Windows 10 V1709 und das Outlook 2003-Problem

Windows 10 Fall Creators Update und Microsoft Outlook 2003 ist eine Kombination, die sich nicht verträgt. Outlook 2003 funktioniert unter dieser Windows-Version nicht mehr.


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Ralph K. hat mich per E-Mail auf das nachfolgende Problem hingewiesen – danke für diese Information.

Ich habe hier bei zwei meiner älteren Kunden ein seltsames Phänomen:
Seit dem 25.01.2018 funktioniert das Outlook 2003 bei beiden Kunden nicht mehr.

Nun ist das ja nicht gerade die neuste Software, aber wie Du das vielleicht selbst schon kennen gelernt hast, hängen gerade ältere Menschen an ihnen wohlbekannten Programmen.

Am 25.01.2018 lieferte Microsoft offensichtlich für Windows 10 1709 4 Updates aus (ich habe mir dazu keine weiteren Notizen gemacht, weil ich schlussendlich keine brauchbare Lösung finden konnte). Seit diesem Moment verweigert Outlook, Mails zu empfangen oder zu schreiben; es erscheint eine Fehlermeldung, die besagt, dass diese Aktion nicht ausgeführt werden kann.

Bei dem Versuch, sich die Postfacheinstellungen anzusehen, erscheint eine komplett andere Fehlermeldung und verweist auf fehlende Einträge in der Registry oder beschädigte Komponenten und rät zur Neuinstallation. Letzteres ist natürlich ohne Datenträger und vor allem Lizenzschlüssel nicht so einfach zu bewerkstelligen.

Ich gebe das Ganze als Information einfach mal an Dich weiter, ohne zu bewerten, ob das nun Absicht seitens M$ ist oder einmal mehr eine Panne, dass ein Programm seine Funktion unwiederbringbar einstellt.

Nun ja, Outlook 2003 ist bereits Jahre aus dem Support herausgefallen. Da ist es nicht verwunderlich, dass Microsoft da den Stecker zieht.

Es hängt an Windows 10 Version 1709

In obiger Rückmeldung von Blog-Leser Ralph deutet sich an, dass es an den letzten Updates vom Januar 2018 liege. Ich habe dann aber kurz im Internet gesucht. Die Probleme tauchen bei Nutzern seit dem Umstieg auf Windows 10 Fall Creators Update auf.

Fall 1: Problem durch Reparatur behoben

In diesem englischsprachigen Microsoft Answers-Forenbeitrag beschreibt ein Nutzer das Problem bereits am 23. Oktober 2017. Aus Kompatibilitätsgründen muss bei denen ein System auf Office 2003 bleiben – die benötigen einen Datenbankzugriff, der unter Microsoft Office 2016 noch nicht funktioniert.

Bei früheren Windows 10-Versionen waren die Administratoren in der Lage, Office 2003 durch Austausch der msexcl40.dll wieder funktional zu bringen. Bei der DLL handelt es sich wohl um die Microsoft Jet-Datenbankengine. Für diese wurde im September 2017 eine Sicherheitsanfälligkeit behoben (siehe KB-Artikel 4042007 für Windows Server 2008 SP2). Scheinbar wurde diese Datei auch in Windows 10 durch kumulative Updates überschrieben.

Der Thread-Ersteller schreibt aber in Microsoft Answers, dass er über die Systemsteuerung in der Funktion Programm deinstallieren eine Reparatur von Office 2003 angestoßen und so Outlook 2003 wieder zum Funktionieren bekommen habe. Bei der Reparatur wird aber der Office 2003-Installationsdatenträger benötigt.

An dieser Stelle wird es schwierig. Microsoft bietet zwar die Dateien des SP3 zum Download (gelöscht) an. Ein Installationsdatenträger ist nach dem hier nicht mehr verfügbar. Möglicherweise wird man bei den Kollegen von Dr. Windows in diesem Forenthread oder hier fündig.

