Fake-Warnung vor Phishing: "Ihre Bezahlkarte kann gesperrt werden" wegen PSD2-Richtlinie

Sicherheit (Pexels, allgemeine Nutzung)Noch eine kurze Warnung an die Leserschaft zu einer neuen Phishing-Welle. Es gehen Mails herum, in denen angeblich "Die Bundesregierung" "Im Auftrag der EU Kommission" Nutzer von Kreditkarten informiert, dass diese nicht mehr den PSD2-Richtlinien entsprächen. Es wird vorgeblich eine Authentifizierung gefordert – was aber fingiert ist. Es geht darum, persönliche Informationen des Opfers abzugreifen. Bei einer schnellen Suche habe ich bisher noch keine Warnung auf einschlägigen Webseiten (z.B. hier), die so etwas sammeln, gefunden. Erfahrene Blog-Leser und -Leserinnen können den Text der Phishing-Nachricht zur Erheiterung und "Joke zum Sonntag" ansehen – endlich mal wieder was zum Lachen.


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Manfred hat mir nachfolgenden Screenshot per Mail zukommen lassen (danke) und fragte "habe gerade diese e-mail bekommen. Hast du Informationen dazu?". Die Nachricht wurde angeblich von einem t-online-Konto verschickt (was schon die Alarmglocken läuten lassen sollte).

Phishing-Mail

Aber auch der Text an sich wirkt unfreiwillig komisch – die Phisher geben sich aber auch nicht mal die geringste Mühe – selbst die Abteilung für "Finanzen- und Sicherheit" (man beachte die eigenwillige Zeichensetzung) muss sich als Department beschimpfen lassen. Ich habe mal den Text hier per OCR herausziehen lassen – dann aber beim Lesen drei Mal kontrolliert, ob nicht das OCR-Programm Textfehler produziert hat. Aber die Phisher schreiben so über die "PS02-Richtlinien von der Europäischen Union" – Kindergarten-Deutsch kurz vor Einschulung?

! Ihre Bezahlkarte kann gesperrt werden

Von: psd2-mitteilung[@]t-online[dot]de
An: psd2-mitteilung[@]t-online[dot]de

Im Auftrag der 1111 EU Kommission

Guten Tag

Wir müssen Ihnen mitteilen, dass Ihre Bezahlkarte nicht mehr gemäß den PS02-Richtlinien von der Europäischen Union konform ist. Das kann grundsätzlich daran liegen, wenn eine einmalige Verifizierung für Ihre Bezahlkarte erforderlich ist.

Die Inhaberschaft Ihrer Kredit- oder Debitkarte muss nun verifiziert werden. Wir bitten Sie dazu, um die Anweisungen hier zu befolgen. Aus Sicherheitsgründen müssen Sie zusätzlich auch weitere Informationen eingeben, um die Authentifizierung zu beenden.

Überprüft werden Ihre Personalien und die Kreditkarten-Informationen:

VISA MasterCard AmericanExpress

Falls Sie keine Bezahlkarte besitzen, können Sie diesen Teil überspringen. Bitte denken Sie daran, dass Sie diesen Teil nicht überspringen können, wenn Sie eine Bezahlkarte besitzen, welches Sie in den letzten 24 Monaten für Online-Transaktionen verwendet haben. Diese Aufforderung kann ausser Kraft gesetzt werden, wenn Ihre Bezahlkarte abgelaufen ist.

Nach einer Überprüfung, können wir Ihr Konto als verifiziert vermerken. Damit können Sie dann Ihre Kredit- oder Debitkarte weiterhin, ohne jegliche Unterbrechungen, verwenden.

Identität bestätigen

Falls wir bis zum 31. August 2022 die Meldung erhalten, dass Ihre Identität nicht verifiziert wurde, müssen wir Sanktionen aussprechen. Im Normalfall kann Ihr Konto aus Sicherheitsgründen, ab dem Fälligkeitsdatum, für 180 Tage gesperrt werden.

Diese Massnahmen werden in Bewegung gebracht, um Sie und Ihre Daten zu schützen.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Freundliche Grüsse Department Finanzen- und Sicherheit

Bei dem Satz "Diese Massnahmen werden in Bewegung gebracht" schoss mir sofort "Bewegung hilft uns über den Winter, wenn der Putin den Gashahn ganz zudreht". Aber ich glaube, die Phisher wollen etwas anderes ausdrücken. Wie auch immer sei: Die obige Nachricht ist natürlich alles Fake, es geht darum, die persönlichen Daten von Visa, MasterCard und American Express Karteninhabern abzufischen. Sofern Sie eine solche Nachricht erhalten, löschen Sie diese. Falls jemand auf die Phisher hereingefallen sein sollte und persönliche Daten eingegeben hat, empfiehlt sich Kontakt mit der Bank aufzunehmen, die die Kreditkarten ausgegeben hat. 


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6 Antworten zu Fake-Warnung vor Phishing: "Ihre Bezahlkarte kann gesperrt werden" wegen PSD2-Richtlinie

  1. Leak sagt:

    "werden in Bewegung gebracht" ist w0hl eine wortwoertliche Uebersetzung von "will be put in motion"… *grusel*

  2. C-Invest sagt:

    Kann es sein, dass jemand so ein Geschreibsel wirklich ernst nimmt?
    Oder stammt das Ganze von der Seite http://www.witze-am-sonntag.de (oder so ähnlich)? :-)

    • Jackie sagt:

      Ich finde der Betreff mit Bezahlkarte sagt doch schon alles!

      Meine Bank kennt meine E-Mail-Adresse nicht, ich wüsste auch nicht warum das so sein sollte.

  3. Bernd B. sagt:

    "ob nicht das OCR-Programm Textfehler produziert hat"

    Hat es mMn schon, ich kann im Bild jedenfalls selbst mit bösem Willen kein "PSO2" sehen (sondern eben "»PSD2«").
    Die den String umschliessenden "»«" hat das OCR offenbar auch 'geschluckt'.

  4. Triceratops sagt:

    Selten so gelacht ^^. Wenn was mit der Kreditkarte ist, dann wird sich die jeweilige Bank per Post bei einem melden (Und nicht die Bundesregierung geschweige den die nicht Regierungsorganisation "EU-Kommission"), und nicht per E-Mail. Aber da wird es auch ein par geben, die darauf reinfallen leider.

  5. Alex sagt:

    Puh, hab da nicht einen so erfahrenen Blick wie ihr und hab mich tatsächlich anfangs von der idiotischen Terminsetzung – bis Ende August, aber die Bankbearbeitung kann 3 bis 14 Tage dauern, also war heute schon Matthäi am allerletzten – unter Druck setzen lassen. Zum Glück nochmal Lunte gerochen, danke für eure Bestätigung. Grüße, Alex

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