Die Tage hatte ich im Blog-Beitrag Teil I: Microsoft kündigt Partner (CSPs) – Kontenpflege ein Problem? von Fällen berichtet, in denen IT-Dienstleistern von Microsoft die Partnerschaft als Cloud Solution Provider (CSP) von jetzt auf gleich aufgekündigt wurde. Die Verträge wurden ohne Vorwarnung gekündigt und die Konten gesperrt. Der CSP kann dann nicht mal auf die Tenants der Kunden zugreifen. Ein Leser hat mich kontaktiert und seine Erfahrungen und seine finale Lösung geschildert, die ich hier mal einstelle.
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Rückblick: Kündigung als Microsoft CSP-Partner
IT-Dienstleister können sich bei Microsoft als sogenannte Cloud Solution Provider (CSP) registrieren. Dies ermöglicht den Dienstleistern Kunden Microsofts Cloud-Lösungen wie Microsoft 365 zu verkaufen und die Lizenzen der Kunden dann auch zu verwalten. Eine Provision für die Verkäufe gibt es wohl auch.
Im Blog-Beitrag Teil I: Microsoft kündigt Partner (CSPs) – Kontenpflege ein Problem? hatte ich das näher erläutert, aber auch auf das Risiko hingewiesen, dass Microsoft kleine Cloud Solution Provider (CSP) ohne Vorwarnung kündigen kann und dann auch die Konten sperrt. Am Ende des Tages stellte sich bei einigen Fällen heraus, dass geänderte oder unvollständige Daten des CSP für die Kündigung verantwortlich waren.
Neuer Fall einer CSP-Kündigung
Der obige Beitrag hat einige Reaktionen hervorgerufen. Blog-Leser Christopher P. hat sich dann per E-Mail gemeldet (danke dafür), weil er selbst betroffen war. Er hat mir seine Odyssee samt Lösung geschildert, in der Hoffnung, dass es anderen Betroffenen hilft.
Wechsel in die Selbständigkeit als Auslöser
Christopher schrieb mir, dass er Mitte 2024, nach 10-jähriger nebenberuflicher Selbstständigkeit, seinen Angestellten-Job gekündigt und sich komplett in die Selbstständigkeit begeben habe. Seit Beginn der nebenberuflichen Tätigkeit kümmert er sich um IT-Systeme bei Kunden, mit dem Fokus auf M365 / Azure. Insgesamt stellt er für über 30 Firmen die M365-Lizenzen und Azure Subscriptions als Tier 2 CSP (Indirekt CSP) bereit.
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Anfang 2024 stellte der Leser fest, dass er in seinem MS Partner Center nicht mehr auf die Kundenübersicht kam. Das fiel in den Zeitraum des Wechsels in die Selbstständigkeit. Bei über 15 Tickets bei Microsoft, diversen Telefonaten mit seinen Distributoren und sogar Anrufen direkt bei Microsoft (die Tickets landen ja nicht direkt dort, sondern nur bei eingekauften externen Supportern) kam immer wieder die selbe Rückmeldung:
Das Konto des Lesers sei suspendiert und er habe somit keine Möglichkeit mehr auf die Kunden und die Verwaltung zuzugreifen.
Als Antwort in den Mails, die der Blog-Leser von Microsoft oder über seine Distributoren behielt, stand so gut wie immer dieser Text:
Thank you for contacting Microsoft Partner support about the notice of suspension and termination proceedings.
In the Microsoft AI Cloud Partner Program Agreement, both Microsoft and our partners reserve the right to walk away from the partner relationship by providing 30 days' notice to the other. Neither party is required to offer an explanation for the decision to terminate the partner agreement. As Microsoft is exercising its rights under this section 4.b of the Microsoft AI Cloud Program Agreement, we are unable to share an explanation or further details.
Das war die Klausel, auf die ich bereits in Teil I verwiesen habe – Microsoft kann den Vertrag binnen 30 Tagen kündigen und braucht auch keine Begründung zu liefern. Ist die Vogel friss und stirb-Politik. Manchmal, schrieb der Leser, wurde in den Mails noch auf die Micorsoft-Learn Seite Restore a suspended Partner Center account — Learn why suspensions happen and what to do verwiesen.
