Windows: Drei weitere Funktionen im Nov. 2023 abgekündigt

Windows[English]Microsoft hat zum 3. November 2023 erneut drei Funktionen aus Windows als "veraltet" (deprecated) erklärt (neowin ist es aufgefallen). Das bedeutet, diese Funktionen werden nicht weiter entwickelt und fallen irgendwann aus Windows 11 (oder dem Nachfolger) heraus. Neben dem Computerbrowser-Treiber und -Dienst dürfte der WebDAV-Client samt -Dienst einigen Nutzern etwas sagen.


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Microsoft hat die Abkündigungen von Anfang September 2023 auf dieser Webseite noch mit einigen Details ausgeschmückt. Hier die Zusammenstellung:

  • Computer Browser: Der "Computer Browser"-Treiber und -Dienst sind veraltet und basiert auf einem veralteten und unsicheren Gerätelokalisierungsprotokoll. Dieses Protokoll, der Dienst und der Treiber wurden erstmals in Windows 10 mit der Entfernung des SMB1-Dienstes standardmäßig deaktiviert. Weitere Informationen zu Computer Browser finden Sie unter MS-BRWS Common Internet File System.
  • Webclient (WebDAV) Service: Der Webclient (WebDAV) Diest ist veraltet und wird eh nicht standardmäßig gestartet. Mehr Informationen gibt es unter WebDAV – Win32 apps.
  • Remote Mailslots: Das Remote Mailslot-Protokoll ist eine veraltete, einfache, unzuverlässige und unsichere IPC-Methode, die erstmals in MS DOS eingeführt wurde. Dieses Protokoll wurde erstmals in Windows 11 Insider Preview Build standardmäßig deaktiviert. Weitere Informationen zu Remote Mailslots finden Sie unter About Mailslots und [MS-MAIL]: Remote Mailslot Protocol.

Auf der Webseite der Abkündigungen findet sich übrigens auch der Hinweis von Oktober 2023, dass VBScript abgekündigt wurde und als veraltet gilt. In zukünftigen Versionen von Windows wird VBScript als Feature on demand verfügbar sein, bevor es irgendwann aus dem Betriebssystem entfernt wird. Weitere Informationen finden Sie unter Resources for deprecated features. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch WordPad abgekündigt (siehe meinen Beitrag hier).


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28 Antworten zu Windows: Drei weitere Funktionen im Nov. 2023 abgekündigt

  1. Andreas F. sagt:

    Also ich sehe in den 3 Sachen jetzt kein Problem. Im Gegenteil finde es gut, daß auch mal etwas aufgeräumt wird. Man muss nicht jeden Zombie am Leben halten.

  2. Wolfgang sagt:

    Oh, dass Mailslots jetzt wegfallen ist aber ärgerlich! Da gibt es noch etliche Programme, die das nutzen. Da wird es Heulen und Zähneklappern geben, bin ich mir sicher.
    Das diese Methode des Nachrichtenaustauschs zwischen Programmen unsicher sei, bezieht sich aber doch sicher darauf, dass man nicht sicher sein kann, ob eine Nachricht angekommen ist und nicht auf Gefährdung des Computers.

    Das Einstellen von Mailslot wird einigen Leuten nicht gefallen!

  3. Johnny sagt:

    Webdav kommt weg? Das ist erbärmlich. Gibt es da alternative Clients oder kann das Ranzsystem das dann gar nicht mehr?

    • Fred sagt:

      WebDAV kommt weg?!? naaa toll….
      wenn man viel unterwegs ist, finde ich WebDAV super, um damit auf die Daten der Shares im heimischen NAS über den Explorer zuzugreifen.

    • Franz sagt:

      Da freuen sich die IONOS HiDrive-Kunden: Das günstigste Paket ist nur mit WebDAV nutzbar.

      Da hilft es auch nicht viel, wenn es Alternativen gibt: SMB, Rsync, GIT, SCP, SFTP, FTP (falls Windows das alles unterstützt?)

