Kostenfalle Handy-Vertrag bei Telekom, Vodafone & Co.

Kleiner Beitrag zum Thema Mobilfunkvertrag mit subventioniertem Smartphone. In Deutschland setzen Mobilfunkanbieter wie Telekom, Vodafone etc. darauf, dass Kunden bei Verträgen mit subventionierten Handys den Vertrag nach 24 Monaten nicht kündigen. Dann zahlen die Kunden Monat für Monat kräftig für die längst beim Anbieter amortisierten Geräte weiter. Der Vertrag ist damit zur Kostenfalle geworden.


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Viele Mobilfunkkunden greifen zu gebündelten Mobilfunkverträgen, die ein subventioniertes Smartphone beinhalten. Laut dieser Bitkom-Mitteilung aus dem Jahr 2020 kaufen 3/4 der Verbraucher ihr Handy über den Mobilfunkvertrag. Die Mitteilung erfolgte, weil die Bundesregierung seinerzeit die Laufzeit von Mobilfunkverträgen auf 12 Monate begrenzen wollte – ein typischer Lobby-Beitrag gegen diese Maßnahme (die Verbraucher wollen keine 12 Monate Maximalvertragslaufzeit), der aber ungewollt einige Kennzahlen offen legt.

Subventionierte Geräte, Abzahlung über 24 Monate

Die Verträge der Mobilfunkanbieter mit subventioniertem Handy sind natürlich teurer als die Pendants ohne Gerät und laufen mindestens über 24 Monate. Das Schema ist bekannt: Bei einem subventionierten Handy ist dieses Gerät durch die einmalige Zuzahlung und den monatlichen Aufschlag zum Mobilfunkvertrag spätestens nach 24 Monaten abgezahlt. Das kalkuliert der Anbieter so.

Die Masse der Kunden betreibt Smartphone-Hopping, bei dem die Geräte nach einem Jahr oder spätestens nach 24 Monaten ausgetauscht werden. Angesichts der fehlenden Innovation in der Branche, und unter Umweltgesichtspunkten könnte sich künftig eine längere Haltedauer der Geräte ergeben (ökonomisch wäre das sinnvoll, da der Verbraucher ja die Neugeräte letztendlich bezahlen muss). Von der Bitkom ist weiterhin auch bekannt, dass jeder sechste Vertragskunde in 2020 sein enthaltenes Smartphone mehr als diese 24 Monate verwendet.

Mir sind noch Episoden aus meinem weiteren Familienkreis in Erinnerung, wo Nichten ganz stolz ihr neues Handy zeigten und verkündeten „kostet ja nix, ich habe einen Euro bezahlt – und nach zwei Jahren hole ich mir ein Neues“, aber nicht erfasst haben, dass der Kaufpreis für das Gerät über den teureren monatlichen Handy-Tarif mehr als bezahlt wurde.

Falle nach 24 Monaten

Was nicht jedem Kunden klar ist: Wird der Vertrag nicht fristgerecht vor Ablauf gekündigt, fallen die Aufschläge für die subventionierten Geräte in Deutschland weiter an. Je nach Vertrag sind das bis zu 50 Euro pro Monat. Da sich Handy-Verträge ohne Kündigung um 12 oder 24 Monate verlängern, ist das für die Mobilfunkanbieter ein lukratives, für die Verbraucher aber ein teures Zusatzgeschäft.

Euro-Noten
(Quelle: Pexels CC0 Lizenz)

Das Preisvergleichsportal Verivox hat dieses Thema im Beitrag Vertrag mit Handy – nach zwei Jahren Kostenfalle vermeiden aufgegriffen – ich bin über diesen Artikel darauf aufmerksam geworden. Im letztgenannten Artikel findet sich auch eine Tabelle, die zeigt, was man da als Verbraucher für die subventionierten Handys drauf zahlt.

Gilt in Österreich/Schweiz als unanständig

Ach ja, mit dem doofen deutschen Michel kann man das scheinbar machen. Denn in diesen Artikel erfährt der staunende Leser, dass die gleichen Mobilfunkanbieter, die in Deutschland ihre Kunden nach den 24 Monaten ohne Vertragskündigung regelrecht abzocken, in Österreich und der Schweiz ganz zahm sind. Denn dort gilt ein solches Vorgehen als unerhört und Verivox wird zitiert:

Keiner der dortigen Netzbetreiber erhebt nach Abzahlung des Geräts noch Kosten dafür. Alle schlüsseln bereits bei der Bestellung die jeweiligen Kostenbestandteile transparent auf. Auch die Telekom-Tochter Magenta.

