicht für vergangenes Verhalten entschuldigen, das eindeutig nicht im Einklang mit unseren heutigen Werten steht", sagte der Sprecher.

Wie sagte MacGann im Interview: "Schon damals dämmerte mir, dass es sich um ein unseriöses Unternehmen handelt." Da kann man nur von Glück sagen, dass der Durchmarsch von Uber in Deutschland und wohl auch in Europa nicht stattgefunden hat.

Die Verquickungen der lokalen Politik sollten hinterfragt werden – und wenn hier in den Kommentaren von "Framing durch öffentlich rechtliche Medien wie WDR, NDR" in dieser Causa gesprochen wird, kann ich nur den Kopf schütteln. Es gibt einen Sachverhalt, der wohl nicht von der Hand zu weisen ist. Es gibt Verstrickungen diverser lokaler Protagonisten. Das sollte öffentlich werden. Ob dann daraus ein "Framing" wird, muss wirklich im Einzelfall entschieden werden – bei den Artikeln, die ich gelesen habe, kann ich noch kein wirkliches Framing erkennen, sondern nur einen unglaublichen Lobby-Einfluss.


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28 Antworten zu Uber-Files: Schmutzige Lobby-Kampagne in Europa

  1. Luzifer sagt:

    Nix Neues unter der Sonne … bussiness as usual.
    Dazu muss man sich doch nur mal die verwaltung auf dem Dorf /Stadt wo man wohnt genauer ansehen: Vetternwirtschaft und eine Hand wäscht die Andere … und das wird nicht weniger je weiter hoch man geht.
    Die Bestechungsgelder von Kohl; Gazprom von Schröder; usw. die Liste kann man endlos fortführen.

    Da findet man alles bei: Bestechung; Korruption; Vertuschung; Vetternwirtschaft; Lügen; Steuerhinterziehung; Urkundenfälschung, gefälschte/erschlichene Doktorwürden; Landesverrat; bis hin zu Mord (Barschel) …
    Die Politiker welche landes-/demokratiefeindliche Gesetze erlassen haben welche Gott sei Dank vom Bundesverfassungsgericht einkassiert wurden sind immer noch in Amt und Würden (und Nein das sind keine AFD Politiker, sondern Angehörige der großen Regierungsparteien)
    da sitzen einige nur nicht im Knast weil sie politische Immunität geniessen.

    Aber das ist nix Neues, sondern seit Jahrzehnten bekannt.

    Nirgends gibt es mehr Korruption als in der Politik!

    • Luzifer sagt:

      *Ergänzung*
      lobbywatch.ch / lobbycontrol.de etc. existieren schließlich nicht umsonst.
      Leider können sie lediglich für die geneigte Leserschaft aufdecken… Konsequenzen haben Politiker keine zu befürchten. ist der "Fehltritt" mal wirklich derart ekletant, muss man halt zurücktreten um dann an anderer Stelle einen besseren Posten zugeschustert zu bekommen.

      Eigentlich alles seit der Gründung der BRD sauber dokumentiert… nur ändern tut sich eben nix, das Wahlvieh ist halt genau das dumm wie Vieh.

  2. janil sagt:

    Kein Wunder, dass die Leute immer wahlmüder werden.

  3. Bernd B. sagt:

    Business as usual, fürchte ich.

    …nur kurz zum einzigen IT-bezogenen Punkt im Artikel:
    Wenigstens implizit wird Uber ihr "Kill-Switch" vorgeworfen – mMn ist der aber seriöse Geschäftspolitik zum Schutz der Unternehmung, Geschäftspartner und Kunden.
    Also im Sinne von IT- und Datensicherheit ein vorbildliches Verhalten.

    *inserts change-my-mind meme*

  4. Tom G. sagt:

    Hmmm… Bei näherer Betrachtung sehe ich den Riesen-Skandal erstmal nicht. Dass Uber sich um für sein Geschäftsmodell günstige Änderungen an bestehenden Gesetzen (und diese waren / sind mE dringend reformbedürftig) bemüht, ist ja wohl erstmal nicht verwerflich, wenn man sieht wie andernorts unabhängig von politischer Ausrichtung lobbysiert wird. Amerikanische IT-Fraggles oder europäische Anti-Atomkraftler – eine Agenda haben sie alle.

    Wenn ich allerdings sehe, wer da munter rumrecherchiert und skandalisiert – die Framing-verliebten Öffentlich-Rechtlichen und die Diktatur-Freunde der Süddeutschen, dann stößt mir das allerdings auf. Laut "Skandal" schreien, um schön die Reichweite hochzujazzen – Ein Schelm, wer Arges dabei denkt…

    • Günter Born sagt:

      Kann man so sehen, muss man aber nicht. Erst-Quelle ist der britische "The Guardian", zwar ein links-orientiertes Medium, das aber nach meinen Informationen drüben in GB zur "Quality Press" zählt. Und die Uber-Files sind ja keine Erfindung.

