Windows 8, Anwenderwahn und die Virenscanner

Es gibt Sachverhalte, die sind nur schwer zu begreifen. Da stürmen täglich massig Anwender in die Microsoft Answers-Foren, um sich lauthals über Bluescreens, Abstürze, fehlende oder lahme Internetverbindungen, nicht funktionierende Apps etc. in Windows 8 zu beschweren und über die Beta-Software von Microsoft herzumachen. Die Überraschung folgt dann Stante Pede, wenn man nach der installierten Software fragt.


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Da werkeln Avira Free AntiVirus, Kapersky 2013, Norton 360 oder Antivirus, AVG Free, G Data und was weiß ich auf den Systemen. Anwender, die’s ganz dolle meinen, kommen dann auch noch mit Goodies wie TuneUp im Gepäck daher.

Ich fasse es nicht. Ältere von uns erinnern sich vielleicht noch an die Zeiten des Rinderwahns? Eine für Säugetiere (vermutlich) ansteckende Krankheit, die zum Kontrollverlust bei den Tieren führte und eine kollektive Massenhysterie auslöste. Gelegentlich erinnert mich das Ganze Zinober bei Windows 8 etwas an die Zeiten des Rinder(Anwender)wahns.

Nur mal langsam zum Mitschreiben: Da besitzt Windows 8 einen integrierten Virenscanner in Form der Scan Engine aus den Microsoft Security Essentials, die im Windows Defender integriert ist. Das App-Modell läuft in einer Sandbox und jegliche Downloads werden durch den SmartScreen-Filter überwacht. Bei erkannter Malware blockiert dieser den Download bzw. den Zugriff. Bei unbekannten Downloads gibt es bei Programmen eine Warnung. Ach ja, eine Firewall gibt’s bei Windows 8 auch – sogar in 2-Wege-Variante.

Was nix kost, ist nix wert – ich hol mit Antivirus Free!

Und was macht der geneigte Anwender? Knallt sich gleich mindestens einen der Dritthersteller Virenscanner oder noch besser Security Suites auf’s System. Dabei gibt es noch zwei Fraktionen: Typ 1 hat den Fremd-Virenscanner bzw. die Security Suite draufgenudelt, weil “man gerade ja ein Abonnement für das Teil abgeschlossen hat”, und unbedingt Windows 8 aufspielen musste. Noch schriller kommt dagegen Typ II daher – der Virenschutz darf nix kosten. Also haut man sich die Free-Versionen irgend eines Anbieters auf die Kiste.

Paff, das sitzt! Was nix kostet ist nix wert, daher setze ich nicht die von Microsoft integrierten Virenscanner ein (die übrigens in Tests nicht so schlecht abschnitten), sondern mangele mir einen der kostenlosen Antiviren-Tools sowie möglicherweise noch ein Anti-Malware-Schlag-mich-Tot-Dingens auf’s System. Jau, wenn das nicht Anwenderwahn ist, dann weiß ich nicht.

Aber das Ganze ist natürlich noch steigerungsfähig. Da bringe ich jemand, der über Bluescreens klagt, mühsam bei, wie er einen Bad_Pool_Header gezielt analysieren und die Ursache herausfinden kann. Und der Junge ist clever, liefert mir nach kurzer Zeit die Bestätigung, das es die Free-Version von Avira ist, die massenweise BlueScreens auslöst. Selbst deinstallieren lässt sich diese nur noch im abgesicherten Modus. Ich denke, die Katze ist im Sack, da taucht der Nächste im Reigen auf “Eh, Avia und …. sind Mist, die taugen nix, sind nicht mit Windows 8 kompatibel – ich habe mir gerade die AVG Free drauf gemacht”. Oder noch doller, der ultimative Tipp “Gib Avira ne Chance und versuchs überbrückungsweise mit Norton, die geben eine 60tägige Testversion…” – wie blond muss man eigentlich sein? Leute, ich habe mir hier an der Tischkante die Zähne fast ausgebissen.