SPON schreibt dazu, dass es unklar sei, warum die Unternehmen die Bundle-Masche in Deutschland abziehen, vermutet aber, dass dies wegen des großen Markts so sei. In Österreich und der Schweiz fokussieren sich die gleichen Unternehmen auf Service und Kundenbindung – auch weil es dort mehr Netzanbieter gebe.


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36 Antworten zu Kostenfalle Handy-Vertrag bei Telekom, Vodafone & Co.

  1. Matthias sagt:

    Hallo

    Zitat:
    „Da sich Handy-Verträge ohne Kündigung um 24 Monate verlängern…“

    Ich spreche jetzt mal nur für mich und meinen kenntnissen:
    Wenn ich einen Vertrag nicht kündige oder selbst auf den Provider zugehe, um zum Beispiel eine Vertagsverlängerung mit neuem Handy durchzuführen, verlängert sich der Vertrag stillschweigend um 1 Jahr. Das war bei bisher bei Telekom und Vodafone der Fall so.

    Ich selbst führe schon seit ewigkeiten keine Vertragsverlängerung, mit subventionierung eines Handys, aus den genannten Gründen durch und kaufe, wenn überhaupt nötig, separat ein neues Handy.

    Mein vorheriges Handy hat über 5 Jahre gehalten und funktioniert sogar immer noch wenn man es am Ladegerät betreibt.

    Aber ich habe mich, hautpsächtlich aus der Sicht der Sicherheitsupdates, für ein neues Handy entschieden und wird solange es läuft und Updates erhält in nächster Zeit nicht ersetzt.

    Mal schauen was noch kommt, seitens der Bundesregierung:
    https://www.zeit.de/politik/2020-12/verbraucherschutz-gesetz-vertraege-streaming-bundesregierung

  2. Tanja sagt:

    Wenn man sich nicht um Verträge kümmert, dann hat man doch zu 9x% immer ne „Kostenfalle“ nach Ablauf der Vertragslaufzeit bzw. den „schlechteren Deal“. Egal ob nun Smartphone-Vertrag oder nicht, da man zu viel für das zahlt, was man nach der Zeit noch bekommt.

    • Tim sagt:

      Auch das ist so eine Unart die weit verbreitet ist.

      Neukunden „boni-belohnen“ und „anfischen“ und Bestandskunden, selbst langjährige, bekommen nichts mehr und zahlen quasi die Boni für die Neukunden. Das ist in der gesamt Rechnung der Firmen schlicht eingerechnet.

      Es funktioniert halt so und die Kunden spielen das Spiel ja auch mit.
      Die, welche ständig wechseln bekommen mit jedem Neuvertrage dafür andere Nachteile und Schweinereien eingeschenkt, sparen aber im ersten Moment ein paar Taler und bekommen das offensichtliche Feature, welches gerade Hip ist.
      Ob man dieses in der Praxis dann auch dauerhaft nutzt, steht auf einem anderen Blatt.

      • Bernd Bachmann sagt:

        Ich finde dieses System auch dämlich, aber wenn die Firmen glauben, so arbeiten zu müssen, wäre man als Kunde ja blöd, wenn man es nicht nutzte. Denn es kann um ziemlich viel Geld gehen.

        So habe ich früher mal jährlich zwischen zwei Telefonanbietern hin- und hergewechselt, denn kaum hatte ich gekündigt, flatterten gleich Briefe à la „wenn Du wieder zu uns kommst, schenken wir Dir ein Jahr die Grundgebühr“ ins Haus. Und in einem Jahr habe ich es sogar mal geschafft, für das Verbrauchen von Strom bezahlt zu werden.

        Nun gut, zumindest diese Zeiten dürften vorbei sein.

  3. Tim sagt:

    „Angesichts der fehlenden Innovation in der Branche“

    Also, ich muss doch sehr bitten, Herr Born. Es ist mindestens immer eine „neue“
    Kamera dabei und eine voll-ergonomische Eier Form hatten wir noch gar nicht.