Weitere Fälle mit Windows 10 V1709

Im Internet findet man seit Dezember 2017 weitere Fälle, wo Nutzer mit Outlook 2003 unter Windows 10 Fall Creators Update beklagen.

  • Fall 1: Probleme beim Senden/Empfangen von Mails mit Outlook 2003 seit dem Update auf Windows 10 Version 1709 (z.B. Build 16299.98). Ein Nutzer schreibt, dass die Reparatur geholfen habe.
  • Fall 2: Auch hier wird erwähnt, dass eine Reparatur helfen soll. Ein Benutzer schreibt, dass er Outlook 2003 in den Kompatibilitätsmodus versetzt habe und das Programm funktioniere. Treten Fehler bei der Reparatur auf, sollte man Outlook 2003 neu starten.
  • Fall 3: In diesem deutschen Forenbeitrag wird ebenfalls die Reparaturmethode als zielführend angegeben.

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Wer kein Installationsmedium mehr hat, wird auf ein alternatives Mail-Programm umsteigen müssen. Und ich fürchte, ab Windows 10 Version 1803 geht der Ärger wieder los.

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18 Antworten zu Windows 10 V1709 und das Outlook 2003-Problem

  1. Rainer Gras sagt:

    Hallo zusammen,
    stellt sich mir dann doch die Frage;

    1.) Warum installiert jemand Windows 10, der noch ein Outlook 2003 bzw. Office 2003 im Einsatz hat ?
    2.) Warum werden nicht ein paar Postfächer bei Microsoft gekauft und lässt Outlook 2003 einfach nur noch mitlaufen, also ohne aktiven Mailverkehr ?

    Gruß
    Rainer

    • Frank B. sagt:

      Steht doch im Beitrag!

      “Ich habe hier bei zwei meiner älteren Kunden ein seltsames Phänomen:”

      Diese älteren Kunden wurden durch 2952664/3035583/GetWindowsX oder was auch immer ÜBERFALLEN.

      So deute ich das.

  2. Karl sagt:

    @Rainer Gras
    Naja, Windows 10 wurde vielleicht automatisch installiert. Wie man in dem Beitrag oben lesen kann, tritt das Problem in dem konkreten Fall über den hier gesprochen wird bei irgendwelchen älteren Anwendern auf. Denen wurde eventuell das automatische Update auf Windows 10 angeboten, die machen sich doch keine Gedanken darüber, ob es da Probleme mit Outlook 2003 geben könnte….. wenn sie überhaupt wissen, welche Outlook Version sie installiert haben.

    Frage 2 wurde in dem Beitrag oben schon beantwortet. Den älteren Anwendern ist es nicht so einfach etwas neues zu verkaufen. Die wissen, wie sie im Outlook Mails verschicken können und sind mit irgendwelchen Online Diensten eventuell überfordert.

    • Ralph sagt:

      Du hast das Problem der Kunden ganz klar erkannt. Beide in der Mail an Günter erwähnten Kunden kaufen sich jetzt zwangsläufig ein aktuelles Office, und bei beiden werde ich ab dem Tag der Installation dann wohl eine Zeit lang öfter zu Besuch sein, bis sie sich an das neue Aussehen und die Bedienung gewöhnt haben.

      • Uwe sagt:

        Ich denke wir müssen hier grundsätzlich 2 Nutzertypen unterscheiden:

        1. Bin immer mit allen Daten online und probiere alles Neue aus (egal wie unausgereift)

        2. Setzte auf altbewährte, gekannte und geschätzte Systeme und werde nicht be(cloud)t

        Hierfür könnte Microsoft gut und gerne 2 Marktstrategien erfolgreich umsetzen:

        1. Windows 7, Outlook 2003, Money 98…. funktionieren abseits des Marketinggetöses für 50% der gesamten Kundenlandschaft auch nach Jahrzehnten weiterhin wunderbar, werden optisch und funktional nicht mehr verändert, aber mit Sicherheitspatches versehen, bis es ein technisches K.o – Kriterium gibt. Das was die Verkaufstypen mit der prallen Brieftasche Dir so sagen, muss nicht alles für bare Münze genommen werden. Aber zum Nulltarif gibt es auch keine begrenzten Updates, die nur Sicherheit dienen. Kaum Mehraufwand, da sowieso immer an allen Sicherheitsthemen gearbeitet wird.

