Broadcom will VMware-Bereiche für Endbenutzer-Computing und Carbon Black verkaufen

[English]Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass Broadcom die Übernahme von VMware abgeschlossen habe. Nun geht Broadcom daran, alle VMware-Bereich für Endbenutzer-Computing und Carbon Black (Endpoint Security-Lösung) zu verkaufen.


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The Register zitiert in diesem Artikel den Broadcom-CEO Hock Tan, der auf der Broadcom-Ergebniskonferenz für das vierte Quartal 2023 den Anlegern folgendes mitteilte:

Wir konzentrieren uns jetzt auf das Kerngeschäft von VMware, nämlich die Schaffung von privaten und hybriden Cloud-Umgebungen für große Unternehmen weltweit, und veräußern nicht zum Kerngeschäft gehörende Vermögenswerte.

Unsere Strategie für die Zukunft ist es, globale Unternehmen in die Lage zu versetzen, Anwendungen in Rechenzentren und öffentlichen Clouds auszuführen, indem wir den hochwertigen Software-Stack von VMware nutzen. Um Microservices-Tools anzuziehen und zu halten, investieren wir in Tools für Microservices. Um Workloads anzuziehen und zu halten, investieren wir in Microservices-Tools.

Hock Tan beabsichtigt den Verkauf des gesamten vStack anstelle einzelner Teile, heißt es bei The Register. Es geht wohl darum, die VMware-Einheiten für Endbenutzer-Computing und Carbon Black zu veräußern.

Tan nannte laut The Register das VMwares Endbenutzer-Computing-Portfolio, welches Desktop-Virtualisierung, Application Publishing und Mobile Device Management umfasst, als einen der zu veräußernden Vermögenswerte. Die Sicherheitssoftware-Einheit von Carbon Black soll ebenfalls veräußert werden, nachdem am 27. November bekannt gegeben wurde, dass sie eine unabhängige Geschäftseinheit von Broadcom geworden ist.

Broadcom will jetzt investieren und den Vertrieb sowie die Forschung und Entwicklung auf die Kernbereiche von VMware Cloud Foundation konzentrieren. Weiterhin soll eine rasche Umstellung auf Abonnementlizenzen für größere Softwarepakete vorgenommen werden, wohl, um kontinuierlich Geld in die Kassen des Unternehmens zu spülen. Der Broadcom-Chef will aber genau prüfen, an wen das VMware Endbenutzer-Computing-Portfolio verkauft wird – der Interessent muss das gesamte Paket übernehmen – Teile sollen nicht an unterschiedliche Interessenten verkauft werden. Ich bin ja mal gespannt, was aus diesen Plänen wird – ich kann mir nicht vorstellen, dass Nutzer von VMware-Produkten begeistert sind.


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22 Antworten zu Broadcom will VMware-Bereiche für Endbenutzer-Computing und Carbon Black verkaufen

  1. rpr sagt:

    Auf Reddit liest man auch viel „Gutes". Gut das ich in 6 Jahren in Rente gehe.
    Wir nutzen z.B. die Workstation als Interface für Wartungsarbeiten an VMs etc. da es sich im Browser doch teilweise schlechter arbeiten lässt.
    Abo-Modell wird sicher auch ein Spaß.
    Kleinere Umgebungen können vermutlich auf Proxmox ausweichen. Die lösung läuft ja auch sauber durch. Wer allerdings High-End Features nutzt dürfte gekniffen sein.
    Gruß

    • 1ST1 sagt:

      Wir haben bei uns schon vor 2 Jahren die vSphere-Umgebung rausgeschmissen, weil die Kostensteigerung schon absehbar war, seit bekannt wurde, dass Dell-EMC sich von VMWare trennen will. Da VMWare nicht so recht zum Rest von Broadcom passt, war klar dass es ums Geld geht. Unsere Windows-VMs laufen jetzt unter Hyper-V auf Enterprise-Servern was eine Menge Serverlizenzen einspart und die Linux-VMs sind in eine OpenStack-Umgebung umgezogen und dort wird alles Dockerisiert was nicht bei 3 auf den Bäumen ist – die größte Herausforderung war da die Ausbildung der Kollegen bzw. neue zu finden (wir hatten auch Kollegen die in zu anderen Firmen gewechselt sind wo sie weiter VMWare machen können, um ihre Badges zu behalten). Wir reden hier von mehreren Hundert Virtualisierungshosts, keine Kleinigkeit.

  2. michael sagt:

    ABO-Fallen sind mittlerweile überall usus – und werden wohl gerne von den Entscheidern akzeptiert – vielleicht, weil die auch das Bild-Abo so toll finden. vmware esx(i) ist wohl die stabilste Virtualisierungs-Lösung die es gibt und hoffen wir mal, daß die Geldgier sie nicht zu Grunde richtet.