    Von wegen, nicht innovativ, pfft

  4. Drfuture sagt:

    Also zumindest bei o2 ist das nicht so….
    https://www.o2online.de/vorteile/handy-behalten/

    • Günter Born sagt:

      Unterstreicht nur den obigen Artikel, wenn ein Anbieter mit so etwas wirbt. Bei O2 habe ich persönlich den Klemmer, dass deren Abdeckung mit Mobilinternet eine Katastrophe ist. Oft GPRS oder es geht überhaupt nix. Danke für den Hinweis auf das O2-Angebot.

      • Niels sagt:

        So sehr ich bezüglich Abdeckung etc zustimme, bei meinem vorherigen O2 Vertrag (Abschluss ca vor 5 Jahren) bekam ich das Handy sogar auf einer seperaten Rechnung, quasi ein getrennter Vertrag der Laufzeitbeschränkt war und damit klar war wann es endet.

        Wäre wünschenswert wenn das jeder Anbieter so oder ähnlich machen würde.

  5. Steter Tropfen sagt:

    Mein Mitleid hält sich da sehr in Grenzen. Der „deutsche Michel“ ist eine Geiz-ist-geil-Bestie, ständig auf Schnäppchenjagd ohne zu fragen, wie „billig“ zustande kommt:
    Honoriert wird nicht Kundenservice und Angemessenheit, sondern Marktschreier mit Lockangeboten zu Sternchen-Preisen. Die einen verfolgen ständig Börsenkurse, die anderen Strom- und Telefontarife oder Fleischpreise. Mit ihrem Anbieter-Hopping machen sie solide Angebote kaputt.
    Wenn solche Leute über ihre eigene Geschäftstüchtigkeit stolpern, geschieht es denen nur recht.

    Da erzählen mir intellektuelle, für Umweltschutz engagierte Leute, dass sie sich spätestens alle zwei Jahre bei ihrem Handyanbieter ein neues Smartphone holen – das gehört einfach zu ihrem Lifestyle, das muss schon sein, um gesellschaftlich Schritt zu halten und außerdem: die alte Krücke kriegt ja schon gar keine Updates mehr! Wenn ich ihnen antworte, was das für ein ökologischer und ethischer Irrsinn ist (Stichworte: Ressourcenverbrauch/Seltene Erden, ausbeuterische Arbeitsbedingungen, Elektroschrott), dann sind sie ehrlich brüskiert und tun mich als sektiererischen Hinterwäldler ab.
    Sollen die nur zahlen und sich dabei wunder wie schlau vorkommen. Mündige Verbraucher sehen anders aus.

    • Anonymous sagt:

      Tja die geiz-ist-geil Mentalität kommt vielleicht daher das die Arbeitgeber das eingeführt haben und viele Leute die Not zur Tugend gemacht haben!

      Sorry auch das Anbieter-Hopping ist nicht auf dem Mist der Nutzer gewachsen im Gegenteil. Früher hat man als langjähriger Kunde Vorteile erhalten und heute wird man als langjähriger Kunde nur noch in den Allerwertesten getreten. Im Gegenteil heute werden Verträge nach den ersten Monaten oder eben zwei Jahren teurer, siehe Kabelinternet bei Vodafone oder Strom. Vorteile erhält man heute nur nach dem man mit der Kündigung gedroht hat.

      Die meisten Leute haben gar keinen Bock sich ständig mit diesem Quatsch zu beschäftigen. Du prangerst die Auswirkungen einer ungezügelten auf Wachstum optimierten Wirtschaft an übersiehst aber ganz klar die Ursachen.

      Ich finde auch geil das Provider zwei Jahresverträge wollen um besser kalkulieren zu können der typische Arbeitgeber hätte auch gerne zwei Jahresverträge aber der wird immer mit nem befristeten über ein halbes oder wenns es mal gut läuft einem Jahr abgespeißt!