Lizenzen kaufen und verkaufen ging noch
Das Kuriose war, schrieb mir der Leser, dass er weiterhin Lizenzen kaufen und verkaufen konnte. Auch habe er Punkte für die Designations und Spezialisierungen, basierend auf der Nutzung seiner Kunden, erhalten, stellte der Leser fest. Er hatte monetär also keine Nachteile durch die Suspendierung seines Kontos, konnte aber nicht mehr auf die Kundenverwaltung zugreifen.
Der Grund für die Suspendierung
In den Telefonaten mit meinen Distris hat man dann, laut Leser, irgendwann festgestellt, dass vermutlich eine Adressänderung der Grund der Suspendierung war. Beim Distributor hatte der Leser statt seiner Partner Location ID (diese ist mit CSP verknüpft und wurde suspendiert) die Partner Global ID (die wurde nicht suspendiert) gegeben.
Diese Nutzung der "Global ID" hatte Microsoft bisher immer zugelassen, so der Leser. Aber dies wurde zum 1.5.2025 abgeschafft, so dass der Leser dort doch wieder die Local ID hinterlegen lassen musste. Das hat dann auch dazu geführt, dass der Leser keine neuen Lizenzen mehr kaufen konnte.
Weitere Partner betroffen – Entscheidung final
Zum Zeitpunkt, als die obigen Erkenntnisse vorlagen, bekam der Blog-Leser von seinem Distributor dann die Rückmeldung, dass auch weitere Partner, die von diesem Distributor betreut wurden, von der Änderung betroffen waren. Keiner dieser CSPs konnte noch Lizenzen bei Microsoft kaufen. Die bittere Erkenntnis: Microsoft hat also diverse CSP-Konten suspendiert und bietet keine Möglichkeit diese wieder freizuschalten.
Die im Techcommunity-Foren-Beitrag Microsoft CSP – Indirect Reseller Status is Suspended and Can't Get Fixed beschriebene Möglichkeit hat beim Leser nicht funktioniert. Das Ticket bei Microsoft wurde damit beantwortet, dass das Konto suspendiert sei und das Vorgehen damit nicht funktioniert.
Die Lösung für den Betroffenen
Irgendwann gingen dem Leser und seinem Distributor dann die Ideen aus – der Leser gibt an, fast zwei Jahre an dem Thema geackert zu haben. Die Lösung, die beim Leser dann funktioniert, bestand darin, einen komplett neuen M365-Tenant zu erstellen und diesen neu als Indirect CSP bei Microsoft zu registrieren.
Das ging laut Leser geht recht schnell und hat maximal eine Woche gedauert. Einzige Bedingung und Pferdefuß: Der Name der Firma muss anders sein als der Name im alten PartnerCenter (es reicht aber ein Punkt hinter dem Namen, also FirmaName. statt FirmaName).
Diese Vorgehensweise wurde mit dem Microsoft Support durchgezogen – sprich: Auch bei Microsoft hat man intern keine Möglichkeit, den alten M365-Tenant zu reaktivieren. Am Ende des Tages kann der Leser jetzt weiterhin Lizenzen an Kunden verkaufen.
Die bisherigen Kunden haben von der ganzen Geschichte nichts mitbekommen, schrieb der Leser. Sein "Tier 1 CSP" hat die Kunden einfach der neuen MPNID / Global ID des Blog-Leser zugewiesen und fertig. Selbst die Punkte für Designations und Spezialisierungen seien nach ein paar Wochen wieder auf dem Stand wie im alten PartnerCenter, stellte der Leser fest.
Mich dünkt, bei Microsoft hat der berühmte CoPilot das Ruder übernommen und kreist einsam über allem. Der Plan des Lesers ist jetzt noch, dass er alle Inhalte (Mail, SharePoint, User, …) aus dem alten Tenant in den neuen umzieht, und dann den alten Tenant löscht. Ich weiß nicht, ob die obige Vorgehensweise allgemeingültig ist, aber vielleicht hilft sie Betroffenen.
Artikelreihe:
Teil I: Microsoft kündigt Partner (CSPs) – Kontenpflege ein Problem?
Teil II: Microsoft kündigt Partner (CSPs) – Neuer Fall, neue Infos
Teil III: Microsoft kündigt Partner (CSPs) – Anforderungen an CSPs ab Oktober 2025
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„.. den alte Tenant löscht" – hat das mal hier jemand erfolgreich geschafft? Habe hier auch n0ch einen rumliegen, der definitiv nicht mehr gebraucht wird, Microsoft möchte den aber nicht löschen und verweist darauf, dass er ja „ruhengelassen" werden kann (feine Diskussion mit dem „Support" – und nein, ich würde gerne komplett aufräumen – verstehen die aber so wohl nicht). Ich hab's dann irgendwann mal aufgegeben. Hat wer Ideen dazu?
