Cisco will Monitoring-Plattform Splunk für 28 Milliarden US-Dollar übernehmen


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[English]Die nächste große Übernahme in der IT-Branche steht wohl an. Das US-Unternehmen Cisco hat bekannt gegeben, dass man Splunk übernehmen will. Es ist ein richtig großer Deal, der durch einen Barkauf erfolgen soll. Keine Ahnung, wie dies bei Splunk-Kunden gesehen wird, speziell, wenn dort Cisco eher kritisch gesehen wird. Der Kurs von Splunk ist gestiegen, während die Cisco-Aktien nachgegeben hat.

Splunk ist eine Log-, Monitoring- und Reporting-Plattform, die Daten nahezu jeder Art und aus nahezu jeder Quelle für Benutzer zugänglich und nutzbar macht. Die Plattform durchsucht Logs, Metriken und weitere Daten von Applikationen, Servern und Netzwerkgeräten und indiziert sie in ein durchsuchbares Repository. Der Anbieter wurde von Gartner 2021 zu den Marktführern unter den SIEM-Anbietern gezählt. Die Plattform dürfte bei größeren Unternehmen im Einsatz sein – ich hatte hier etwas über uberAgent Endpoint Security Analytics (ESA) geschrieben, welches zur Datenauswertung in Splunk integriert werden kann.

Nun hat Cisco Übernahmepläne für Splunk bekannt gegeben. Cisco und Splunk haben wohl eine endgültige Vereinbarung für die Übernahme getroffen. Cisco beabsichtigt, Splunk für 157 US-Dollar pro Aktie in bar zu übernehmen, was einem Eigenkapitalwert von rund 28 Milliarden US-Dollar entspricht. Nach Abschluss der Übernahme wird Gary Steele, Präsident und CEO von Splunk, in das Executive Leadership Team von Cisco aufgenommen und berichtet an den Vorsitzenden und CEO Chuck Robbins.

Cisco hofft durch die Übernahme Unternehmen bei der Verbesserung ihrer "digitalen Widerstandsfähigkeit" gegen Angriffe und Sicherheitsvorfälle zu unterstützen. Die Kombination dieser beiden etablierten Marktführer in den Bereichen KI, Sicherheit und Beobachtbarkeit soll dazu beitragen, so die Hoffnung, die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit von Unternehmen zu erhöhen.

Die Übernahme soll laut Reuters dazu beitragen, Ciscos massive Abhängigkeit vom Netzwerkausrüstungsgeschäft zu verringern. Dieses Geschäftsfeld hat in den letzten Jahren unter Problemen in der Lieferkette und einer nachlassenden Nachfrageschwäche nach der Corona-Pandemie gelitten. Die Splunk-Aktien stiegen um 23 % und lagen bei Börsenöffnung 9 $ unter dem Angebotspreis, während die Kurs von Cisco fast 5 % verlor. Der Markt sieht also ein Schnäppchen, was Besitzer von Splunk-Aktien machen können.

Nach einem sprunghaften Umsatzwachstum von fast 40 % im vergangenen Jahr hat Splunk im Jahr 2023 mit einer branchenweiten Abschwächung der Nachfrage zu kämpfen, die durch steigende Zinsen und eine hartnäckige Inflation verursacht wird. Die Aussichten von Cisco werden aber nicht so günstig beurteilt – die Kaufabsicht belastet den Aktienkurs des Unternehmens.


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5 Antworten zu Cisco will Monitoring-Plattform Splunk für 28 Milliarden US-Dollar übernehmen

  1. rpr sagt:

    1)
    Wenn Splunk dann eines Tages die gleiche Qualität wie Cisco liefert wird es bitter.
    2)
    Es gibt eine Demo 500 MB am Tag falls sich jemand das mal ansehen will.
    3)
    Elastic Search (ELK) ist eine Alternative und es gibt für einzelne Facetten / Aufgabenstellungen weitere Alternativen.

  2. Phadda sagt:

    Splunk, das Datengrab… Unsere Top 20 der größten VMs (RAM/CPU/HDD), waren die ersten 13 von 13 Splunk Kisten, dann kam mit deutlichen Abstand erstmal normale Verdächtige. Schon Krass was da an Ressourcen reingebuttert werden kann bzw. wird ;)

    • rpr sagt:

      Nett sind die Tools um die Daten automatisch zu analysieren. Konkert z.B. um Anomalien in Logfiles zu erkennen die auf sagen wir mal Ärger hindeuten können.
      Allerdings wissen die Jungs auch wie man hohe Rechnungen schreibt.
      Gruß

  3. Raphael Groner sagt:

    Willkommen im Zeitalter Big Data.

  4. Daniel sagt:

    Cisco waren das nicht die mit den Schnüffelschnittstellen der 3 Buchstaben Dienste? Na ob die wohl da gleich in Splunk "implementiert" werden?

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