  6. HV sagt:

    Das ist das „normale“ Problem derer, die sich nicht um ihre Verträge kümmern. Das ist nicht nur beim Handy der Fall, sondern bei fast allen Verträgen die man als Verbraucher so abschließt wie z.B. Sachversicherungen, Strom, Gas, Telefon etc.
    Das Groh ist schlicht weg viel zu faul die eigene Lage zu verbessern oder gar zu konsolidieren. Wer faul ist, bezahlt halt mehr und muß nicht winseln oder sich beschweren.
    Zum zu viel bezahlen gehören dann auch immer Zwei. Einer der bezahlt und Einer der kassiert… ;)

    • Günter Born sagt:

      Ist imho eine arg verkürzte Darstellung und Victim Blaming hilft nicht wirklich. Ich habe es nach einigen Jahren des Wechsels so gelöst, dass ich im Energiebereich meine Verträge mit Anbietern habe, die sich über Jahre als solide und mit meinen Zielen korrespondierend erwiesen haben. Ähnliches gilt für die KFZ-Versicherung – für ein Delta von 20 Euro/Jahr muss ich nicht wechseln.

      Bei den Smartphone-Geschichten: Ich kaufe mir das Smartphone selbst und habe Prepaid. Der Krampf des Einsteigens in die Vertragsniederungen gebe ich mir definitiv nicht. Wenn ich mal eintauche, komme ich oft ernüchtert raus, weil ich zu viele Klippen gefunden habe.

      Zum Thema DSL: Gerade im letzten Herbst das Spiel gehabt, dass da eine 2 jährige Vergünstigung ausgelaufen ist. Drei Mal nachgefragt, gab Süüüper-Angebote, nur für Herrn Born – aber ich habe glücklicherweise auf die Details geachtet. Wenn dann Webspace mit Domain sowie die E-Mail bei dem vermeintlichen Angebot weg fallen, wird es schwierig. Am Ende des Tages habe ich zähneknirschend die 10 Euro Aufschlag als das kleiner Übel akzeptiert.

      Nur ich habe den Spruch meiner Frau „Du ewiger Bedenkenträger“ im Hinterkopf – sie macht einfach mal so … und steht dann am Ende des Tages wie ein begossener Pudel „äh, kannste mal machen“ da oder gesteht „das war mal wieder Mist“.

      Die Botschaft #1: Ich gehe davon aus, das 80% der Klientel (ist mein Bauchgefühl) abseits triviale Fälle überhaupt nicht durchdringen können, was eine Vertragsänderung für Implikationen hat.

      Die Botschaft #2: Drüber bloggen, um die Leute zu sensitivieren. Wenn es drei optimale Partner ohne Trickereien gibt und der Rest mit Nepper, Schlepper, Bauernfängerei arbeitet, das kund tun und die Leute mit den Füßen abstimmen lassen.

      • Zocker sagt:

        „Ist imho eine arg verkürzte Darstellung und Victim Blaming hilft nicht wirklich.“

        Man sollte die „Opfer“ aber auch nicht in Schutz nehmen. Natürlich gibt es Maschen, wo man sehr gewieft sein muss, um da durchzusteigen. Das Thema Mobilverträge gibt es seit 20 Jahren und da sollte sich langsam rumgesprochen haben, womit Anbieter ihr Geld verdienen und dass das 1000€-Telefon eben nicht nur 1€ kostet. Ein wenig Skepsis wäre angebracht, aber heute ist es eher so, dass man alles mitnimmt, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist.

        Schwieriger wird es natürlich bei Kostenfallen wie Roaming. Da das jeder Anbieter anders handhabt, ist das schwieriger zu durchschauen. Auch denkt man bei Vertragsabschluss vielleicht gar nicht dran, weil einen das nur vielleicht mal im Urlaub betreffen könnte.

        Und ja, wegen 20€ würde ich eine KFZ-Versicherung auch nicht wechseln, besonders wenn sonst an und für sich mit ihr zufrieden bin. Hier muss man irgendwo auch mal einen Punkt setzen.
        Generell sehe ich das so, dass wenn ich mit einem Anbieter zufrieden bin und nicht das Gefühl habe, von ihm über den Tisch gezogen zu werden, dann sollte man diesem auch möglichst treu bleiben. Alles andere wird langfristig nur zum Gegenteil führen, wenn jeder wegen jeder Kleinigkeit einen Anbieter wechselt.

        Zu Botschaft #1: deswegen muss man sich Verträge auch im Voraus in Ruhe durchlesen und ggf. eine Nacht darüber schlafen. Bei offenen Fragen natürlich nachfragen. Impulskäufe und Impulsvertragsabschlüsse ist genau das, auf das die Firmen abzielen. Wer es einfach haben möchte, unterschreibt einfach, darf sich dann aber nicht über die Konsequenzen beschweren.
        Fiese Ausnahmen gibt es natürlich immer, sind aber nicht die Regel.