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Nachdem ich jetzt Aviras, Kaperskys, G Datas, Avast, Nortons in Massen von Rechnern entfernen ließ, ergibt sich folgendes Bild: Im Idealfall läuft Windows 8 wie erwartet. Ohne Avast oder G Data tun es TuneIn und andere Apps wieder. Auch die Windows-Firewall lässt sich wieder einschalten. Und wenn es richtig knallt und BAD_POOL_HEADER BLueScreens auftauchen, darf man sich von Avira trennen. Ist aber gar nicht so einfach. Bei Avira gibt es hier die Deinstallationsanleitung bzw. hier und hier die Forendiskussion. Ein Anwender steht nach deinstalliertem Avira nun ohne Internetverbindung auf dem Desktop da. Wird man hinbiegen können – notfalls läuft’s auf ein Auffrischen von Windows auf den Auslieferungszustand hinaus. Und zur Aufhellung der Stimmung  das noch: da freut sich jemand auf 2013 und was da noch von Avira kommt – für mich klingt das jetzt eher wie ne Drohung.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. Ich habe nichts gegen Avira, AVG, Avast, Kapersky, Norton, G Data & Co. Kann man sogar konfigurieren, entsprechendes Wissen sowie Augenmaß und etwas Erfahrung vorausgesetzt. Und wenn Anwender bei Problemen deren Support beanspruchen, tangiert mich das nicht die Bohne. Ich habe aber erhebliche Probleme mit der Tatsache, dass mir seit Jahren Leute in Foren begegnen, die über unerklärliche Probleme berichten – und am Ende des Tages fliegt einer der genannten Virenscanner bzw. die gesamte Security Suite vom Rechner – worauf sich die Probleme in Wohlgefallen auflösen.

Sicher, viele Anwender arbeiten mit den Teilen, irgendwo machen die Entwickler wohl schon ihren Job. Aber es ist schon auffällig, wie viele Problemfälle es gibt. Ganz  schlimm ist es, wenn ein Betriebssystemwechsel ansteht. Die Uraltversionen der Virenscanner haben ja Antikenbonus und müssen natürlich mit auf’s neue System. Früher waren die Leute “ohne Schutz” unterwegs, heute geht’s nicht mehr ohne und “viel hilft viel” scheint die Devise zu sein.

Sollte ich zum Jahreswechsel eine Sternschnuppe am Himmel sehen, habe ich zwei Wünsche. Wunsch Nummer 1 “Herr, wirf etwas Hirn vom Himmel, auf das es wirke und Anwender nicht jeden Scheiß wie Tuning Tools oder überflüssiges Sicherheitszeugs auf die Systeme zerren, sondern vorher denken”. Wunsch Nummer 2 “Die Hersteller dieser ganzen Tools richten einen Fonds ein, aus dem geplagte Forenmoderatoren gelegentlich auf Erholungskur geschickt werden”. Man sagt ja, an Neujahr sollen Wünsche in Erfüllung gehen, wenn man eine Sternschnuppe sieht. Hach, Leben kann doch schön sein, solange man noch Hoffnung hat.

Nachtrag: Einfach ein Link [2], der indirekt bestätigt, wovor ich warne – fasst die Teile nicht mal mit der Kneifzange an.

Links:
Tuning-Tools, die Plage des 21. Jahrhunderts?
Achtung: Panda Cloud/Antivirus legt Windows lahm
Avast patzt mal wieder
Warnung dem McAfee Stinger (Bloatware an Bord)
Avast: Finger weg vom GrimeFighter
Google Projekt Zero: Antivirus-Software als Archillesferse


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40 Kommentare zu Windows 8, Anwenderwahn und die Virenscanner

  1. Günter Born sagt:

    Nachgetragen: Passt wie die Faust auf’s Auge – maulende Anwender, die sich über den nicht installierbaren oder unbrauchbaren Flash-Player beklagen oder über fehlendes JAVA bei Windows 8 beschweren, sind mir auch über die Füße gelaufen.

    Blick inside gefällig?

    http://thenextweb.com/microsoft/2012/11/02/microsofts-security-team-is-killing-it-not-one-product-on-kasperskys-top-10-vulnerabilities-list/

    Zweiter Nachtrag: Bei heise.de erscheint eine Warnung, dass Avira nicht mit Windows 8 oder Server 2012 kompatibel sei. Lösung gibt es im 1.Q. 2013 – Avira hat selbst darauf hingewiesen. Deinstallationsinfos sind verlinkt.

