Google-Kontensperre und Polizeieinsatz wegen Baby-Foto für den Arzt

Stop - Pixabay[English]Über plötzliche Sperren von Online-Konten bei amerikanischen Cloud-Anbietern (Apple, Google, und vor allem Microsoft) habe ich ja hier im Blog häufiger berichtet. Gerade kocht ein Fall in den USA hoch, bei dem Google ein Konto wegen hochgeladener "Nacktfotos" sperrte und die Polizei wegen Verdachts auf Kindesmissbrauch benachrichtigt. Gab dann natürlich das volle Programm der Polizei für den Betroffenen. Das einzige "Vergehen": Er hatte ein Foto seines nackten Säuglings für den behandelnden Arzt per Smartphone aufgenommen. Der automatisch Cloud-Upload und eine doofe KI sorgten dann für die drastischen Folgen.


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Der "Fall"

Kindesmissbrauch ist ja ein heißes Eisen und was als "anstößig" gilt, hängt auch vom Land, dem Rechtssystem und dem Kulturkreis ab. Die USA sind da teilweise ein "heißes Pflaster", was Aktionen gegen vermuteten Kindesmissbrauch angeht. Echter Missbrauch von Kindern ist klar strafbar, und sollte auch verfolgt werden.

Aber die US-Technologieanbieter von Cloud-Speicher laufen in ein echtes Problem: Es müssen Unmengen von Inhalten bewertet werden, um die echten Fälle von "Child Sexual Abuse Material" (CSAM) herauszufiltern. Dabei kommt künstliche Intelligenz (AI) zum Einsatz, die aber wenig Intelligenz besitzt. Wer "positiv" auffällt, obwohl in den Online-Speicher hochgeladenes Material harmlos ist, kann ganz schön Schwierigkeiten bekommen. Ich bin über Techmeme sowie den nachfolgenden Tweet auf den Sachverhalt gestoßen.

Wrong CSAM flag by Google

Der Sachverhalt, der von The Verge hier aufgegriffen wurde, aber auf einen Bericht der New York Times zurückgeht, hat es in sich. Ein Vater (der als Hausmann tätig war) bemerkte im Februar 2021, dass etwas mit seinem Sohn nicht stimmte. Das Kleinkind hatte einen geschwollenen Penis und wohl Schmerzen. Der besorgte Vater dokumentierte dann mit seinem Android-Smartphone mit Fotos den Verlauf der Infektion seines Kleinkindes in dessen Leistengegend, um dem behandelnden Arzt Hinweise auf die Erkrankung zu liefern.

Freitagabend im Februar 2021 rief die Ehefrau eine Krankenschwester ihres Gesundheitsdienstleisters an, um für den nächsten Morgen eine Notfallsprechstunde per Video zu vereinbaren. Diese Sprechstunde wäre am Samstag gewesen und es herrschte die COVID-19-Pandemie. Die Krankenschwester bat darum, Fotos zu schicken, damit der Arzt sie sich vorher ansehen könne.

Die Ehefrau schnappte sich das Handy ihres Mannes und schickte ein paar hochwertige Nahaufnahmen der Leistengegend ihres Sohnes auf ihr iPhone, wie die New York Times berichtet, damit sie diese zum Arzt hochladen konnte. Auf einem Bild war Marks Hand zu sehen, was die Schwellung besser erkennen ließ. Mit Hilfe der Fotos diagnostizierte der Arzt das Problem und verschrieb Antibiotika, die die Krankheit schnell behoben.

Mark und seine Frau machten sich keine Gedanken über die Tech-Giganten, die diese schnelle Erfassung und den Austausch digitaler Daten ermöglichten, oder darüber, was bei den Firmen mit diesem Fotos passierten könnte. Und so ging dieser Vorgang dann erwartbar schief, da die Bilder der meisten Android-Benutzer automatisch in die Google Cloud als Backup hochgeladen werden (oder in diesem Fall über die Cloud-Dienste von Google und Apple verschickt werden).

  • Die von Google eingesetzte Software schlug an, und markierte die Fotos als Material über sexuellen Kindesmissbrauch (CSMA).
  • Gleichzeitig sperrte Google das Konto des Mannes – für manche Menschen ein herber Schlag, da diese digital ausgelöscht werden.
  • Google erstattete Anzeige beim National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC), was zu einer polizeilichen Ermittlung führte.

Alleine die Kontensperre dürfte für manche Benutzer bereits ein herber Schlag sein, da der Zugriff auf das digitale Leben verloren geht. Der Vater verlor durch die Kontensperre mehr als ein Jahrzehnt an Kontakten, E-Mails und Fotos. Hängen noch 2FA-Absicherung (Google Authenticator) oder weitere Zugänge daran, sieht es sehr, sehr schlecht aus. Ich hatte ja auf diesen Sachverhalt bei diversen Microsoft-Fällen hingewiesen (siehe Artikel am Beitragsende).


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Die polizeilichen Ermittlungen bei der Familie ergaben, dass kein Fall von Kindesmissbrauch vorlag. Die Ermittlungen wurden von der Polizei eingestellt – aber der Mann, der seinen Namen (wegen der Gefahr der Rufschädigung) nicht öffentlich genannt wissen möchte, hat den Zugriff auf sein Google-Konto nicht wieder erhalten. Die NYT zitiert den Betroffenen mit "Ich wusste, dass diese Unternehmen uns beobachten und dass die Privatsphäre nicht das ist, was wir uns erhoffen würden. Aber ich habe nichts Falsches getan.". Stimmt zwar, aber er hatte und hat immer noch er dicke Probleme.

Kinderschützer halten die Zusammenarbeit der Unternehmen für unerlässlich, um die wuchernde Online-Verbreitung von Bildern sexuellen Missbrauchs zu bekämpfen. Der Eingriff in private Archive wie digitale Fotoalben wird jedoch von Nutzern nicht erwartet, und der obige Fall zeigt die drastischen Folgen für Unschuldige. Die New York Times hat wohl mindestens zwei Fälle aufgedeckt, bei denen die Nutzer unschuldig waren, was das Ganze in ein düsteres Licht rückt.

Nur mal zum Mitschreiben, eine kleine Beispielrechnung. Es gibt in den USA wohl 30 Millionen Haushalte mit Kindern unter 4 Jahren. Bei einer Fehlerrate von 0,1 % wären das 30.000 Fehlalarme pro Jahr. Ich bin mir nicht sicher, wie viele Fälle entdeckt werden, bei dem echtes Material von Kindesmissbrauch in die Cloud hochgeladen wird. Die Verwendung von KI-Systemen zur Filterung und Erkennung, ohne einen entsprechenden Kundensupport für Zweifelsfälle wird imho zu erheblichen Problemen – und Dramen für die Betroffenen, die bezüglich des Vorwurfs des Kindesmissbrauchs unschuldig sind – führen.

