[English]Citrix schickt sich an, die alten, File-basierenden (legacy) Lizenzen durch eine neue Cloud-basierende "License-Experience" abzulösen. Kommt mit Telemetrie-gesteuerten Verbesserungen, macht die alten Lizenz-Server obsolet und ist ab dem 15. April 2026 verpflichtend für Kunden.
Ich kann mir nicht helfen, immer wenn ich das Wort "Experience" im Umfeld von Software-Produkten höre, zuckt es bei mir (viel früher hätte ich eher an Jimmy Hendricks und sein Experience gedacht, aber Zeiten ändern sich). Genau dieses Wörtchen kam mir eben in nachfolgendem Tweet von Thosten E. in den Sinn – denn da ist noch von Innovation, Effizienz und künftiger Lizenzierung die Rede – kann nichts Gutes bedeuten, oder?
Im Blog-Beitrag Elevating your Citrix experience: Innovation, efficiency, and the future of licensing stellt Citrix seine Pläne für den Lizenzumbau vor. Bei Citrix arbeite man ständig an Innovationen, um den Kunden einen unvergleichlichen Mehrwert und operative Effizienz zu bieten.
Daher kündigt man die Umstellung auf "einen branchenüblichen Ansatz für die Lizenzierung und Durchsetzung der Citrix-Plattform" an. Das Bonbon, was versprochen wird: Der Schritt soll die "Erfahrung der Kunden" durch kontinuierliche Innovation, optimierte Abläufe und tiefere Einblicke in deren Umgebung verbessern.
Die Frist für alle Kunden zur Umstellung auf das neue Lizenzmodell endet am 15. April 2026. Citrix empfiehlt allen Kunden die Zeit bis zur Umstellung zu nutzen, um den Lizenzübergang zu planen und durchzuführen. Versprochen wird die Optimierung der Lizenzen:
- Optimierte Lizenzierung und schnellerer Support: Das alte Lizenzierungsmodell habe durch manuelle Lizenzverlängerungen, Dateiverwaltung und häufige Ausfälle im Zusammenhang mit Lizenzierungsproblemen jedes Quartal zu Tausenden von Supportfällen geführt. Die moderne Citrix-Lizenzierung mit ihrer cloudbasierten Architektur, tieferen Einblicken durch Telemetrie und automatisierten Prozessen reduziert laut Citrix Risiken und ermöglicht einen schnelleren, effektiveren Support.
- Telemetriegestützte Verbesserungen: Citrix will kontinuierlich anonyme, aggregierte Daten über die Nutzung seiner Produkte sammeln. Diese Telemetriedaten sollen helfen, zukünftige Entwicklungen auf Kundenverhalten abzustimmen.
Im Blog-Beitrag wird dann von Citrix die moderne Lizenzierungsarchitektur, oder was man dafür hält, im Detail vorgestellt. Das Herunterladen, Zuweisen oder Verwalten von Lizenzdateien entfällt, wodurch sich die Verwaltungsaufgaben für Kunden vereinfachen sollen.
Berechtigungen sollen bei Vertragsverlängerung automatisch im Hintergrund aktualisiert werden, sodass ein unterbrechungsfreier Service gewährleistet ist. Der Lizenzserver ist nicht mehr der "single point of failure" für Benutzersitzungen, wodurch die Stabilität der Citrix-Umgebung verbessert wird.
Citrix schreibt, dass man seit Ende 2024 diese Art von Support für Citrix Virtual Apps und Desktops anbietet und habe beobachtet, wie Hunderte von Kunden und Partnern auf dieses Angebot umgestiegen sind und es positiv aufgenommen haben. Ab dem 15. April 2026 gilt dann das neue Lizenzmodell verpflichtend für alle Citrix-Produkte. Der Anbieter meint, dass man sich mit dieser Umstellung Citrix in Einklang mit anderen Branchenführern wie Microsoft und Adobe, die diesen "modernen" Ansatz bereits übernommen haben, bringe. Kann ich nicht beurteilen, ob dem so ist, da ich kein Citrix-Kunde bin. Wie seht ihr als Citrix-Kunde denn so? Beste Änderung seit geschnitten Brot? Oder irgend doch anders? Ist die neue "Experience" positiv zu sehen, und kann ich wieder an Jimmy Hendrix denken? Oder heißt es "eher nicht so knorke"?




MVP: 2013 – 2016




Wir sind auch mit der Neuigkeit "beglückt" worden.
Bis anhin haben wir einfach alle 3 Jahre beim Kunden ein neues Licensefile auf den lokalen Citrix Licensing Server hochgeladen und das war es dann, also nicht wirklich viel Arbeit. Bei Citrix Netscaler dasselbe.
Nun habe ich das mal bei einem Kunden durchgespielt. Erst muss man den Kunden mal bei der Citrix Cloud "onboarden", dies auch, wenn man die Citrix Cloud gar nicht nutzt. Das hat gut geklappt. Danach muss man den on-prem Citrix Licensing Server auf eine Version bringen, die das Cloud basierende Licensing versteht. Danach kann man den on-prem Licensing Server mit der Citrix Cloud verbinden. Das hat beim Kunden auch geklappt. Was nun noch fehlt, ist die ganzen Citrix Produkte auf eine Version zu bringen, die das neue Licensing unterstützt. Wenn das gemacht ist, sollten die Produkte sich automatisch vom Legacy Licensing auf das neue Cloud Licensing umstellen. Das werde ich den nächsten Tagen dann mal machen.
