Microsoft Word wird 40

Kaum zu glauben, aber Microsofts Textprogramm Word wird im Oktober 2023 ganze 40 Jahre alt. Es war im Oktober 1983, als die Urversion der Textverarbeitung als Multi-Tool Word für die Xenix-Plattform (ein Unix von Microsoft und SCO) eingeführt wurde. Ursprünglich wurde die Textverarbeitung unter dem Namen Bravo für den Xeros Alto entwickelt. Der Entwickler Charles Simonyi, wechselte 1981 von PARC zu Microsoft und wurde der leitende Entwickler von Multi-Tool Word.


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Das Jahr 1983 markiert den Zeitpunkt, als Multi-Tool Word durch Microsoft sowohl für Xenix als auch für MS-DOS angekündigt und veröffentlicht wurde. Seinerzeit wurde das Programm auf Disketten der US-Computerzeitschrift PC-World verteilt. Ging aber alles weitgehend an mir vorbei, denn auf den IBM-PCs und dessen Clones lief ein Konkurrenzprogramm namens WordPerfect. Ich habe das Teil geliebt, weil die Bedienung recht intuitiv war und diese Textverarbeitung sowohl auf MS-DOS als auch auf Digital Equipment VAX-Rechnern lief.

Microsoft Word 4.x für DOS kreuzte erstmals meinen Weg, als ich erste Buchmanuskripte verfasste und die Verlage diese im Microsoft Word-Format haben wollten. Die ersten Manuskripte hatte ich sogar per Texteditor erstellt, wobei ich ein kleines Basic- oder Pascal-Programm erstellt hatte, um die harten Zeilenumbrüche an den Zeilenenden halbautomatisiert zu entfernen (ich musste jeweils über zwei Tagen entscheiden, ob der Zeilenumbruch am Zeilenende weg und am Absatzende bleiben sollte). Waren wilde Zeiten damals – und irgendwann musste ich dann mit Word für DOS 5.x ein Buchmanuskript zu DR-DOS 5.x verfassen. War für mich irgendwo der reinste Krampf, aber funktionierte – nur, wenn ich konnte (z.B. in der Firma) verwendete ich WordPerfect für die Dokumenterstellung.

Das war sogar noch der Fall, als die Textverarbeitungsprogramme für das damalige Windows portiert wurden und eine komplette grafische Oberfläche hatten. Ich erinnere mich noch an Word 2.0 für Windows, was ich aber nie produktiv eingesetzt hatte. Das muss so um das Jahr 1993 gewesen sein. Mit Word 97 und Word 2000 für Windows habe ich aber jahrelang Manuskripte erstellt. Zu diesem Zeitpunkt spielte WordPerfect bereits keine Rolle mehr, Microsoft hatte mit seinem Office-Paket, welches seinerzeit Word, Excel und PowerPoint, teilweise auch Access, enthielt, den Markt erobert.

Die große Zäsur kam, als Microsoft mit Word 2007 für Windows auf das Menüband (Ribbon) mit Registerkarten wechselte und auch ein neues Dateiformat einführte. Ich habe zwar zu allen Versionen von Word (ab Word 5 für Windows bis Word 2021) irgendwelche Manuskripte zu Office, Excel, Access, Word etc. erstellt. Diese wurden aber bis zum heutigen Tage mit Word 2000 unter diversen Windows-Versionen verfasst. Hintergrund ist, dass die vielfältigen Macros und Dokumentvorlagen zur Manuskripterstellung ab Word 97 mit der Ribbon-Oberfläche nicht mehr wirklich richtig funktionierte.

Zweiter Grund, warum ich bei Word 2000 als Produktiv-Tool geblieben bin, war, dass die Microsoft Entwickler und Designer ab Word XP einerseits eine Aktivierung einführten, die bei häufiger erforderlichen Neuinstallationen immer wieder zu Problemen führte. Und es begann dann mit der "Verschlimmbesserung der GUI von Word". Wo ich bei Word 2000 noch Dialogfelder mit beschrifteten Symbolen hatte, zogen mit Word 2003 irgendwelche Icons ein.

