US-Kongress verbietet Mitarbeitern Microsoft AI-Lösung Copilot

Stop - Pixabay[English]Microsoft hält ja krampfhaft an seinen Plänen fest, Copilot in allen möglichen Produkten, von Windows bis Office an Benutzer auszurollen. Das US-Repräsentantenhaus hat jedoch ein striktes Verbot für die Nutzung von Microsoft Copilot durch seine Mitarbeiter erlassen. Das ist der nächste Schlag gegen Microsofts AI-Lösung, während bereits im Juni 2023 ein Verbot der Nutzung der kostenlosen Version von ChatGPT durch Mitarbeiter erlassen wurde. Lediglich die  kostenpflichtige Version war in Grenzen zugelassen. Hintergrund ist, dass Microsofts Copilot als Sicherheitsrisiko angesehen wird, weil die Gefahr besteht, dass Daten des Repräsentantenhauses an nicht vom Repräsentantenhaus genehmigte Cloud-Dienste weitergegeben werden.


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Glaubt man den Verlautbarungen Microsofts, giert die Welt nach deren AI-Lösungen wie ChatGPT und jetzt Microsoft Copilot. Das wird in Windows (derzeit noch als unfertige Preview) integriert und kommt auch mit Microsoft 365 in allen Office-Anwendungen daher. Nach den Microsoft Marketing-Strategen soll die Kasse mit seinen kostenpflichtigen Leistungen für Copilot kräftig klingeln.

Hoffnung auf Einsatz in US-Behörden

Microsoft hofft natürlich auch, dass seine Copilot-Lösung in diversen US-Behörden und vor allem im US-Kongress einsetzen zu können. Nachdem die IT-Administration des US-Repräsentantenhauses bereits im Juni 2023 ein Verbot der Nutzung der kostenlosen Version von ChatGPT durch Mitarbeiter erlassen hatte – lediglich die kostenpflichte Version war begrenzt zugelassen worden – hoffte Microsoft, dass dieser Bann nun fallen würde.

Ein Microsoft-Sprecher ließ gegenüber dem US-Medium Axios verlauten: "Wir sind uns bewusst, dass Benutzer von Regierungsbehörden höhere Sicherheitsanforderungen an ihre Daten stellen. Deshalb haben wir eine Roadmap mit Microsoft KI-Tools wie Copilot angekündigt, die die Sicherheits- und Compliance-Anforderungen von Bundesbehörden erfüllen und noch in diesem Jahr ausgeliefert werden sollen." A bisserl Papers, dann wird es schon laufen, war die Devise des Microsoft Marketing.

Der US-Kongress hat Copilot verboten

Statt das Ganze durchzuwinken, hat der US-Kongress die Notbremse gezogen. Das Ganze wurde erstmals von Axios in diesem Artikel aufgegriffen. Catherine Szpindor, Chief Administrative Officer (CAO) des Repräsentantenhauses, schreibt in einem Leitfaden für die Büros des Kongresses, der Axios vorliegt, dass Microsoft Copilot für die Verwendung im Repräsentantenhaus nicht autorisiert ist. Konkret heißt es: "Die Microsoft Copilot-Anwendung wurde vom Office of Cybersecurity als Risiko für die Benutzer eingestuft, da die Gefahr besteht, dass Daten des Repräsentantenhauses an nicht vom Repräsentantenhaus genehmigte Cloud-Dienste weitergegeben werden", heißt es.

Im Leitfaden heißt es, dass Copilot "von allen Windows-Geräten des Hauses entfernt und blockiert werden wird". Microsoft Copilot steht in einer freien Version und in einer Abo-Version zur Verfügung. Das Ganze gilt wohl laut Leitfaden "für die kommerzielle Version" von Copilot. Das Büro des CAO teilte Axios mit, dass man "die Regierungsversion [von Copilot] bewerten werde, sobald sie verfügbar ist, und zu diesem Zeitpunkt eine Entscheidung über den Einsatz treffen wird."

Sieht nicht so aus, als ob dieses Copilot-Zeugs bzw. AI-Lösungen einen Durchmarsch hinlegen werden. Denn Sicherheitsbedenken dürften in vielen US-Behörden gegenüber den vielgepriesenen AI-Modellen herrschen. Das Problem sehen auch viele Unternehmen, dort herrschen Bedenken, dass vertrauliche Informationen an AI-Lösungen wie ChaptGPT oder eben Copilot und damit in die Cloud abfließen. Ich hatte im April 2023 im Blog-Beitrag ChatGPT: Fabuliermaschine und Plappermaul für Firmengeheimnisse über den Fall berichtet, dass Samsung-Ingenieure ungewollt vertrauliche Interna an ChatGPT abfließen ließen.


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3 Antworten zu US-Kongress verbietet Mitarbeitern Microsoft AI-Lösung Copilot

  1. Daniel sagt:

    Endlich kommt mal Widerstand gegen diese KI-Mist. Kaum einer will das aber Microsoft will es unbedingt in den Markt drücken. Die Sicherheitsbedenken sind meiner Meinung nach auch richtig. Niemand weiß wohin private, geschäftliche oder geheime Daten abfließen.

  2. McAlex777 sagt:

    Die Lösung für Microsoft: Enterprise-Edition enthält via Richtlinie die Möglichkeit CoPilot abzustellen.

    Heimanwender werden dagegen weiterhin mit Dingen zwangsbeglückt die sie ganz ausdrücklich nicht haben wollen.

    Warum sollte man einem Unternehmen mit wiederholt, ganz gezielten Datenübergriffigkeiten noch Datenschutz-Versprechen abnehmen?

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