Tesla-Files: Datenleck zeigt die Probleme des Autobauers mit seinem Autopilot und der Sicherheit

Stop - Pixabay[English]Dem Handelsblatt wurden 100 Gigabyte interne Tesla-Daten von Informanten zugespielt. Es handelt sich um E-Mails, persönliche Daten der Tesla-Belegschaft und Kundenbeschwerden samt Schilderungen von Unfällen. Diese Daten aus rund 23.000 Dateien konnten vom Handelsblatt ausgewertet werden und zeigen die Sicherheitsproblem des Tesla Auto-Piloten. Behörden sind inzwischen alarmiert und prüfen die Details. Das Ganze läuft unter dem Begriff "Tesla-Files" (ähnlich den Panama-Papers) könnte sich zu einem Skandal für Tesla ausweiten. Ergänzung: Die Dateien wurden von Insidern an das Handelsblatt übermittelt.


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Tesla, der Scheingigant der Börse

Es ist schon irre, wenn man mit gesundem Menschenverstand auf Börse und Medienlandschaft schaut, um gewissen Meldungen und Entwicklungen für sich selbst zu bewerten. Da wurde Tesla zum "der Killer der traditionellen Autohersteller" hoch geschrieben und der US-Autobauer erreichte im November 2021 die Marktkapitalisierung von 1,2 Billionen Dollar.

Damit war Tesla, als weltweit größter Hersteller von Elektroautos, mehr wert als die traditionellen Autobauer BMW, Ford, General Motors, Honda, Mercedes, Toyota und Volkswagen zusammen. Wer noch alle Tassen im Schrank hat, musste das als völlig gaga einstufen. Auch wenn man Zukunftsentwicklungen einpreist, passte diese Bewertung hinten und vorne nicht – ein No-Name wird quasi höher bewertet, als die Phalanx der traditionellen Autobauer mit Millionen von Kunden, hunderttausenden von Werkstätten und Fertigungswerken sowie vielen Jahren solider Erfahrung in der Fahrzeugproduktion.

Da ändert auch die obige Jubelmeldung, dass das Tesla Model Y im 1. Quartal 2023 das bestverkaufte Auto weltweit ist, nicht wirklich viel. Alleine Toyota setzt mit den unter den Top 5 gelisteten Fahrzeugmodellen ein Vielfaches an Fahrzeugen ab. Einfach genauer auf die Zahlen schauen, dann wird es klar.

Heute ist Tesla weniger als die Hälfte dieser 1,2 Billionen US-Dollar wert – und auch diese Bewertung ist in meinen Augen immer noch illusorisch. Das Handelsblatt schreibt, das ein Unternehmen niemals zuvor in so kurzer Zeit so viel an Börsenwert verloren habe. Das ist aber auch kein Wunder, wenn eine Blase unrealistischer Bewertungen platzt, geht es halt mit den Kursen in den Keller. Die Dummen und die Gierigen sterben halt an der Börse nie als.

Tesla und der Auto-Pilot

Selbstfahrende Fahrzeuge zu bauen, gehört zum erklärten Ziel des Unternehmens Tesla. Elon Musk, der Gründer und größter Aktionär des Autobauers sagte im Juni 2022, dass die Entwicklung eines funktionierenden Autopiloten darüber entscheide, "ob Tesla viel Geld wert sei oder praktisch den Wert null habe", schreibt das Handelsblatt im Beitrag "Mein Autopilot hat mich fast umgebracht": Tesla-Files nähren Zweifel an Elon Musks Versprechen (Paywall).

Handelsblatt: Tesla Files

Inzwischen sieht die Geschichte dagegen sehr düster aus – es scheint, als ob Musk den Mund zu voll genommen hat und das Unternehmen seine Versprechen und geschürten Erwartungen nicht erfüllen konnte. Im Gegenteil, der Auto-Pilot in Teslas-Fahrzeugen wird für eine Reihe tödlicher Unfälle verantwortlich gemacht. Tesla streitet zwar alles ab und gibt inzwischen auch vor, dass die Leute den Auto-Pilot nur als "Fahrassistenz" verwenden dürfen.


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Inzwischen sieht sich das US-Unternehmen in den USA aber mit zahlreichen Gerichtsprozessen zu seinen Fahrassistenzsystemen konfrontiert. Auch die US-Verkehrsbehörde NHTSA hat Ermittlungen zum Auto-Piloten aufgenommen. Bereits 2019 hatte ich im Blog-Beitrag Fails: Tesla, die Smart Summon-Funktion und die Unfälle über den "mehr Schein als Sein"-Effekt berichtet. Damals ging es um eine Fernsteuerung der Teslas zum Ein- und Ausparken, die unfallträchtig war.

