Kurze Meldung aus dem Hosting-Bereich. Der Anbieter Hetzner hat Ende Mai 2026 eine Preiserhöhung für bestimmte Serverprodukte angekündigt, die seit dem 15. Juni 2026 gilt. Die Preise werden teilweise deutlich erhöht. Hintergrund sind gestiegene Beschaffungskosten auf Grund des KI-Hypes. Es gibt aber auch Angebote mit reduzierten Preisen. Für RAM-Preise ist kein Ende in Sicht.
Preisanpassung für Server
In seiner Preisankündigung mit dem Titel "Preisanpassung" vom heutigen 15. Juni 2026 nennt Hetzner die Bedingungen.
Die Preisanpassung gilt für neue Bestellungen und rescaling bestehender Cloud Instanzen und Cloud-Server ab dem 15. Juni 2026, 8 Uhr MESZ. Für Bestellungen, die vor dem 15. Juni 2026 aufgegeben wurden, aber erst nach dem 15. Juni 2026 geliefert werden, gelten die vorherigen Preise. Die Preise werde im verlinkten Dokument genannt. Ich selbst habe kein Gefühl, wie die Preise sich entwickelt haben. heise schreibt hier von einer teilweisen Verdreifachung.
Es gibt limitierte Angebote
Hetzner hat in seiner Preisliste auch "limitierte Angebote". Die Verfügbarkeit dieser limitierten Angebote hängt von der in diesen Servern verwendeten Hardware ab. Hetzner bietet den reduzierten Preistarif nur dann an, wenn Server mit deutlich gesenkten Beschaffungskosten im Rechenzentrum verfügbar sind. Dies kann mitunter mehrere Wochen dauern, bis eine nennenswerte Anzahl an Servern verfügbar wird (abhängig vor allem von Kündigungen) – und sie werden angeboten, solange der Vorrat reicht. Limitierte Angebote beinhalten weiterhin den vollen Service und Support eines regulären Servertyps.
Steigende Beschaffungskosten schlagen durch
Ich hatte bereits im Februar 2026 im Blog-Beitrag Hetzner erhöht Cloud-Preise: KI schuld, oder "günstige Gelegenheit"? über Preiserhöhungen bei Cloud-Paketen bei diesem Anbieter berichtet. Begründet wurde dies mit Preissteigerungen beim RAM, SSD etc., als Folge des KI-Hypes. Damals fragte ich noch, ob eine günstige Gelegenheit genutzt wird. Da Hetzner aber auch limitierte Preise für alte Server anbietet, schlagen die Beschaffungskosten momentan wohl voll durch.
Im Artikel OVH-CEO rechnet 2026 mit Kostensteigerungen in der Cloud von 5-10 % hatte ich das Thema bereits im November 2025 angesprochen. Der Chef des Cloud-Anbieters OVH rechnet seinerzeit bereits damit, dass die Preise für Cloud-Leistungen 2026 um 5-10% anziehen werden. Der Grund war damals bereits die Nachfrage im KI-Bereich. Die gesamte weltweite Produktionskapazität verlagert sich auf die sehr rentablen Speicher, die in GPUs für KI-Anwendungen verwendet werden. Die Speicherhersteller haben ihre Produktion bereits auf HBM-Speicher für GPUs umgestellt.
Preisanstieg für RAM, kein Ende in Sicht
Ich hatte vor Wochen zwar im Artikel Dell macht keine Speicherupgrades mehr; DDR5-Speicherpreise fallen erstmals von fallenden RAM-Preisen berichtet. Das scheint aber nur eine kurze Erholung gewesen zu sein.
Mir ist die Tage obiger Tweet untergekommen, der keine Entwarnung gibt. Der Regionalleiter von Hersteller Lexar geht laut Tweet davon aus, dass sich die RAM-Preise bis Ende 2026 verdoppeln werden. Die derzeitige "stabile" Preisentwicklung sei eine Illusion.
- Rabatte deuten darauf hin, dass Verkäufer alte Lagerbestände abverkaufen, bevor teurere Ware eintrifft.
- Die Nachfrage im Bereich der künstlichen Intelligenz lenkt fast die gesamte Chip-Kapazität auf Speicher mit hoher Bandbreite, sodass die Verbraucher das Nachsehen haben.
Die Preise für Server in der Cloud oder zur Beschaffung eigener Infrastruktur dürften also weiter steigen.
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MVP: 2013 – 2016





Bei Hetzner waren kurzfristig auch einige Cloud-Modelle nicht mehr buchbar, z.B. war gestern in "Console Cost Optimized" in Nürnberg und Falkenstein die Buchung ausgegraut, nur Helsinki ging.
Hetzner weist dort seit einem Monat drauf hin.
https://status.hetzner.com/de/incident/0a75c7ae-3377-41dc-aabe-601063724d24
Aktuell ist es Glückspiel, dank Zufallsprinzip, ob man neue Cloud-Instanzen bekommen kann oder bestehende Rescalen möchte. Ich selber musste einige Tage warten, bis ich einige meiner Maschinen entsprechend erweitern konnte.
https://forum.hetzner.com/wcf/index.php?login/#post313155 hier hat sich Martin Hetzner selbst geäußert. Zusammenfassend:
Martin Hetzner betont, dass seine Preisstrategie seit vielen Jahren unverändert ist und weiterhin auf Einkaufskonditionen, internen Betriebskosten, konstanten Abschreibungszeiträumen und Margen basiert. Die vergangenen neun Monate seien eine Ausnahme gewesen: Hetzner als Firma habe neue Serverhardware stärker subventioniert und gestiegene Einkaufskosten erst verzögert an Kunden weitergegeben. Aufgrund allgemein steigender Hardwarepreise erwartet das Unternehmen ein neues Marktniveau, das auch andere Rechenzentrumsbetreiber betrifft. Zudem geht er davon aus, dass sich das eigene Preis-Leistungs-Verhältnis höchstens vorübergehend verändert und die Wettbewerbsposition langfristig stabil bleibt. Kurzfristige Verschiebungen im Markt seien möglich, weil Anbieter ihre Preise zu unterschiedlichen Zeitpunkten anpassen; mittel- bis langfristig erwartet Hetzner jedoch keine wesentliche Veränderung der Wettbewerbslandschaft.
Das ist ein vollkommen normaler Vorgang, habe ich auch bei anderen Hostern bereits erlebt. Und selbstverständlich kann man damit aufgrund der aktuellen Marktsituation nur Verständnis haben.
Dass diese Preissteigerungen jetzt erst kommen ist wohl am ehesten ein Zeichen dafür dass der Hosting-Markt einer mit hohem Preisdruck ist.
Wie bei jeder Preiserhöhung denkt sicher der eine oder andere Kunde darüber nach welche Server in welchem Umfang noch benötigt werden. Meiner wird auf jeden Fall dramatisch schrumpfen.