Jon Callas, Technologe bei der Electronic Frontier Foundation, einer Organisation für digitale Bürgerrechte, bezeichnete die Fälle, laut NYT, als "Kanarienvögel in dieser speziellen Kohlenmine". "Es könnte noch Dutzende, Hunderte, Tausende weiterer solcher Fälle geben", wird er zitiert. In Anbetracht der Brisanz der Anschuldigungen vermutete Callas, dass die meisten Personen, die zu Unrecht gekennzeichnet wurden, den Vorfall nicht öffentlich machen würden.

Apples CSAM-Scan auf Geräten

Der Fall zeigt erneut, wie schwierig die Unterscheidung zwischen einem potenziellem Missbrauch von Kindern und einem harmlosen Foto ist. Da diese Materialien als Teil der digitalen Bibliothek der Nutzer oft in die Cloud hochgeladen – zumindest aber auf dem Gerät des Benutzers verbleiben.

Bei Google wird nur der von Android-Geräten auf den Google Online-Speicher hochgeladene Inhalt gescannt. Auch der Versand solchen Materials per E-Mail läuft durch Scanner.

Apple geht ja einen großen Schritt weiter, wie ich im Beitrag Apple will bald Geräte auf Kinderpornos scannen berichtete. Apple hat bereits in 2021 begonnen, eine CSAM-Erkennungstechnik zur Erkennung von Kindesmissbrauch auf Geräten wie Macs, iPhones und iPads zu implementieren. Das wäre zwar im Hinblick auf die Verhinderung der Verbreitung von Kinderpornographie eine gute Sache, wenn es nicht so viele Haken hätte.

Die Art der Einführung bzw. die Scans auf den Geräten wurde von Datenschützern heftig kritisiert. Der obige Fall hätte dazu geführt, dass das Foto des erkrankten Kindes vom CSAM-Filter auf dem iPhone erkannt worden wäre. Könnte selbst für Ärzte ein Problem werden, wenn mit Geräten Fotos von Erkrankungen dokumentiert werden.

Apple hat bereits mit der Einführung der CSAM-Funktion in iOS 15.2 begonnen. Gleichzeitig wurden alle Erwähnung in seiner Web-Dokumentation zu dieser Funktion gestrichen (siehe Apple löscht auf seiner Webseite Hinweise auf CSAM-Kinderporno-Scans).

Nur als kleiner Hinweis an die "ich hab ja nichts zu befürchten Fraktion", die mit "ich speichere alles online" gelegentlich hier aufschlägt. Vielleicht einfach solche Fälle im Hinterkopf behalten – Du bist ganz schnell in wildem Fahrwasser. Und wenn ein Konto gesperrt wird, bekommt man das i.d.R. nicht mehr zurück – einen Kundensupport für Disput-Fälle gibt es nicht, und oft bekommt der Betroffene noch nicht einmal mit, warum er gesperrt wurde. Schöne neue digitale Welt.

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62 Antworten zu Google-Kontensperre und Polizeieinsatz wegen Baby-Foto für den Arzt

  1. Anonymous sagt:

    Die Tatsache, dass auch nachdem das jetzt alles bekannt ist, lt. z.B. heise.de die Google-Konten offenbar NICHT wieder entsperrt wurden, ist am bemerkenswertesten an der ganzen Angelegenheit:

    > Obwohl die Strafverfolgungsbehörden in beiden Fällen die Ermittlungen eingestellt hätten, bleiben die Google-Dienste für beide gesperrt.

    • Frank sagt:

      Ein Verstoß gegen die AGB hat seine Folgen. Soll man sich früher überlegen.

      • Anonymous sagt:

        Der Versand eines medizinischen Diagnosefotos ist weder strafrechtlich relevant noch ein AGB Verstoß. Konto trotzdem weg.

        Mal sehen, wann sowas wie "Swatting" (siehe Suchmaschine) in die sonstigen Kommunkationswelt Einzug hält. Zuschicken von KI-triggernden Fotos und anderer Inhalte von einem Wegwerfhandy/-account aus an Social Media und E-Mail Konten einer Zielperson, die dann alle ihre Konten unwiederbringlich gesperrt bekommt.

        Soll man sich früher überlegen. Einfach keine entspr. Konten haben. Schöne neue Welt.

        • Frank sagt:

          Medizinische Diagnosefotos sind dann automatisch ein Verstoß, wenn das Foto anderweitig gegen die AGBs verstößt. Das ist hier der Fall. Nur weil das Foto für einen anderen Zweck dient ist es doch nicht vom anderen Verstoß befreit. Mit der Denkweise könntest du jedes Verbrechen relativieren.

          • Klaus sagt:

            Poste doch noch einen Link zu dem AGB Punkt, gegen den genau verstossen wurde, dann wird das evtl. klarer. Vielen Dank.

          • Günter Born sagt:

            So ad hoc: Ich denke, die Verweise auf AGB werden keinen Erkenntnisgewinn liefern, da a) nicht alle Details hier auf dem Tisch liegen und b) ich aus anderen Fällen weiß, dass die sperrenden Unternehmen den Betroffenen keine Details genannt haben, sondern nur auf ihre AGB und einen festgestellten Verstoß verwiesen. Im oben gegenständlichen Fall gibt es durch die polizeilichen Ermittlungen einen Hinweis. Aber ich habe Fälle, wo Leute (aus den USA/Kanada) rätseln, ob die Kontensperre wegen "möglicher freizügiger Fotos mit ihrer erwachsenen Partnerin", beim Cloud-Wechsel synchronisierte Forensik-Tools oder was anderem gesperrt wurden. Und da gibt es keine Chance, Details zu erfahren oder auf einfachem Wege eine Klärung/Revision herbeizufügen (es ginge nur mit einer langwierigen Klage). Das sind die praktischen Probleme für Betroffene.

          • Klaus sagt:

            Wer behauptet, dass es "hier der Fall" sei, dass ein AGB Verst0ß vorliegen würde, kann doch einfach noch den entspr. passenden Link dazu posten, wo das jeder nachlesen kann. Andernfalls ist diese Behauptung nicht nachvollziehbar.

      • Michael Uray sagt:

        Gegen welchen Teil der AGB wurde denn verstoßen?