    • Thorsten sagt:

      Nein! Abos sind die einzige Option, wenn Hersteller zu 100 % auf Abos umstellen.
      Siehe z.B Adobe und Veeam.

      Aber unter dem Strich macht das eh keinen Unterschied: ob man die Software kauft und einen Wartungsvertrag jahrelang bezahlt, oder ein Abo abschließt. Im Gegenteil: Beim Abo muss man sich nicht alle n Jahre um die Verlängerung kümmern, das spart Kosten in Form von Arbeitszeit.

      Bei beiden Varianten kann der Hersteller an der Preisschraube drehen. Es gibt ja meist keine praktikable Alternative.
      Und nein, FOSS und Linux sind keine praktikable Alternative.

      • Olli sagt:

        Auch wenn jetzt gleich die Sicherheitskeule kommt. Einen Wartungsvertrag kann ich auslaufen lassen und die Software trotzdem weiterbenutzen, bei einem Abo kann ich das nicht. Und abgesehen von der Sicherheitskeule gibt es Gründe im Zweifel genau das zu tun.

      • Ralph D. Kärner sagt:

        "Nein! Abos sind die einzige Option, wenn Hersteller zu 100 % auf Abos umstellen.
        Siehe z.B Adobe und Veeam."
        Bullshit. Man könnte sich dagegen wehren. Aber es ist ja immer alles alternativlos.

  3. Olli sagt:

    Aha geht also schon los – Verflucht sind die Aufsichtsbehörden die das durchgewunken haben! Broadcom hätte der Deal niemals erlaubt werden dürfen, die eigentlich Schande ist Dell, die VMWare überhaupt verkauft haben.

    • Phadda sagt:

      Wer sagt denn das die Aufsichtsbehörden dies nicht betitelt hätten, unter welchen Umständen ein OK gibt? Bei jedem großen Merger muss irgendwie was abgestoßen/geändert werden, darum sehe ich das gelassen, das Broadcom etwas machen wird, was wieder "aufsehen" erregt. Wer geglaubt hat, das da nichts passiert… Naja…
      Ach und die eigentliche Schande ist VMWare selbst dran schuld, wieso habe die sich kaufen lassen/wollen :)

  4. Daniel sagt:

    Ja wie immer eben erst kaufen dann die Filetstücke behalten den Rest so schnell wie möglich verscherbeln und aus den Filetstücken so viel rauspressen wie es geht bis auch da die Kunden abspringen dann wird es abgeschrieben oder verrammscht.

  5. HDA sagt:

    Hoffentlich endet das nicht in so einem Chaos, wie damals bei Symantec.

  6. Paddy sagt:

    Hallo,

    welche Produkte von VmWare Produkten fallen den genau darunter ????

  7. mw sagt:

    Als ich von der Übernahme durch Broadcom erfahren habe, war schon klar allzu lange werde ich VMware Workstation nicht mehr nutzen können. Da wird wohl ein 2. Oracle draus. Broadcom ist ein furchtbares Unternehmen.
    Dann wird es eben ein wenig unkomfortabler, aber KVM und QEMU machen auch gute Sache. Sollen sie ihren Mist doch behalten.

    • Volker sagt:

      Da Workstation weiterverkauft werden soll, bleibt mal abzuwarten, wer die Enduser/Desktopsparte übernehmen will und darf. Für VMWare selbst dürfte ein Produkt wie Workstation vermutlich nicht die Cashcow gewesen sein, aber im Zusammenspiel mit den anderen Produkten noch Relevanz gehabt haben.

      Falls man VMWare Workstation einsetzt, sollte man sich die Alternativen für Linux, MacOS und Windows sich sicherheitshalber mal genauer anschauen.

      Wenn sich kein Käufer findet oder es kartellrechliche Probleme gibt, könnte es unschön werden.

  8. Daniel sagt:

    Hallo zusammen,

    also dieser Blog-Artikel ließt sich komplett anders:
    https://blogs.vmware.com/euc/2023/12/an-exciting-new-era-for-end-user-computing.html

    VMware war und ist immer noch der Klassenprimus und Vorreiter im Hinblick auf Virtualisierungstechnologien, sowie intelligente, zentralisierte Arbeitsplatzbereitstellung.

    Klar kosten VMware-Lösungen auch Geld ebenso wie die Dienstleitung (Installation, Konfiguration und Verwaltung), die damit einher geht. Dafür gibt es spezialisierte, trainierte Partnerunternehmen, die meiner Erfahrung nach einen guten Job machen.

    Grundvorraussetzung sind natürlich empfängliche Kunden, die bereit sind neue Wege zu gehen und bereit sind ihre reinen "Blechlandschaften" in moderne Arbeitsplätze zu verwandeln.

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