Ich erinnere mich an die Funktion zur Übernahme von Textänderungen, die ich bei lektorierten Manuskripten benötigte, um ggf. bis zu 1.000 Manuskriptseiten auf die Korrekturen der Lektoren durchzusehen und deren Änderungen zu übernehmen oder zu verwerfen. Bei Word 2003 war es das erste Mal, dass ich völlig entnervt aufstecken musste, weil ich immer die falsche Schaltfläche zur Übernahme oder Ablehnung der Korrekturen angewählt hatte. Ich habe die Manuskript-Korrektur an einem anderen Rechner mit Word 2000 durchgeführt. Das war der Punkt, an dem ich zwar zu neuen Word-Versionen Buchmanuskripte verfasste, diese aber auf einem separaten Rechner oder mittels virtueller Maschinen installierte und auf dem Arbeitsrechner mit Word 2000 arbeitete.

War ein weiter Weg, von Word für DOS zu den heutigen Word-Versionen mit Menüband und zahlreichen optischen Gimmicks, die aber von der Produktivität – zumindest aus meiner Sicht – keinen wirklichen Fortschritt mehr brachten. Speziell bei den Office-Versionen 2010 – 2021 habe ich bei der Überarbeitung der Buchmanuskripte genau erkennen können, wie wenig Microsoft unter der Haube funktional geändert hatte. Nur auf der Oberfläche wurde mit neuen, bunten Icons, geänderten Bezeichnungen und Cloud-Anbindung experimentiert. Doof war, wenn plötzlich Funktionen nicht mehr gingen und man herausfinden musste, wie das dann doch funktionierte.

Mit dem Ansatz von Office 365 und den dort enthaltenen Anwendungen samt dem Ansatz, "Verbesserungen" monatlich oder halbjährlich auszurollen, hat sich dies nochmals verschärft. Häufig schleichen bei solchen Updates Fehler in die Anwendungen, so dass die Anwender jeweils testen müssen, woran das nun liegt.


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Schwank am Rande: Als Microsoft Office 365 eingeführt wurde, machte Microsoft so gut wie keine Werbung für das Produkt. Als Community-Moderator und Autor diverser Office-Bücher wurden wir von Microsoft so ca. 1-2 Wochen nach dem Marktstart überhaupt erst in einer Online-Sitzung gebrieft, was dieses Office 365 überhaupt sei. Kam mir so vor, also ob Microsoft das Produkt verschämt unter dem Ladentisch halten wollte.

Aber diese Zeiten sind nun vorbei, und die junge Generation kennt nur noch Office 365 und Software as a Service. Und wenn ich mich erinnere, dass Office-Pakete so kurz vor der Jahrtausendwende über 1.000 DM gekostet haben, hat sich preislich auch einiges getan – heute wird für ein paar Euro monatlich die Office-Suite gemietet. Die Geschichte von Word lässt sich im Detail in der Wikipedia nachlesen. The Register hat hier einen englischsprachigen Beitrag zur Geschichte von Word veröffentlicht. Von heise gibt es diesen Beitrag zum Thema. Und wie sind eure Erinnerungen an Word?


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15 Antworten zu Microsoft Word wird 40

  1. Mark Heitbrink sagt:

    040-Quersumme 5, mindestens 2 Zahlen größer 0

  2. R.S. sagt:

    Ich habe mit Word 6.0 für MS-DOS angefangen, aber schon kurze Zeit später kam Windows und damit Word 6.0 für Windows.
    Word für DOS fand ich von der Bedienung her furchtbar, habe damit ungerne gearbeitet.
    Damals habe ich dann Office 4.2 gekauft, da war Word 6.0 für Windows mit drin. War wesentlich besser als die DOS-Version.
    War damals eine Sonderedition mit Soundblaster Soundkarte und CD-ROM-Laufwerk als Beipack. Office war da auf einer CD mit im Karton.
    Diese Sonderedition wurde deutlich günstiger angeboten als das reguläre Officepaket.