        Zu Botschaft #2: das finde ich auch sehr gut und macht Blogs wie diesen so wertvoll. Hierzu gehört auch, an die Vernunft der Leute zu appellieren und auch mal den Finger in die Wunde zu legen. Zu einem Vertragsabschluss gehören nämlich immer 2 Parteien, die jeweils zustimmen müssen.
        Und wie gesagt, diese Problematik bei Mobilverträgen ist seit 20 Jahren bekannt. Trotzdem wären Verhältnisse wie bei unseren Nachbarn schöner. Noch schöner wäre es, wenn Verträge, die eine Finanzierung des Telefons beinhalten, noch länger laufen müssten, bevor man beim selben Vetrag ein neues Telefon bekommt. Alle 2 Jahre ein neues Telefon ist – besonders bei Spitzenmodellen – umwelttechnisch ein totaler Irrsinn. Ich behaupte, dass 2021 selbst ein 5 Jahre altes Mittelklassegerät für die meisten Nutzer im Alltag vollkommen ausreicht. Die EU sollte die Hersteller eher zu Wechselakkus und Sicherheitsupdates verpflichten.

    • Zocker sagt:

      So ist es und daher habe ich auch kein Mitleid. Jeder muss sich über einen Vertrag im Voraus informieren und über die Folgen im Klaren sein. Wer meint, dass er per Vertrag für 1€ das 1000€-Telefon abgreifen kann und sich dann um nichts mehr kümmern muss, hat es nicht anders verdient. Da bettelt man förmlich darum finanziell schlecht zu fahren.
      Verträge mit Telefon sind mMn ohnehin Unsinn. Wer braucht bitte schön alle 2 Jahre ein neues Telefon? Die ganzen Hipster mit Minderwertigkeitskomplexen mal ausgenommen.
      Das ist so wie im echten Leben. Wenn man eine Frist (z.B. für Schadensersatz) verschläft, hat man Pech gehabt und bleibt auf dem Schaden sitzen.

  7. drfuture sagt:

    Was heißt „Die Verbraucher machen die soliden Angebote zur Nichte“…
    Wenn man mal bei den Grund-Verträgen wie Telefon, Strom, Internet bleibt dann finde ich schon das leider die Anbieter den Markt „Kaputt“ machen.

    Ich bleibe sehr gerne sehr lange bei einem Anbieter (zuletzt ~13 Jahre beim Handy). Aber auch hier muss man den Vertrag kündigen, 2-3x am Telefon dann sagen das einem der Tarif zu teuer ist… dann bekommt man evtl. ein Angebot das dem von Neukunden ähnelt. Dieses Jahr war der Preis immer noch fast doppelt so teuer als beim 3. Anbieter im selben Netz.
    Klar kommt dann „Ja die haben aber eine viel schlechter Qualität“ – komisch nur das ich sehr viele Verträge in der Familie habe die seit Jahren bei diesen 3. Anbietern keinerlei Probleme haben und kein Unterschied zu meinem zu finden war.

    Zurück zu Neukunden-Rabatten…. wenn ich mit Neukunden-Bonus 25% oder mehr spare dann treibt das nunmal *jeden* dazu – zu kündigen und immer den Bonus mit zu nehmen. Ich würde sofort beim alten bleiben wenn dort nach der Mindestvertragslaufzeit eine Anpassung stattfinden würde (habe das z.B. bei manchen Versicherungen, da aktualisiert sich der Tarif automatisch) und der Monatsbeitrag als Bestandskunde passend zur Marktlage sinkt.

    Der Neukundenrabatt muss ja nicht nur verdient werden, es muss auch noch die Werbung für Neukunden etc. finanziert werden. Ein Bestandskunde ist für die Firma im grunde immer günstiger. Wer sich nicht meldet und kündigt zahlt aber meist deutlichst mehr.
    Da sich die ganzen Prämien aber schon seit Jahrzehnten „rechnen“ bezweifle ich das die realkosten für die Firma und deren Leistung so hoch sind das ein günstigerer Tarif für Bestandskunden nicht finanzierbar wäre.

