eGK-Tastatur (z.B. G87-1505) mit Verfallsdatum – wird die zu Elektroschrott?

Gesundheit (Pexels, frei verwendbar)Es ist ein Sachverhalt, der mir so nicht wirklich klar war. Im Medizinbereich werden in Arztpraxen und bei Therapeuten Tastaturen eingesetzt, die von der gematik zertifiziert wurden – soweit so gut. An diesen Tastaturen findet sich ein Leser, um die Gesundheitskarte (eGK) der Versicherte einlesen zu können – platzsparend, dürfte einigen Praxen entgegen kommen. Doof ist leider, dass diese "eHealth-Tastaturen" ein Ablaufdatum haben. Ist dieses erreicht, läuft das interne Zertifikat ab und die Tastatur lässt sich nicht mehr verwenden – hieß es. Ob sich dann die Sicherheitskarte (gSMC-KT) an der Tastatur austauschen und das Gerät so retten lässt, ist mir aktuell noch unklar. Ich stelle mal die Informationen, die mir untergekommen sind, hier im Beitrag zusammen.


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Ich gestehe, mir war das Thema so nicht wirklich bewusst. Natürlich müssen Komponenten wie Kartenleser für die eGK, den Heilberufe-Ausweis etc. so abgesichert werden, dass diese einerseits den Spezifikationen der gematik entsprechen, und andererseits nicht manipuliert sind und Daten abfangen oder manipulieren können. Ich habe daher mal etwas recherchiert, als mir das Thema unterkam.

CHERRY-eGK-Tastatur G87-1505

Es gibt von der gematik extra zugelassene Tastaturen, wie beispielsweise die CHERRY-eGK-Tastatur G87-1505. Das ist eine Tastatur mit einem Kartenterminal zum Einlesen der Gesundheitskarte (eGK) gesetzlich Versicherter. Der Hersteller bewirbt die Tastatur als eine zuverlässige, platz- und kostensparende Lösung für Arbeitsplätze im Gesundheitswesen.

Cherry G87-1505 eHealth-Tastatur
Cherry G87-1505 eHealth-Tastatur, Quelle: viadavinci.de

Hervorgehoben wird auf der Produktseite von CHERRY ein umfangreicher Manipulationsschutz am Terminal (bestätigt durch eine BSI-Zertifikation). Mit der CHERRY Software "eHealth USB-LAN Proxy" und dem Anschluss über nur ein USB-Kabel sparen sich die Nutzer sowohl die Belegung einer externen LAN-Schnittstelle als auch eine zusätzliche Stromversorgung. Das eHealth-Kartenterminal kann, so die Produktseite, somit einfach und schnell ohne aufwendige Verkabelung im Netzwerk in Betrieb genommen werden.

Auf der Herstellerseite findet sich noch ein Hinweis, dass die Verwendung der gSMC-KT Version 2.1 mit der eGK Tastatur G87-1505 ein Firmware-Update (3.3.3) erfordert. Die gSMC-KT ist wohl die Sicherheitskarte, die zur Authentifizierung eines gematik-zugelassenen eHealth-Kartenterminal erforderlich ist. Letztendlich handelt es sich um eine SMC-Karte (Security Module Card, ähnlich wie eine SIM-Karte beim Handy), die das Kartenterminal für eHealth freischaltet.

Obiger Screenshot stammt von einer Shop-Seite und zeigt die Tastatur mit dem Lesereinschub sowie einem Display. Die Preise reichten von um die 300 bis fast 600 Euro, wobei das betreffende Modell als ausverkauft gelistet wird. Konkret wurde das Produkt bereits im Mai 2016 abgekündigt und die Fertigung auch eingestellt. Es gibt wohl nur noch "Austauschgeräte". Gleiches gilt für die Cherry G87-1504 eHealth-Tastatur (die aber nicht für den Anschluss an den TI-Konnektor geeignet ist). Nachfolger scheint nun ein separates eHealth-Terminal Cherry ST-1506 zu sein.

eHealth-Tastatur abgelaufen?