    Hier noch ein Beitrag, der ein weiteres Problem adressiert:

    http://www.borncity.com/blog/2012/06/13/windows-8-sicherheitslcke-durch-virenscanner/

  2. Pingback: [BLOCKED BY STBV] Welcher Virenscanner empfehlenswert? - Apps / Software (Windows 8)

  3. André sagt:

    Der Defender ist aber der größte Mist aller Zeiten. Den deinstalliere ich immer sofort in Windows 8. Ohne das Ding ist Windows 8 viel schneller, besonders der Explorer hakt nicht mehr alle paar Sekunden.

    • Günter Born sagt:

      @André: Du schlägst auch nicht in den MS Answers-Foren auf und prollst, dass das alles nicht funktioniert. Deine Einstellung kenne ich seit deinem Kommentar hier – kann ich mit leben. Allerdings laufen hier einige Produktiv- und Testsysteme mit der MS Scan Engine, ohne dass ich da geschwindigkeitsmäßig am Krückstock gehe. Also alles eine Frage des Betrachtungswinkels.

      Jeder mag sich da auf Windows 7/8 installieren, was er zu brauchen glaubt. Mit der richtigen Konfiguration lassen sich die kostenpflichtigen Scanner und Internet Security Tools wohl auch richten – keine Frage. Nur nervt mich, wie viele Anwender dann mit „unerklärlichen Problemen“ in Foren aufschlagen und was ich dann für Ratschläge lese. Und was auch nervt: Seit ich den Artikel verfasst habe, bin ich schon auf zwei Fundstellen gestoßen, wo erklärt wird, wie man AVIRA Free oder AVAST überhaupt und oder rückstandsfrei vom System bekommt.

      PS: Gut hätte ich auch gefunden, wenn Du im Kommentar kurz angegeben hättest, welche Scanengine Du einsetzt (ich erinnere nicht mehr genau ob es AVG oder NOD 32 war) und warum Du die genau diesen einsetzt. Warum? Es gibt sicher einige Leute die hier mitlesen und als Quintessenz mitnehmen: Ich deinstalliere den Defender und bin ohne Virenscanner noch schneller unterwegs.

      PPS: Anyway, danke für deinen Kommentar & einige nette Artikel, die Du die letzten Tage bei WinVistaSide.de im Forum nachgetragen hast – macht weiter so bei euch drüben!

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  5. SeewolfPK sagt:

    Das Windows 8 ohne den Defender schneller ist, kann ich nicht bestätigen.
    Ich war in alter Gewohnheit auch ein User, der den Defender deaktivierte und Avast nutzte. Durch Günters Beitrag und die ergänzenden Antworten im von ihm verlinkten Forenbeitrag, bin ich dann doch angefangen Avast zu verbannen. Bisher auf den Browser geschobenen Verzögerungen bei Forenarbeit haben sich jetzt in Luft aufgelöst.
    In meinem Forum ist das näher beschrieben: http://www.windows-8-hilfe.de/viewtopic.php?f=29&t=911

    Ich danke Günter für seinen Beitrag.

  6. Günter Born sagt:

    Nachtrag: Ich fang hier mal an, eine Liste an Fundstellen aufzubauen, wo Virenscanner Problemursache bei Windows 8 waren – könnt ja in Kommentaren ergänzen. Vielleicht bekommen wir so ein Bild.

    1: AVIRA (definitiv nicht kompatibel mit Win 8 – Fix 1.Q.2013)
    2: KIS 2013 (Deinstallation und Installation hat geholfen)
    3: AVAST blockiert TuneIn etc. (oben erwähnt)
    4: ESET NOD32 blockiert Internetseiten – Deinstallation
    4: GData (musste entfernt werden)
    5: Norton 360/Norton Internet Security (entfernen oder updaten)
    6: Mc Afee

  7. Günter Born sagt:

    @André: Danke für die Rückmeldung – ich schaue mir deine Hinweise mal die Tage genauer an. Interessiert mich schon – obwohl ich diese Effekte bisher nicht hatte – sitze an einem Windows 7 Rechner mit MSE und in VMs läuft Win 8 mit Defender.