  2. Frank Eiger sagt:

    Das hat ja nicht lange gedauert, bis genau der exemplarische Fall aufgetreten ist, warum das ganze Ding kompletter Schwachsinn ist.

    Sollten sich die Behörden und Politiker auch mal durchlesen.
    Das war schon von Anfang an ein Reinfall und schwupps – wie schnell isses nun passiert, dass es den Falschen komplett erwischt.
    Diesmal ein Arzt, das nächste Mal isses ne Oma oder ein Opa, der jemand ein Bild von den Enkeln schickt.

    • Frank sagt:

      Wegen einem EINZELFALL soll man den Missbrauch von Kindern fördern? Wie pervers ist diese Denkweise bitte?

      • Günter Born sagt:

        Sorry, aber Empörungs- und Cancel-Kultur mag ja in Social-Media-Zeiten en vogue sein. Aber juristisch gilt in Deutschland die Unschuldsvermutung bis die Schuld von einem Richter festgestellt wird. Bis zu diesem Punkt darf eigentlich nichts an die Öffentlichkeit, da dies Rufmord gleich kommt. Wird die Schuld festgestellt, kommt es in einem geordneten Verfahren zu einer Aburteilung mit entsprechendem Prozedere.

        Bei diversen US-Anbietern gibt es zudem eine Multistrike-Vorgehensweise (hatte ich bei einer Twitter-Sperre auf Grund einer unberechtigten DMCA-Beschwerde von Adobe): Sperre bei mutmaßlich inkriminiertem Material – ggf. Kontrolle durch einen Menschen. Erhärtet sich der Verdacht, kann eine Information an die Strafverfolger gehen.

        Wird dort die Schuld bestätigt, kann die Sperre bleiben. Ist der Betroffene unschuldig, wäre die Sperre aufzuheben. Da versagt das US-System aber komplett. Das ist Gutsherrenart vom Feinsten!

        Die Fälle von Microsoft Kontensperren, gegen die Betroffene vorgingen, sind m.W. bisher in Deutschland juristisch nicht abgeschlossen.

        Und wenn ich dann sehe, wie eine KI false positive Flags streut, da aber keiner eingreift, finde ich das pervers – es schützt kein einzelnes betroffenes Kind, bringt aber unbescholtene Nutzer in arge Schwierigkeiten. Einfach mal drüber nachdenken.

        PS: Es wurde ja bereits angedeutet – auch Europa ist auf dem Weg zu einer "alles überwachen" IT-Infrastruktur, wo die Leute sich irgendwann identifizieren müssen. Was, wenn solches Material plötzlich über entsprechende "Upload-Filter" als inkriminierend geflaggt wird und böse Konsequenzen (juristisch, Zugang zum Internet) nach sich zieht? Was, wenn dir solches Material untergeschoben wird? Ein Hack funktioniert meist in zwei Richtungen. Einfach mal ganz lange nachdenken – so sehr ich für den Schutz der Kinder bin – das, was Politik, Industrie und Juristen aus dem Thema machen, verheißt nichts Gutes.

        PPS: Als ich in den 80er Jahren das von George Orwell 1946 bis 1948 geschriebene 1984 angelesen habe, dachte ich mir "das kommt nie, die allumfassende Überwachung kommt nicht". Gut, 1984 ist vorbei – aber die Überwachung ist noch umfassender geworden. Nur leben wir in Deutschland (meiner Meinung nach) nicht in einem totalitären Staat – aber wie schnell kann das binnen weniger Jahre kippen?

      • John Doe sagt:

        Fördern?
        Wer bitte fördert da Missbrauch irgendwelcher Art?

        Seit wann ist es denn Pflicht, seine Kunden zu belauschen weil die ja eventuell $Verbrechen begehen? Wenn ein Anbieter Kenntnis erlangt oder den Verdacht hegt, dann muss er handeln. Aber das bedeutet nicht, dass er pro aktiv spionieren muss um möglichst einen Anfangsverdacht zu erlangen. Das ist Aufgabe der Strafverfolgung.

        Die ganze Scanne-nach-X Geschichte ist technisch komplett unsinnig, das wurde als das bei Apple hochkochte deutlich nachgewiesen, weil es da nach Hashes bekannter Dateien geht, die trivial zu ändern sind. Die ist vorgeschrieben, die muss ein Anbieter in USA machen, wenn er die Daten unverschlüsselt hat.
        Weshalb Apple das halt auf dem Gerät selbst hätte machen müssen.

        Was Google macht ist aber eine wilde "KI" auf die hochgeladenen Daten loslassen, die irgendwas zu erkennen glaubt, Google dadurch zum Handeln zwingt und zum Dank
        bekommt man dann das Leben ruiniert. Google selbst erfährt für derartige Fehler keine keine Konsequenzen.

        TL;DR: Wenn "Cloud", dann Ende-zu-Ende verschlüsselt mit Offsite-Backup.

      • Wil Ballerstedt sagt:

        Genau, Schluss mit aller Privatsphäre und Freiheit. Es geht um die Kinder, die Kinder!

      • OwenBurnett sagt:

        Kinder sind doch egal in der 3ten welt verhungert jede minute eines und das scheint die Konzerne auch nicht zu scheren.

        Wen es der preis der freiheit in europa ist das 1 promill der europäishen kinder misbraucht werden sollten in aller meisten fällen von ihren familien angehörigen, dann ist das so hinzunehmen.

        • 1ST1 sagt:

          Nein, das ist nicht hinzunehmen. Aber hier wird mit Kanonen auf… Nein, der Vergleich hinkt irgendwie. Das Problem muss anders gelöst werden, als wie dass jeder Google/Apple/Microsoft/…/…-Nutzer unter Generalverdacht steht.

          • OwenBurnett sagt:

            Ah nein, meinst du? Dan wirst du aber in jedem privatem haushalt in dem sich ein kind befinden könnte eine 24/7 überwachungs kammera installieren müssen.
            Weil mit geringeren mitteln wirst du kindes missbrauch nie vilständig verhidnern können.
            Na ist es immer noch nicht hinzunehmen?
            Oder ziehst du bei einer 24/7 überwachung deines wohnraums doch die grenze?

            Schau mal es werden auch jedes jahr so um die 14 kinder überfahren, wir schaffen deswegen aber auch ncith autos ab, mancher schaden ist nun mal zum wohle der geselschaft zu akzeptieren.

    • Luzifer sagt:

      und wie immer. solange es nur das Proletariat trifft, juckt das kein Schwein!
      Aber wehe einen Politiker trifft es oder nen Promi!

      Manche sind eben gleicher als andere.