      • Bytemaster sagt:

        Ein Grund mehr für das gute Linux ;-)

      • Philipp sagt:

        Also WinSCP beherrscht WebDAV (Cyberduck ebenfalls) und für automatisierte Uploads über die Kommandozeile verwende ich lftp. Also kein wirkliches Problem.

      • R.S. sagt:

        Klar, SMB wird auf jeden Fall unterstützt, ist ja eine Microsoft-Erfindung.
        Auch FTP kann jedes Windows, aber nur über die Kommandozeile.
        Wer eine GUI dafür braucht, installiert eben z.B. Filezilla.
        Auch für die anderen Sachen gibts Programme für Windows.

        • Rocco Siffredi sagt:

          Die Aussage, dass man FTP in Windows nur über die Kommandozeile verwenden kann und ggf. eine externe Anwendung wie Filezille benötigt, stimmt nach meiner Erfahrung so nicht.

          Ich kann mich über den ganz normalen Datei-Explorer mit jeder FTP-Seite verbinden. Beispiel: ftp://benutzername:passwort@IP-Adresse/. Je nachdem wie die Zugriffsrechte definiert sind, kann ich so Dateien auf und von einem externen Server laden, als wäre es von einer internen Festplatte auf eine andere.

          Ich hoffe, dass Microsoft diese Möglichkeit nicht auch noch demnächst abdreht.

    • Andy (007 aus Wien) sagt:

      Microsoft killt Webdav? Ich brauche das aber. Kann man das dann nachinstallieren?

      Wird Windows zu einer Art Schießbudenfigur für Redmond?

  4. Frank sagt:

    IP ist auch veraltet, wurde 1974 erfunden. Könnte man mit der Logik auch rausschmeißen. Warum ist eigentlich alles Bewährte veraltet? Wie alt war nochmal Windows??

    • R.S. sagt:

      Irgendwann in der fernen Zukunft wird die Unterstützung für IPv4 sicher entfernt werden. Dann gibt es nur noch IPv6.

      • Daniel sagt:

        Dann nutzt man halt Linux für IPv4. Nur weil Microsoft etwas nicht mehr haben will heißt es eben NICHT dass es schlecht ist oder die Benutzer es nicht mehr haben wollen. Microsoft ist nicht der Nabel der Welt.

        • R.S. sagt:

          Das wird dir dann nur noch intern helfen, wenn das komplette Internet auf IPv6 umgestellt wurde.
          Das wird sicher nicht in den nächsten 10 Jahren passieren, aber ich schrieb ja "in der fernen Zukunft".
          In 20-30 Jahren wird sicher keiner mehr IPv4 benutzen.

  5. Mark Heitbrink sagt:

    Heult leiser!

    seit Jahren kotzt ihr, das Windows der unsicherste Mist ist, den es gibt, u.A. weil er die ganzen Altlasten für sein Ökosystem bereithält. Abwärtskompatibel bis zum Erbrechen.

    Dann räumen sie auf und beerdigen alten Schei** und wieder wird geheult.

    Webdav? es gibt seit 30 Jahren VPN, Webdav braucht keine Sau. Wireguard ist sogar in der Fritzbox angekommen.
    Ionos HiDrive im günstigsten Paket? Nischenprodukt.

    entschuldigt, aber vielleicht muss das Ökosystem sich nach 20,25 oder 30 Jahren Mal bewegen und alte Methoden korrigieren.
    Euer Betriebsrisiko ist nicht Microsoft, die es abschalten, sondern eure Software und Anwendung, die seit 20 Jahren nicht modernisiert wurde.
    der Entwickler ist Tod? Kauf was Neues, das hat ja vor 25 Jahren auch geklappt

    • McClane sagt:

      Tja, Software ist auf dem neusten Stand.
      Leider hat Microsoft für Leute die Sharepoint 2019 On-Premise einsetzen kein Interesse gezeigt, nach dem Abschalten des IE, dafür zu sorgen das Leute auch mehr als eine Datei gleichzeitig in den Sharepoint laden zu können.
      Das ging nur noch über WebDAV. Oder im Sharepoint Online. Aber der ist aus mehreren Gründen keine Alternative.
      Und nu?
      Alles wieder zurück ins Filesystem und ciao Sharepoint.