    Zu deinen Artikeln: Ich meinte die Foreneinträge wie StartIsBack, etc. Ich schaue schon noch gelegentlich bei Euch vorbei (aber nur lesend) – zum Posten fehlt mir neben dem Bloggen, Schreiben der Manuskripte und Posten in MSA mittlerweile die Zeit. Da aber der Windows 8 Tricks-Titel jetzt von mir angegangen wird, komme ich ggf. konkret mit Fragen auf euch zurück.

    Schönen Abend.

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  9. André sagt:

    Bei mir ist der Defender bzw MSE die größte Krücke überhaupt. Scrollen durch den Explorer ist trotz SSD unmöglich, weil der Defender so lahm beim Scannen ist so dass sich die Icons der Dateien einzeln aufbauen. Nach 30s und ein Paar Zeilen scrollen sieht man das in ProcessExplorer:

    https://dl.dropbox.com/u/5749744/Bilder/Defender_Win8.png

    Das Ding lastet 1 Core total aus. Das tritt seit der ersten MSE Version auf unterschiedlicher Hardware, in VMs bei verschiedenen Windows Versionen auch bei Windows Versionen immer auf, bei denen ich nix installiert hatte.

    Ich bleibe weiterhin bei NOD32. Der RC der 6er läuft und so einen Mist wie das Webseitenfiltern habe ich in NOD32 deaktiviert. Deshalb rennt Windows 1A.

    Welche Artikel meinst du? Schau mal öfters wieder vorbei. Last dich lange nicht blicken lassen.

  10. André sagt:

    „Da aber der Windows 7 Tricks-Titel jetzt von mir angegangen wird“

    Du meinst Windows 8?

  11. Günter Born sagt:

    André: Ja – freudscher Fehler, wenn man an einem W7 sitzt und postet :-).

    Hab’s korrigiert – danke.

  12. Hans-Peter Matthess sagt:

    Und dass man überhaupt keines dieser unsinningen Scanner-Placebos wirklich braucht, wenn man sein System vernünftig konfiguriert, sollte man vielleicht auch noch erwähnen. Aus der FAQ des CCC:
    ———————————————
    Sinnvoller ist es, die Möglichkeiten zu beschränken, dass es überhaupt ermöglicht wird, unerwünschten Code auf Systemen automatisiert auszuführen. Das ist einer Prüfung, ob ungewünschter Code bereits vorliegt, in jedem Falle vorzuziehen.
    ———————————————
    Eine vernünftige, restriktive Konfiguration schützt vor ALLER Malware, nicht nur vor der, die das Placebo gerade erkennt bzw. zu erkennen glaubt. Meinen letzten Scanner hatte ich als DAU in Win 98 und hatte mir schon da gedacht „Dieser Schwachsinn kann so nicht weiter gehen“.
    Meinjanur 😉

  13. Günter Born sagt:

    Noch ein Nachtrag: Hier gibt es noch den Hinweis, dass veraltete Fremdvirenscanner in Dual-Boot-Umgebungen Windows 8-Dateien in Quaratäne schieben und somit die Installation beschädigen.

  14. Pingback: Microsoft Security Essentials bei AV-Test durchgefallen - Dr. Windows

  15. Pingback: Sicherheitsprogramme: Wer hat schon Probleme mit sein Betriebssystem durch ein Sicherheitsprogramm gehabt?

  16. Nogeber sagt:

    Die Art und Weise, mit der MS insbesondere die Version 8 zu einem völlig unfreien Betriebssystem gestaltet hat, lässt erschauern. Jedenfalls dann, wenn man geneigt ist, freie Entscheidungen seines Handelns als die oberste Maxime zu erheben! Ich habe den Verdacht, dass die Kommentare sich über die Probleme eines durchlöcherten Systems auslassen. Schweizer Käse hat nun mal artspezifische Löcher! Nicht ein einziger Beitrag zeigt, dass es zu diesen allgemeinen MS-Problemen, auch etwas Sicheres gibt und die ist auch noch kostenlos!

    So kann z. B. Linux frei von Viren und andersartiger Schadware auf einem Windows 7 dual – oder als Liveversion, installiert werden. Bei MS-W 8 ist dies allerdings nicht möglich!! Wie einfach heutzutage z. b. Ubuntu 12.04 LTS per Liefe-Stick oder DVD auf seinem Windows 7 komplikationsfrei laufen kann, sollte ein Versuch wert sein. Wikipedia bringt dazu reichlich Informationen, auch zu der weltweiten Zunahme von Linux Systemen. Weiterhin habe ich den Verdacht, dass die User kein anderes Betriebssystem kennen, bzw. sich diesen auf den Rechner geladen haben. Was man nicht kennt kommt einfach nicht in den Sinn!