Tesla und das Datenleck

Nun bekommt das Ganze über die sogenannten Tesla-Files, die dem Handelsblatt zugespielt wurden, eine neue Brisanz, zeigt aber ein mir bekannt vorkommendes Bild. Mir ging der Spruch "Außen hui, innen pfui" durch den Kopf, als ich auf den Artikel Tesla-Files: Wie es zu dem riesigen Datenleck kam (Paywall) des Handelsblatts stieß. Dem Bericht nach werfen Informanten Tesla vor, Daten von Kunden, Mitarbeitern und Geschäftspartner mangelhaft zu schützen. Es gibt zwar eine offizielle Verpflichtung von Tesla zum Datenschutz, die sich echt gut liest. So dürfen persönliche Informationen wie Pass- und Sozialversicherungsnummern nur passwortgeschützt und mit Erlaubnis des Vorgesetzten von Tesla-Mitarbeiter geteilt werden, legt eine interne Richtlinie des Unternehmens, die dem Handelsblatt vorliegt, fest. Der Zugang zu geschützten Daten dürften nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben, "die nachweislich davon Kenntnis haben müssen".

Datenschutz mit höchster Priorität – das ist auch richtig so. Allerdings scheint es intern eher "pfui" zugegangen zu sein, wie das Handelsblatt in seinem Artikel schreibt. Recherchen des Mediums wecken Zweifel, dass die interne Richtlinie bei Tesla auch wirklich umgesetzt wird. Inzwischen ist der US-Autobauer ist ins Visier deutscher und niederländischer Datenschutzbehörden geraten. "Der Landesbeauftragten liegen ernst zu nehmende Hinweise auf mögliche Datenschutzverletzungen durch den Automobilkonzern Tesla vor", bestätigte ein Sprecher von Dagmar Hartge, der Landesdatenschutzbeauftragten in Brandenburg, dem Handelsblatt. In dem Bundesland liegt Teslas deutsche Fabrik. Auch die Datenschutzaufsicht in den Niederlanden sei bereits über den Fall in Kenntnis gesetzt, heißt es. Dort steht Teslas Europazentrale.

Der Fall wird an dieser Stelle brisant, und das Handelsblatt hat einen eigenen Artikel Warum wir die Tesla-Files veröffentlichen publiziert, in dem einige Interna über den 100 Gigabyte Datenschatz aus der Tesla-IT offen gelegt werden. Denn die dem Handelsblatt zugespielten Daten von Tesla verraten viel über die Interna dieser Firma.

Handelsblatt Chefredakteur Sebastian Matthes schreibt, dass der Aufstieg von Tesla fasziniere. Zwar hat Tesla und sein Gründer Elon Musk die Welt der Autobauer verändert und die Elektromobilität etwas nach vorne gebracht. Aber es könnte sein, dass der US-Konzern zu schnell gewachsen ist und zum Erfolg verdammt intern die Dinge schleifen ließ. Jedenfalls legen die Tesla Files laut Handelsblatt nahe, dass das Unternehmen sehr lax mit den Daten seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umging.

Die dem Handelsblatt gleich von mehreren Informanten zugespielten 100 Gigabyte Daten umfassen 23.000 Dateien. Dazu gehören 1388 PDF-Dokumente, 1015 Excel-Tabellen und 213 Powerpoint-Präsentationen – dazu zahlreiche Bilder, Videos, Audiodateien und E-Mails. Manche Dokumente zeigen laut Handelblatt Gehälter und Privatanschriften von mehr als 100.000 aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern. Andere Dateien listen mutmaßlich private Mailadressen und Telefonnummern von Kunden auf.

Die Auswertung durch ein zwölfköpfiges Handelsblatt-Team dauerte sechs Monate schreibt das Medium. Die Auswertung habe ein Bild ergeben, wie der US-Autohersteller funktioniert und dieses Bild zeigt, dass Tesla weit größere technologische Probleme habe als öffentlich bekannt oder wahrgenommen. Ein besonderes Problem scheint der Tesla Auto-Pilot zu bereiten. Zitat aus dem Handelsblatt-Artikel Warum wir die Tesla-Files veröffentlichen:

So finden sich in den Tesla-Files Tausende Berichte über Komplikationen mit den Fahrassistenzsystemen. Beschwerden, dass Tesla-Fahrzeuge bei voller Fahrt unvermittelt bremsen. Oder plötzlich beschleunigen. Dass ein Tesla auf einem Parkplatz offenbar eigenhändig Poller umfährt. Viele Unfälle gingen glimpflich aus, einige endeten tödlich.