Es war ein Tweet auf der Plattform X, der mir ins Auge sprang und mich bewogen hat, das Thema mal hier im Blog aufzugreifen. Der Poster schreibt, das "die Gerätekarte der eHealth-Tastatur ablaufen kann". Dann ließen sich keine eRezepte mehr bearbeiten (wohl, weil die eGK nicht mehr gelesen werden kann).

Die betroffene Tastatur muss dann komplett ausgetauscht werden. Ich interpretiere das so, dass in der Tastatur ein Zertifikat verbaut ist, das nichts mit der in der Praxis verwendeten gSMC-KT-Sicherheitskarte zu tun hat. Und wenn dieses Zertifikat abläuft, ist die betreffende Tastatur nicht mehr verwendbar – oder zumindest das Lesegerät kann nicht mehr genutzt werden.


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Das Problem scheint seit Anfang 2024 wohl weitere Leute zu treffen – bei meiner Recherche habe ich diesen Formenbeitrag vom 18. Januar 2024 gefunden. Der Nutzer schreibt, dass die gSMC-KT ist abgelaufen sei. Jetzt könne man keine Gesundheitskarten (eGKs) mehr an der Anmeldung mit der Cherry G87-1505 einlesen. Nur die anderen Arbeitsplätze mit der Cherry G87- 1504, würden noch funktionieren, seien aber keine TI-Arbeitsplätze (diese Tastatur ist auch nicht für den Anschluss an die TI-Konnektoren geeignet, siehe meine obigen Hinweise). Der Thread ist "versandet", es gibt wohl auch dort keine Lösung.

Lässt sich die gSMC-KT tauschen?

Dem Thread-Starter auf Twitter wurde wohl kommuniziert, dass "die Tastatur entsorgt werden muss". Wenn ich es richtig mitbekommen habe, müsste die Sicherheitskarte (gSMC-KT), die zur Authentifizierung eines gematik-zugelassenen eHealth-Kartenterminal erforderlich ist, neu beschafft und getauscht werden.

Die Sicherheitskarte (gSMC-KT) und Praxiskarte (SMC-B) haben beide ein Ablaufdatum. Jemand schrieb: "Man zieht den Sticker ab, drückt die Karte etwas rein das sie rausspringt, steckt die neue rein, klebt einen neuen Sticker auf und registriert die Tastatur neu im Konnektor." Unklar ist mir aktuell aber, ob es die obige Sicherheitskarte bei CHERRY noch gibt.

Für das eHealth-Terminal ORGA 6141 gibt es bei einem abgelaufenen Zertifikat der gSMC-KT die Möglichkeit, eine Ersatzkarte zu bestellen. Mit 62,48 Euro incl. MwSt., zuzüglich Versand ist man dabei.

gSMC-KT

Auch bei CHERRY gibt es die in obigem Screenshot gezeigte gSMC-KT als Ersatz. Was mich nur irritiert, ist der Umstand, dass von einer "gSMC-KT-2.0" die Rede ist. Es gibt aber auch das gSMC-KT 2.1 von CHERRY, wobei dort dann das oben erwähnte Firmware-Update (3.3.3) erforderlich ist. Weitere Details finden sich auf der verlinkten CHERRY-Seite der gSMC-KT 2.1. Die Tastatur bzw. das eGK-Lesegerät müsste also zu retten sein (mal schauen, ob der Tweet-Ersteller eine Rückmeldung gibt). 

CHERRY-Lösung als Auslaufmodell

Unter dem Strich: Die CHERRY-Lösung dürfte längst ein Auslaufmodell sein – bisher sind mir in den Praxen immer nur separate eHealth-Leser aufgefallen. Da die Tastaturen von CHERRY seit 2016 nicht mehr produziert werden, ist das Thema im Grunde durch.

