Leidiges Thema AnyDesk, die Lizenzen und deren 7.1-Client …

Stop - PixabayIch greife mal wieder das Thema AnyDesk und dessen gleichnamige Fernwartungssoftware auf. Der Hersteller schnitzt schon länger an AnyDesk 7.1, wo es im Frühjahr 2023 durchaus Verzögerungen und Probleme gab. Ein Leser hat mich Ende Juli 2023 kontaktiert, weil er in diverse Probleme und auch in Lizenz-Ärger hinein läuft. Vielleicht haben andere Nutzer ja ähnliche Erfahrungen gemacht und möchten diese teilen.


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Ich hatte ja im März 2023 im Blog-Beitrag Was ist bei AnyDesk los? (März 2023) über Irritationen bei Kunden dieses Anbieters im Hinblick auf Lizenzverlängerungen berichtet. Neu eingeführte Regularien führten teilweise zu erheblichen Preissteigerungen. Und der Vertrieb bzw. Support des Anbieters scheint auch nicht immer zur Zufriedenheit der Kunden gearbeitet zu haben. Inzwischen ergibt die Kommentarlage zum Beitrag, dass sich das Thema Lizenzverlängerung gebessert zu haben scheint.

Eine neue Lesermeldung

Blog-Leser Felix H. hat mich Ende Juli 2023 kontaktiert, weil er in diverse Probleme mit AnyDesk hinein gelaufen ist und schrieb mir per Mail folgendes:

Hallo

Nachdem ich nun schon langem stiller Leser deiner Blogs bin – erst einmal dafür ein großes Dankeschön – wollte ich mich mal in der AnyDesk bei dir melden, da ich hoffe, dass du vielleicht von anderen das auch so gehört oder vielleicht darüber etwas wissen könntest.

Ich bin seit 2 Jahren bei AnyDesk noch in der Pro 2 Lizenz, heißt ich zahle jährlich rund 200 Euro netto pro Jahr für den Spaß – als gelegentlicher Nutzer einer solchen Fernwartungslösung erachte ich das für okay.

Nun hatte ich noch im Dezember 2022 mit dem Support telefonischen Kontakt, da mir einige meiner Kunden sagten, dass bei ihnen die Fehlermeldung auf den AnyDesk Clients kommt, dass ein Update verfügbar sei. Meine Kunden können teils doch recht motiviert sein und meinten auf den Link zu klicken, das Update zu installieren und gut sei. Leider ist dem nicht so man installiert damit nur die alte Version 7.0.14.

Ich nutze stark angepasste Client Versionen, sodass das Sicherheitslevel sehr hoch ist (nur spezieller Adressraum kann auf die Clients zugreifen, nur einseitige Verbindung – das übliche halt). Wie dem auch sei – ich hatte mit dem Kollegen aus dem Support gesprochen und der meinte, dass sie noch ein bis zwei Monate für die 7.1 brauchen werden, bis das vernünftig läuft – da wären wohl noch Bugs. Das habe ich mal so hingenommen und abgewartet.

Zum Thema Client-Update fällt mir ad-hoc nur folgender Kommentar von Mai 2023 ein, wo ein Blog-Leser folgendes schrieb:

Und ich hatte bemängelt das die "Custom Clients" immer noch in Version 7.0.14 festhängen. Es wurde mir darauf schriftlich mitgeteilt das es keine neuere Version für die "Custom Clients" gibt. In den Changelogs tauchen aber Bugfixes und Features für die "Custom Clients" auf.

Angeblich werden Alt-Lizenz-Inhabern keine Updates vorenthalten.

Also seit dem 11.08.2022 kein Update mehr für eigenen Clients?
Wie ist das bei euch, steht die bei euch auch auf den alten Versionen fest?

Die benutzerdefinierten Clients sind für mich ein sehr wichtiger Bestandteil einer Remote Support Lösung.

Keine Ahnung, ob das immer noch so ist, oder ob Custom Clients jetzt doch auf die Version 7.1 gezogen werden sollen.

Migration zu AnyDesk II, die Preise

Im weiteren Verlauf der Mail ging der Nutzer dann noch auf das Thema Funktionsumfang für Lizenzen bzw. Preise ein und schrieb:

Am 10.3.2023 habe ich dann den technischen Kundendienst angeschrieben (weil der telefonische Support ist seit Anfang 2023 nur noch Kunden die sehr viel mehr Geld dafür zahlen). Thema war die Migration zu My AnyDesk II, Performanceprobleme (also Clients haben keine ID bekommen oder ich konnte mich nicht mit ihnen verbinden und natürlich das 7.1 Update). Natürlich wurde mir abermals gesagt, dass es noch Probleme gibt und ich habe mich nicht weiter damit beschäftigt da immer weniger Kunden das AnyDesk benötigen.

