Microsoft zieht den Stecker: Aus für Groove Music

Ein ganz winziger Paukenschlag und kaum zu hören: Microsoft stellt am Jahresende, am 31.12.2017, seinen Musikstreaming-Dienst „Groove Music“ ein.


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Die Älteren unter den Blog-Leser/innen kennen vielleicht noch die Musikboxen aus den 60er und 70er Jahren, wo man ein paar Groschen rein werfen und dann Musik von Platten über Tasten auswählen und hören konnte. Standen in Wirtshäusern – und wenn der Wirt vom Gedudel genervt war, weil jemand einen ganzen Nachmittag eine Single hörte, zog er einfach den Stecker. Es gab eine ‘Wroouuummm’ und dann war Ruhe. Das fiel mir ein, als ich die Nachricht las.

In diesem Blog-Beitrag kündigt Microsoft das Ende von Goove Music als Dienst an. Ende des Jahres ist alles aus und vorbei. In dieser FAQ teilt Microsoft mit, dass man sich freut, ab dem 2. Oktober 2017 mit dem Anbieter Spotify zusammen zu arbeiten.

Wir freuen uns, euch mitteilen zu dürfen, dass wir ab dem 2. Oktober 2017 mit Spotify zusammenarbeiten, damit du den weltweit größten Streamingservice auf deinen Geräten nutzen kannst. Du erhältst Zugang zum besten Streamingerlebnis, dem größten Musikkatalog und einer Vielzahl verschiedener Abonnementmöglichkeiten. Du kannst deine bisherigen Playlists und Sammlungen jetzt von Groove direkt zu Spotify verschieben. Nutzer des Groove Music Pass, die gemäß den Spotify-Nutzungsbedingungen dazu berechtigt sind, erhalten 60 Tage lang kostenlos Spotify Premium (die Bedingungen findest du weiter unten).

Und dann kommt die Ankündigung für die bisherigen Abonnenten des Groove Music Pass-Streamingdiensts von Microsoft:

Nach dem 31. Dezember 2017 wird der Groove Music Pass-Streamingservice eingestellt. Bis dahin kannst du deinen Groove Music Pass ganz normal weiternutzen, bis dein Abonnement abläuft. Wenn dein Pass-Abonnement nach dem 31. Dezember 2017 endet, erhältst du eine anteilige Rückerstattung oder eine Microsoft-Geschenkkarte (weitere Informationen findest du weiter unten). Wir werden die Groove-Musik-App auch weiterhin aktualisieren, damit du gekaufte Musik, die du auf deinen PC herunter- bzw. in OneDrive oder einen anderen Cloud-Speicherdienst hochgeladen hast, weiter abspielen kannst. Nach dem 31. Dezember 2017 lassen sich über die App jedoch keine Groove Music Pass-Inhalte mehr streamen oder wiedergeben.

Wer Musik gekauft hat, kann diese herunterladen und lokal abspielen. Microsoft verspricht, die Groove-Musik-App weiterhin zu aktualisieren, damit Nutzer die gekaufte Musik, darunter auch die Titel, man in OneDrive hochgeladen hat, weiter abspielen kann. Welche Halbwertszeit dieses Versprechen hat, wird man abwarten müssen.

Am 31. Dezember 2017 wird die Option zum Streamen, Kaufen und Herunterladen von Musik aus Groove-Musik entfernt. Nach dem 31. Dezember 2017 kannst ein Benutzer aber weiterhin gekaufte Musik wiedergeben, wenn er sie vorher heruntergeladen hat. Alles im Detail in der FAQ zu finden. Tja, und der ‘kleine Paukenschlag’? Ich denke, so gigantisch viele Nutzer scheint der Dienst nicht gehabt zu haben. Oder habt ihr den kostenpflichtigen Abodienst genutzt? (via, via)


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8 Antworten zu Microsoft zieht den Stecker: Aus für Groove Music


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  2. TutNixZurSache sagt:

    Filme & TV Dienst bitte gleich mit entsorgen.