Das sollte eigentlich in Entra ID > Übersicht > Mandanten verwalten möglich sein. Ich habe das bei circa 40 viralen Tenants zuletzt gemacht. Hat anscheinend funktioniert.
Schaue ich mir an. Danke!
Löschung privater Daten (und damit auch den gesamten Tenant) entsprechend DSGVO beantragen?
Sollte ich so noch mal ausformulieren – beim letzten Mal war es dann die Diskussion, man könne den Tenant ja ruhen und das Kennwort ändern.
Wer zum Henker baut eine Existens, seine Geschäftstätigkeit auf so einer Basis mit so einem Partner auf?
Ich fang ja gar nicht mit so altmodischem Kram wie Kaufmannsehre an aber wenn sich von Willkür und Gutdünken abhängig macht ….
Da bin ich voll bei Dir.
Ist ja schön, wenn man MS Produkte an den Mann bringen will und lt. MS auch soll – aber ein Partnerschaftliches Verhältnis auf Augenhöhe ist das nicht!
Bisher habe ich um solchen Cloud-Kram einen großen Bogen gemacht und werde diesen Bogen auch beibehalten.
Lächerliche Müllfirma. Völlige Willkür und totaler Kontrollverlust. Am besten macht man keine Geschäfte mehr mit dem Laden.
Wir wird denn der Firmenname überprüft?
Muss der bei Microsoft angegebene Firmenname im echten Firmennamen des Unternehmensregisters nur irgendwo enthalten sein oder müssen beide Strings exakt übereinstimmen?
Im Fall 1 könnten Betrüger Geschäfte unter dem Namen einer anderen Firma machen, indem sie den Firmennamen kapern und leicht verändern, so wie es der betroffene Leser im Artikelbeispiel bei seiner eigenen Firma getan hat, die es unter diesem Namen real gar nicht gibt.
Im Fall 2 wird bei der jährlichen Überprüfung der Account wieder gesperrt, denn im Unternehmensregister gibt es keine reale Firma mit dem Punkt am Ende ("FirmaName."). Vor allem, wenn das eine KI überprüft und der Stringvergleich fehlschlägt.
Es gibt 5 Vorraussetzungen für die Re-Authorisation, die jährlich überprüft wird:
– PartnerID:
a) An active membership in the Microsoft AI Cloud Partner Program (MAICPP) and
b) a Partner Location Account (PLA) ID for the location you want to sell in.
(also keine "Global ID" und ohne AI-Cloud-Account geht es auch nicht)
– "Endorsement":
"The authority to accept and sign legal agreements on behalf of your organization."
(Also Gechäftsführer, Person mit Prokura)
– Der bei Microsoft registrierte Umsatz des CSP muss mindestens 1000 Dollar in den vergangenen 12 Monaten betragen.
– Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) muss aktiviert sein für jeden Benutzer mit Administrator-Rechten
– Ein Sicherheitskontakt muss angegeben sein:
"Populate the email, phone number, and name of the individual or group that's responsible for responding to security incidents in your company."
learn. microsoft. com/en-us/partner-center/enroll/new-indirect-reseller-requirement
Wird bei der jährlichen Überprüfung 1 Abweichung festgestellt, dann wird der CSP-Account gesperrt.
Wenn ich auf dem Verkauf von Bullsh….ähm Microsoft Produkten angewiesen währe, würde mir so eine Nachricht echt zu denken geben.
Diesem Blog-Beitrag nach hielt Microsoft es nicht für nötig, den Partner wegen dieser Sache zu kontaktieren oder auf die Nachrichten und Kontaktversuche des Partners zu reagieren. Selbst Microsoft kann danach die Löschung des Kontos nicht mehr rückgängig machen und noch nicht mal ein Konto selben Namens erstellen, selbst wenn Microsoft es wollte.
Für mich hört sich das nicht nach einer ordentlichen Geschäftsbeziehung an.
Das ist doch aber keine Lösung sondern eher ein miserabler Workaround?
Wenn es Probleme mit dme Vertrag gibt, dann muss das eigentlich gelöst werden. Alles andere ist total inakzeptabel. Wenn die Suspendierung gerechtferitgt war, dann bringt ja ein neuer Tenant auch nichts, weil ggf. die Gründe für die Suspendierung immer noch vorliegen oder erneut auftreten.