Laut Handelsblatt umfasst eine Tabelle in den Tesla-Files zu mutmaßlichen Sicherheitsproblemen des Autopiloten rund 3000 Einträge. Die Redaktion des Handelsblatts hatte Tesla dann Mitte Mai 2023 einen umfangreichen Fragenkatalog mit Bitte um Antwort geschickt. Antworten blieb Tesla schuldig, aber das Unternehmen forderte vom Handelsblatt die Löschung der Daten, da es sich um Datendiebstahl handele.

Die Artikel im Handelsblatt befinden sich hinter einer Paywall. Aber heise zitiert in diesem Artikel ausgiebig aus dem Tesla-Leak (auch Golem hat einen kürzeren Artikel zum Thema publiziert). So sollen die Tesla-Files mehr als 2400 Beschwerden über Selbstbeschleunigungen enthalten. Es werde über mehr als 1500 Probleme mit Bremsfunktionen berichtet, darunter sind auch 139 Fälle von ungewollten Notbremsungen und 383 Phantombremsungen nach falschen Kollisionswarnungen. Die Zahl der Crashs liegt bei mehr als 1.000, heißt es.

Die Beschwerden umfassen den Zeitraum 2015 bis März 2022 und kommen nicht nur aus den USA, sondern auch aus Europa und Asien. Auch deutsche Tesla-Fahrer sollen zahlreiche Beschwerden über den Auto-Piloten des Fahrzeugs bzw. ungewöhnliche Vorfälle abgesetzt haben. im Münchener Merkur wird die IG-Metall mit folgender Aussage zitiert: "Die Enthüllungen sind beunruhigend und passen gleichzeitig in das Bild, das wir in knapp zwei Jahren aus eigenen Eindrücken und Schilderungen der Kolleginnen und Kollegen bei Tesla gewonnen haben."

Tesla selbst verdächtigt zufolge hingegen einen "verärgerten ehemaligen Mitarbeiter", welcher seinen Zugang als Servicetechniker missbraucht habe, um sensible Informationen weiterzugeben, heißt es. Derweil prüfe das Unternehmen seinerseits rechtliche Schritte gegen die benannte Person. Das Thema dürfte aber Fahrt aufnehmen, zumal die Datenschutzaufsicht nun Kenntnis des Vorfalls erlangt hat und persönliche Daten von Tesla-Mitarbeitern und wohl auch Kunden betroffen sind.

Das Handelsblatt scheint wohl bereits Tesla-Kunden kontaktiert zu haben und versucht auf der seiner Webseite mit dem Aufruf Sind auch Ihre Daten in den Tesla-Files? Melden Sie sich bei der Redaktion! mit Betroffenen in Kontakt zu kommen. Die Redaktion stellt deshalb einen Service bereit, mit dem Leser prüfen können, ob ihre Informationen in dem Datensatz enthalten sind. Das Tool durchsucht dafür ausgewählte Dateien nach Ihrer Mitarbeiter-ID oder Fahrzeugnummer (VIN). Da dürfte jetzt noch mehr ans Licht kommen – und seit der Übernahme von Twitter durch den Tesla-Gründer Elon Musk mit ständigen Eklats beginnt auch der "Stern Teslas" zu sinken – zumindest ist der Mythos bereits entzaubert und einer realistischeren Betrachtung gewichen. Mal abwarten, wie es weiter geht – in den USA wirft der Bericht des Handelsblatts jedenfalls Wellen in den Medien (siehe Los Angeles Times, The Verge).

Insider stecken hinter dem Datenleck

Ergänzung vom August 2023: Eingangs hatte ich ja geschrieben, dass dem Handelsblatt 100 Gigabyte interne Tesla-Daten von Informanten zugespielt wurden. Zum 18. August 2023 hat der Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaats Main diese Mitteilung zum Datenschutzvorfall veröffentlicht.

Auf Basis der Tesla-Angaben werden zwei Insider bei Tesla beschuldigt, die Daten unberechtigt an das Handelsblatt weiter gegeben zu haben. Das Handelsblatt informierte Tesla am 10. Mai 2023, dass es vertrauliche Informationen von Tesla
Informationen erhalten habe.