Aber der Fall zeigt erneut, was da im Gesundheitswesen schnell an Elektroschrott produziert wird und wie die Kunden abgezockt werden – die aufgerufenen Preise für die eGK-Lesegeräte lassen einen sowieso schwindelig werden.

Von daher werden Erinnerungen an den Skandal bei den TI-Konnektoren wach, deren Zertifikate ebenfalls abgelaufen waren und die dann kostenpflichtig getauscht werden mussten (siehe folgende Links). Oder habe ich da etwas falsch interpretiert und es gibt für die Cherry G87-1505 eine Möglichkeit, das Zertifikat zu aktualisieren (kann ich kaum glauben).

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26 Antworten zu eGK-Tastatur (z.B. G87-1505) mit Verfallsdatum – wird die zu Elektroschrott?

  1. Pau1 sagt:

    Nicht schade drum.
    Eine Tastatur sollte dem Benutzer angepasst sein.
    So hat man wenig Auswahl.

    Warum muss die Tastatur mit einem Zertifikat gesichert sein?
    Klar, Apple macht das auch mit seiner Peripherie (Home Button). Aber nur um Reparatur und Diebstahl zu erschweren und um hohe Preise verlangen zu können.
    Aber in unserem Gesundheitswesen arbeiten doch nur Gutmenschen, die viel zu schlecht bezahlt werden. Warum ist dieser Aufwand nötig?
    Damit niemand die Tastatur abhören kann?
    oder eine manipulierte Auslegen kann?

    Andererseits:
    Ich wurde von einem Arzt auch schon informiert, dass ihre E-Mail Übertragung verschlüsselt sei, und ich somit meine Wünsche per E-Mail mitteilen könnte, ganz sicher. Mit wird bei diesem Unwissen schlecht.

    • Daniel A. sagt:

      So wie ich verstanden habe ist die Absicherung mit dem Zertifikat nur dafür da, damit der verbaute Kartenleser sich mit der TI verbinden darf. Wie Günther schon schreibt, so ähnlich lief das ja mit den Konnektoren, wobei ja nach dem Aufschrei es ja dann zumindest doch eine Möglichkeit der Verlängerung gab ohne Austausch.

      Mir stellt sich gerade nur die Frage, ob man die Tastatur als solches nicht sogar weiterbenutzen könnte und man "nur" ein zusätzliches Leseterminal brauchen würde? Ich meine, dann geht einem die Platzersparnis zwar verloren, aber einen Nachfolger von der scheint es ja eh nicht zu geben. Oder ist dann die Tastatur wirklich komplett tot, also auch als Eingabegerät nicht mehr nutzbar? Das wäre dann echt overkill.

      • Günter Born sagt:

        Mal schauen, ich habe den Beitrag inzwischen nochmals ergänzt und dem Betroffenen auf X mitgeteilt, er möge prüfen, ob eine gSMC-KT von CHERRY die Tastatur wieder zum Leben erwecken kann. Ihm wurde von seinem ITler wohl mitgeteilt "Tastatur muss ersetzt werden". Vielleicht gibt es eine Rückmeldung vom Betroffenen.

  2. Bob sagt:

    Ich habe zwar nur mit den dedizierten Cherry-Kartenlesern für die Telematik Erfahrung, aber die sind vom Prinzip her identisch zu der Tastatur mit integrierten KT – wenn ich mir das Datenblatt ansehe.
    Die im Artikel erwähnte Tastatur hat folgende Slots:
    1 ID-1 Slot Absenkleser (seitlich), 1 ID-1 Slot Absenkleser (oben), 2 ID-000 Plug-Ins für SMCs (hinten).
    Der seitliche Absenkleser ist für den HBA (Signierung für eRezepte und eAUs).
    Der obere ist für die Versichertenkarten.
    Die zwei ID-000 sind für SMCs. Davon ist eine SMC für die VPN-Verbindung zur Telematik und das VSDM.
    Der zweite müsste für die gSMC-KT sein. Das ist die Smartcard die abläuft.
    Die kann man durch eine neue ersetzen.
    Man muss dafür nicht die Tastatur entsorgen. Nur eine neue Smartcard besorgen.
    Die hier ist mit der Tastatur kompatibel:
    https://www.cherry.de/gsmc-kt-2-0
    Deshalb nehme ich stark an, dass der Twitter-User sich irrt und ihm dieser Umstand nicht klar ist.
    Das Ablaufen der Zertifikate betrifft auch normale KTs. Auch hier muss man nach paar Jahren erneuern…

