Vor 45 Jahren: Der Radio Shack TRS-80 PC erscheint

Es ist der Wahnsinn, am 3. August 1977 wurde von der Tandy Corporation der TRS-80 PC bei Radio Shack angeboten. Es war quasi einer der ersten PCs, den sich Enthusiasten ins heimische Wohnzimmer stellen konnten.


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Das Gerät war mit einer Zilog Z80 CPU, die mit 1,77 MHz Taktfrequenz lief, und zunächst 4 kByte RAM ausgestattet. innerhalb der Tastatur konnte auf 16 KB aufgerüstet werden.  Das Betriebssystem war im ROM gespeichert und der TRS-80 konnte BASIC.  Mit Hilfe eines "Expansion Interface" ließ er sich um weitere 32 KB RAM, einen Diskettencontroller für bis zu vier 5,25"-Laufwerke sowie eine serielle und eine parallele Schnittstelle erweitern. Der TRS-80 Model 1 besaß eine Grafikauflösung von 128 × 48 Pixel, zur Anzeige wurde ein handelsübliches TV-Gerät über einen zukaufbaren HF-Modulator verwendet.

Radio Shack TRS-80 PC
Tandy Corporation (Radio Shack) TRS-80 Model I, Quelle: Rechnermuseum HFU 2192.jpg by Flominator CC-BY-SA-3.0

Der Tandy TRS-80 Model I kostete laut Wikipedia in der Basisversion in Deutschland 3000 DM und gehörte neben dem Apple II und dem Commodore PET 2001 zu den ersten Heimcomputern, die in nennenswerten Stückzahlen als Fertigexemplare produziert wurden.

Ich selbst habe nie ein Tandy TRS-80 Model I gesehen oder gar unter den Fingern gehabt – 1977 war für mich FORTRAN-Programmierung an einer FH angesagt. Die Programme wurden auf Lochkarten gestanzt und dann im Batch auf IBM-Großrechnern ausgeführt. Den Ausdruck bekam man anderntags im Rechnerraum der FH, wo immer eine große Kiste mit "Fehlläufen" (auf Grund von Syntax- oder Logikfehlern im Code stand. War die Zeit, wo ich zumindest Logikabläufe auf "dem Papiercomputer" (ein großer Bogen Papier, auf dem ich mit Bleistift die Ablauffolgen des Programms skizzierte) simulierte, um möglichst wenig Fehlläufe zu produzieren.

Einen Apple II habe ich erst so um 1980 in einem Pascal-Kurs der Fernuni Hagen kennen gelernt – ein Studienkollege, den es später an die Uni Bremen verschlagen hatte, ließ mich einige Sessions in deren Rechnerraum durchführen. Damals programmierte ich aber bereits an einer PDP 11/04 meines Arbeitgebers, und ein Commodore PET 2001, der in einem Labor herumstand, konnte mich nicht wirklich begeistern.

So 1984 kam dann ein IBM-PC/XT hinzu, den ich bei meinem Arbeitgeber mit MS-DOS 1.x und dBase II für einen Inhouse-Kunden programmierte. Am 12. August 1981 hatten sich seinerzeit IBM und Microsoft zusammen getan, um den PC 5150 zu entwickeln (siehe Vor 40 Jahren: IBM und Microsoft schaffen den IBM PC 5150). Privat war in der ersten Hälfte der 80er Jahre eher ein Amstrad ZX 81 angesagt, auf dem ich Assembler, Disassembler und Monitore in Basic entwickelte, aber immer am Speicherlimit scheiterte. Erst ein Amstrad PC mit 20 MByte Festplatte und Diskettenlaufwerk läutetet 1987 wohl meine "Karriere" als Schreiberling ein (siehe auch folgende Artikel).