  3. T. Sommer sagt:

    Zitat :"Und wenn ein Konto gesperrt wird, bekommt man das i.d.R. nicht mehr zurück – einen Kundensupport für Disput-Fälle gibt es nicht, und oft bekommt der Betroffene noch nicht einmal mit, warum er gesperrt wurde. Schöne neue digitale Welt."

    Genau das ist das Hauptproblem der schönen neuen digitalen Cloud Welt :
    >>> der Kundensupport <<<

    Die gibt es / können / wollen / sollen / dürfen nicht – und / oder sind nicht zuständig.

    Es läuft so lange bis nichts mehr geht – das ist aber dann dein Pech.

    • John Doe sagt:

      Kundensupport gibt es für Kunden, wie der Name so schön sagt. Dann kostet der Service aber i.d.R. nicht unwesentlich Geld.

      Für alles andere gilt der Leitsatz:
      "Wenn du nichts für das Produkt zahlen musst, bist du das Produkt."

      Eigentlich müsste man den sogar anpassen:

      "Wenn du nicht den größten Umsatzanteil für das Produkt erzeugst, bist du das Produkt."

      … damit er auch kostenpflichtige Techclouds die trotzdem Werbetracking (quasi alle) betreiben abdeckt.

  4. Luzifer sagt:

    naja zumindest bei uns ist das in Deutschland so nicht möglich … klar kann google sperren, aber die Rufnummer müssen sie für Portierungen freigeben, für die eMails muss zumindest vorübergehend eine Weiterleitung eingerichtet werden, alles gesetzlich geregelt.

    Man ist da also zumindest nicht sein komplettes digitales Ich los!

    Wobei der Verdacht des Kindesmissbrauchs schon schlimm genug ist auch wenn er sich als falsch erweist ist der Ruf ruiniert und schwer wieder aufzubauen.

    • Tobias sagt:

      > .. aber die Rufnummer müssen sie für Portierungen freigeben, für die eMails muss zumindest vorübergehend eine Weiterleitung eingerichtet werden, ..

      Bitte Link zu dieser gesetzlichen Regelung und wo man das freigeben und einrichten kann?

  5. McAlex777 sagt:

    Ein weiteres Beispiel dafür das Digitale Identitäten, und alle Formen der Cloudbindung verhindert werden sollten. Wer tausende Euros in Geräte/Software etc. investiert hat verliert alles – und darf sich auf dem Klageweg seine Rechte zurück erstreiten.

    Es kann auch nicht sein, das Kinderrechte z.B. über andere Rechte wie Privatsphäre, oder Recht auf Unschuldsvermutung gestellt werden. Solche Rechte sind gleichwertig zu behandeln – und wenn das eine Recht das andere zu unterminieren droht geht das ebend nicht.

  6. Ekkehard_F sagt:

    Es geht nicht um Kinderrechte. Oder nur ganz am Rand. Es geht darum, daß die privaten Daten der Nutzer gescanned werden und die Firmen mit unwiderruflichen Kontosperren reagieren, wenn die KI bei diesem Scan rechtswidriges zu entdecken meint.

    Es müßte in solchen Fällen zumindest eine manuelle Überprüfung und umgehende Wiederherstellung der Konten, am besten aber zusätzlich Schadenersatz in Höhe von 1000€ pro gesperrtem Tag gesetzlich verankert werden, um solchem Treiben zuverlässig Einhalt zu gebieten. Die Konzerne betreiben hier effektiv Selbstjustiz!

    Fehler der KI dürfen nicht zum Schaden der Kunden führen!

    • 1ST1 sagt:

      Laut dem Artikel von heute auf spiegel.de zum Thema gab es eine manuelle Überprüfung. Und im Anschluss wurde sogar noch ein weiteres älteres Foto mit dem nackten Kind und einer nackten Frau gefunden, ein Familienfoto.

      • OwenBurnett sagt:

        Ja und?

        Ist doch ganz einfach der einzig rechtsstaatliche weg wäre es die funde der polizeit zu melden und erst wen die mit einem richterlichem beschluss kommt, das konto zu sperren.

        Es ist doch bei solchen sachen keine Gefahr im Verzug durch das konto, und sollte man mal einem echtem pedo das konto sperren kann das ihn aufschreken, die ermittlungen behindern und oben drein noch kinder in lebensgefahr bringen.

        Es sollte einfach verboten werden das anbieter konten ohne richterlichem beschluss sperren dürfen punkt, baste, ende.

        • weingeist sagt:

          Genau meine Meinung.
          Ermittlungen sollen bei der Polizei bleibe!
          Alles andere ist Selbstjustiz!
          Da könnte ich jetzt genau so gut meinen Nachbarn erschlagen weil sein Kind nackt im Pool badet. Das ist sehr verdächtig.

  7. Wil Ballerstedt sagt:

    Vermutlich müssen mehrere Kontosperrungen richtig nach hinten los gehen. K.-sperrungen dürfen nicht generell verurteilt werden. Aber geben wir zum Wohl schutzbedürftiger Menschen (Kinder) alle Privatsphäre und Freiheiten auf, verlieren am Ende alle. Wer darunter am meisten Leiden wird, muss nicht geschrieben werden. Es wird keine befriedigende Lösung für alle geben. Aber die aktuelle sieht nach der schlechtesten aus.

    • OwenBurnett sagt:

      K.-sperrungen dürfen nicht generell verurteilt werden.

      DOCH

      Konten sperrungen sofern nciht von der justiz angeordnet müssen verboten werden und mit hohen strafen belegt, egal was eine KI oder ein ungeschulter mittarbeiter da zu sehen glauben.

      Polizei anrufen und erst mit der Eilverfügung vom Richter sperren, keine Minute früher. basta!

      • 1ST1 sagt:

        Der Provider, in dem Fall Google, hat immer noch Hausrecht. Im Prinzip kann der machen, was er will.

        • OwenBurnett sagt:

          Im Prinzip hast du recht,
          und deswegen gehört dieses "Hausrecht" vom Gesetzgeber abgeschafft.
          Es muss ein Kontrahierungszwang zwang her wie das bei so vielem bereits auch der Fall ist.
          Und es müssen Gesetze her welche die AGB's drastisch einschränken.