Eine interne Untersuchung ergab, dass zwei ehemalige Tesla-Mitarbeiter die Informationen unter Verletzung der IT-Sicherheits- und Datenschutzrichtlinien von Tesla entwendet und an das Medienunternehmen weitergegeben haben. Die Mitarbeiter wurden von Tesla verklagt und deren elektronische Geräte, auf denen sich die Tesla-Informationen befunden haben sollen, wurden beschlagnahmt.

Insgesamt sind sowohl persönliche Daten von 75.000 Tesla-Angestellten betroffen – wobei das Handelsblatt mit diesen Daten keinen Missbrauch betreiben wird. Die Tesla-Files sind vor allem aus dem Blickwinkel interessant, da sie Einblick in Tesla-Interna im Hinblick auf Kundenbeschwerden etc. liefern.

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26 Antworten zu Tesla-Files: Datenleck zeigt die Probleme des Autobauers mit seinem Autopilot und der Sicherheit

  1. 1ST1 sagt:

    Sicher, Tesla wird gehyped, aber nicht nur das Model Y ist sehr erfolgreich, sondern auch das Model 3. Tesla verkäuft mit den beiden Modellen in Europa mehr Autos als die europäische Hersteller mit ihren Elektromodellen zusammen. Tesla hat etwas geschafft, was man eigentlich für unmöglich hielt, die haben sich in der kurzen Zeit etabliert. Aktuell wird prognostiziert, oder es ist sogar schon geschehen, dass Tesla rein elektrisch Audi im weltweiten Ranking überholen wird, das muss man sich mal vorstellen!

    Ob die europäischen Marken Tesla nochmal einbremsen können, wird sich zeigen. Am gefährlichsten könnten jedoch die Chinesen werden, wenn sie tatsächlich die Lücken bei Elektroautos besetzen, die aktuell kaum im Fokus der Europäer stehen, vor allem bei Kleinwagen und wenn sie es schaffen, die europäischen Hersteller im Segment ID.3/Astra-e preislich zu unterbieten. Da ist noch viel Potential.

    • Daniel sagt:

      Jetzt werden Microsoft-Fanboys auch noch zu Tesla-Fanboys, Sachen gibt's. Teslas Konzept seine Autos zu fahrenden und stehenden Wanzen zu machen ist dir aber schon bekannt? Es kann nicht sein dass ein Fahrzeug mit Kameras die Umgebung lückenlos überwacht und auch den Innenraum filmt und das an die Zentrale überträgt wo jede drei Buchstaben-Behörde der USA sich dann die Filmchen abholt. Da ist mir jeder Diesel /8er lieber der den Ruß noch gewürfelt aus dem Auspuff wirft.

      • 1ST1 sagt:

        Ich habe nicht bewertet, was Tesla macht, ich habe nur die Absatzzahlen verglichen.

        Und übrigens, bin auch kein MS-Fanboy, ich halte nur Windows für den besten Kompromiss, was Funktionalität und Effektivität angeht. Eine Weiterentwicklung von BeOS mit mehr Erfolg wäre mir lieber gewesen.

        • Daniel sagt:

          Funktionalität und Effektivität bei Windows? Ok viele unerwünschte Funktionen die man aufs Auge gedrückt bekommt, z.B. dieser unsägliche Werbebutton in der Taskleiste wo wenn auch nur der Mauszeiger aus Versehen drüber kommt ein Werbefenster aufpoppt. Zum Glück hab ich das nur auf Arbeit da darf ich das leider nicht ändern, privat kommt es mir nicht ins Haus. Und Effektivität, meinst du wenn mit einem Update das mit dem Ar…. wieder eingerissen wird was sich der Administrator vorher aufgebaut hat, ein halbwegs funktionierendes System womit man arbeiten kann?

    • GüntherW sagt:

      Gut, aber ist dieser "Erfolg" wirklich wesentliches Merkmal von guter Arbeit/guten Produkten? Es ist ja kein Geheimnis, dass Tesla was PR angeht relativ gut dabei ist, Elon Musk ist auch ein Typ für sich und nach welchen Kriterien einige Leute Produkte kaufen….

      Du kannst heute jeden Mist erfolgreich vermarkten, allein wenn man sich mal YouTube/Twitch/Instagram anschaut. Ist halt die Frage ob das "Erfolg" ist.