Letztens hat mich ein Kunde auf das Problem mal wieder aufmerksam gemacht und da ich etwas Zeit hatte begann ich zu recherchieren (nebenbei natürlich noch ein Ticket deshalb aufgemacht, da aber bisher noch keine Bestätigung kam, dass das Ticket empfangen wurde ist es mal wieder im Nirvana verschwunden und ich kann ein neues eröffnen).

Es ist mir aufgefallen, dass die Features die ich benutze, wie der Namenspace, der Benutzerdefinierter Client-Generator erst in Standard Version möglich ist, die aber mit dem Namenspace Addon bei satte 657,60 Euro netto liegt. Das ist einfach mal das 3,3fache von dem was ich derzeit bezahle.

Wenn man jetzt rein realistisch denkt, dann muss ich einfach mal AnyDesk unterstellen, dass dies mit voller Absicht geschieht. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Entwicklung einer Software so dermaßen lange dauern kann. Ich selbst bin in der Programmentwicklung tätig, daher habe ich eine ungefähre Vorstellung was Zeit Dauer und Projektplanung in dem Fall bedeutet.

Konkret ist es ja derzeit so, dass ich das Äquivalent zu „Solo" bezahle aber Features von „Standard+" nutze und daher dies nicht mehr unterstützt wird um so hinterrücks die Kündigung des Altvertrages zu erzwingen um dann den neuen Vertrag für viel mehr Geld abschließen zu können.

Ich hätte ja auch kein Problem, wenn man mir sagen würde, dass dies wegen dem neuen Abomodell nicht mehr geht, dass man sich vielleicht noch entschuldigt und vielleicht noch im ersten Jahr einen Rabatt geben würde. Dafür hätte ich sogar Verständnis gehabt muss ich gestehen – ich wäre damit nicht wirklich glücklich gewesen, aber ich hätte dies so akzeptiert. Was ich aber nicht akzeptiere ist so eine Hinhaltetaktik.

Soweit die Schilderung des Lesers, der als IT-Dienstleister mit der Fernwartungssoftware arbeiten muss. Abschließend schrieb er, dass, falls sich bei AnyDesk nichts ändert, er auf eine Alternative wechseln werde. Wie sind eure Erfahrungen inzwischen?

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15 Antworten zu Leidiges Thema AnyDesk, die Lizenzen und deren 7.1-Client …

  1. Christian Krause sagt:

    Ich nutze mittlerweile rustdesk mit eigenem Server.
    Kostenfrei, open source und an Sicherheit durch den eigenen Rustdesk Server nicht zu toppen.

  2. T Sommer sagt:

    Am lizenzmodel und am Preis hat sich bei mir nichts geändert Flexlizenz. Aber auch mir passte der umgang und die Erreichbarkeit der Firma nicht und so habe ich dort gekündigt. Anydesk hat neue finanzinvestoren und deren ziel ist doch maximum profit.
    Derzeit läuft vereinzelt rustdesk im feldversuch. Und sieht gut aus.

  3. Benjamin sagt:

    Ich bin von Anydesk ebenfalls zu Rustdesk gewechselt, weilt sich ständig die Abomodelle geändert haben. Aktuell nutze ich die Public Server von Rustdesk, werde aber in Kürze auch meinen eigenen aufsetzen. Bisher hin und wieder mal kleinere Tastaturlayout Probleme, allerdings nichts, was mich an der Arbeit mit Rustdesk hindert.

  4. Robert sagt:

    Ich bin schon vor einem Jahr zu TeamViewer zurück.

  5. Max sagt:

    Wir haben sowohl TeamViewer als auch AnyDesk lizensiert. Nutzen tue ich ausschliesslich TeamViewer, AnyDesk war schon immer ein klotz am Bein und wenn TeamViewer die neue Oberfläche durchzieht wird Rustdesk der default Weg sein.

    mfg

  6. Martin sagt:

    Ich habe ähnliche Erfahrungen mit dem Custom Clients wie Felix H gemacht. Insgesamt zweimal habe ich beim Support nachgefragt warum die Custom Clients bei Version 7.0.14 verbleiben. Jedesmal kam die Antwort. Sie arbeiten daran.

    Habe auch den Verdacht, dass das veränderete Lizenzmodel ein Problem darstellt.
    Hätte aber dann erwartet dass der Support mich darauf hinweist.