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8 Antworten zu Vor 45 Jahren: Der Radio Shack TRS-80 PC erscheint

  1. TomTom sagt:

    Kleines Schmankerl:

    Der (Prozessor) wird immer noch gebaut und aktiv genutzt :-)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Zilog_Z80#Verwendung
    […]
    Später wurde der Prozessor auch in Texas-Instruments-Taschenrechnern (selbst heute noch im TI-83 Plus, TI-84 Plus und TI-84 Plus Silver Edition), in SNKs Neo Geo als Sound-Co-Prozessor und Segas Spielkonsolen Master System und Game Gear verwendet; der Sega Mega Drive nutzte ihn als Coprozessor für die Audioausgabe. Nintendos Spielkonsolen Game Boy und Game Boy Color benutzten einen Z80-Klon (DMG-CPU), der von Sharp hergestellt wurde. Er hat einen leicht abgewandelten Befehlssatz.
    […]

    Und die Taschenrechner können soviel wie mein **teurer, programmierbarer Taschenrechner Ende der 90er, den Ich für mein Chemiestudium hatte.

  2. 1ST1 sagt:

    Möglicherweise kann man einen Tandy TRS 80 auf der 20. Classic-Computing vom 28.9 bis 1.10.23 im Rhein-Main-Gebiet sehen und ausprobieren, mit Sicherheit aber ganz viele viele andere Computer aus dieser Zeit, bisher sind knapp 100 Ausstellungstische belegt. Der Eintritt ist frei. Mehr Infos hier: https://www.classic-computing.org/cc2023-hauptseite/

  3. mw sagt:

    Auch interessant waren deutsche PCs. So besitze ich heute noch meine Triumph-Adler Aphatronic P2, eigentlich das KISS System der SKS Steinmetz Krischke Systemtechnik aus Karlsruhe.

  4. RogerB sagt:

    Ich erinnere mich , mein Schulleiter hatte einen und sagte zu uns :"Das ist die Zukunft, bleibt dran!" Danke Herr Theis – sie hatten recht
    Meine Geschichte:
    1983 ZX81
    1985 Atari 800XL
    1989 Atari 1040 STM
    1990 i386 sx20

  5. R.S. sagt:

    Das war zu früh für mich.
    In der Ausbildung habe ich aber mit einem DEC Rainbow 100 gearbeitet.
    Das ist ein PC mit 2 Prozessoren: Einem Z80 und einem 8088. Darauf liefen CP/M und MS-DOS.
    In der Firma hatten wir auch noch einen Siemens PC-D und PCD2.
    Der PC-D war einer der ganz wenigen je produzierten PCs mit einem 80186.
    Daneben auch ein Olivetti M24 und viel mittlere Datentechnik wie DEC VAX, Siemens MX-2 und MX-300 und 500.

    Mein erster eigener Rechner war ein 80286 mit 16 MHz und MS-DOS, später Windows 3.1.

  6. Ralf Lindemann sagt:

    Spacig! Den Radio Shack TRS-80 würde man sich fast heute noch auf den Schreibtisch stellen wollen. Ganz ungewöhnlich (mit separater Tastatur) für die Frühzeit der PC, das waren in der Regel doch eher klobige Kisten in Weiß oder in Beige wie der erwähnte Apple II … Vom Design her seiner Zeit voraus.

  7. Andreas B. sagt:

    Ich hatte einen Nachbau davon, den Video Genie I, der in D deutlich günstiger war:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Video_Genie
    Das ganze ROM war für den Intel 8080 geschrieben, zu dem der Z80 abwärtskompatibel ist.
    Mein Video Genie funktioniert noch heute mit selbst geschriebener Software von damals. Allerdings war das Teil, ebenso wie der TRS80, in D nicht sehr verbreitet. Der Sinclair ZX81 kam später, war schwächer rausgestattet, aber da gab es viel mehr Software. Vom Vorläufer, dem ZX80, hatte mir seinerzeit ein Lehrer abgeraten. Traumgerät, und nur in der schulischen Ausbildung vorhanden, war ein Commodore PET.
    Im Studium hatten dann wenige Kommilitonen Apple II Nachbauten und ich konnte mir erst gegen Ende des Studiums meinen ersten PC (XT mit 8086) mit 256 kB RAM und einer einzigen Floppy leisten.

  8. Chr sagt:

    Passend zum Thema, wenn auch leider ohne TRS-80, empfehle ich Website und Besuch des großartigen Technikum29 (https://technikum29.de/de/) in KELKHEIM (Taunus). Ich war vor Jahren einmal bei einer Führung dabei und hatte wirklich meinen Spass.

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