    • Günter Born sagt:

      @Nogeber: Ich habe deinen doppelten Kommentar entfert – sorry, dass ich dich nicht sofort freigeschaltet habe – dein Beitrag ist wegen deiner IP im Spam-Filter hängen geblieben. Glücklicherweise gab es vorgestern und gestern nicht hunderte von Spam-Kommentaren, so dass ich den deutschen Text zwischen Werbung für Lui Voitton-Taschen gesehen, gelesen und freigegeben habe.

      Zu deinem 1. Satz -> Ack! Zu den weiteren Sätzen – verstehe ich nicht alles – aber hast Du mal versucht, im Blog nach Linux zu suchen? Oder Mint, oder …?

      Zum letzten Abschnitt: Erinnerungsmäßig habe ich 1993 die erste Linux 0.1-Version in den Fingern gehabt und auf einem 80286 oder 80386-Rechner angetestet. Seit dieser Zeit wird mir versprochen, dass Linux die Welt erobert. Empfehle mal einen kleinen Blick in diesem Artikel mit der betreffenden Grafik. Da wird die Welt und der Blick darauf gleich klarer ;-). Hier die Grafik daraus.

      Betriebssystemverteilung nach netmarketshare.com

      (Quelle: Netapplications.com)

      Zum letzten Absatz noch ein paar Bemerkungen. Wenn Du jetzt ein Debian, ein Fedora oder ein Mint als Linux-Distribution aufgeführt hättest, hätte ich deinen Beitrag richtig gut und fundiert gefunden. Da Du aber Ubuntu im Munde führst, habe ich so gewisse Schwierigkeiten, das Ganze „gut gewichtet“ an deiner Windows 8-Kritik zu spiegeln. Gehe einfach mal die Beiträge in der Kategorie Linux hier im Blog durch. Empfehle z.B. mal Ubuntu 11.10 im Kurztest – und vielleicht auch einen Blick hier rein werfen. Wer wirklich mit Linux-Distributionen arbeiten oder wenigstens experimentieren will – und eine gewisse Frustrationstoleranz hat, wird das auch tun. Hier dümpeln eine Reihe virtueller Maschinen (VMware) mit Mint-Distributionen, Android-x86-Builds und sogar BSD in Form von OS X herum. Auch ein Eee PC 701 G mit Xandros, ein WeTab mit MeGoo (und Android-x86 – und Windows 8) hätte ich noch anzubieten. Wenn ich es brauche, ein Griff in die Schreibtischschublade – und ich boote ein Mint oder Xandros (den Rest habe ich zwischenzeitlich geschlachtet), ein Android-x86 als Installation (nicht als Live-System) von USB-Medien. Und wenn es wirklich wichtig wäre, hätte ich ein Mint (oder Ubuntu) auch recht fix als VHD-Boot aufgesetzt. Wer das braucht und unbedingt will, kann eine Linux-Distro nutzen (so seine Hardware mitmacht – auch da gibt es Blog-Beiträge, die Hintergründe aufzeigen).

      Ich bilde mir daher ein, nicht so ganz unbeleckt in diesem Thema zu sein – wenn ich auch keine guten Linux-Administrationskenntnisse habe und mir die diversen Konsolebefehle jedes Mal mühsam aus dem Internet zusammenklauben muss. Aber am Ende des Tages muss man auch die schlichte Erkenntnis berücksichtigen, dass die Linux-Entwickler sich oft selbst im Wege stehen und die Masse der Anwender auf Windows-Systemen haust – was sich dann auch in der Majorität der Blog-Beiträge spiegelt. Und ob Ubuntu das Allheilmittel für Windows-Flüchtlinge ist, da habe ich angesichts so mancher Entscheidung bei Cannonical, persönlich erhebliche Zweifel. Es gibt das alte Sprichwort „Vom Regen in die Traufe“ – keine Ahnung, warum mir das jetzt in den Sinn kommt.