    Später gabs dann Office 95, Office 2000 und Office 2010.
    Word 95 hatte ich noch jahrelang auf dem Rechner, weil damit die Tabellenerstellung, insbesondere, wenn die Tabellen pro Zeile/Spalte immer wieder wechselnde Zellengrößen haben, sehr viel einfacher ist als es bei Word 2000 und später der Fall ist.
    Gebraucht habe ich das damals häufig für die Vorlagenerstellung von Formularen.
    Vor MS Word habe ich WordStar benutzt.
    Ich hatte auch mal das Office-Paket "OpenAccess 3" (https://de.wikipedia.org/wiki/SPI_Open_Access) auf dem Rechner.
    Insbesondere die Datenbank war rel. leistungsfähig und wurde für diverse Auswertungen (z.B. Kundenmarketingauswertungen im Auftrag von Klienten) verwendet.

  3. Rene sagt:

    Was ich gerade bei MS-Office so spannend finde ist, dass die Version, die ich damals um 1990 benutzt habe und auf eine paar Disketten gepasst hat, nicht wirklich soviel weniger konnte wie das aktuelle MS-Office.
    Okay, das Cloud Gedöns und Diktierfunktion gab es damals nicht. Aber das, was ich damals genutzt habe, nutze ich auch heute nur.

  4. Steter Tropfen sagt:

    Word für DOS habe ich als Azubi per Crashkurs gelernt und bin dabei erstmals einem völlig fremden Symbol begegnet: ¶ – unästhetisch, nichtssagend, aber dauerhaft.
    Das Programm hat seinerzeit in der Firma zahlreiche Schreibzimmerdamen um den Arbeitsplatz gebracht: In immer mehr Büros stand neben dem Terminal-Bildschirm plötzlich ein PC, der nach dem Hochfahren ein Auswahlmenü „1= Lotus Tabellenkalkulation, 2=Microsoft Word, 3=dBase" zeigte.
    Bei der damaligen Festbreiten-Bildschirmschrift verwirrte Word mit einer Layout-Ansicht, die einfach nur zusätzliche Leerzeichen einschmuggelte, um die Zeilenumbrüche naturgetreu darzustellen, kursiv oder spezifische Schriftgröße war nicht darstellbar. Häufige Abstürze erzogen dazu, mechanisch alle paar Minuten mit Strg+S zwischenzuspeichern. Aber wenn man sich erst mal eingearbeitet hatte, war Word für damalige Ansprüche ganz brauchbar. Manche Kollegen taten sich freilich schwer, nicht reflexhaft die Zeilenschaltung zu drücken, wenn der Text sich dem Bildschirmrand näherte.

    Auf meinem ersten eigenen PC lief wenige Jahre später aber WordPro von Lotus, bereits in vollem WYSIWYG, also Schriften und Layout so, wie sie später aufs Papier gedruckt wurden. In der Bedienung wieder eine Umstellung, aber erheblich moderner als Word 95/97/2000/2003. WordPro wurde bereits anno 2000 mit Headset und Spracherkennung geliefert!
    Word hat(te) die nervtötende Marotte (besonders bei Layouts mit textumflossenen Grafiken), sich am Seitenende partout nicht entscheiden zu können, wie es den Text umbricht. Das letzte Wort oder die letzte Silbe hüpfte hin und her – sogar wenn es schon am Drucken war, überlegte Word es sich mittendrin anders und zog das Wort vom Seitenanfang wieder zurück, so dass es ungedruckt blieb und alle übrigen Seiten im Layout verzogen wurden. Schon damals lernte ich, über MS zu fluchen…

  5. wussteesmal sagt:

    Meine Anfänge mit der Textverarbeitung begannen mit Word 4.0 auf einem 286er. Gefolgt von Word 5.0 und 5.5 (bei uns die letzte DOS-Variante). Auf einem 386er (IBM PS/2) ging es dann mit Word für Windows 1.0 los. Ich kann mich auch noch an unsere erste Office-Version 4.irgendwas erinnern. Was für ein Installationsorgie. 55 3½" HD-Disketten. Gab es auch auf 3½" DD-Disketten oder 5¼" HD-Disketten.
    Die letzte Version, mit der noch einigermaßen vernünftig zu arbeiten war, war die 2003. Danach mussten für die gleiche Aufgabe immer mehr Mausklicks her. Heute ist man nur noch genervt.

  6. Ralf sagt:

    Nutze schon seit 10 Jahren nur GoogleDocs. Immer und überall verfügbar. Gute Bedienung und zuverlässig. Für mich das beste Paket.