      Wenn Du die Artikel der kritisierten deutschen Medien liest, wirst Du dort finden, dass an der einen Stelle die Information "das ergibt sich aus den Uber Files" zu finden ist. Aber – zumindest beim NDR-Bericht – kommen die Betroffenen, oder deren Umfeld, zu Wort und können ihre Sicht der Darstellung einbringen. Der Leser mag sich dann ein eigenes Urteil bilden – ob da was "hochgejazzt" wird – vermag ich nicht zu beurteilen. Als ich die Schlagzeile auf The Guardian gesehen habe, war in Deutschland noch tiefe Samstag-Nacht und die Redaktionen haben tief und fest geschlafen.

    • Bernie sagt:

      Kommentar zu:

      "Wenn ich allerdings sehe, wer da munter rumrecherchiert und skandalisiert – die Framing-verliebten Öffentlich-Rechtlichen und die Diktatur-Freunde der Süddeutschen, dann stößt mir das allerdings auf. Laut "Skandal" schreien, um schön die Reichweite hochzujazzen – Ein Schelm, wer Arges dabei denkt…"

      Sorry, aber solche Aussagen stoßen bei mir bitter auf…
      Ich danke dem NDR, WDR, der SZ und dem Guardian und vielen anderen Reportern für Ihren investigativen Journalismus und möchte das nicht vermissen.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Investigativer_Journalismus

      @Günter
      Warum lässt Du solche Kommentare als Moderator zu?

      • Günter Born sagt:

        ist Vielfalt, es ist nicht justiziabel und nicht so extrem, dass es zu löschen wäre – da versuche ich, für mich einen Weg zu finden, wo ich mit Löschen eingreife und was ich stehen lassen – ist schon schwierig genug.

      • Anonymous sagt:

        Wer das Framing dort nicht sehen kann, der will das nicht sehen.

  5. Sebastian K. sagt:

    Schutz der Unternehmung okay, aber wenn es einen richterlichen Beschluss gibt, dann ist es Behinderung der Justiz.

  6. 1ST1 sagt:

    Sich einfach nicht von Uber durch die Gegend kutschieren lassen. Wenn das genügend Leute machen, löst sich das Problem von selbst. Fahrrad ist viel gesünder und die Busse und Bahnen fahren sowieso, ob voll oder lehr.

    • Mirco Buck sagt:

      wenn Bus- und Bahnverbindungen so besch**** sind wie bei mir hier, wird daraus halt nix.
      Das ist eh ein sehr spezielles Kapitel im Almanland…

    • Foegi sagt:

      Preis / Leistung regelt den Markt und gerade in Zeiten der Teuerungswelle nimmt man das günstigere Angebot in Anspruch. Persönlich benötige ich Taxi oder Uber Abends oder Nachts wo Öffis teilweise nicht fahren oder sehr lange Wartezeiten nach sich ziehen. Und in der Stadt Fahrrad fahren? Würde ich mich da wo ich wohne aufgrund mangelnder sichere Radwege nicht trauen, weder Tags oder Nachts.
      Und ob es gesünder ist in der Stadt zu radeln und mit erhöhter und tieferer Atemfrequenz dabei Abgase und Feinstaub einzuatmen ist ein eigenes Thema.

      • Mirco Buck sagt:

        nächster Punkt: Sicherheit beim Fahrradfahren… die Gehwege sind genauso marode wie die Strassen, um welche man sich seit 50 Jahren ÜBERHAUPT nicht gekümmert hat, von Radwegen kann man nur träumen.
        Gut, ich kann gesundheitlich eh nimmer das Fahrrad nutzen, aber für Menschen MIT Rad ist das hier eine Katastrophe.

        Und ja,da wir noch in der Welt der Verbrenner leben, ist es nicht gerade gesund, im Stadtverkehr zu radeln.

        • Martin sagt:

          "Sicherheit beim Fahrradfahren… die Gehwege sind genauso marode wie die Strassen, …"
          Radfahren auf Gehwegen ist auch aus gutem Grund verboten und das hat nichts mit der Beschaffenheit der Gehwege zu tun! (Ausnahmen sind Kinder bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres.)
          https://www.bussgeldkatalog.org/fahrradfahren-auf-dem-gehweg/

          • Anonymous sagt:

            Es gibt auch gemischte Gehwege, wo das Radfahren explizit erlaubt und entsprechend beschildert ist.
            Wie soll er sie nennen? Freiwillig-Fahrrad-und-Gehweg?

            Da bringt der lächerliche, oftmals unpräzise, Bußgeldkatalog auch nichts.

            Er hat schon Recht: Ganz gleich ob Straßen, Rad- und / oder Gehwege: Es ist alles marode. So schön Alleen auch sind, ihre Wurzeln haben überall Krater und Dellen hinterlassen, in den Böden findet man Krater und Löcher – Orts-, Kreis- und Landstraßen werden von viel zu großen und schweren Fahrzeugen belastet (LKW, SUV) und es nimmt kein Ende.

            Zumindest Ortschaften und Kreisen sollte es ermöglicht werden, von Kraftfahrern Nutzungsgebühren erheben zu können. Immerhin bleiben die Sanierungskosten ja auch an ihnen hängen.