      Trotzdem danke für den Kommentar :-). Vielleicht bringt er den einen oder anderen Nutzer zum Nachdenken. Alleine, ich bin skeptisch, wenn ich die Masse der iOS- und Android-Gadgets so sehe, die unters Volk gehen – da macht sich niemand ernsthaft Gedanken um die von dir aufgeworfenen Fragen. Und ob ich ein Linux ohne Virenscanner als Produktivsystem betreiben soll? Irgendwie zuckt es da bei mir …

  17. Malte sagt:

    Windows Defender ist gut, Dritthersteller sind böse? So kommt der Artikel bei mir rüber, so wie Du Das Urteil „Was nix kostet ist nix wert“ bei MS einerseits und dem Rest andererseits darstellst. Nachdem Du Deinem Unmut Luft gemacht hast vermisse ich eine Empfehlung was der DAU oder Halbwissende den besser machen kann

    • Günter Born sagt:

      @Malte: Dann lies dir den Text einfach nochmals durch. Da steht ganz deutlich, dass ich nichts gegen die Aviras, Nortons, Kasperskys und was weiß ich habe und jeder den Virenscanner oder die Security Suite, die er zu brauchen glaubt, einsetzen mag (ich werde mich hüten, da irgend eine Empfehlung abzugeben – außer dem Hinweis, dass MSE einen guten und eigentlich ausreichenden Grundschutz bietet).

      Nur sehe ich nicht meine Lebensaufgabe darin, die Böcke der Hersteller als Forenteilnehmer abzufangen. Und was auch nicht geht: der Anwender holt sich kostenlose Hilfe in Foren, es setzen sich Leute in ihrer Freizeit hin, um da zu helfen und herauszufinden, wo die Ursache ist. Dann stellt sich eine Internet Security Suite als Ursache heraus, das Teil wird nach Anleitung fachgerecht deinstalliert – alles ist gut – und dann haut sich der Anwender die nächste Free-Antivir-Lösung auf’s System. Im dümmsten Fall schlägt er dann zwei Tage später mit den gleichen Problemen in Foren ein und hofft auf Hilfe. Und genau das zu thematisieren, war Intension des mittlerweile doch schon etwas älteren Blog-Beitrags.

      Grundaussage: MSE (oder bei Windows 8 der Defender) reichen eigentlich mit den im Betriebssystem integrierten Sicherheitsmechanismen aus. Wem das nicht reicht, holt sich einen kostenpflichtigen Virenscanner seiner Wahl, und keine von den 90-Tage-Gratis-Schlag-mich-tot-Internet Security Suites, weil die besser „schützen“. Vor allem achtet er aber darauf, dass die eingesetzte Sicherheitslösung zur vorhandenen Windows-Version kompatibel ist und beachtet ferner beim Deinstallieren einer Security-Suite die Hinweise des Herstellers. Hättest Du aber auch bei einer Suche im Blog herausfinden können …

      … von daher kann ich aus meiner Sicht keine Aussage „MSE ist gut – der Rest ist böse“ entdecken. Wenn die Fremdhersteller ihre Hausaufgaben gemacht haben, wird die Lösung tun. Nur sehe ich es auch nicht als meine Aufgabe als Blogger darin, x-Lösungen für unbedarfte Anwender zu testen und hier den Erklär- und Empfehlungsbär zu geben.

  18. Stefan Dahlmann sagt:

    Ich muss mal deutlich hier, dass die Virenerkennung vom Integrierten Virenscanner in Windows 8 sehr schlecht ist. Dieses wurde durch einige Tests von Virenscannnern immer wieder objektiv und mit Fakten belegt, leider. Dieses trifft auch auf alle kosten losen Virenscannern zu.

    • Günter Born sagt:

      @Stefan: Ich lasse dir deine Position/Meinung. Zu den „Tests“ gibt es eine längere Diskussion in diversen MS Answers-Foren von uns Community-Moderatoren.