    • Paul sagt:

      „Zurück zu Neukunden-Rabatten…. wenn ich mit Neukunden-Bonus 25% oder mehr spare dann treibt das nunmal *jeden* dazu – zu kündigen und immer den Bonus mit zu nehmen. Ich würde sofort beim alten bleiben wenn dort nach der Mindestvertragslaufzeit eine Anpassung stattfinden würde (habe das z.B. bei manchen Versicherungen, da aktualisiert sich der Tarif automatisch) und der Monatsbeitrag als Bestandskunde passend zur Marktlage sinkt.“

      Wollte die Versicherungen nicht mal eine Schwarze Liste der „Neukunden-Rabatt-Missbraucher“ machen?
      Weil es tatsächlich Kunden gibt, die alle 2 Jahre ihren Stromanbieter, ihre Telko, ihre Autoversicherung kündigen und neuabschließen und so viel Arbeit aus lösen?

      Wer ist damit eigentlich angefangen? :-)

  8. Paul sagt:

    Namen der Gehirnabschalter von Menschen aus Deutschland:

    1. Rabatt
    2. Steuernsparen

  9. Nobody sagt:

    Es fällt immer wieder auf, dass wir in Deutschland vergleichsweise verbraucherunfreundliche Regelungen und Gesetze haben. Es sind die Konsequenzen, wenn Lobbyisten und Politiker Hand in Hand arbeiten.

    • micha45 sagt:

      Die Überschrift in dem Artikel bei golem ist etwas irreführend.
      Korrekt formuliert müsste sie lauten:
      CDU/CSU reduziert automatische Vertragsverlängerungen von derzeit 12 Monate auf 1 Monat im Mobilfunk.

      Typisch golem.

      Im Onlinebereich verpflichtend einen Kündigungsbutton bei verpasster Kündigungsfrist einzuführen, ist die zweite gute Maßnahme.

      Ein grundsätzliches Verbot von Zweijahresverträgen wäre mMn ein unverhältnismäßiger Eingriff in den Markt. Deshalb ist die Ablehnung einer solchen Maßnahme die dritte gute Sache in den Beschlüssen.

      • Paul sagt:

        „Ein grundsätzliches Verbot von Zweijahresverträgen wäre mMn ein unverhältnismäßiger Eingriff in den Markt“
        Ebend deshalb hat golem die Überschrift so gewählt,
        das Du neugierig wirst.
        Hatten wir noch an der Schule:
        Thema: Was ist eine gute Zeitungsüberschrift?
        „Hund beisst Mann“ oder „Mann beisst Hund“ ?

        „CDU/CSU verhindert Einjahresverträge im Mobilfunk“
        „CDU/CSU verbietet langjährige Vertragverlängerungen im Mobilfunk“

        Nein, sach nicht das diese Überschrift nun ja zu lang wäre…und zu positiv für die CDU/CSU.

      • Anonymous sagt:

        „Ein grundsätzliches Verbot von Zweijahresverträgen wäre mMn ein unverhältnismäßiger Eingriff in den Markt. Deshalb ist die Ablehnung einer solchen Maßnahme die dritte gute Sache in den Beschlüssen.“

        Warum? Der Markt sollte endlich Mal wieder dem Menschen nutzen nicht umgekehrt! Ich verstehe einfach nicht warum Menschen in Deutswchland auch noch gegen Änderungen sind die ihnen helfen würden und vielen anderen auch. Aber gut so bleibt es halt auch weiterhin Mist :( Bei Arbeitsverträgen hatte man auch kein Problem die dauerhafte Befristung einzuführen. Zuvor war eine Befristung eigentlich nur zwei Jahre lang möglich. Warum muss ich mich länger an meinen Provider binden als es mein Arbeitgeber an mich muss?

    • Kukkatto sagt:

      „Nach Ablauf der ersten (langen) Laufzeit von 12 resp. 24 Monaten dann nur noch automatische Laufzeitverlängerung 1 Monat“ entspricht im wesentlichen fast einer „Mindestvertagsdauer und danach weiterlaufen bis auf Widerruf mit monatlicher Kündigungsmöglichkeit“ – und wenn dem so sei, wäre das Grundproblem tatsächlich abgefangen.

