Buch: Innovationspolitik in der DDR (1971 bis 1989)

Innovationspolitik in der DDRNoch ein Shorty: Mir ist gerade die Information zu einer Buchneuerscheinung zu einem "neuen, alten Thema" zugegangen. Aktuell gibt es ja die Debatte um Milliarden-Subventionen für neue Halbleiterwerke in Sachsen, Sachsen-Anhalt und im Saarland. Diese "Subventionspolitik" reicht in ihren Wurzeln bis in die DDR zurück, wie ein gerade erschienenes Buch "Innovationspolitik in der DDR" beleuchtet.


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Mit ambitionierten Innovationsschüben in den 1960er und 1980er versuchten die Wirtschaftslenker in Ost-Berlin, den wachsenden technologischen Rückstand der DDR wieder zum Westen aufzuholen. Unter Honecker war allerorten von "Schlüsseltechnologien" die Rede, vom "Wettlauf mit der Zeit", von imperialistischen Embargos, die es auszuhebeln gelte.

Ein großer Sprung in der Mikroelektronik und ausgewählten weiteren Hochtechnologien sollte die ostdeutsche Wirtschaft wieder exportfähiger im Westen und unabhängiger von Lieferkettenstörungen machen.

All dies klingt verdächtig vertraut, wenn wir an heutige Resilienz-Debatten oder Milliardenzuschüsse für Chipwerke denken. Aber warum verhob sich die DDR an ihrem Hightech-Programm so sehr, wenn doch das chinesische Beispiel gezeigt hat, dass solch eine Strategie durchaus funktionieren kann?

Im Sachbuch "Die Innovationspolitik in der DDR 1971 bis 1989" analysiert der Dresdner Wirtschaftsjournalist und Historiker Heiko Weckbrodt, was sich aus den Fehlern der fehlgeschlagenen ostdeutschen Innovationspolitik lernen lässt. Was ging da schief und warum eigentlich?

Innovationspolitik in der DDR

Vielleicht interessiert das Thema den einen oder anderen Leser. Erhältlich ist das E-Buch für 9,99 Euro bei Amazon und auf oiger.de sowie in einer gedruckten Taschenbuch-Ausgabe für 21,40 Euro bei Amazon.

Heiko Weckbrodt: "Innovationspolitik in der DDR 1971-1989", 2. Auflage, Dresden 2023, mit 21 Abb., 392 Seiten (Taschenbuch-Ausgabe), ASIN: ‎B0C51MS1DB, KDP-ISBN: 9798856682266


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5 Antworten zu Buch: Innovationspolitik in der DDR (1971 bis 1989)

  1. Anonym sagt:

    > Aber warum verhob sich die DDR an ihrem Hightech-Programm so sehr, wenn doch das chinesische Beispiel gezeigt hat, dass solch eine Strategie durchaus funktionieren kann?

    Vor dem Hintergrund von (1) macht man sich wohl nicht der Hassrede verdächtig, wenn man mutmasst, dass China nicht unbedingt eine Strategie verfolgt, sondern schlichtweg nur das Klauen perfektioniert hat.

    (1)
    Verstärkte China-Spionage alarmiert Bundesregierung
    Peking beauftragt chinesische Gast-Wissenschaftler, deutsche Universitäten und Unternehmen auszuspionieren. Die Politik reagiert nun auf die Bedrohung.
    Bezahlschranke: handelsblatt.com/politik/deutschland/spionage-verstaerkte-china-spionage-alarmiert-bundesregierung/29185432.html

    • Daniel sagt:

      Der DDR fehlten eben die Rohstoffe und Fertigungskapazitäten. Auf verschlissenen Anlagen aus der Vorkriegszeit konnte eben auch nicht alles produziert werden um eine Hightech-Industrie im größeren Umfang aufbauen zu können.

      • Erwin Wecker sagt:

        Aha, warum hatte man dann nicht die verschlissenen Anlagen vorher gegen neue Anlagen ausgetauscht? Und Rohstoffe gabs im Osten (UdSSR) und Westen zuhauf.
        Ursache ist wohl eher die Planwirtschaft, welche den Sozialismus immer wieder versagen lässt. Damals wie heute.

  2. Tom sagt:

    Ich finde das Thema nach wie vor sehr interessant.
    Ich bin in der (ehemaligen) DDR aufgewachsen frage mich immer mal wieder, wo die DDR heute technologisch stehen würde, so es sie noch geben würde.?.
    Wenn ich mir heutzutage Berichte und Filme so um die Jahre 1989/1990 herum ansehe und dabei feststelle, mit welchen zum Teil schon damals hoffnungslos veralteten analogen Mitteln gearbeitet wurde, würde ich auch angesichts der in den 1990ern und 2000ern herrschenden gravierenden Innovationssprüngen darauf spekulieren, daß die DDR früher oder später (eher früher) wirtschaftlich noch mehr verloren hätte, als sie es bis zu diesem Zeitpunkt schon hatte.

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