          • Ralf S. sagt:

            Der "Gesetzgeber" muss Änderungen anstreben, GENAU! Dass Fehler bzgl. der KI passieren können, dürfte klar sein. Soweit so schlimm und auch sehr ärgerlich für die Betroffenen – aber falls sich dann alles, als nicht strafrechtlich relevant herausstellen sollte, dann MUSS natürlich SOFORT auch wieder der VOLLE Zugriff für die Betroffenen auf ihre GESAMTEN Daten möglich sein! Und genau DAS MUSS umgehend gesetzlich geregelt werden. Aber nochmals (ich habe es schon mehrfach an anderer Stelle geschrieben):

            a) kuscht die Politik auf der ganzen Welt vor den Tech-Riesen aus diversen, politischen Gründen
            b) WILL sie mit diesen in ihrem (!) Interesse zusammenarbeiten und
            c) (Achtung, meine Meinung und evtl. eine Verschwörungstheorie; aber vielleicht auch nicht) ALLE Politiker auf der ganzen Welt wollen letztendlich einen totalitären Überwachungsstaat errichten, der natürlich (vordergründig) nur zu unserem Guten ist, oder besser: uns so verkauft werden soll! Und dafür ist denen einfach jedes Mittel recht. Und wie hier im Thread auch schon mehrmals gelesen: Es reicht u. U. nur ein Triggerwort – hier "Kinder" – und schon driften gleich wieder einige Kommentatoren "ins Radikale" ab, ohne die Folgen weiter zu denken und zu bedenken … Und vor allem, ob letztendlich durch das alles der Sache an sich dann noch gedient wird/ist. So lange es Menschen gibt, wird es Verbrechen, Missbrauch, Straftaten (…) geben. Genauso wie es immer Gefahren geben wird, die sich niemals komplett verhindern lassen werden. Aber je mehr wir versuchen, die Welt zu einem absolut sicheren und vor allem straftatenfreien Ort zu machen, umso mehr werden wir uns in der Folge auch selbst unseren Freiheit(en) nehmen und uns selbst die Luft abschnüren … Die große Frage ist immer: Wo zieht man die Grenze(n), damit allen (noch) bestmöglich gedient ist?

          • Frank Eiger sagt:

            puh, "Hausrecht abschaffen" ist ziemlich heftiger Tobak.

            Aber was erwarte ich schon von Lärmern…

            rechtsradikale Lärmer würden ja auch wieder die Todesstrafe einführen, angeblich "zum Schutz der Kinder"

            Noch kaputter kann die Gesellschaft nimmer werden.

          • Ralf S. sagt:

            @Frank Eiger
            Ähm, ich glaube, dass du das in diesem Fall etwas falsch verstanden hast (?) Das mit dem "Hausrecht abschaffen" in diesem Fall war doch positiv – also pro Nutzer/Account-Besitzer gemeint, denke ich. Ebenso, dass die AGBs pro Nutzer eingeschränkt werden sollen. Zur Erinnerung: Es ging um Fehler der KI usw. und, dass die Tech-Konzerne einfach schalten und walten können (und auch tun) wie sie wollen. Auch wenn es sich hinterher dann als falsch herausstellt/herausgestellt hat.

        • Luzifer sagt:

          Nein kann er nicht! Vor allem nicht wenn er meine persönlichen Daten ohne konkreten Anfangsverdacht und richterlichen Beschluss scannt! JA er hat Hausrecht, aber der steht nicht über meinen Persönlichkeitsrechten und meiner Privatsphärenrechten.

          Er kann sperren weil er sagt er mag mich nicht oder wie ihm sonst beliebt, ist eben Pech, aber meine Daten und Inhalte gehen ihn ohne richterlichen Beschluss absolut nix an! Das ist eine Straftat, leider gibt es halt kaum Leute die gegen so ein Konzern in der Lage sind zu klagen (da brauchst du ein großes finanzielles Polster) und das ist nun mal ein Antragsdelikt. Ohne Kläger macht die Staatsanwaltschaft da nix.

          • Steter Tropfen sagt:

            Wenn es sich um einen Monopolisten handelt – und das ist Google de facto – dann hat er auch nicht mehr das Recht, Kunden so einfach abzulehnen.
            Das ist ja gerade das Problem: Die vielen Quasi-Monopole, die dem Verbraucher keine Wahl lassen, als nachteilige bis dreiste Nutzungsbedingungen ungelesen abzunicken nach dem Motto „Was bleibt mir anderes übrig?"

            Wenn der Markt einerseits die volle Macht hat, andererseits aber gar kein zur Selbstregulierung fähiger Markt mit freier Anbieterwahl existiert – genau dann wäre das Rechtssystem gefordert, regulierend einzugreifen. Nur leider hat die wirtschaftshörige Politik dieses Rechtssystem zum zahnlosen Bettvorleger verkommen lassen! Da haben private (!) Schiedsgerichte, die durch Handelsabkommen bevollmächtigt wurden, schon längst mehr Macht als Verfassungen und höchste Gerichtsinstanzen.
            Versicherungsvertreter verkaufen Versicherungen. Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger. Und was verkaufen Volksvertreter?

  8. Anonymous sagt:

    Ich denke das mit solchen Maßnahmen vermutlich nur wenige (echte) Täter gefunden werden und die Falsch-Positiv-Rate recht hoch liegt.
    Natürlich sollte jeder echte Fall gefunden und geahndet werden!
    Aber machen wir uns doch nichts vor, die ganz üblen Leute die sowas machen, teilen ihre Aufnahmen doch sicherlich nicht über Google/MS/Apple/sonstwas Cloud, sondern laden die vermutlich von der offline-DigiCam direkt ins Darknet.

    • Blupp sagt:

      Leider finde ich den Artikel nicht mehr, erst kürzlich las ich wie jemand orakelte Täter könnten den Weg ins Metaverse oder Fediverse finden.
      Was bleibt sind Fälle wie Dieser hier oder adere wo z.B. ein Familienfoto aus dem sommerlichen Garten zur Tante geschickt wird, wie sich das Kind in einem Plantschbecken abkühlt. Der normale Nutzer, der sich nichts dabei denkt, ist der Dumme.
      Ob man dann eine KI, wird manchmal nicht umsonst 'Künstlicher Idiot' genannt, aufs gesamte Netz loslassen wird oder die Provider sollens mal wieder richten wie schon bei der untauglichen Vorratsdatenspeicherung, werden wir vielleicht erleben und wieder geht das Theater von vorne los. Ein wirklich taugliches Allheilmittel um die echten Täter zu fassen sehe ich nicht kommen.

      • Luzifer sagt:

        Das Allheilmittel gibt es … Leute die Ihre Augen nicht verschliessen eine ausreichende Anzahl geschulter Beamte und Richter! Gute alte Ermittlungsarbeit!

        Nur die Kostet eben Geld!