Der Nachteil ist natürlich, wenn sich der Licensing Server aus irgendeinem Grund 30 Tage nicht mit der Citrix Cloud verbinden kann, sind die Lizenzen blockiert und keiner kann mehr arbeiten. Wichtig ist also, dass man das gut im Monitoring hat.
"Der Nachteil ist natürlich, wenn sich der Licensing Server aus irgendeinem Grund 30 Tage nicht mit der Citrix Cloud verbinden kann, sind die Lizenzen blockiert und keiner kann mehr arbeiten. Wichtig ist also, dass man das gut im Monitoring hat."
Und was ist, wenn Citrix gehackt wird und die Citrix Cloud deshalb für längere Zeit ausfällt?
Oder wenn durch politische Entscheidungen Citrix gezwungen wird, den Cloudzugang für ausländische Kunden zu sperren?
Oder wenn Citrix schlicht pleite geht und die Lizenzserver deshalb abgeschaltet werden?
Oder wenn es einfach eine größere technische Störung gibt, z.B. irgendein Akteur die transatlantischen Internetkabel durchtrennt?
In 30 Tagen sind die nicht repariert!
Bei Offline-Lizenzen kann man das Produkt so lange nutzen, wie die Lizenz läuft.
Bei Online-Lizenzen ist das nicht sicher. Da kann der Hersteller einem auch die Lizenz abdrehen.
Cloudbasiertes Licensing ist daher absoluter Mist!
Und Telemetrie?
Die will man nicht wirklich haben, ergo ist da Zusatzaufwand nötig, um das in der Firmenfirewall zu blockieren.
Der ganze Mist wird immer als "Benutzer-Experience" wie sauer Bier angepriesen, aber wenn man genau hinschaut, ist das immer zum Nachteil der Kunden. Seine Abhängigkeiten von externen Diensten werden dadurch erheblich größer.
Wir haben da auch eine Software, bei denen der Hersteller von einer Offline-Lizenz auf eine Online-Lizenz umgestiegen ist.
Das ist der letzte Mist!
Denn die Software wird nur 3 oder 4 Tage im Monat benötigt und bei jedem Start meldet die Software "Ihre Lizenz konnte seit X Tagen nicht automatisch aktualisiert werden…." und dann darf man jedes Mal die Lizenzverwaltung aufrufen und die Lizenz manuell aktualisieren.
Diese Abfrage kommt nur dann nicht, wenn man die Software täglich nutzt.
Selbst nach einem Wochenende kommt diese dämliche Abfrage!
Und wenn die Lizenz ein mal nicht automatisch aktualisiert werden konnte, dann versucht es die Software nie wieder automatisch!
Und in Urlaubszeiten wird die Software auch mal 30 Tage am Stück nicht benutzt. Das ist schon sehr knapp am Lizenzablauf.
Wenn das dann passiert, darf man beim Softwarehersteller anrufen, denn selbst kann man die Lizenz dann nicht mehr aktualisieren.
Und der PC braucht für die Onlinelizenz einen Internetzugang.
Der PC hatte vorher keinen Internetzugang, weil der PC schlicht keinen Internetzugang brauchte.
Netter Killswitch, what could go wrong ..
wird auch bestimmt billiger, oder?
Innovationen sind ja dazu gedacht, dem Kunden Vorteile zu verschaffen;-)
Auch wenn man oft Unkenrufe bezüglich der "Experience" bei VMware (auch bekannt als Broadcom), Microsoft, Cisco oder jetzt Citrix hört, steigt deren Anzahl an Kunden und Umsatz durchgängig. Den Kunden gefällt es also.
Das bei Broadcom die Anzahl an Kunden gestiegen ist zweifle ich an, dafür haben die die Wassertemperatur im Topf zu schnell und stark erhöht.
(Ich plädiere immer noch dafür das "Hocktanizing" zu nennen.)
"Der Lizenzserver ist nicht mehr der "single point of failure" "
War da nicht bisher eine Latenzzeit von 180 Tagen, wo der Citrix Lizenzserver mal kaputt sein durfte, bis die Citrix-Umgebung alle Anmeldungen verweigerte? Oder verwechlse ich da was? (ist schon eine Weile her seit dem ich aus dem Thema größtenteils raus bin) Wer auf jeden Fall es nicht schafft(e), einen Citrix-Lizenzserver wenigstens einmal alle 180 Tage am Laufen zu haben, ist eher selbst ein "single point of failure". Ich halte diesen Grund daher schon so ziemlich an den Haaren herbei gezogen, die machen jetzt einen auf Broadcom, ihr werdet sehen!
Sobald in einem Kontext, wo das Wort eigentlich irrelevant ist, das erste Mal "experience" auftaucht, gehe ich davon aus, dass ich ab dem Zeitpunkt hauptsächlich mit BS (nicht "Betriebssystem[en]") zu tun haben werde.