  10. Christian Großmann sagt:

    Naja, ich halte das gesamte Auftreten der Mobilfunkanbieter für sehr fragwürdig, weil rein wirtschaftlich gehandelt wird. Ethik und Anstand sucht man bereits seit Jahren vergeblich. So kann ich mich bspw. noch gut an einen Beitrag des (ich glaube zumindest, dass es dort war) ZDF Magazin Royale erinnern, wo gezeigt wurde, dass die Telekom hierzulande ganz toll anpreist, Internetleitungen mit bis zu 250 mBit/s anbieten zu können und sich das dann mit monatlich knapp 50€ bezahlen lässt. Dumm nur, dass der gleiche Vertrag in Rumänien für knappe 10€ im Monat verfügbar ist.

    Der Trick zieht dann vornehmlich junge Menschen an und vor allem denen das Geld aus der Tasche, am besten noch langfristig. Alles immer möglichst schnell und einfach per verbindlichem Vertrag abschließen. Ob man dann daheim überhaupt Mobilfunknetz hat? Egal.

    (Im Übrigen finde ich es großartig, dass bei einem Artikel, wie diesem hier scheinbar per Keyword sämtliche großen Mobilfunkanbieter ihre Werbung geschaltet haben :D zumindest bekomme ich diese angezeigt)

    • Günter Born sagt:

      Den SEO-Link auf die Duschkabinen habe ich rausgenommen. Zur Werbung der großen Mobilfunkanbieter: Das ist entweder interessenbasiert über den Seitenbesucher (bei Cookie-Zustimmung), oder kontextbasiert – beides funktioniert für die meisten Nutzer recht schlecht, aber da kann ich wenig tun, da alles automatisch abläuft.

    • Paul sagt:

      „monatlich knapp 50€ bezahlen lässt. Dumm nur, dass der gleiche Vertrag in Rumänien für knappe 10€ im Monat verfügbar ist.“

      Und wie hoch wäre Dein Einkommen in Rumänien, so Du dort überhaupt eines erzielen könntest? (Nicht persönlich gemeint).

      Man kann keinem Toten in die Tasche greifen.
      Und: „Die Taube in der Hand ist besser als die Schwalbe unter dem Dach“. oder so.

      In Rumänien würden sie das Teil für 50 an niemanden verkaufen können,
      in Deutschland „können“ sie es.
      Warum sind wir so doof und zahlen 50, nur weil wir es können?
      Weil es immer noch Monopol ist und die Anbieter keinen echten Wettbewewrb machen, sondern gucken was die Anderen nehmen?
      (Vgl. Benzin- oder Brillenpreise…)

      • Gerold sagt:

        „… dass die Telekom hierzulande ganz toll anpreist, Internetleitungen mit bis zu 250 mBit/s anbieten zu können und sich das dann mit monatlich knapp 50€ bezahlen lässt.“

        In der Schweiz gibt es einen Kabelnetzprovider der 500 MBit für 45.– Franken im Monat anbietet, 1 Gigabit für 65.– Franken, leider nicht bei mir.

  11. Andy sagt:

    Mir ist eh nicht klar, wieso man unbedingt alle 12 oder 24 Monate ein neues Handy braucht. Und das scheint ja der Normalzustand zu sein, wenn nur jeder sechste Vertragskunde sein Handy länger als 24 Monate nutzt.

    Mein letztes Handy hat 5 Jahre gehalten, mein aktuelles hat auch schon wieder 3 Jahre auf dem Buckel und hält aller Vorraussicht nach auch noch mindestens weitere 2 Jahre durch.

    Die Zeiten, als es regelmäßig neue Killerfeatures gab (Farbdisplay, merklich höhere Displayauflösung, Touchscreen, Kamera, GPS, WLAN, Appstore…) sind längst vorbei und ein drei Jahre altes Gerät unterscheidet sich heute nicht mehr nennenswert von einem aktuellen. Das sieht man schon daran, dass Diskussionen über komplett unwichtige Details wie „Notch oder nicht?“ monatelang die Fachpresse beherrschen, weil es sonst einfach nichts zu berichten gibt. Die Dinger sind einfach ausentwickelt.

  12. Christian Krause sagt:

    Ich finds auch eine Unart, erfreue mich aber daran, dass dadurch eben auch viele sehr lukrative Lockangebote zu Stande kommen. 800 € Neukundenbonus jährlich für Strom- und Gasanbieterwechsel ggü. dem günstigsten Vertrag beim Grundversorger sparen; 180 € jährlich durch Neukundenbonsmitnahme beim DSL Anbieter aus Montabaur, und All-Net Flats im Vodafone-Netz für 7 € / Monat.
    Für meine beiden Autos zahle ich mit SF ~15 in Vollkasko keine 500 € im Jahr (zusammen), andere zahlen das für ein Auto im Halbjahr… das ist nur möglich, weil Hopping honoriert wird, und macht sich für mich gut bezahlt.