    • T Sommer sagt:

      Ich denke auch, das für das in der Tastatur integrierte Kartenterminal die Geräte Karte (gSMC-KT) nach 5 Jahren abgelaufen ist und einfach nur ersetzt werden muss.
      Hast du beim "klassischen" eHealth Terminal ja auch

      • Pau1 sagt:

        und das heißt,es soll wieder Mal ein Arzt abgezockt werden?
        Die Karte kostet für doch nur 60 Euro?
        nicht 600 wie das Terminal?

        Und ich dachte, das es bei der Medizin heftige Margen gibt und die Porsches der Techniker sich auch moralische Art und Weise bezahlen lassen.

        War es bei den 360Mio für die anderen Zertifikate, die sich angeblich nur durch kostspieligen und zeitaufwändig nicht auch schon ein Fall für die Staatsanwaltschaft?(versuchter Betrug?

        Was ist in diesem Gesundheitswesen nur los?
        (Habe gerade den Termin für eine Nachsorge beim Hautarzt bekommen…im September (bin nur Kasse)Am fehlenden Umsatz resp. Nachfrage kann es nicht liegen)

  3. Floppyrecycler sagt:

    Der normale TI-Wahnsinn. Was da an Geld verballert wird zum Wohle einiger großen Konzerne, ist ekelerregend.

    Betreue selbst einige Praxen, die bessere Hälfte ist Ärztin. Der Gesamtaufwand des ganzen TI-Geraffels geht in die Milliarden, von den Beitragszahlern mitfinanziert.

  4. GüntherW sagt:

    Ja, man sollte wirklich mal hinterfragen was die Digitalisierung kosten darf. Das sind alles Kosten, welche die Allgemeinheit belasten….

    Es ist schon ein Problem, dass es mehrere Modelle zur Auswahl gibt. Naturgemäß kann man dann häufig beobachten, dass ein Modell dann Probleme macht oder es gibt Besonderheiten, die auch wieder in der Anleitung/Handhabung erklärt werden müssen. Das macht dann die Sache noch komplexer.

    Ich habe auch kein großes Vertrauen in die freie Wirtschaft, dass man hier wirklich gute, nachhaltige und günstige Modelle auf den Markt wirft. Da muss halt von staatlicher Seite eine klare Definition und klares Konzept kommen. Nicht irgendwas nur zertifizieren, sondern klar sagen "so muss das aussehen" Man hätte sicher irgendwie eine Tastatur entwickeln können, die auch mit so Sachen wie mit dem Bundespersonalausweis klarkommt. Quasi eine "Mustertastatur" für "heavy duty" IT-Aufgaben oder Poweruser in Deutschland/Europa. Setzt aber voraus, dass man in diversen Bereichen ein einheitliches Konzept/Vorstellung hat wo man hin will.

    • Dat Bundesferkel sagt:

      "Ja, man sollte wirklich mal hinterfragen was die Digitalisierung kosten darf. Das sind alles Kosten, welche die Allgemeinheit belasten…."

      Das ist beabsichtigt. In einem kapitalistisch orientiertem Land müssen die Umsätze Jahr für Jahr steigen, sonst knallt es über kurz oder lang.