      • Mark Heitbrink sagt:

        Was hindert dich daran den IE im RDS als RemoteApp bereitzustellen?
        Dann merken die Anwender nicht mal, das es keine lokale Anwendung ist …

  6. Gustav sagt:

    Ich werde den Computer Browser vermissen! Er hat mir in meinem Leben schon so viel Ärger bereitet. Allerdings hat er mir damals die Tür geöffnet zu der Firma, wo ich seit 12 Jahren arbeite: Die IT-Bude, die damals die Firma "betreut" hat, hat das Netzwerk wesentlich auf dem Computer Browser aufgebaut. Und der Master ist damals ständig zwischen zwei Netgear-NAS hin und her gesprungen. Das führte zu heftigen Problemen. Zusätzlich zu dem damals schlecht eingerichteten DNS-Server auf einer pfsense-Firewall und inkonsistent gepflegten hosts-Dateien (!) auf einigen Workstations.

    Da war ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Ich konnte schnell Abhilfe schaffen, indem ich die Computer Browser-Dienste auf den NAS deaktiviert habe und den DNS-Server von der Firewall auf einen Windows-Server umzog. Und indem ich den Mitarbeitern beibrachte, dass sie zum Zugriff auf Freigaben den Hostname eintippen oder sich eine Verknüpfung irgendwo hinlegen sollen, anstatt die unzuverlässig funktionierende Rechnerliste in der "Netzwerkumgebung" zu nutzen (die auf dem Computer Browser basiert, der aus meiner Sicht schon vor 12 Jahren "kaputt" war und schon längt hätte abgeschafft gehört).
    Kurz danach habe ich zusammen mit einem richtigen Systemhaus ein AD eingerichtet und von der IT-Bude hat man sich schnell getrennt.

  7. Rocco Siffredi sagt:

    Über die – wenn ich das richtig verstanden habe – angekündigte Abschaffung von VBScript bin ich alles andere als erfreut. Ich habe mir im Laufe der Jahre zahlreiche kleine Helferlein mit VBScript programmiert, die mir kleine aber oft lästige und immer wiederkehrende Aufgaben per Mausklick erledigen.

    Eines dieser Scripts überprüft, ob der FTP-Dienst ausgeführt wird. Je nach Ergebnis fragt mich dann ein Dialog ob ich den Dienst aktivieren bzw. deaktivieren möchte und informiert mich zum Abschluss noch über den erfolgreichen Start oder die Beendigung des Dienstes. So kann ich jemandem per Mausklick sehr Zeitsparend den Zugang zu einem vordefinierten Ordner auf meinem Rechner per FTP und IP-Adresse gewähren um Dateien hoch- oder herunterzuladen. Nach der erfolgten Transaktion wird der Dienst einfach wieder per Mausklick beendet und der Zugang ist deaktiviert.

    Ein anderes Script liegt auf einer Funktionstaste meiner Maus und deaktiviert mir in Notfällen per DEVCON den Netzwerkadapter. Dadurch wird schlagartig jeglicher unerwünschter Datenverkehr unterbunden. Ein erneutes Ausführen des Scripts aktiviert den Adapter dann auch wieder.

    Auch diverse Logins erledige ich gerne mit VBScript. Ich möchte nicht auf VBScript verzichten.

    • Michael sagt:

      Welchen Grund gab's für VBScript und gegen Powershell? Also kann man das, was du brauchst, nicht auch mit Powershell abbilden? Kenne mich mit VBscript überhaupt nicht aus, deswegen kann ich nicht beurteilen, was es da evtl. besser macht.