Die Meldung von Citrix suggeriert, dass es ab 15.04.2026 zu Funktioneinschränkungen kommt. Für Kunden, die die gesamte Citrix Umgebung onPrem und gültige Lizenz-Files im Lizenzserver haben, dürfte sich bis zum Ablaufdatum der Lizenzen nichts ändern auch wenn der Aufforderung von Citrix nicht nachgekommen wird.
Aber wenn das Subscription Advantage-Datum erreicht ist und die Lizenzen aktualisiert werden müssen, wird man um die Cloud Implementierung nicht herumkommen.
Wir haben neben den Expiring Retail auch noch einige alte Retail (Kauf) Lizenzen ohne Ablaufdatum im Einsatz und diese will Citrix wahrscheinlich damit komplett loswerden.
Nächster Schritt von Citrix wird dann wohl der komplette Zwang in die Citrix Cloud sein…
Nach VMware wars das nun auch mit Citrix, RIP
Wir sind heute in dieses Problem gelaufen. Wollten für den Netscaler (testweise) das Upgrade von 14.1-47.48 auf 14.1-51.72 durchführen. Aktuell noch kein Sicherheitslücken angeführt – aber bislang wurden diese immer einige Tage später nachgereicht. Somit frühzeitig einmal ausprobiert.
Wie auch immer, die 51.72 hat diesen LAS Support. Sobald das Upgrade fertig ist, ist ein Anmelden auf Verwaltung nicht mehr möglich. Trotz vorheriger On Premise Lizenz ohne Ablaufdatum wird diese verworfen. Es stellt sich um auf eine Lizenz die nur mehr SSH zulässt. Nutzung ist logischerweise ebenso nicht mehr möglich, da die Dienste auch die Nutzung einstellen.
Genau das gleiche Verhalten hatten wir auch bei uns mit der aktuellen 13.1er Netscaler Version. Die vorhandenen License Files waren zwar noch vorhanden, aber wir waren direkt nach dem Update im "Freemium-Modus". Geholfen hat dann nur das alte License File zu entfernen, Netscaler neustarten und anschließend das License File wieder zu importieren.
Ich denke das hängt damit zusammen, dass deren Default ab sofort das neue LAS ist.
Ok, danke für die Info. Woher hattet ihr das Lizenzfile? Einfach das entfernte direkt nach dem Neustart wieder importiert?
Ja, ganz genau. Wir haben das bereits existierende Licence-File direkt wieder importiert und nach einem weiteren Neustart war alles wieder gut.
Danke für die Rückmeldung. Habe ich gestern Abend probiert und hat leider nicht geholfen. Dann habe ich sogar eine neue Lizenzdatei von Citrix generieren lassen weil mir im FAQ/Chat ein fehlerhaftes Datum gemeint wurde. Leider bleibt auch damit das selbe Problem. Scheinbar ist bei neuen Patches irgendwas angepasst worden, wo diese Art Lizenz nicht mehr erkannt wird und nicht funktioniert. Da nach wie vor der letzte Patch noch nicht Security Angelegenheiten behebt, werden da noch nicht viele aktualisiert haben. Fürchte, es kommen mehr Fälle?
Die Angelegenheit mit LAS habe ich mir auch angeschaut. Das Backend von Citrix ist für Netscaler noch gar nicht freigeschaltet. Das konnte ich indirekt als Bestätigung sogar von Citrix bekommen.
Ich verstehe noch nicht, wie die NetScaler-Lizensierung auf LAS umgestellt werden soll, wenn in der Citrix-Cloud gar keine NetScaler-Lizenz vorhanden ist? In myCitrix.com werden nur CVAD- und NetScaler-Lizenz angezeigt – KEINE Cloud-Lizenzen (z.B. Citrix DaaS). Auch in cloud.com werden KEINE NetScaler-Lizenzen angezeigt.
Selbst wenn der NetScaler mit der aktuellen Firmware aktualisiert wird, gibt es ja wohl jetzt zwei Möglichkeiten:
1. "LAS Offline Activation":
–> schlägt fehl mit der Meldung "Zur Aktivierung sind keine unterstützten Berechtigungen verfügbar"
2. NetScaler Console (in der Cloud)
–> NetScaler-Instanz wird z.B. mittels integriertem Agent erfolgreich hinzugefügt
–> eine Lizenz kann aber NICHT zugewiesen werden, da ja keine in der Citrix Cloud vorhanden ist.
Hm, und nun????
Der einzige Kunde, bei dem die Lizensierung problemlos klappte, nutzt Citrix DaaS Lizenzen – da sind die NetScaler-Lizenzen ja inklusive. Aber was machen den alle anderen "klassischen" CVAD- und NetScaler-Kunden??? Was ist zu tun???
Ich konnte meine Netscaler problemlos mit LAS Offline aktivieren.
Offline aktivieren klicken –> Datei herunterladen –> In Citrix Cloud hochladen –> Lizenz wählen –> *Citrix Magic im Hintergrund* –> Aktivierungsdatei herunterladen –> in NetScaler hochladen –> Fertig.