  2. Roman sagt:

    Das es hier ein Datenleck gibt/gab bzw. Daten entwendet wurden muss man sich natürlich ansehen.
    Das Tesla Fehlermeldungen über Ihr Produkt behandelt würde ich Ihnen jetzt allerdings nicht vorwerfen. Fehler im AP System sind hinlänglich bekannt und das System wird permanent überarbeitet. Die Musk'sche TryError Entwicklung kennt man ja auch aus SpaceX. Hier finde ich also keine Neuigkeit in den Berichten.

    Wie gesagt, um das Datenleck und die Vorsorge, dass so etwas nicht mehr geschieht muss man sich kümmern, den rest finde ich etwas gehyped.

    • Günter Born sagt:

      Der Satz "Das Tesla Fehlermeldungen über Ihr Produkt behandelt würde ich Ihnen jetzt allerdings nicht vorwerfen." verstehe ich nicht.

      Ansonsten ist meine Einschätzung: Die US-Behörden werden sich sicherlich für die Interna bei Tesla interessieren. Immerhin sprechen wir nicht über "Fehlermeldungen", sondern über Unfälle mit Todesfolge. Die Lesart von Tesla ist m.W. bisher "war der Fahrer schuld". Wenn ruchbar wird, dass das Tesla-Management um die Unzulänglichkeiten des Auto-Piloten wusste, den aber weiter beworben hat, dürfte es juristisch eng werden – zumindest in den USA.

      • Singlethreaded sagt:

        Ohne Frage hat Tesla schon alleine mit dem Wort "Autopilot" Erwartungen geweckt, welche definitiv nicht erfüllt werden. Auch gibt es immer Menschen, welche solche Dinge einfach glauben, ohne die Aussage in irgendeiner Weise zu prüfen oder zu bewerten. Dies kann dann zu gefährlichen Situationen führen, da man sich zu sehr auf die vermeintlich sichere Technik verlässt.

        So schlimm die Fehler und die damit verbundenen Unfälle ohne Frage sind, würde mich interessieren ob Fahrzeuge von Telsa mit aktivem "Autopilot" statistisch gesehen besser oder schlechter fahren als der durchschnittliche menschliche Fahrer.

        Wir die Fahrer, und da nehme ich mich bewusst nicht aus, neigen dazu die eigenen Fähigkeiten der Fahrzeugkontrolle zu überschätzen. Würden Menschen keine Fehler machen, dann gäbe es deutlich weniger Unfälle.

        Von einem automatischen System wird in der Regel eine perfekte Funktion erwartet. Würde es eine Angabe geben wie 2,3 Todesopfer je 10 Millionen Kilometer, dann wären schnell Vorbehalte gegen die Funktion im Spiel. Man verlässt sich lieber auf sich selbst, statt einen Kontrollverlust zu akzeptieren.

        Das mag psychologisch nachvollziehbar sein, logisch ist es aber nicht.

        Gruß Singlethreaded

      • Roman sagt:

        Also es waren doch keine rd. 3tsd Unfälle mit Todesfolge oder? Wenn Meldungen über z.B. Phantombremsungen abgelegt wurden. Und ob diese Unfälle mit Todesfolge am AP lagen ist nur weil sie die Vorfälle abgespeichert haben auch nicht gesagt.

        Will nur sagen, dass man hier keinesfalls überbewerten oder mutmaßen sollte. Wenn man lang genug gräbt wird man wohl überall Schmutzwäsche finden. Heißt zwar keinesfalls das es OK oder gerechtfertigt wäre, groß empören und überrascht sein muss man jedoch auch nicht.

        • Günter Born sagt:

          Mit der Annahme, dass es keine 3.000 Todesfälle waren, hast Du Recht. Aber auch 3, 5, oder 10 Todesfälle wären zu viel, wenn es auf ein unreifes Produkt hinausläuft, von dem das Management wusste, dass es nicht funktioniert oder das es wider besseres Wissen gepusht hat. Die US-Gerichte samt deren Jurys sind da gnadenlos.

          Mir ist ein Video aus China gegenwärtig, wo Überwachungskameras eine Auto-Pilot Amokfahrt aufgezeichnet haben. Da standen mir die Haare zu Berge – könnte natürlich ein Fake sein – aber der Vorfall hat seinerzeit arge Wellen in China geworfen. Was mir auch noch im Hinterkopf spuckt – es gab mal einen Bericht, dass die Teslas wegen des Touchscreens in Deutschland eigentlich vom Kraftfahrt Bundesamt nicht zulassungsfähig seien. Das Thema ist aber wieder in der Versenkung verschwunden.