  7. mw sagt:

    Word war schon in den 1980ern das schlechteste Textprogramm und ist es bis heute auch geblieben. Wir hatten Lotus Manuscript im Einsatz, nicht WYSIWYG, aber schnell, zuverlässig und das Ergebnis war perfekt. Grafik kam von Lotus Freelance. Alles unter DOS versteht sich. Die Welt war damals um vieles einfacher aber die Ergebnisse von 1986 können locker mit dem Quatsch von heute mithalten.
    https://web.archive.org/web/20070801053719/http://www.lionhrtpub.com/orms/orms-6-06/forum.html

  8. enrgy sagt:

    erinnere mich nur noch, daß Word für DOS auf meinem ersten PC sagenhafte 4 (!) MB von der 21MB-Seagate Festplatte "verschlang".
    Für 4 MB konnte das Tool aber schon reichlich viel – nehmt das, ihr Hipster-Programmierer!

  9. Uwe sagt:

    Ich habe in den 80ern mit Wordstar unter CPM angefangen.
    Die PCs hatten um die 16 – 32 kB RAM und eine 5,25" Floppy.
    Die Wordstar-Texte konnten problemlos ein Mehrfaches so groß sein wie der RAM. Beim Scrollen im Text musste man nur kurz warten und schon lud die Floppy die nächsten Seiten.

    Umso größer war später mein Erstaunen, wo MS Word bei inzwischen mehreren MB Arbeitsspeicher meinte, mein Dokument sei zu groß, der Speicher reiche nicht.
    Auch ich meine, MS Word ist großer Mist.
    Privat nutze ich Libre Office und erziehe auch meine Kinder so.
    In der Firma ist es leider komplizierter wegen diverser Macros und direkter Programmverknüpfungen.

    Eine Schreibmaschine ist eine Schreibmaschine.
    Ob da nun Word 2000 oder Word 365 drüber steht, ändert am wesentlichen Funktionsumfang wenig.

  10. 1ST1 sagt:

    Meine erste Textverarbeitung, die ich ernsthaft nutzte, war Vizawrite auf dem Commodore 64. Mit 40 Zeichen Darstellung und halt nur 64 kB RAM war das doch sehr eingeschränkt und war fast so weit weg von What-you-see-is-what-you-get wie das Display auf einer Speicherschreibmaschine, und das Ergebnis war qualitativ auch sehr vom verwendeten Drucker abhängig, weil dessen nadelige Schriftarten verwendet wurden, NLQ (9-Nadler) oder LQ (24-Nadler) waren rückblickend nicht so der Brüller, aber man kannte es nicht besser. Ich nutze das anfangs in der Berufsausbildung um meine Berufsschulnotizen Abends in eine ansehbare Form zu bringen, selbst einfache mathematische Formeln aus dem Physikunterricht konnte ich damit irgendwie doch "setzen".

    Immerhin gab es da – noch auf dem C64 einen kleinen Fortschritt, Printfox. Die Bedienung war identisch zu Vizawrite, außer dass das Programm grafische Zeichensätze für den Ausdruck nutzte und den Drucker ordentlich quälte, in dem jede Zeile im Grafikmodus mehrfach leicht versetzt bedruckt wurde, dünnes Endlospapier wurde da wellig und bei frischen Farbband bis zur Rückseite durchgefärbt. Das Drucken war nicht nur wegen dem Geräuschpegel des STAR NL 10 eine Qual, sondern weil der C64 eben nur 64 KB hat, das reicht, um eine halbe A4-Seite erstmal im RAM zu rendern, den Drucker kreischen zu lassen, und dann die andere Hälfte. Ein 20 Seitiges Referat für die Berufsschule mit Grafiken auszudrucken war da schon der Horror, aber das Ergebnis konnte sich (für einen 9-Nadler) durchaus sehen lassen.