      Jeder Anwender soll und mag den Virenscanner und die Internet Security Suite einsetzen, die seine „Leib- und Magenspeise“ zu sein scheint. Für mich wird es dann zum Problem, wenn die gleichen Leute dann in Foren oder hier im Blog einschlagen und über „unerklärliche Fehler von diesem Windows heulen“ und das Ganze dann auf irgend einen vergurkten Fremdvirenscanner oder eine Fremdfirewall zurück zu führen ist. Suchst Du hier im Blog, wirst Du verdammt viele Artikel zu Problemlösungen finden, die irgend etwas vom „Internet-Security-Geraffel“ wieder gerade biegen.

      Es ist halt immer eine Abwägung – und der landläufige Glaube „Test meldet hohe Erkennungsrate bei Produkt X = ich bin nun besser geschützt“ trifft es halt meistens nicht. Wenn mir Malware X bei diesem Produkt auch durchrutscht, stehe ich nicht besser oder schlechter als beim Fall, wo ich die Scan-Engine der MSE verwende. Einfach meine 2 Cents – ich kann hier nur (auf meinen Erfahrungen basierende) Sichtweisen wiedergeben – die Entscheidung trifft jeder Anwender selbst.

  19. Pingback: Windows 8.1, ist der Defender ausreichend? - Seite 3

  20. Pingback: Netzwerk/Internet: Windows Live Mail funktioniert nicht

  21. Pingback: Bester Schutz

  22. Pingback: Anonymous

  23. Pingback: Frage: 10041 und der Defender

  24. ravWven sagt:


    Feuchtfröhlich habe ich diesen Beitrag gelesen und muss gestehen, dass der Verfasser mit vielen seiner Aussagen und Erkenntnissen sehr wohl in vielen Dingen richtig liegt.
    Man sollte aber zur Entschuldigung vieler Nutzer von Antivirenprogrammen sagen, das Sie sich einfach damit wohler fühlen -> der Wunsch nach Sicherheit (die es letztlich nicht wirklich gibt) ist einfach ein generelles menschliches Bedürfnis und wichtig.

    Es geht vielmehr,meines erachtens, darum – WER – sich solche Schutz-Software auf den Rechner macht und warum. Firmen z.B., beschäftigen / beauftragen nicht ohne Grund dafür Experten.
    Ich unterscheide immer noch zwischen User 1. Wahl und dem, was den großen Rest ausmacht. Es gibt genügend Verrückte, die jeden Tag ihren PC bis an seine Grenze bringen und sich wundern, warum irgendwann dann nichts mehr funktioniert.

    Antivirenprogramme greifen tief im OS auf die Systemdateien zu – meistens aber, sind diese schon lange vorher durch andere chaotischen Ereignisse vorgeschädigt.
    Ich sebst nutze ebenfalls ein Antivirenprogramm und kann mich im großen und ganzen nicht beschweren. Wer ne SSD in der Kiste hat, lächelt nur noch darüber, angefangen über Ladeprobleme bis hin zur Stundenlangen Virensuche u.a..
    Vielleicht bräuchten wir im NET wirklich einmal eine zuverlässige Quelle, die definitive Aussagen darüber machen kann, was man wirklich braucht -> doch das, was man dort findet ist durch und durch kontrovers und letztenendes ->Unbrauchbar … und bitte nicht Böse sein – auch Windows Defender – wenn man es einmal genauer betrachtet oder anders gesagt, wenn man die Contra- Stimmen dazu hört oder einfach auch nur ließt…

    lg
    ravWven

    • Günter Born sagt:

      Ich persönlich habe da wenig Herzblut. Ein jeder Anwender möge sich sein System bestmöglich ruinieren. Bitter wird es aber wenn wir MS Community Moderatoren dazu missbraucht werden sollen, um bei Greti und Pleti die Kohlen aus dem Feuer zu holen, weil diese Computerbild den AV-Herstellern & Co oder den Softwarezugaben mehr trauen als gesundem Menschenverstand!

      Hier im Blog gibt es genügend Beiträge die zeigen, wo der Hase im Pfeffer liegt! Wer meint, schlauer zu sein, kann nicht erwarten das ich als MVP oder Communitymoderator meine Freizeit in die Fehlerbehebung stecke.

      Leben kann so einfach sein.

      Update: Durch meinen Sportunfall kann ich nicht reagieren. Aber ich ließ mir sagen, dass Samsung sich mit dem Lollipop-Update nicht mit Ruhm bekleckert hat. Da hätte man mehr erwarten können – und es tut mir leid, so was von dir zu hören.