      Das betrifft so unendlich viele Sparten und Bereiche in diesem Land… da sollte man sich konstruktiv in anderen Beiträgen austauschen.

    • Anonymous sagt:

      Wenn man etwas einheitliches über diverse Bereiche hinweg ausrollt, entstehen zu schnell die Fragen, wo/wie/warum diese Daten zentral konzentriert für wen abrufbar und auswertbar sind, daher wird Salami geschnitten…

  5. Jens sagt:

    Die Tastatur kann man schon länger fast nur noch als Tastatur verwenden werden. Es ist zwar möglich weiterhin Karten auszulesen, aber da man sie nicht mit den Konnektoren verbinden kann sind sie seit dem Einführen der TI nicht mehr zum Ausstellen von Rezepten oder für die Abrechnung zu benutzen.

  6. Karl Meier sagt:

    Nicht vergessen das es bei E-Rezepten aus unerfindlichen Gründen manchmal zu Fehlern kommt und falsche Medikamete ausgegeben werden…einen richtigen Aufschrei wird es erst nach dem ersten Toten geben.

  7. DVO sagt:

    eGK-Tastatur (z.B. G87-1505) mit Verfallsdatum – wird die zu Elektroschrott?

    Nein. Aber es gibt offenbar Menschen im Gesundheitsbereich, welche sich mit der Sache nie vertraut gemacht haben und dann über Probleme berichten, welche es nicht gibt.

    Es gibt für die TI spezifizierte Geräte. Jedes dieser Geräte verfügt über Slots, in welche Karten (= Ausweise mit Zertifikaten) gesteckt werden müssen.

    Karten, die dauerhaft gesteckt werden müssen, sind klein und kommen in kleine Slots.

    Im einfachsten Fall steckt in einem Gerät dauerhaft ein Ausweis. Beispiel: In einem Kartenlesegerät steckt dauerhaft die gSMC-KT.

    Damit keiner die kleinen Ausweise klauen kann, wird der Slot mit einem speziellen Siegel verklebt.

    Wenn man also wissen will, wo die kleinen Ausweise mit den Zertifikaten in den Geräten stecken, muss man nur schauen, wo die Siegel sind.

    Gerät und Siegel müssen immer getrennt geliefert werden. Über eine sichere Lieferkette. Daher kann es nicht sein, dass diese fest miteinander verbunden wären.

    Die Gültigkeit der Zertifikate und damit Ausweise beträgt maximal 5 Jahre. Dann werden sie ersetzt.

    Im Handbuch steht alles. Z.B. auf Seite 7:

    "Die gSMC-KT Karte wird durch den Administrator eingesetzt und der Schlitz des Kartenlesers versiegelt …"

    https://www.cherry.de/egk-tastatur-g87-1505

    Auf dieser Webseite steht unten die Sache mit dem Firmwareupdate inkl. URL.

    https://www.cherry.de/service/downloads#15117

    Da steht dann u.a.:

    "Installationsanleitung Firmware Update

    Dieses Dokument beschreibt den Updateprozess der eGK-Tastatur G87-1505 und des eingesetzten Konnektors im Zusammenhang mit der Laufzeitverlängerung Konnektor oder dem Austausch der gSMC-KT."

    Große Ausweise bzw. Karten, z.B. eine eGK (elektronische Gesundheitskarte) oder ein eHBA (elektronischer Heilberufsausweis) kommen in die großen Slots. Da diese dort nicht dauerhaft verbleiben (dürfen), wird hier auch nichts versiegelt.

    Grüße!

    • Genervter Supporter sagt:

      Genauso und nicht anders, Update durchführen, neue Karte rein und alles ist schick. Die Geräte laufen nicht nach 5 Jahren aus, dass ist absolutes Unwissen was da verbreitet wird.

      Wir betreuen mehrere hundert Kunden und dies ist reines Tagesgeschäft. Der Twitter User bräuchte sich nur an seinen PVS Anbieter oder DVO wenden und wenn die wissen was sie tun ist die Angelegenheit schnell vom Tisch. Selbst die alten Orga's 6141, teilweise aus 2017 laufen problemlos.