          • R.S. sagt:

            Es fehlt da einfach ein entsprechender Passus in den internationalen Zulassungsvorschriften, das elementare Funktionen blind bedienbar sein müssen.
            Dazu gehören z.B. auch Licht, Scheibenwischer, Heizung/Klimaanlage.
            Aller möglicher Mist wird zur Vorschrift gemacht, aber gerade bei der Bedienung passiert nichts.

          • Roman sagt:

            Da Stimme ich zu, bin aber kein Freund davon das wider besserem Wissen erst einmal hoch zu kochen nach dem Motto "Wird schon was kleben bleiben" Wenn es Todesfälle gab an denen der AP schuld war und der Vorstand davon wusste und es vertuscht hat dann ist das aufs höchste zu Verurteilen! Was mich bei dem Chinavideo stutzig macht ist das fehlen von Bremslichtern. Hab aber leider auch schon viele Autos über Bordsteinen gesehen wo dann gesagt wurde sie hätten Gas und Bremse verwechselt. Deshalb bin ich da immer etwas vorsichtig.

            Was den Touchscreen betrifft, ja da gabs was, aber nachdem die meisten Navis sowieso auf Touch basierten und immer mehr Hersteller angefangen haben wichtige Bedienungen auf Touch zu legen ist das wohl im Sand verlaufen. Obs gut ist das so zu machen steht wohl auf einem anderen Blatt und hängt wohl viel vom eigenen Empfinden ab.

          • Enrico sagt:

            Dieses Video ist mir bekannt. Aber ebenso das die Bremse bei Teslas mechanisch ausgelegt ist und nicht per Software ausgehebelt werden kann. Soweit ich mich erinnere hatte der Mann einen Herzinfarkt und stand auf dem Pedal für schnelle Vorwärtsbewegung anstatt auf der Bremse.

            Die eigentlichen Fragen und Prblemstellungen wurden übrigens schon vor Jahren von BMW gestellt. Inwiefern kann man dem Hersteller trauen das er seine Daten richtig interpretiert und zur Verfügung stellt.
            Ich spiele auf den Fall an den ein BMW Fqhrender vor Gericht brachte als er BMW verklagte das sein Verdeck angeblich während der Fahrt aufging und dadurch Schaden erlitt. BMW wertete die Daten aus und kam zum Schluss das es Vorsatz war bzw bei überhöhter Geschindigkeit geöffnet wurde.

            Was ich damit sagen möchte:
            Wir sollten grundsätzlich darauf drängen das zukunftig die mitgeschriebenen Daten Lückenlos unveränderlich und nachvollziehbar gespeichter werden. Und nicht in Hersteller eigenen Silos die diese unter Umständen falsch auswerten oder gar wissentlich unrichtig darstellen.

  3. Pablo sagt:

    Ok – Whistleblower haben dem Handelsblatt grosse Mengen Daten über Tesla zu Verfügung gestellt. Letzthin wurde die Zeitung NZZ gehackt. Die Täter stellten die Daten in das Darknet. In beiden Fällen werden Daten veröffentlicht und viele Medien berichten über die Daten, teilweise sehr detailliert. Beide Fälle sind gleich, Tesla wie NZZ – die Daten wurden gestohlen. Der Hammer ist, dass diese Daten veröffentlicht werden zum Schaden – der Unternehmungen. Diejenigen die Daten veröffentlichen – auch in beiden Fällen machen sich strafbar. Aus meiner Sicht müssen und sollen die Gesetze in diesem Bereich massiv angezogen werden. Strafgrösse ab 10 Jahren ins Gefängnis macht Sinn.

    • mw sagt:

      Das sehe ich ganz anders. Gerade hat unsere Regierung den Whistleblowerschutz minimiert. Die Öffentlichkeit hat ein Interesse und das Recht über kriminelle Vorgänge innerhalb von Tesla informiert zu werden.

  4. Ekkehard_F sagt:

    Genauso gehören sich aber die Bosse der entsprechenden Unternehmen für ebenfalls mindestens 10 Jahre eingebuchtet, wenn diesen Unternehmen solche schweren Verstöße nachgewiesen werden (z.B. Dieselskandal). Und die Veröffentlichung von Informationen über rechtswidriges Verhalten fällt für mich nicht unter die Rubrik "Schaden für das Unternehmen", denn den Schaden hat es vorher schon selbst durch seine Missachtung der Gesetze angerichtet.