Er hat es doch 2 Jahre lang versucht, vergeblich…
… das ist keine Lösung, das ist praktiziertes Durchwuseln und Fuddel bis irgendwann jemand in seinem Übereifer feststellt, hey da ja ein Punkt im Firmennamen zu viel. Die Stammdaten stimmen nicht und das gleiche Spiel beginnt von Neuem.
Die berechtigte Frage gerade bei einem Selbständigem: Wer bezahlt das? Die verbratene Zeit und Nerven? Die Kunden kriegen das ja nicht mit. Ich hoffe Christopher P begründet seine Selbständigkeit auf etwas mehr als nur die Betreuung von MS Kunden.
Die Frage – wer das bezahlt – erübrigt sich doch, die Antwort ist die die wir alle seit Jahren indirekt immer umd immer wieder erhalten: KEINER !
M$ macht so wie sie wollen…
What is the definiton of insanity?
Wie oft ändert sich denn dein Firmenname?
Es reicht es einmal richtig zu machen.
z.B. Einzelunternehmer -> GbR -> OHG -> GmbH -> AG
bei so viel Entwicklung werden die jeweils 5 Minuten für die Anpassung drinnen sein
Die meisten Firmen bestehen genau eine Generation. Dann werden diese umstrukturiert, aufgelöst, verkauft je nachdem. Und auch während eines Lebenszyklus einer Firma ist es völlig normal Betriebsaufspaltungen, Konzentrationen oder in Beteiligungs-/Holdingkonstruktionen zu arbeiten. Und dann wären noch Standorteröffnungen, -umzüge und -schließungen.
Um Deine Frage zu beantworten. In den letzten 30 Jahren habe ich alleine vier Firmierungen und fünf Standortverlagerungen durch.
Und von dem vielen An- und Abmeldungen wäre halt eine bei Microsoft wie auch bei anderen Geschäftspartnern zu machen.
Und dann hat man ein ß im Namen und alles kommt durcheinander, weil die entspr. Programmierer von UTF-8 noch nichts gehört haben…
Das kann ich so nicht bestätigen.
Das ist eher unter Linux ein Thema.. z.b. Dateinamen welche nicht korrekt utf-8 kodiert sind
Also für mich persönlich ist diese Formulierung "es ist nicht mehr möglich" die reine Willkür und einen Firmennamen offensichtlich mit einer kleinen Variation einfach wählen zu können, offensichtliche ohne jede weitere Prüfung, zeigt eine weitere Schwachstelle in dem ganzen Prozedere auf – wenn da jetzt noch Statistik-Daten + Wahrscheinlichkeitsrechnung dazukommen (heutzutage als "KI" bezeichnet, wobei die echte Intelligenz mangels Schulbildung gerade auszusterben scheint), sehe ich dank "digitaler Assistenzen" schwarz für die Zukunft; bisher hatte man ja wenigstens noch einen schlecht zu verstehenden Inder oder eine nette Pakistani am Telefon, aber rein digital, ohne echte Menschen am Telefon läuft dann absehbar rein gar nichts mehr; wer einmal gezwungen war (freiwillig macht man sowas kaum) bei der Diba, amazon, paypal oder für einen Arztermin anzurufen, weiß was das für ein Horror ist…
Das einzig traurige an dieser Geschichte ist die Schlussfolgerung, die "Blog-Leser Christoph P." aus dieser Geschichte zieht:
Er baut nach 2 Jahren Kampf mit einem Unternehmen, dass mit ihm offensichtlich keine Geschäftsbeziehung führen möchte, unter einem anderen Namen eine erneute Geschäftsbeziehung auf und hofft darauf, dass diesmal alles besser wird. Erinnert mich an die generischen Aussagen von verprügelten Ehefrauen, die trotzdem bei ihrem Mann bleiben, weil es nur ein Ausrutscher war, er hatte zuviel getrunken, sonst ist er ja ganz lieb…
Klar, hier hängt ne Existenz dran und die wirft man nicht einfach weg. Möglicherweise stehen sogar Forderungen seiner Kunden im Raum, die auf Erfüllung von Verträgen bestehen. Alles klar, aber warum man es in 2 Jahren nicht schafft, sich beispielsweise anwaltlich beraten zu lasen, um aus dieser Situation anders zu entkommen als erneut mit dem "Partner" unter "Anwendung eines Kniffs" anzubandeln erschließt sich mir nicht. Das lässt eigentlich nur eine Schlussfolgerung zu: so schlimm kann's ja nicht gewesen sein. Dann fragt man sich allerdings, wozu das ganze Gewese…
Naja, muss jeder selber wissen.