      • Rocco Siffredi sagt:

        Das Script an sich führt bloß eine in eine EXE mit Administratorrechten ausgestattete, konvertierte CMD aus, die folgendes ausführt:

        @echo off
        %~dp0\devcon status PCI\CC_0200 | find "running" > NUL
        if errorlevel 1 goto ENABLE
        %~dp0\devcon disable PCI\CC_0200
        goto END
        :ENABLE
        %~dp0\devcon enable PCI\CC_0200
        :END

        Die Deaktivierung des Adapters dauert so eine halbe Sekunde und hat sich in der Praxis schon einige Male bewährt. Ob man das in der Zeit auch mit der Powershell realisieren, bzw. automatisieren kann, weiß ich (noch) nicht.

    • Ralph D. Kärner sagt:

      "Ein anderes Script liegt auf einer Funktionstaste meiner Maus und deaktiviert mir in Notfällen per DEVCON den Netzwerkadapter."

      man Risikokompensation

      Du wirst in keinem Fall schneller mit Deinem Finger sein als Software X auf Deinem Rechner, wenn es darum geht, Daten auf Deine Maschine oder von Deiner Maschine zu bringen. Du wirst höchstens leichtsinniger, weil Du glaubst, einen Notausknopf zu haben, der Dich im Zweifel schon retten wird.

      • Rocco Siffredi sagt:

        Auf die reguläre Art (Gesamtdauer ca. 5 Sekunden):

        1.) Rechtsklick auf das Netzwerksymbol in der Taskleiste
        2.) Klick auf „Netzwerk- und Interneteinstellungen"
        3.) Klick auf „Erweiterte Netzwerkeinstellungen"
        4.) Klick auf „Deaktivieren"

        Auf meine Art (Dauer 0.5 Sekunden):

        Klick auf die Daumentaste meiner Maus. Der Daumen liegt dort sowieso immer auf.

        „[…] Du wirst in keinem Fall schneller mit Deinem Finger sein als Software X auf Deinem Rechner […]"

        Ich denke schon.

        • Ralph D. Kärner sagt:

          Das denke ich nicht, Tim. (um einmal aus einer nicht ganz unbekannten Serie zu zitieren). Du verwechselst hier den Bremsweg mit dem Anhalteweg. Und selbst der reine Bremsweg wäre zu lang.

          Aber es ist schon ultrawichtig, einen Notausknopf zu haben, wenn man per Script jeden beliebigen Teilnehmer per ftp auf seinen Rechner lässt, das sehe ich ein (an dieser Stelle dann Ironie OFF)

          Ich hoffe, Du hast nicht ernsthaft einen Job innerhalb der IT mit Verantwortung.

  8. Ralph D. Kärner sagt:

    Ich verstehe die Aufregung nicht. Es ist völlig in Ordnung, wenn Microsoft auf Dinge in seinem System verzichtet, die gebraucht werden. Bessere Argumente für einen Systemwechsel kann es gar nicht geben. Mir fällt zudem kein Grund ein, WebDAV im Betriebssystem haben zu müssen. Oder im NAS. VPN existiert. Namensauflösung für dynamische IP-Adressen auch. Und was VBS kann, kann Powershell ganz sicher auch.

    • Bytemaster sagt:

      "Bessere Argumente für einen Systemwechsel kann es gar nicht geben"

      genau, also ab zu Linux, BSD oder ggf MacOS :-)

      • Ralph D. Kärner sagt:

        Mit Betriebssystemen ist es wie mit Politikern: Du kannst alle in einen Sack stecken und mit dem Knüppel blind drauf hauen und wirst nie den Verkehrten treffen.

        Unter den drei Übeln ist aus meiner Sicht nur deshalb *ix etwas kleiner, weil ich den Code einsehen kann (und bei genug Paranoia aus diesem Code eben mein Linux auch selbst bauen kann). Die paar wenigen Derivate und Distributionen, bei denen ich das nicht kann, lasse ich hier mal außen vor.

        Linux ist jedenfalls nicht das Allheilmittel, und BSD und Mac OS auch nicht.

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