    • Dat Bundesferkel sagt:

      "Bosse" ist gut. Bezahlte Manager, die im Falle eines Falles zur Schlachtung freigegeben werden. Verantwortlich sind hier mehrere Stationen.
      Finanzstrafe: Ja, Gefängnisstrafe: Nein, völlig übertrieben. Strafen müssen angemessen sein.

      Was aber hart bestraft werden muß ist die Weigerung, für diese Mogelpackungen gerade stehen zu müssen. Aber das zahlen dann auch wieder Dritte.

      Und ganz ehrlich: Deutschland kann nicht mehr viel produzieren. Schlußlicht sind wir mittlerweile überall. Autos sowieso, da haben die Asiaten kräftig aufgeholt. Und selbst beim Gemüse… will ich frische Erbsen kaufen, bekomme ich welche bei EDEKA aus Simbabwe oder Äthiopien – ein Hoch auf die CO²-Neutralität?

      In Aktien betrachtet wäre Deutschland wohl auch heute eine deutlich überbewertete Hype-Blase. Ebenso wie Amerika, die dieses Jahr kurz vor der Zahlungsunfähigkeit standen.

      • mw sagt:

        Nein, eine Geldstrafe reicht nicht aus, es sei denn die Betroffenen müssten den Rest ihres Lebens (zumindest viele Jahre) von Grundsicherung leben. Wenn hingegen Haftstrafen erfolgen, gehen die „Bosse" ganz anders mit Ihrer Verantwortung um. Gemessen an Urteilen gegen Schwarzfahrer reichen 10 Jahre Knast bei Weitem nicht aus.

  5. Alexander Wild sagt:

    Lieber Günter, ich bin ja seit vielen Jahren ein großer Fan deiner Expertise und deines Blogs wie Du ja weißt. Aber das Tesla jetzt angeblich „pulverisiert" wird halte ich für etwa übertrieben. 😉Zumindest dem Aktienkurs hat der Skandal nicht geschadet.

    Gegen den „menschlichen Faktor" beim Thema Datenschutz ist leider kein Kraut gewachsen. Selbst die angeblich best Geschützen EDV Systeme der Welt z.B. bei Schweizer Banken, CIA oder US Army wurden schon Opfer gigantischen Datenklaus.

    Immerhin mein Model Y ist nicht vom Datenklau betroffen 🍀🤗

    Im Bezug auf Privatsphäre reiht sich Tesla neben Google, Facebook, Amazon und Konsorten in eine Reihe ein. Nur bei denen regt sich keiner mehr auf.

    Zum Tesla Autopiloten: Geile Idee aber bis das funktioniert gehen noch ein paar Jahre ins Land. Ich als Tesla Fahrer Trau dem Ding nicht über den Weg und würde auch kein Upgrade kaufen. Bis auf ganz wenige Phantombremsungen habe ich bisher null Probleme mit meinem Model Y. Die treten sehr selten auf z.B. auf wenn er parkende Autos am Straßenrand nicht korrekt zuordnen kann.

    Ansonsten ist das Model Y ein Mega geiles Auto das den von Volkswagen erfundenen Begriff „Fahrvergnügen" völlig neu definiert.

  6. RePao sagt:

    Ach ja, es wird halt alles zum Schutz der heimischen Industrie unternommen, jetzt auch hier!? Solche Sachen werden so hoch gekocht wie nur möglich, typisch… Es wird trotzdem nichts davon aufhalten und leider, leider hatte die heimische Industrie, nicht rechtzeitig Mum genug Paroli zu bieten und diese versucht nun mit derartigen Mitteln den Mitbewerber schlecht zu reden und irgendwas Verschlafenes zu retten. Hab bisher gross Hochachtung gehabt vor diesem Blog, zum Dieselskandal / Schummelsoftware was ja um die Welt ging "natürlich" nichts grosses gefunden. Ich würd einfach bei den ursprünglichen Themen des Blogs bleiben, DANKE

    natürlich ist auhc dieser Kommentar off topic ;)

  7. Joerg sagt:

    Was ich mich Frage: loggen die anderen Autohersteller auch so viel wie Tesla bei seinen Autos? Wie oft kommen Störungen bei den Steuerungsmodulen von Mercedes, Audi, VW usw. vor und wie oft sind evtl. fehlerhafte Steuereinheiten im ABS, Lenkung usw. Schuld an einem Unfall – kann man das bei den Autos überhaupt nachvollziehen?