Zu: "Das einzig traurige an dieser Geschichte ist die Schlussfolgerung, die "Blog-Leser Christoph P." aus dieser Geschichte zieht:" – da habe ich eine klare Meinung. Es sind erwachsene Leute – jeder muss seine eigenen Schlussfolgerungen – unter Berücksichtigung der persönlichen Situation – ziehen. Ziel des Blog-Beitrags ist schlicht über die Vorfälle zu informieren und den Lesern aufzuzeigen, was passieren kann.
PS: Nach 32 Jahren Freiberuflichkeit sind mir solche Überlegungen auch nicht gänzlich fremd. Als IT-Autor hatte ich das unglaubliche Privileg, gegenüber allen Buchverlagen durchsetzen zu können, dass ich frei war, auch in anderen Verlagen zum gleichen Thema publizieren zu dürfen. Als Microsoft Press Deutschland dann bei Windows Vista kam und ankündigte, dass ich "Das Handbuch" nicht mehr als Autor exklusiv schreiben dürfe, sondern zwei Co-Autoren bekäme, habe ich kurz über das Risiko nachgedacht und dann bei Markt + Technik für eine Magnum-Buchreihe zu Windows zugesagt. Hat auch gehalten, bis Pearson Markt + Technik als Verlag eingestampft hat. Hab dann noch versucht, die guten Projekte mit Microsoft Press Deutschland neu in den Markt zu bringen (die waren ganz froh, dass ich wieder für den Verlag schreiben wollte). Aber binnen weniger Monate hat Microsoft dann Microsoft Press weltweit abgewickelt und die Bücher von O'Reilly publizieren lassen. O'Reilly Deutschland, mit denen ich die Folgeprojekte dann teilweise angegangen bin, wurde drei Jahre später aufgelöst …
Aktuell bin ich hier beim Blog von Google-Werbenetzwerken abhängig – verhandele aber gerade, das etwas zu ändern. Irgend eine Abhängigkeit hast Du immer – es kommt auf die Risiko-Betrachtung/-Bewertung an. Ich war der Meinung, das Risiko eingehen zu können und habe geschäftliche Chancen ergriffen. Ist bisher gut gegangen – kann aber auch daneben gehen. Dann würde ich halt 's Geschäftle einstellen und auf Rentner machen. Diese Freiheitsgrade hat aber nicht jeder – speziell nicht Leute, die sich gerade selbständig in einem Umfeld machen, das von MS365 dominiert wird. Ist halt eine schwierige Kiste – und in diesem Umfeld hast Du imho nie Sicherheit.
Es ist kein Geheimnis, dass manchmal eine "Zusammenarbeit" mit einem "Großen" auch dazu gut sein kann, so erst bei den interessanten Kunden "reinzukommen", wo man sonst nie eine Chance hätte.
Ich war nie Reseller, kenne nur die Geschichten von ehm. Inhabern von Systemhäusern und Kunden, wo z.B. ein Microsoft angefangen hat unter Umgehung des jeweiligen Systemhaus, entweder andere oder sogar sich selbst ins Geschäft mit dem offfenkundig "lohnenswerten" Kunden zu bringen. Das ist kein Geschäftsgebahren unter "Partnern".
On the Edge zwischen Kunde und Cloud ist aus Sichtweise Microsoft kein Raum für Partner. Vielleicht noch eine zeitlang als Krücke, solange jemand OnPrem was hat, oder zu faul oder zu dämlich ist, mit einer WebUI umzugehen.
Egal wie, ein nachhaltiges Geschäftsmodell ist es nicht…
Cloud baut nur auf Partner auf.
Ein Wink aus der Zukunft, eine Art "Untergrund Community" Wissenspool wird entstehen, der mit aller Art Tricks die in allen möglichen Bereichen freidrehenden "KI" Systeme im Kleinen und hier und da aushebelt, damit der Alltag bewältigt werden kann, weil die Betreiber dieser Systeme selbst die Kontrolle verloren haben bzw. man durch eine Wand aus Chat-Bots, Automatismen & Co. nie mehr an sie rankommen wird.
Das gesellschaftliche Resultat daraus wird eine Hetzjagd auf den verschwörerischen Wissenspool sein, nicht etwa das Realisieren, dass etwas grundsätzlich falsch läuft.