    Die Qual dauerte nicht lange, da stand dann ein nigelnagelneuer ATARI 520ST auf dem Tisch, erst mit 1ST Word Plus, welches erstmal wieder im Textmodus druckte, aber schon Bildchen vom Text umfließen lassen konnte, und dann Signum!, welches wiederum den Nadeldrucker (es wurde zunächst ein 24-Nadler, der den NL10 ablöste!) mit unzähligen vorskalierten Pixelzeichensätzen zum Kreischen brachte und bessere Ergebnisse brachte als damalige 300 dpi Laser, naja, Ok, man musste auch hier dickeres Papier verwenden, damit es sich nicht wellen konnte. Später dann ein Canon-Bubblejet, der war schän leise, aber man musste Signum! einbremsen, denn sonst sammelte sich durch den mehrfachdruck (bis zu 6x über eine Zeile!) so viel Tinte auf dem Papier, dass sie weglief. Es gab da noch ein anderes kleines Textverarbeitungsprogramm an das ich mich gerne zurückerinnere, das behrrschte mit den Druckerzeichensätzen Proportionalschrift, Blocksatz und zweispaltigen Druck in einem, dazu musste man aber bei einem neuen Druckermodell den Druckerzeichensatz mit dem Lineal ausmessen und die Breite von jedem Zeichen in der Druckerverwaltung händisch eingeben, aber hatte man das mal gemacht, war das Ergebnis für Druckerzeichensatz-Druck der Hammer, insbesondere mit einem Tintenstrahler. Und es hatte zwei Funktion, die es in keine weitere Textverarbeitung schafften, die man durchaus vermissen könnte: Rechteckige Textauswahl (also nicht Zeichen oder zeilenweise) und "Rechnen im Text" – einfach ein paar Zahlen mit Rechenzeichen untereinander oder nebeneinander schreiben, markieren und Zack das Ergebnis stand dahinter oder unten drunter. 14-7+8*-2=-9 *fupp*

    An der Stelle kann man es eigentlich bei der Weiterentwicklung von Grundfunktionen von Textverarbeitungen belassen, alles was später raus kam, kann auch nicht mehr zu Papier bringen, Text, Tabellen, Grafiken, automatische Seitennummerierungen, Kopf. und Fußzeilen, Fußnoten, Quellenverzeichnisse, Inhaltsverzeichnisse. Und das alles auf dem Atari schon mit einer Maus-bedienbaren GUI, während PC-Nutzer über die Spielzeugmaus milde spöttelten, man musste sich nicht an zehnmillionen kaum erklärbaren Wordstar-Tastenkombinationen erinnern oder Escape drücken, um in Word vom Texteingabe in das verschwenderisch große Menü unten (!) zu springen. Andere Hersteller als Microsoft hatten da schon – selbst im Textmodus – das Pulldownmenü erfunden! Mein Lieblingseintrag im Word 5(.5) Menü ist übrigens "Quitt" – wer hat sich den Blödsinn ausgedacht?

    Aber eins muss man Word für DOS lassen, es kommt mit der umfassensten Treibersammlung für textbasierte Drucker daher, die man sich nur vorstellen kann, egal ob zeitgenössische Nadel, Tinte, Typenrad, Laser, man bekommt sie damit alle so optimal wie die jeweilige Drucktechnologie es zulässt ans Laufen. Wers braucht, komplettes 5.5er Installationspaket findet sich bei vetusware.

    Auf Windows PCs hab ich dann so ab kurz um die Jahrtausendwende herum alles durchprobiert, was mir so in die Finger kam, Starwriter/Office, Amipro, Wordperfect (das kannte ich schon vom Atari, der Originalkarton steht im Regal), Open/Libreoffice (als Nachfolger von Star*) und natürlich auch sämtliche Iterationen von MS-Office seit … 95 bis zum aktuellen O365 womit ich sowohl beruflich als auch privat arbeite. Daheim hab ich nen 386er stehen auf dem inzwischen unter Win 3.11 auch Winword 2.0 läuft – der ebenfalls installierte Starwriter 2.0 (findet ihr auch bei vetus) ist aber deutlich besser. In das Dilemma mit "Makros", dass jetzt Hr. Born so quält, habe ich mich nie gestürzt. Was mich aber immer geärgert hat, war die nicht so wie angepriesene Kompatiblität zwischen MS und Open/Libre, hab daheim ein über 700 seitiges Manuskript, welches ich einst aus Lizenzgrund abwechselnd in Word auf dem Desktop und Writer auf dem Notebook bearbeitet habe, zur ausschließlichen Nutzung von Libre konnte ich mich nie durchringen weil das mit so einem Wälzer nicht so doll lief, diese "tolle" Kompatiblität zwischen den Word 2007 und damaligem Writer hat die Formatierungen, selbst simpelste Sachen, immer wieder kaputt gemacht. Jetzt mache ich da gelegentlich dran weiter und das ausschließlich in Word 365 und ich finde immer noch Reste der Verhunzung durch Libre. Und selbst wenn ich das "Monster" heute in Libre importiere bekomme ich wieder die Krätze, weil es die Formatierungen immer noch nicht 1:1 übernehmen kann. Word ist und bleibt der Maßstab, das ist nicht wegzudiskutieren, und bevorzugtes Einfallstor für Viren.