        • Blupp sagt:

          Ersteres sollte schon gegeben sein, Menschen die eine klare Meinung haben sind da und mancher tut auch was.

          Geschulte Beamte und Richter zu finden ist schon schwieriger. Die gute alte Ermittlungsarbeit ist ein selten gewordenes Erlebnis, gibts doch hier bei der Kripo durchaus die Meinung man müsste alles überwachen. Die Nase mal vom Bildschirm zu nehmen und gute alte Polizeiarbeit mit den Menschen zu machen ist öfter mal zu viel verlangt.
          Um da was zu ändern müsste das von Politik und Gesellschaft auch gewollt sein.

        • weingeist sagt:

          "Nur die Kostet eben Geld!"

          Wir retten gerade einen finnischen Konzern mit Milliarden. Geht auch.

  9. Andy sagt:

    Es ging doch nie um die Kinder. Die müssen nur dafür herhalten, eine Überwachungsinfrastruktur aufbauen zu können, die den Menschen die nötige Angst einflösst, damit die sich nicht zu frei fühlen.
    In 1984 waren das die omnipräsenten Bildschirme, über die man auch beobachtet wurde.
    Im Osten war es der irgendwo im Umfeld vermutete Stasi-Informant.
    Alles Methoden zur Unterdrückung der freien Meinungsentfaltung.
    Und die USA ist noch ein speziellerer Fall.
    Wenn es dort um Kinderrechte gehen sollte, dann hätte die USA ja zumindest mal die Kinderechtkonventionen ratifizieren können. Dass das nicht passiert ist, sollte die Intention "Schutz der Kinder" als absurd einstufen. Dass die USA neben Somalia die einzigen sind, die nicht ratifiziert haben, zeigt halt auch, wie weit abseits die USA in der Weltgemeinschaft steht, was die Anerkennung der Mindestrechte von Kindern angeht.
    Hier geht's im alles Mögliche, aber sicher nicht darum.

    • Frank Eiger sagt:

      du solltest erst einmal 1984 lesen bevor du mit solch Aluhutgeschwätz ankommst.

    • Günter Born sagt:

      Ist ein schwieriges Thema. Den Satz "Es ging doch nie um die Kinder" würde ich so nicht unterschreiben. Es gibt in den USA Strömungen, wo bestimmte Maßnahmen juristisch schnell durchsetzbar sind – ursprünglich sogar in guter Absicht eingeführt.

      Das Problem, was sich in obigem Fall zeigt – und das ist der Grund, warum ich das hier aufzeichne:
      – Die Masse des zu prüfenden Materials erfordert Algorithmen zur Vorauswahl.
      – Es gibt wohl dann noch einen "menschlichen Prüfprozess" – nach Presseberichten fand der in obigem Fall statt, aber es gab keine Entwarnung.

      Damit führte der Fall a) zu einer Sanktionierung des letztendlich unschuldigen Nutzers durch Google, und b) zu einer strafrechtlichen Ermittlung. Letztere ergab: Der Betroffene ist unschuldig – aber die Sanktionierung aus a) wurde nicht zurück genommen – und die Person hat kaum eine Möglichkeit dagegen anzugehen. Die Fälle kennt man von Apple, Microsoft, Google und anderen Online-Anbietern.

      Wo ich vor warne: Wir sehen eine schleichende Entwicklung, wo a) die Technik zur Überwachung sehr viel kann (wo vor 25 Jahren kein Überwacher von träumen konnte), aber b) die Auswertung nicht mehr zu schaffen ist (ist ein Problem aller Überwachungssysteme, dass die entscheidende Nadel im Heuhaufen, für den das System geschaffen wurde, nicht – rechtzeitig – gefunden wurde). Und dann kommt c) noch die Begehrlichkeit der Politik hinzu, bestimmte Maßnahmen im Hinblick auf Überwachung auszuweiten. Da sind die EU und die deutschen Justiz- und Innenministerien ja seit Jahren immer wieder dran. Da erodiert was.

      Am Ende des Tages bleibt die Frage: Schießen wir mit Kanonen auf Spatzen und wie viele unschuldige Kollateralschäden bleiben dabei auf der Strecke? Und wie sieht das in einigen Jahren bei fortschreitender Digitalisierung aus?
      So etwas muss diskutiert werden. Und es muss – aus meiner Sicht – die Unschuldsvermutung bis zur Verurteilung gelten. Wenn man sich aber nüchtern die Implikationen einer Kontensperre für einen (unschuldig) Betroffenen ansieht, ist die Unschuldsvermutung faktisch ausgehebelt. Denn wie soll so etwas vertraulich bleiben, wenn der Betroffene plötzlich (wegen eines gesperrten Kontos) nicht mehr am digitalen Leben teilhaben kann?

      Das sind eigentlich Fragen, die (politisch und gesellschaftlich) diskutiert werden müssten – aber kaum auf der Agenda stehen. Wobei das ein riesiges Problem darstellt, weil es mehrere Rechtssysteme auf internationaler Ebene berührt.

      Alles ein schwieriges Thema. Nicht hilfreich für die Sache empfinde ich, wenn hier Leute mit "richtig so" – oder "Überwachungsterror" – aufschlagen. Die Wahrheit liegt irgendwo dazuwischen – kein rechtsfreier Raum "Internet" – aber auch keine Willkürmaschine, wo ich als Betroffener nur Pflichten aber keine Rechte habe.

      Mögliche Interessen von Firmen bei der Einführung der Scan-Technologie möchte ich da erst einmal außen vor lassen.

  10. Micha sagt:

    Bis heute ist man noch nicht gezwungen einen Smartes Endgerät nutzen zu müssen.

    Des weiteren ist es jedem freigestellt unterschiedliche Dienste für unterschiedliche Anwendungen zu nutzen. Das alle gleichzeitig gesperrt werden ist unwahrscheinlich.

    Das einzige Problem was dann übrig bleibt sind Programmlizenzen die nicht mehr nutzbar sind. Je nachdem wie Intensiv man Eingekauft hat kann das einen recht großen Finanziellen Verlust bedeuten.

    Der E-Mail Account kann ein anderer Anbieter sein als der für den Cloudspeicher.

    Vom Cloudspeicher sollte man noch ein Lokales Backup haben. Dann wäre das Sperren nicht wirklich dramatisch.

    Telefonnummern Lege ich bei meinem alten Nokia immer Parallel auf dem Telefon und der Sim Karte ab. Habe auch schon mal darüber nachgedacht alle Telefonbucheinträge auf eine weitere Sim Karte zu kopieren. Für den Fall das mal das Handy verloren geht.