    Werde wohl früher oder später nach einer anderen Alternative umschauen. Aber auch Rustdesk ist nicht umsonst, wenn man die Einstellungen zentral verwalten möchte.

  7. Johannes sagt:

    Ich habe Privat jetzt ein Remotely Server, in meiner aktuellen Arbeit ist diese Thematik über Baramundi geregelt.

  8. Harry sagt:

    Ich werde für unsere Firma AnyDesk auch nicht verlängern. Habe noch mehrere Monate Restlaufzeit, das reicht für den Wechsel. Weiß noch nicht ob ich das per Tactical RMM oder Rustdesk bzw in Kombination beider mache. Aber was ich in März mit AnyDesk erlebt habe war ein absolutes No-Go. Zum Glück hatte ich einen "Plan B", sonst hätten hier Dutzende Kollegen einen Tag nicht arbeiten können. Das wäre ein Schaden gewesen, da braucht man im Grunde nicht über Lizenzkosten für irgendwas nachdenken, aber da es gerade die Lizenz war, die das Problem verursacht hat, weil ich die Fehlerquelle gerne los werden und für wichtiges so weit möglich Software verwenden, die Ihren Dienst nicht eingestellt weil sie glaubt mit ihrer Lizenz würde was nicht stimmen.

    • T Sommer sagt:

      Hatte die selbe meldung, nur weil ich versehentlich 10 cent zu wenig überwiesen hatte. Da könnte man auch mal kurz per mail die kunden darauf hinweisen. Aber die sind für mich geschichte.

  9. Michael sagt:

    das Problem mit den ganzen Services ist dass sie lange gar nicht profitabel sind und lang nur durch Investoren am Leben gehalten werden bzw. überhaupt von denen Neuentwicklungen/Weiterentwicklungen getragen werden und nicht aus dem Cashflow. Irgendwann wollen die Investoren dann Mal ordentlich Profit sehen und dann gibt's halt so Entwicklungen wie bei Teamviewer, die man nun auch bei Anydesk erlebt.

    Bin aber auch kein Fan mehr von Anydesk. Die eigene Sicherheitsinfrastruktur für die Clients (Relays über ständig wechselnde versch. public Cloudanbieter, private CA Certificates statt public CA), macht's sehr mühsam für Firewall exclusions.

    BTW Custom Clients habe ich die selben Erfahrungen machen müssen, dass es schlicht keinen Zugang zu 7.1 gibt.

    Zu Rustdesk der Hauptentwickler sitzt in Singapore und die politische Nähe zu China in der heutigen Zeit verleiht dem Ganzen einen etwas faden Beigeschmack.

    • T Sommer sagt:

      HopToDesk ist US Fork von Ruskdesk falls die US kein Problem wären.
      Und ruskdesk ist open source. Entstanden aus dem unwillen zur coronazeit mit teamviewer und anydesk leistungen.

  10. Takeo Otori sagt:

    Was sich AnyDesk vor paar Monaten geleistet hat, ist unfassbar.
    Ettliche Kunden konnten nicht mehr arbeiten, bekamen keine Lizenz verlängert usw.
    Wir sind jetzt zu PCVisit gewechselt und haben es nicht bereut.
    Aber wegen der Version, wir haben hier schon Anydesk 7.3 ^^

  11. Arch|IT|ekt sagt:

    Bei der Clienterstellung kommt man mit dem Schalter
    _module=anydesk-7.1.11
    immerhin auf diese Version.

    Das hilft mir leider auch nicht weiter, denn alle mit 7.x erstmals hinzugefügten Clients starten nicht per WOL.
    Ändere ich in den Einstellungen mindestens einen Wert, klappt WOL exakt 1x.
    Ältere, noch mit <= 6.x erstellten Clients starten auch mit 7.x weiterhin problemlos per WOL.

    Für mich ist das nur mit einem Datenbankproblem auf der AnyDesk-Seite erklärbar.
    Unserer Lizenz ist Professional-2.

  12. Marcus Hilleke sagt:

    Wir nutzen auch noch Anydesk. Wird aber nächstes Jahr nicht mehr verlängert. Wahrscheinlich wechseln wir dann zu Teamviewer. Die Customclients hängen immer noch bei 7.0.14, zu Supportanfragen kommt einfach keine Rückmeldung und Anydesk macht munter weiter sein Geschäft in Russland. Und da haben wir uns gesagt, dass wir uns von Anydesk dann trennen werden. Derzeitiger Plan ist halt Teamviewer, wobei ich mir den selfhostet Rustdesk mal angucken muss ob das eventuell noch eine Alternative zu Teamviewer ist.

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