    • Daniel sagt:

      Nix gegen Nadeldrucker man kann sie auch heute noch im Jahr 2023 zum Ausdrucken von Texten nutzen. Zu konkurenzlos niedrigen Kosten, ein Farbband kostet so um die 5 6 Euro. Für kleine Druckmengen privat ist das nicht zu schlagen.

      • 1ST1 sagt:

        Nein, nichts gegen Nadeldrucker, den NL-10 hab ich noch, und auch diverse andere, sogar zwei Typenraddrucker. Aber die mit Printfox und Signum! zu quälen ist immer noch derb.

        Aber so billig wie mit meinem Brother HL-1450 Laser geht es auch damit nicht, denn der hat auch schon über 20 Jahre runter und ich habe noch 5 Trommeln und Tonerpackungen dafür, die mal bei einem Kunden entsorgt wurden, weil deren HL-1450 "zu alt" wurde.

    • nicht_mein_normaler_alias sagt:

      Habe auf dem Atari 520+++ (Hardware-Updates wie RAM-Bank auf 8MB, 16MHz, Autoswitch Overscan und externer, programmierbarer Tastatur – wie wennze fliechst!) und (recht schnell dann) einer Megafile 20 begonnen und zeitnah Signum!2 kennen gelernt und sofort geliebt. Ich habe sogar passende ACCs und weitere Programme dazu entwickelt und mein erstes Geld damit verdient. Und den Kopf über meine Kommilitonen geschüttelt, die mit Word immer über die unterschiedlichen Umbrüche beim Ausdruck ihrer Arbeiten fluchten (nebst Einkleben ihrer handgemalten Formeln). Gnaz abgesehen von dem Augenkrebs auf Bernsteinmonitoren…

      Word 97 kam dann bei der Promotionsarbeit '98 auf dem Mac, und die Leistungsgrenze war bald erreicht, da viele (>100) Grafiken enthalten waren – alles Scans. Anekdote: Ich musste alle Scans in den Belegexemplaren der Profs wieder mit analogen schwarzweis-Foto-Abzügen (!) überkleben, da die Prüfungsordnung noch keine bildhaften Ausdrucke (geschweige denn mein PDF) anerkannte (nur "Fotos" waren echt, Schutz vor Manipulation und so… blah!). Ich habe dann einfach alle Scans auf den Seiten des Dokuments skaliert vom Bildschirm wieder abfotografiert, weil diese dann alle die gleiche, richtige (eine) Größe hatten und so direkt wieder ausbelichtet und in die Ausdrucke an passender Stelle aufgeklebt werden konnten. Trotzdem Extrarunden in der Dunkelkammer und eine Woche Arbeit für nix. Das nächste Semester nach mir hatte es einfacher… B-)

      Word 2000, was ich nach meiner Mac-Zeit viele Jahre auf PCs verwendete, lässt sich nun auch unter Linux mit wine installieren, aber seit längerem bin ich mit der Löhnware TextMaker (von Softmaker Office) und parallel LibreOffice echt zufrieden. Doktorarbeiten muss ich ja keine mehr schreiben, für die paar Briefe oder Ausdrucke für die Kinder reicht's ;) TextMaker kann ja Ribbons und "klassische" Menüs, beruflich bin ich aber auf Ribbons festgenagelt, also werden diese nun auch bei TM verwendet. Kommt aber privat immer seltener vor, wann schreibe ich schon mal Briefe, außer vielleicht Kündigungen ;)

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