    Bei 2FA sollte man immer den QR Code archivieren mit dem der Eintrag im Authenticator angelegt wird. (Ausdrucken und Sicher aufbewahren oder als verschlüsselte Grafikdatei abspeichern) Über den QR Code kann man den zweiten Faktor in jedem anderen Gerät wiederherstellen.

    Ein Backup vom E-Mal Account ist eins der Themen mit dem man sich mal beschäftigen sollte.

    • Frank Eiger sagt:

      du speicherst Telefonnummern auf wieviel unterschiedlichen Sim-Karten?

      Und du merkst es nicht?!

      Sorry, aber da bekomme ich einen Lachflash.

      Denn du könntest tatsächlich WICHTIGE Telefonnummer mit einem Stift in einem Büchlein festhalten.

      Stift,Papier,schreiben – kennsch?

      • Luzifer sagt:

        naja vielleicht ne "Sauklaue" das aufschreiben nix bringen würde?
        Immerhin sorgt er für ein "Backup"… Ohne Backup kein Mitleid!

      • Micha sagt:

        Habe die Nummern auf einer O2 Karte und einer alten Aldi Talk (E plus) Karte kopiert. Geht mit dem alten Nokia recht einfach.

        Seit 2006 haben sich auf dem Nokia 6030 schon über 100 Nummern angesammelt. Aufschreiben wäre eine Option, die aber einen erheblichen Aufwand beim Wiederherstellen in einem anderen Telefon erzeugen würde.

        Ein Buch mit Telefonnummern habe ich halt nie angelegt.

        Die verwendete T-Mobile D Xtra Card ist so alt wie das Handy. Der Tarif wurde allerdings schon mal vom Kundenservice auf meinem Wunsch hin verändert.

    • McAlex777 sagt:

      Die Verantwortung liegt bei Google, die wider besseren Wissens eine Meldung losgelöst haben – mit vermutlicher Auslösung von Hausdurchsuchung, Beschlagnahmung von Geräten etc.

      Wenn man solche Scanprozesse implementiert, wenn man Meldevorgänge implementiert hat man sicherzustellen das nur die Vorgänge zur Sperrung/Hausdurchsuchung kommen, die auch wirklich Strafrechtlich relevant sind. In diesem Fall war es "offensichtlich" nicht, wenn jemand ein ein Einzelfoto einem Arzt schickt. Es war also "offensichtlich" Google scheissegal das einem unschuldigen Vater anzutun.

      Sorry – so etwas geht garnicht: das widerspricht jedweder Rechtstaatlichkeit. Ich wünsche viel Spass wenn demnächst alle Devices anfangen nach Inhalten zu scannen. Erst Fotos, dann andere Textinhalte – und wenn wir schon dabei sind warum nicht Google-Echo Wohnungen überwachen lassen? Und wenn wir bei der Wohnung sind, auch gleich Autos. Am Besten analog Apple mit Trefferdatenbanken. 0.01% Fehlerquote im Jahr bei 500mio Devices in Europa macht 50.000 Fälle jährlich in denen Unschuldige in Gesetzesmaschinerien geraten.

      Denkt mal an die armen Kinder.
      Und denkt auf der andern seite mal in welche Gesellschaft wir uns bewegen.

      • Frank Eiger sagt:

        in dieser Gesellschaft sind wir bereits.

        Wenn der Kapitalismus anfängt zu bröckeln, klopft der Faschismus an die Türe.

        Und Faschisten und Nazis kann man bereits seit Jahren wieder wählen.

        Solltest du selbst merken.

        • Steter Tropfen sagt:

          Strategie?? Wenn zu viele unbequeme Aspekte auf den Tisch kommen, das eigentliche – für dich offenbar aus irgendeinem Grund unbequeme – Thema mit dem Holzhammer (oder hier mit der Faschismuskeule) auf ein anderes Reizthema umbiegen…

          Was bitteschön hat denn Big Brother Google mit der AfD zu tun??? Allenfalls, dass die Meinungsblasen-Entwickler den technischen Boden für die zu beobachtende Radikalisierung bereitet haben.

          • Frank Eiger sagt:

            interessant, wie wieder einmal Faschisten und Nazis verharmlost werden.

            Das ist typisch für Deutschland.
            Daher hat dieses Land auch genau dieses Problem.

            "Meinungsblasen-Entwickler"

            Das ist keine Meinung, dass die AfD ein Nazihaufen ist, das ist Tatsache.
            Und das war sie von Anfang an.

            Und was das damit zu tun hat?
            Sehr viel.
            Man will bzgl. Kindesmisshandlung sehr weit in die Privatsphäre von Menschen eingreifen.
            Komischerweise macht man das bzgl. rechtsradikalen Terroranschlägen eben nicht, man lässt sich Telegram radikalisieren bis der erste Mensch stirbt.

            Vielleicht auch bis der 50. Mensch durch Terroranschläge stirbt.
            Denn es gab ja bereits mehrere Anschläge und Tote in den letzten 2 Jahren.
            wegschauen à la Germany.

          • Günter Born sagt:

            @Frank Eiger: Mir kommt es vor, dass das Thema langsam entgleitet – die Steigerung auf "AfD" sowie "Und Faschisten und Nazis kann man bereits seit Jahren wieder wählen." wurde imho (beim Überfliegen) der Kommentare von dir aufgeworfen. Würde dir im Grundtenor nicht unbedingt widersprechen – aber diese Diskussion hat hier im Blog nicht wirklich was verloren – zumal es in obigem Beitrag um einen Fall aus den USA ging und US-Rechtsprechung sowie ein US-Unternehmen betrifft.

            Daher sollte die Diskussion an dieser Stelle enden – im Kontext des obigen Falles ein weit entferntes Nebengleis – und die Ausführungen bringen keinen wirklichen Erkenntnisgewinn bzgl. gesperrter Online-Konten von US-Anbietern.

  11. McAlex777 sagt:

    tja … so siehts leider aus :-(

    Die Radikalisierung konnte man spätestens mit Corona, Trump und co. deutlich sehen …

    Wir stehen bei der schwere an gesellschaftlichen Problemen die vor unseren Haustüren kratzen erst weit am Anfang …

    Warum kann man nicht einfach mal zu Abwechslung friedlich auf diesem Planeten miteinander Auskommen?

    • Frank Eiger sagt:

      ganz ehrlich?

      Die Radikalisierung fing in Deutschland an als man die AfD wählen konnte.
      Und wer es 2016 noch nicht kapiert hat, spätestens 2017 mit der politischen Anfrage "Hilfe bei Sterilisation minderjähriger Ausländer" hätte man es sehen können.