      Ja, es läuft mit sehr großer Sicherheit nicht rund in der TI und vieles auch nicht richtig und genau das nehmen die meisten Kunden auch als Anlass die Verantwortung abzugeben.

      Das allergrößte Problem in der TI ist von Anfang an die fehlende Kommunikation aller Beteiligten und sie verstehen es bis heute noch nicht. Alle Anbieter von Soft- und Hardware hätten von vornherein Ihre. Kunden richtig aufklären und schulen sollen, dann könnte man sich sehr viele Probleme schon mal sparen.

    • Michael B. sagt:

      Kann ich auch nur bestätigen, was "DVO" sagt, aber anscheinend greift mal wieder der Fachkräftemangel. Die Überschrift dieses Artikels ist meiner Meinung nach unqualifiziert und auf "Bild"-Niveau.

      Fakt und in aller Kürze:

      Kartenleser verfügen über eine Zertifikatskarte (SMC-KT) , deren Zertifikat eine Gültigkeit von max. 5 Jahren hat, egal ob externer Kartenleser oder in einer Tastatur untergebracht.

      Eine weitere Karte ist die SMC-B (auch 5 Jahre gültig) , der eigentliche Praxisausweis und dann gibt es noch eine Behandlerausweis (auch 5 Jahre gültig) je behandelnder Arzt für die Signatur gewisser Übertagungen, z.B. einer eAU oder eines eRezeptes.

      Konnektoren haben das Zertifikat "fest verbaut" und laufen ebenfalls nur 5 Jahre. Nach den 5 Jahren wäre normalerweise das physische Ende. Der Gesetzgeber hat aber ein Gesetz auf den Weg gebracht, dass die Konnektor-Anbieter nunmehr dazu verpflichtet hat, eine Software-Lösung zur Verfügung zu stellen, die es ermöglicht, den Konnektor für mindestens 3 weitere Jahre nutzen zu können.

      Bekannte Konnektoren wie z.B. secunet oder KoCoBox haben schon zu Jahresanfang Firmware-Updates veröffentlicht, die einen weiteren Betrieb ermöglichen.

      Nochmal konkret zur G87-1505:

      Im August letzten Jahres wurde von Cherry die kostenfreie Firmware 3.3.3 veröffentlicht, die auch die neue SMC-KT in der Version 2.1 unterstützt, somit wird der Weiterbetrieb gesichert.

      Leider war anfänglich die Kommunikation des Herstellers etwas unglücklich. Viele Ärzte kauften sich eine SMC-KT in der Version 2.1 (die schon üblicherweise im Handel erhältlich war), weil die alte 2.0 kurzfristig abläuft oder abgelaufen war. Aber diese Version 2.1 funktionierte nicht mit der bestehenden Firmware < 3.3.3.

      Das Thema mit der TI im Meedizinwesen ist sehr komplex und leider mit vielen Fehlern und Problemen durchsetzt, die den Ärzten, Mitarbeitern und Patienten täglich viel Ärger beschert und erhebliche Kosten verusacht.

      Die Ärzte bekommen je nach Praxisgröße/Behandler auch nur noch einen festen Zuschuss zur Telematik, die so in den meisten Fällen bei rund 200,- € im Monat liegen. Davon muss aber alles bezahlt werden, also Hardware, Support, Ausweise, Signaturkarten und alles was zur TI gehört. Zu Anfang der TI gab es Festkostenzuschüsse, respektive Komplettfinanzierung durch die KZV/KZBV.

      Ein weiteres Problem sind die Ärzte aber selbst, weil sie einfach nicht darauf achten, wann ihre diversen Zertikatskarten auslaufen und dann plötzlich vor einem Problem stehen, dass nichts mehr geht.