  25. Sherlock sagt:

    ravWven sagt:
    > Vielleicht bräuchten wir im NET wirklich einmal eine zuverlässige Quelle, die
    > definitive Aussagen darüber machen kann, was man wirklich braucht
    > doch das, was man dort findet ist durch und durch kontrovers

    Diese Aussage ist recht einfach: man braucht Virenscanner nicht wirklich. Sie sind als Schutz vor Malware ungeeignet. Sie hinken Malware prinzipiell immer um etliche Schritte hinterher und schädigen zudem noch das System.
    Windows hat schon alles an Bord, was man für effektiven Schutz braucht, Stichwort SRP/SAFER:
    http://www.itmz.uni-rostock.de/en/software/windows/sicherheit/toolkits/applocker-toolkit/
    http://schneegans.de/computer/safer/
    http://blog.windowsnt.lv/2011/06/01/preventing-malware-with-srp-english/
    http://mechbgon.com/srp/
    Der CCC bringt es auf den Punkt:
    | Sinnvoller ist es, die Möglichkeiten zu beschränken, dass es überhaupt
    | ermöglicht wird, unerwünschten Code auf Systemen automatisiert
    | auszuführen. Das ist einer Prüfung, ob ungewünschter Code bereits
    | vorliegt, in jedem Falle vorzuziehen.

    Amen.

  26. ravWven sagt:

    … Computer sind und bleiben was sie sind!

    Da helfen auch keine WHQL oder READY Versprechen – und dann gibt es jene, die das auf schamlose Weise ausnutzen! Die Anti- viren- software stellt meiner Meinung nach hier nur einen kritischen Bereich von unendlich Vielen Komponenten dar, welche sich im Zusammenspiel wesentlich problematischer gestalten – und das nicht erst seit Heute.
    Die Computerbranche hat einen ganzen Generationen- Vertrag mit Füßen getreten und mit ständig wiederkehrenden neuen BS- Versionen so manchen fast in die Verzweiflung getrieben, allen voran Microsoft. Schon lange könnte es die ultimative System-Oberfläche geben hätte man es gewollt. Statt dessen überläßt man den Usern die Drecksarbeit, Programm-Fehler und andere Probleme beim Erscheinen von neuen Versionen tunlichst aufzudecken. – Unbezahlbar für ein XXX- Milliardenschweres Unternehmen – dem es noch dazu an Dreistigkeit nicht mangelt! Jeder von Uns (und das ist das Perverse daran) zahlt zu allererst für ein unvollständiges nicht bereinigtes Bertriebssystem mit Haken und Öesen -> haben aber nicht einmal das Recht auf Rückgabe und Erstattung- brauchen dazu noch alle 3 Jahre neue Hard u. Software für unsere Bedürfnisse (wenn sie denn zusammen passt)!! Wir treten als Bittsteller auf, wenn es um das Erscheinen eines SP2 für Windows7 geht! Windows8 ist bereits chaotischer als alles Vorangegangene. Windows9 hat bei der Programmierung wohl soviel Probleme bereitet, das man gleich ne 10 davorgesetzt und sich somit mehr Zeit zum Flicken der gröbsten Löcher geschaffen hat! Wer dann die Kleinen finden muß -> brauche ich hier wohl nicht zu sagen. Apple glaubt hier einen Vorteil zu Besitzen, aber letztendlich bezahlt man dort doppelt und dreifach für die Versäumnisse der Konkurenz. Wir werden beschissen an allen Ecken und keinem fällt das auf?

    Dieses Jahr baue ich nochmal ne Kiste zusammen und drauf kommt Ubuntu!!!
    Das einzige ehrliche BS das es gibt und verdient hat belohnt zu werden.

    ravWven

    • Günter Born sagt:

      Schon a bisserl strange, deine Position. Wenn Du mit Ubuntu glücklich wirst bitte. Ich habe da auch meine eigene Meinung – zu viele Ubuntu-Versionen haben mit hier in die Suppe gespuckt …

  27. Sherlock sagt:

    ravWven sagt:
    > Computer sind und bleiben was sie sind! usw….

    Das allerdings war jetzt ein Rundumschlag, an dem so gut wie nichts richtig war und der mit dem Thema nichts zu tun hat.

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