    So "schlimm" die Tesla Files auch sein mögen, ich denke das z.B. VW deutlich mehr und massivere Probleme die genauso häufig zu Problemen führen. Wenn ich bei uns in der Firma immer wieder mitbekomme wie oft auch ein "Passat" wegen Probleme und Softwareupdates zur Werkstatt muss bis der mal Problemlos läuft, was sich auch in den USA wiederspiegelt (weil es dort wohl erfasst wird)

    Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/autohersteller-us-markt-101.html

    Aber über so etwas "kräht hier kein Hahn" nach. Ich denke auch nicht, dass die "Tesla-Files" Tesla selbst groß schaden, die anderen Hersteller beschei*en doch auch ohne Ende :-)

    • Enrico sagt:

      Die Daten Sammelleidenschaft ist auch bei allen Anderen ähnlich manifestiert.
      Bisher gab es zu diesem Thema noch wenig öffentliche Bewegung.
      Ironischerweise weil die traditionellen Autobauer bisher zu wenig damit angefangen haben. Echtzeit auslesen oder auf Kommando abrufen wie es Tesla macht, kommt ja erst jetzt in Frage, nachdem always on bzw. mobile Datenanbindung der Normalzustand wird. Das ändert sich entsprechend schrittweise.
      Beispielsweise werden mittlerweile vemehrt Daten gesichtet, die ähnlich dem Motorsport erlauben, mit geeignetem Testequipment daily use als auch die edge cases nachzustellen und vorhersagen zu gestalten. Bisher lassen sich wenig verwendete Knöpfe und Schalter selten erkennen. Solche Einsparpotenziale erkennen kann ein Antrieb sein.

      • Joerg sagt:

        Das meinte ich eher weniger, sondern die Daten auswerten nach einem Unfall, z.B. ob der Fahrer die Bremse betätigt hat und dieser Befehl auch korrekt an das Bremssystem übertragen und ausgeführt wurde – solche Daten.

        Ich tippe mal darauf, dass genug Unfälle oder "Beinahe-Unfälle" passieren aufgrund von fehlerhafter Steuerung oder Programmierung, wo der Fahrer keinerlei Einfluss drauf hat(te). Ich könnte mir aber auch durchaus vorstellen, dass (vor allem) die Deutschen Autobauer das gar nicht protkollieren (wollen) weil man dann ja Produktfehler "protokolliert" hat.

        Aktuell würde ich persönlich(!) keinen Neuwagen aus deutscher Produktion nehmen, dann lieber einen der 10j alt ist und keine Kinderkrankheiten aufgrund fehlerhafter Software mehr hat, aber aus dem Hause VW nach wie vor nicht (ich mag VW einfach nicht :) ).

        • R.S. sagt:

          Dann fallen ja auch Audi, Skoda, Seat, Cupra, Lamborghini, Bentley, Bugatti, Porsche, VW Nutzfahrzeuge, MAN, Scania und bei Motorrädern Ducati raus, denn die gehören alle zum VW-Konzern. ;)

          Was Daten auswerten nach einem Unfall angeht:
          Die Fahrzeuge müssen diverse Daten speichern für den EU-weit gesetzlich vorgeschriebenn Unfalldatenspeicher.

          Und was sonstige Fehler angeht:
          Das protokollieren die Fahrzeuge schon seit weit über 20 Jahren!
          Ich habe mal bei meinem 25 Jahre alten Fahrzeug den Fehlerspeicher ausgelesen.
          Da waren selbst solche Einträge wie eine defekte Glühbirne, eine abgeklemmte Batterie etc. verzeichnet, mit dem Vermerk, ob der Fehler aktuell vorhanden ist oder nicht.

  8. Thomas B. sagt:

    Ich verstehe die ersten Absätze des Artikels nicht bzw. inwiefern die Börsenbewertung oder Börsenkurse des Unternehmens in Verbindung mit internem Datendiebstahl stehen. Das liest sich wie die verbitterte Abrechnung eines Kleinanlegers nach Börsenverlusten oder wie die Worte eines grundsätzlichen Verweigerers der E-Mobilität.

    • Günter Born sagt:

      Ach Gottchen, bisschen viel Spekulation in deinem Kommentar. Es ist ein Spannungsbogen zwischen "Bewertung von Tesla durch die Börse", versus Innenansicht eines Konzern, die sich aus den übermittelten Informationen ergibt, was da durchaus – wenn ich beispielsweise WiWo oder Handelsblatt betrachte – Entscheidungen über Investitionen von Wertpapieranliegern beeinflussen können und sich dann auch auf den Kurs auswirken können.

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