      Das TI-Projekt wurde bereits vor 20 Jahren ins Leben gerufen und in Deutschland dauert eben alles immer länger als sonst wo, so dass dieses "Projekt" in seiner Struktur längst veraltet ist und man hätte schon vor Jahren den Mut haben müssen, es in dieser Form einzustampfen.

  8. auch ein Enkel sagt:

    "Karten sind doch eh out. In Zukunft weist man mit dem Wischkästla nach, dass man bei AOK xyz versichert ist und das E-Rezept über Karte wird auch sicher bald wieder verschwinden."

    "…"

    "WAS??? Deine Oma hat kein Wischkästla??? Ogottogott, dann gibt es keinen Arztbesuch und Oma kann bald entsorgt werden."

    • Luzifer sagt:

      nja mag für den ein oder anderen sicher ganz gut sein ;-P die phöse Schwiegermutter muss weg ;-P oder endlich erben ;-P
      Die Rentenkasse entlastet es sicher und die Seelen gehören mir.

      gez. Luzifer

      b2t
      soviel mir bekannt muss man da nur die Karten mit dem Zertifikat tauschen… aber bei dem Wirrwarr und Mischmasch in der deutschen Digitaliserung würde mich nix wundern.

    • Jackie sagt:

      Und das typische Wischkästla bekommt schon nach drei Jahren keine Updates mehr und erzeugt damit erst recht Elektroschrott ;)

  9. FRank sagt:

    Das ist schon richtig, wir haben auch an unseren ca. 40 Terminals im Krankenhaus die Karten an den TI-Terminals getauscht, da diese sonst im April (nach 5 Jahren) abgelaufen wären. Da ist schon ein erhebliches Projekthandling nötig, da die Karten je nach Kauf zu verschiedenen Terminen ablaufen und somit für einen Wechsel sorgen.
    In einer Arztpraxis hat dies vermutlich keiner im Blick, wird somit bald Öfters aufkommen!

  10. Pau1 sagt:

    Seit Corona steht bei meinem Ärzten ein eGK lese Gerät vor der Glasscheibe.
    Es kann also wohl nur ein Gerät sein, das die Karte der Praxis beinhaltet um Rezepte zu schreiben etc.

    Unter einem Terminal verstehe ich eine sichere Tastatur mit einem sicheren Display in einem sicheren Gehäuse mit oder ohne Lesegerät.
    Siehe Bezahl-Terminal.

  11. Psychodoc sagt:

    Inzwischen habe ich die dritte Cherry-Tastatur für die Telematik gekauft, da diese mit zunehmenden Ausbau der Telematik erforderlich waren. Meine Entscheidung war begründet in dem geringeren Platzbedarf, wobei ich mich mit dem Wissen von heute damals für ein separates Kartenterminal entschieden hatte. Im Praxisalltag gibt es mit dem separaten Kartenterminal weniger Probleme. Die Produktion der Cherry-Tastatur G87-1505 wurde meines Wissens 2022 eingestellt, wobei noch Restbestände bei einzelnen Händlern verfügbar sind; https://www.cherry.de/egk-tastatur-g87-1505 .
    Wie im separaten Lesegerät befinden sich in der Tastatur zwei Lizenzkarten. Hier ist wohl die Rede von der gSMC-KT-2.0, die man im Praxishandel bestellen kann; https://www.cherry.de/gsmc-kt-2-0 . Der Preis beträgt ca. 60 Euro und hinzu kommen Kosten für die Installation.

    Die Praxisverwaltungsprogramme warnen in der Regel 90 Tage vor Ablauf des Zertifikats, so dass genügend Zeit verbleibt, die Zertifikatskarten zu wechseln. Auch kann man die Ablaufdaten jederzeit über das Praxisprogramm abrufen.

    Im Laufe der kommenden Jahre plant die Gematik einen Wechsel auf digitale Identitäten: https://www.gematik.de/telematikinfrastruktur/ti-2-0 .