      WOLLTE nur niemand.
      Selbst Jahre später 2022 gibt es so viele Menschen in Deutschland, die das immer noch BEWUSST leugnen.

      Auch Deutschland hat die Radikalisierung verdient, wenn man so bewusst wegschaut und nichts tut.

      Denn diejenigen, die nichts tun sind genauso dran schuld wie die Täter.

  12. Jackie sagt:

    Meiner Meinung nach gibt es aber einen anderen Grund als die AFD für die Radikalisierung in Deutschland. Meiner Meinung nach ist der Grund in einer stetig verarmenden Mittel- und Unterschicht zu suchen. Es ist die Angst um das eigene Überleben im Jetzt und in der Zukunft die Menschen radikal macht. Ich denke da wird ein wenig lustiger Winter auf uns zukommen, dabei meine ich absolut nicht die Temperatur der Innenräume!

    Besonders schlimm finde ich das man heute ja auch wieder ganz offen hassen kann. Ich fand nicht gut was in den letzten drei Jahren so durch die Medien, lief und in der aktuellen Situation fängt das auch wieder an :( Ich fand es ziemlich erschreckend welche Hasstiraden sich Moderatoren in Sensdungen des ÖR erlauben durften!

    • Frank Eiger sagt:

      genau, weil man protestieren will, dann rennt man Nazis nach und wählt man diese.

      Wer unzufrieden ist und sich dann bewusst Nazis anschließt, der war vorher schon ein Nazi.

      Da gibt es keine andere Möglichkeit.
      Und man weiß schon seit 2016 sehr deutlich, dass die AfD ein Nazihaufen ist.
      Was du da als "Entschuldigung" vorbringst, das zeigt nur deine persönliche Einstellung.
      1933 konnte man noch sagen, die Menschen wussten nicht, was sie da tatsächlich wählen.

      JETZT kann man damit nicht mehr kommen, da jeder seit spätestens 2016 weiß, dass die AfD ein Nazihaufen ist.

      Und wenn du von "überleben" sprichst, dann tust du gerade so, als würden wir uns nicht in nem Land befinden, indem wir ohne Probleme an alles kommen, das ist Gejammer auf allerhöchstem Niveau.
      Und genau das ist das Grundproblem hier in Deutschland, das ist ein Gejammer ohne Substanz.

      • Klaus sagt:

        Wenn das jeder seit 2016 weiss, warum weiss das dann das Verfassungsgericht nicht? Eine Partei wäre längst verboten, wenn sie verfassungswidrig wäre. Und eine "Zitat: Nazihaufen" Partei wäre wohl relativ eindeutig verfassungswidrig.

        Es fehlt die Substanz im Gejammere also überall.

      • Jackie sagt:

        Sorry merkst du eigentlich wie radikal du selber bist! Du bist genau das Problem das ich mit offenem Hass angesprochen habe! Ich habe nirgends etwas von einer Ausrede die AFD zu wählen geschrieben. Ich habe nur geschrieben dass das Problem schon vor der AFD da war, die NPD gabs übrigens auch mal! Man kann auch radikal sein ohne rechtsradikal zu sein. Aber von dir kommt erstmal ein radikaler du Nazi Kommentar, echt super Gesprächskultur :(

        Ich werde die AFD sicher nicht wählen und prangere seit Jahren an das man in Deutschland nichts gelernt hat und immer noch rechts anstatt links als "Protest" wählt. Das schlimme ist das die AFD noch weniger für die tun würde, die sie wählen, als die FDP das tut.

        Wenn du keinen Grund zum Jammern in Deutschland hast, dann freu dich. Aber auch in Deutschland kann es trotz Vollzeitarbeit verdammt eng werden!

        • Günter Born sagt:

          Du sprichst mir aus der Seele – ich kann Franks Standpunkte zwar durchaus nachvollziehen und bin ähnlich wie Du bzgl. Rechts eingestellt. Aber wie Frank Eiger in Kommentaren im Blog aufschlägt, empfinde ich als problematisch – stehe aber als Betreiber vor dem Dilemma, einerseits nicht sofort eine Cancel-Kultur aufzuziehen, andererseits aber diesen IT-Blog nicht zur politischen Diskussionsplattform verkommen zu lassen. Wird bei einigen Themen immer schwieriger – daher oben mein Apell, diesen Strang hier im Kommentar-Thread auslaufen zu lassen. Es bringt einfach bezüglich der originären Problematik nichts an Fortschritt.

          PS: Wäre schade, wenn ich solche Themen nicht mehr im Blog aufgreifen könnte oder die Kommentierung sperren müsste. Denn abseits der Rechts/Links/Extremismus-Diskussion kommen häufig Gedanken aus der Leserschaft per Kommentar, über die sich das Nachdenken lohnt.

    • Tom sagt:

      …und ich dachte bisher immer, daß es sich hier um einen technikbasierten Blog handeln würde…
      Herr Born bitte schließen sie die ihrer Meinung nach richtigen Konsequenzen und handeln!

      p.s.: Es gibt nun wirklich unzählige andere Möglichkeiten und Orte derartige Sachen auch meinetwegen zu diskutieren – hier ist der (vermeintlich)falsche Ort dafür!

  13. A. B. sagt:

    Ok, da wir hier in einem Tech-Blog sind, eine passendere Ausdrucksweise:

    Current System : combination of 2 subsystems: US-state and IT-companies
    Unidirectional communication port: Google/Apple/Microsoft -> US-Police
    Usecase of port: Detection and notification of maybe problematic photos to US-police.
    Functionality of port during usecase: works good !
    State after output on board: Locking user (as potential criminal)

    So far, so good…

    Problem of current System:
    State after output on port: Forever-locked user (regardless if criminal or not)
    Root cause for problem:
    Missing port in other direction: US-Police/-court -> Google/Apple/Microsoft
    a) US-Police/-court does not need to inform private companies about court decisions.
    (no "push function" by court)
    b) Private companies (Google/Apple/Microsoft) spent no (expensive) efforts in actively asking "manually" hundreds of US-Police/-courts about their decisions.
    (no "polling function")

    A bad system that cannot be made better. Sad but true…

    Workaround solution:
    Storing all normal (but maybe missunderstandable) photos only encrypted in Cloud
    (by smartphone-Apps for Boxcryptor, Cryptomator, GMX-/WEB.DE-Tresor, etc.);
    or UN-encrypted only in German-hosted Cloud-storages (1&1, GMX, WEB.DE, etc.)

    Just my 2 pence…

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