Noch ein Tipp: Wenn es nur darum ging, die Kundensysteme administrieren zu können, dann reicht es, einen nicht lizenzierten, aber in der Rolle Global Admin versehen Benutzer wie MeinDienstleisterName@MeinKunde.de einzurichten.
Das hatte mir vor sehr vielen Jahren der Microsoft-Support sogar mal in einem Hotline-Fall auferlegt, und das hatte ich dann über die Partner-Fernadministration erledigt, damit sie mich direkt als Support-Kontakt sehen können, der also auch im Kundennamen Anfragen stellen kann.
Mittlerweile ist das sogar mehr als sinnvoll, weil man als Partner/Betreuer nicht mehr alle Menüpunkte hat, die man als globaler Admin direkt im Kundentenant hat.
Daher habe ich schon ewig und überall einen solchen Benutzer eingerichtet, weil das nur Sekunden kostet und keine Lizenzgebühren, weil auch keine zugewiesen sein muss.
Das handhabe ich genau so. Evtl. die Rechte noch ein bisschen einschränken, und den Account dem Kunden gegenüber dokumentieren. Ist für mich gefühlt auch "sauberer".
Am Ende ist das halt sehr aufwendig. Als CSP kann man ja mit GDAP auf viele Aspekte der Kunden-Tenants zugreifen. Mit Tools wie CIPP geht das dann sehr komfortabel.
Das ist für uns eigentlich der Hauptgrund CSP zu sein, die Margen an sich sind weniger interessant.
Wir hatten uns von Anfang dagegen entschieden, am CSP Reseller Programm teil zu nehmen.
Für die paar Euro? Auch in Vorkasse treten für Kunden für ein Jahr?
Null Interesse! Die Entscheidung war goldrichtig.
Wieso für ein Jahr im Voraus für die Kunden bezahlen? Ich biete meinen diese Tarifoption einfach nicht an, zumal ich bei einer Insolvenz in der Haftung wäre. Als Vollserviceanbieter ist es sehr schön für mich, alles aus einer Hand (meiner) anbieten zu können. Die kleine Provision an den Lizenzkosten (über alle Kunden hinweg dann doch wiederum gar nicht so wenig) ist ein angenehmes Zubrot. Gewinn erwirtschaftet man in der IT bekanntlich mit Beratung und Einrichtungsunterstützung und Fernadministration (alles natürlich nur u. a.).
Alles läuft perfekt über den Microsoft-Distributor ALSO bei mir – und ich bin maximal zufrieden. Auch mit der Stabilität von Microsoft 365 Business und Enterprise – keine mir bekannten oder gemeldeten Ausfälle oder Dienstunterbrechungen in den letzten vielen Jahren, auch nicht bei uns.
Natürlich treten die weltweit und unter bestimmten Umgebungen immer mal auf. Nur der Tenor hier vom Blog liest sich natürlich so, als wäre Microsoft 365 regelmäßig massiv gestört. Ist hier bei uns und allen Kunden jedenfalls nicht der Fall. Aber das ist natürlich keine Blog-Meldung wert…
Ausser ihr habt es einfach nicht gemerkt weil euere Prozesse nicht minütlich oder gar häufiger von der MS-Cloud abhängig sind.
Das mag durchaus angehen. Ich habe auch noch ein gmx-Test-Mailkonto. Auch hier merke ich nur alle Wochen, während mein Outlook (tagsüber) läuft, wenn der IMAP-Server mal wieder nicht erreichbar ist durch entsprechende Popup-Boxen.
Der E-Mail-Empfang und Versand läuft mit Outlook ja gepuffert auch komplett zunächst offline, d. h. wenn unten in der Statuszeile mal nicht das übliche "Alle Ordner sind auf dem neusten Stand. Verbunden mit Microsoft Exchange" für einige Sekunden oder gar auch wenige Minuten steht, kann man das in der Tat leicht übersehen. Ist mir aber zumindest auch so gut wie nie aufgefallen in den letzten Jahren.
Microsoft empfiehlt für die produktive Nutzung der Mails, SharePoint etc. sowieso einen eigenen Tenant zu verwenden, nicht den Partner Tenant. Die Lizenzen dort sollte man nicht bei sich selber kaufen, das ist gegen die Microsoft Partnerbestimmungen und kann wieder zur Kündigung des Partnervertrags führen.