          • Bernd B. sagt:

            Au JA!

            Wegzoll war eine brillante Erfindung und hat seinerzeit die Mobilität von Menschen und Gütern, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in Deutschland, kaum beeinträchtigt. 🤡

            Sollten wir unbedingt wieder einführen!

          • Anonymous sagt:

            Der Wegzoll nennt sich Mineralölsteuer.

  7. mvo sagt:

    Zumindest in Deutschland war Uber aber trotz der teuren und schmutzigen Tricks nicht erfolgreich und konnte den zitierten Sargnagel hier eben nicht einschlagen.

  8. Zweite Medaillenseite sagt:

    Dass sich der Öffentliche Rundfunk und die ihm wohlgesonnen Medienhäuser auf Personen wie Justus Haucap stürzen erscheint nachvollziehbar, weiß man, dass Justus mehrfach grundlegende Reformen der Finanzierung des Öffentlichen Rundfunkes vorgeschlagen hat.
    Lobbyismus ist übrigen nichts anderes als Interessenvertretung. Das macht Uber ebenso wie Umweltverbände. Uber hat den Nachteil, keine eigenen Mitarbeiter direkt in Ministerien entsenden zu können, um Politik direkt zu beeinflussen.

    https://www.marktundmittelstand.de/zukunftsmaerkte/gruene-karrieren-erst-lobbyist-und-dann-am-hebel-der-macht-1300461/

  9. Martin sagt:

    "Turbo-Kapitalismus in seiner schmutzigsten Form."
    Genau so ist es – absolut widerlich! Das wird leider auch immer schlimmer werden, weil die Anzahl an Narzissten immer weiter zunimmt. Erschreckend ist auch das mit der FAZ.

    • Mirco Buck sagt:

      Dich erschreckt das mit der FAZ tatsächlich?

      Die war schon immer ein Schundblatt was solche Themen angeht. Ob WELT oder FAZ… alles derselbe gedruckte Mist, ist nicht weit von Springer vom Inhalt entfernt.

      Mit diesem erzkonservativen Mist muss in Deutschland aufgeräumt werden.

  10. Steter Tropfen sagt:

    Uber konnte es wirklich gut mit den entsprechenden Stellen. Sogar die DB klebte in der S-Bahn eifrig Werbung für Uber – Hauptsache, es bringt Geld.
    Aber wer soll, irgendwann am Wochenende, frühmorgens oder nachts, für die Bahn beim Schienenersatzverkehr einspringen, wenn auf dem Gleis nichts mehr geht und keine Busse verfügbar sind? Nicht etwa Uber. Sondern die restlichen Taxi-Unternehmen, die noch nicht vom Rechts-Überholer Uber auskonkurriert worden sind.

    Das Ganze kommt, weil Leute das Sagen haben, die sich jederzeit per Dienstwagen ans gewünschte Ziel bringen lassen können. Denen ist der Bezug zu den ökonomischen Zusammenhängen und gegenseitigen Abhängigkeiten verloren gegangen.

  11. Petre sagt:

    Eine Frage:
    Warum ist das wichtig? Warum brauchen wir unbedingt Namen, Gesicht und am Besten noch Adresse und Steuer-ID der Whistleblower?
    Für alle, die durch die veröffentlichten Dokumente einen Vorteil erhalten – also fast alle, außer Uber und deren Moneydumps – sollte das irrelevant sein. Zum Schutz der Person sogar wichtig.
    Diese Sensationsgeilheit – sogar hier – ist unter aller Sau.

    • Günter Born sagt:

      Zum letzten Satz: Magst Du so beurteilen – da stehe ich schlicht drüber.

      Zum "warum ist das wichtig?": Für mich ist das relevant, ob ggf. ein geschasster Pförter oder ein an verantwortlicher Position tätiger Ex-Manager fünf Jahre nach seinem Ausscheiden diese Information weiter gibt und sich dann outet. Und "zum Schutz der Person" – Text nicht gelesen? Der Mann hat sich in einem Exklusiv-Interview geoutet und steht zur Veröffentlichung. Nur mal angemerkt.

      • Ralf S. sagt:

        "Und "zum Schutz der Person" – Text nicht gelesen? Der Mann hat sich in einem Exklusiv-Interview geoutet und steht zur Veröffentlichung."

        Dazu: Vor einiger Zeit in einer Studie folgendes gelesen:

        "Zwischen 60 und 70 % der im Web Kommentierenden verfassen Kommentare zum Thema, nachdem sie einzig und allein die Überschrift gelesen haben!"

        Hätte die Studie gerne verlinkt, aber finde sie leider nicht mehr. Ist aber einfach nur unglaublich – und lässt gleichzeitig tief blicken – wenn dies wirklich stimmt …! Denke allerdings, dass die Überschrift schon öfters den entscheidenden Ausschlag gibt und "der Rest" dann von vielen Lesenden einfach oft wirklich nur noch grob überflogen wird. Man kann es auch "Querlesen" nennen …

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