  13. Dekre sagt:

    Ich habe das auch mal gehabt, weil ich nicht wußte, dass man ja für das (neue) Telefon Raten bezahlt. Ich habe dann angerufen und gesagt, dass die das rausnehmen sollen und der Rest soll so bleiben. (Telekom, damals wohl noch T-mobil). Das hat funktioniert und gut ist. Das war vor ca. 8 Jahren, wenn nicht sogar davor. Das liegt also schon paar Jahre zurück und vor der „smartdinger“-Ära.

    Man kann auch Verträge ohne neues Telefon abschließen bzw. ändern.

  14. Peter K. sagt:

    Viel schlimmer als diese (halbwegs offensichtliche Sache, so lange man Rechnen und Lesen kann) mit den an Vertrag gebundenen Handys finde ich dieses Elend mit 2 Jahren Vertragslaufzeit.
    Hierdurch verhindern die Mobilfunkanbieter gezielt einen Wechsel zu einem günstigeren Anbieter mit besseren Leistungen.
    Ging mir auch so. Alter Vertrag mit wenig Leistung inklusive, neuer Vertag bei selbem Anbieter mit mehr Leistung SEHR TEUER, aber Wechsel jederzeit möglich.
    Vertragswechsel zu anderem Anbieter mit deutlich mehr Leistung zu deutlich geringerem Preis lag in weiter Ferne, über ein Jahr Restlaufzeit.

  15. Jasmina sagt:

    Ich muss Tanja und Matthias Recht geben. Ich kenne das auch so, dass sich der Vertrag nach 24 Monaten Laufzeit dann um weitere 12 Monate (und nicht 24 Monate) verlängert. Das ist bei Bundles so, aber auch bei Verträgen ohne Smartphone. Insgesamt ist ein Umdenken in dieser Sache – vor allem auch aus Nachhaltigkeitsgründen – dringend erforderlich. Viele Grüße

  16. Lenny sagt:

    Das Beste ist:
    Sein Wunschhandy günstig im Netz kaufen, in meinen Fall bei Amazon das Nokia 7.2, war eine Rückgabe und dem entsprecht viel günstiger (150 €).
    Dazu Prepaid Vertrag bei dem Discounter/Supermarkt seines Vertrauens holen, in meinen Fall REWE ja! mobil Tarif Smart 7,99 € im Monat und sich entspannt zurücklehnen.
    Alle zwei Monate mal mit 15 € aufladen und gut is. Da macht Handy wieder Laune.

    • User007 sagt:

      „Alle zwei Monate mal mit 15 € aufladen […]“
      Ich mach das so im Schnitt ca. alle drei Monate mit dem Congstar-Tarif Prepaid-wie-ich-will für 5,- €/4 Wochen – klappt bestens und reicht mir völlig.
      Übrigens steht zum ja! mobil-Tarif Prepaid Smart auch eine Tarif-Laufzeit von 4 Wochen. 😏

  17. Kukkatto sagt:

    Zum einen gehören sog. „Laufzeitverträge“ („Rolloververträge“) generell untersagt – stattdessen ist eine Mindestvertragsdauer zu definieren, und danach läuft der Vertrag bis auf Widerruf weiter. Sobald die Mindestvertragsdauer abgelaufen ist, muß monatlich (resp. bei jeder Rechnungsstellung) gekündigt werden können – mit Kündigungsfrist von max. 3 Monaten. Zum anderen gehören Abzahlungsverträge als separate Verträge abgeschlossen, die automatisch nach Abzahlung eines vordefinierten Betrags enden – unabhängig vom Telephonieabo. Sehr wohl ist aber eine Vorgabe möglich, daß bestimmte Preismodelle oder Verträge nur gemeinsam abschließbar sein sollen (resp. ein Abzahlungsvertrag nur zusammen mit einem bestimmten Abo gekoppelt werden kann). Dennoch müssten sie als zwei verschiedene Verträge (mit jeweils eigenen Kündigungsmodalitäten) handzuhaben sein – wie O2 es beim Gerät vormacht …

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