  12. PeterT sagt:

    Mein Gott, schmeiss das Ding weg und holt das neue Kartenterminal. Die ganzen Personalkosten und Zeit macht es teurer eine Lösung für die Tastatur zu finden als das Terminal auszutauschen.
    Noch ist das Zertifikat an die Hardware gebunden. In Zukunft soll es Softwarebasiert sein.

  13. Graubart sagt:

    Ich vermute, der Poster des Tweets hat mit der Tastatur ein anderes Problem. Bei allen TI-Terminals egal welchen Herstellers kann nach Ablauf der Gültigkeit die gSMC-KT ausgetauscht werden. Soweit kein Problem, wenn man das Handbuch gelesen hat oder einen guten ITler an der Hand hat, der sich auskennt. Im Zweifel kann man auch den Support von Cherry oder des jeweiligen Herstellers kontaktieren, die helfen sicher gerne weiter.
    Aber alle TI-Terminals verfügen auch über eine aktive Geräteüberwachung, die Eingriffe in das Gerät erkennen soll. Damit sollen unbefugte Zugriffe auf die TI verhindern werden. Sonst könnten zum Beispiel unerlaubt eRezepte erstellt werden oder zukünftig auch auf die ePA eines Patienten, z.B. eines Vorstandsmitglieds eines DAX-Konzerns, zugegriffen werden.
    Sobald diese Geräteüberwachung einen Angriff auf das Gerät erkennt, wird das Terminal unbrauchbar gemacht und darf auch nicht mehr repariert werden. Das gilt wie gesagt für alle TI-Terminals und ist BSI-Vorgabe. Bei einem einfachen Terminal ist das Gerät dann Elektroschrott. Der Tastaturteil der Cherry G87-1505 kann in diesem Fall noch weiter als einfache Computer-Tastatur verwendet werden, aber auf dem Display erscheint eine Fehlermeldung und der Terminalteil ist unbrauchbar. Möglicherweise ist beim Poster dieser Fall eingetreten, hat das aber mit der gSMC-KT in Verbindung gebracht, die er aber anscheinend in einem anderen Gerät weiter verwenden konnte.
    Und ja, diese Geräteüberwachung funktioniert elektrisch und braucht dafür eine Stromversorgung. Solange das Terminal von einem Computer oder einem Netzteil Strom bekommt, ist das kein Problem (bei neueren Geräten könnte auch PoE funktionieren, siehe Anleitung). Aber während des Transportes zum Einsatzort oder bei Stromausfall übernimmt das eine Batterie und die kann vielen Jahren auch einfach leer sein, was ebenfalls zur Deaktivierung führt.
    Die Frage, warum das ganze TI-System in Deutschland so aufwendig und teuer sein muss, sollte man den Gesundheitsministern der Jahre vor Covid-19 stellen.

  14. Bebop sagt:

    Ich schimpfe mich Telematikinfrastrukturtechniker. Also die Tastatur ist aus vielen Gründen unbrauchbar – allerdings nicht wegen der ablaufenden SMC-KT.
    Die kann nach wie vor getauscht werden. Wahrscheinlich wurde den Betroffenen gesagt das die Tastatur nicht angebunden wird – wie es einige DVOs und ich praktizieren. Die TI läuft stufenweise – d.h. Wenn ich eine gültige Zulassung will müssen meine Geräte einen gewissen Updatestand haben. Zukünftige TI ohne 2.1 Smc-KT wird wohl noch etwas funktionieren ist aber nicht zugelassen. Mit neuer Smc-KT muss das Gerät neu gepaired werden und schon geht es wieder freie Pairingblöcke vorausgesetzt.

    • Michael B. sagt:

      Sind keine freien Pairing-Blöcke (in der Regel 3) vorhanden, löscht man die im Administrator-Modus des Kartenlesers, sodann wieder freie Blöcke zur Verfügung stehen.

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