  3. Markus sagt:

    Ich und viele Bekannte nutzen den Dienst tatsächlich seit langer Zeit. Mit Spotify konnt ich mich früher schon nicht anfreunden. Super :-(

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  5. Tim sagt:

    OMG…

    Hatten die das Ding nicht gerade erst umbenannt?
    Die Spielkinder und Experimentliebhaber bei MS haben einfach keine Geduld und keinen langen Atem… Man kann sich immer weniger auf den Dienstleister MS verlassen, denn man weiß ja wirklich nicht mehr, welcher Dienst morgen überhaupt noch da ist.

    Gerade solche Angebote sollten in einem Store doch vorhanden sein und funktionieren. Sonst endet es so, wie @TutNixZurSache sich das schon wünscht und der Store kann gleich mit verschwinden.

    Naja, so steigt bei mir die Hoffnung, das Apps und UWP doch irgendwann wieder verschwinden… Irgendwer bei MS muss halt nur die Lust daran verlieren…

    • Sam sagt:

      Schlimmer noch. Man kann sich bei MS auf rein gar nichts mehr verlassen, weder ob ein Dienst, ein Feature, ein Programm oder sogar ein ganzes Betriebssystem mit seiner Hardware (Windows Mobile/Windows Phone) morgen überhaupt noch da ist. Die Streichliste wird immer länger.

      Das ganze Elend ging mit dem elenden Windows as a service Konzept los :-(

  6. Mir wird der Dienst ganz sicher nicht Fehlen, es muss ja auch jeder Anbieter sein eigenes Süppchen Kochen und Microsoft steigt meist viel zu Spät mit auf solch eine Welle ein und weil natürlich dann nicht Funktioniert wie erhofft steigt Microsoft nach ein oder Zwei Jahren wieder aus.

    Ich muss gestehen als ich vor ein paar Jahren noch bei Facebook war habe ich so einige Musikdienste angetestet ich weiß nicht wofür man da eigentlich Geld bezahlt oder bezahlen soll, ich hab hier so eine Radio App da habe ich 4 Sender eingestellt Natürlich auch RadioBob, da brauche ich mir keine Playlists zu erstellen und höre einfach zu.

    Zur Jahrtausendwende war ich mal für eine längere Zeit Arbeitslos da habe ich meine Plattensammlung Digitalisiert also Musik nach meinem Geschmack habe ich noch und nöcher könnte ein Jahr Lang Musik hören aus meiner MP3 Sammlung ohne ein Song doppelt hören zu müssen!

    Wozu brauch ich da noch MS Groove?

    P.S. Ja diesen verdammten Musik Player sollte MS dann auch gleich dazu abschaffen, es gibt echt schönere z.b. Foobar2000 gibts im Übrigen auch als App im Store wenn jemand eine App benötigt.

    • Tim sagt:

      MS Groove ist aber nur ein weiteres Puzzleteil von so vielen…

      Man muss sich wirklich wundern, das die XBox überhaupt noch existiert. Irgendwie scheinen dort ganz andere Leute zu arbeiten.

      Los lass doch mal überlegen, wieviele Dienste, die Erfolg hätten haben “müssen”, weil sie eigentlich Selbstgänger sind, sind durch Stecker ziehen gestorben?

      Ich schmeiß mal das am PC über Jahre Stiefmütterlich behandelte Games for Windows in den Raum. Viel TamTam und nie was gebacken bekommen außer schlimmstenfalls als dritt DRM wahrgenommen zu werden und als überteuerter Konkurrent neben Steam, den keiner nutzen wollte. Keiner wusste wozu, oder warum überhaupt.

  7. Paule21 sagt:

    Das muntere Dienste-Abschalten geht weiter. Jetzt ist es also Groove-Music und davor Dienste wie GigJam und Docs.com. Klar, wenn ein Dienst zu wenige Kunden hat, dann wird er unrentabel und irgendwann eingestampft. Inzwischen bin ich allerdings schon soweit, dass ich versuche Dienste von Microsoft zu meiden und lieber die Varianten der Mitbewerber setze. Es verschwindet jetzt also nicht nur ein weiterer Dienst, sondern eben auch weiteres Stück Vertrauen in Microsoft.

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