        2. Alles in die Cloud und statt des verbranntem Windows 10 eben ein Polaris, Andromedia, Office 3650 ( ja zehnmal besser als 365)… an die anderen 30% Kunden teuer verkaufen/vermieten. Der Rest ist sowieso so unbedarft, uninformiert, selten am PC (also quasi nicht erreichtbar), dass weder Update- noch Neuproduktstrategie weiterhelfen wurden.

        Die Linux-Leute machen das (nach Jahrzehnten des Desktop-Schlafs) heute auch sehr clever:

        1. Serverlandschaft praktisch zu 100% erobert
        2. Windows-Desktop mit einer MAC-OS Variante teuer von oben angegriffen
        3. Windows-Desktop mit einer Android Variante kostengünstig von unten angegriffen
        4. Windows-Desktop mit Chromebooks angegriffen
        5. Windows-Desktop mit weiteren Desktop-Varianten angegriffen, die bedarfsgerecht die Zielgruppen 1 und 2 getrennt befriedigt.
        6. BIOS und UEFI werden durch ein LINUX-Boot ersetzt
        7. Alter WINE in neuen Linux-Schläuchen
        ….

        Microsoft ist längst nicht mehr so sicher und unverwundbar wie vor Jahren und die ausschließliche Vorinstallation von Windows kippt als nächstes, wenn man nicht wirklich klug gegen hält. Der Mehrwert von Office365 oder Windows 10 existiert auch nur auf dem Papier, die Hälfte der möglichen Kunden wehrt sich fast mit Händen und Füssen gegen die Bevormundung durch nichtssagende Marketingabteilungen und suchen Zuflucht in den technischen Hochburgen der guten alten Zeit, wie sie Günter Born erfolgreich repräsentiert.

    • Rainer Gras sagt:

      @Karl,
      in dem Text stand doch “Kunden”. Wenn ich Kunden habe, dann habe ich auch eine beratende Funktion.
      Fassen wir Deine Aussage zusammen, mit irgendwelchen Online Diensten kommen die “älteren Kunden” nicht klar, aber mir Windows 10.

      • Karl sagt:

        Du musst schon richtig lesen was ich geschrieben habe und nicht falsch interpretieren.

        Es gibt nun mal viele unbedarfte Anwender, die sind gar nicht freiwillig auf Windows 10 gewechselt. Ich weiß nicht, ob du es mitbekommen hast, aber Microsoft hat da so ein nettes Projekt am laufen gehabt, bei dem viele Windows 7 Rechner automatisch auf Windows 10 aktualisiert wurden. Gerade die unbedarften Anwender haben da eben drauf geklickt, ohne zu wissen, was da passiert.

        • Tja das war wohl auch die Absicht ein paar dumme Kunden für sein Betriebssystem zu ergattern, es war aber schon immer schwer für Microsoft ein neues Betriebssystem in den Markt einzuführen, XP, Vista, 7, 8/8.1 und nun 10.

          Das Office 365 ist gar nicht mal so scheiße wenns einmal sicher eingerichtet ist ein Backup von dem ganzen machen und gut ist, nur müsste Microsoft die Updates mal wieder selbst prüfen bevor sie zum Update freigegeben werden.

          Ich bemängeln eigentlich nur, das es Microsoft bis heute nicht geschafft hat in Windows eine Sichere Backup Funktion besitzt, wie schön und einfach wäre es wenn Windows seine eigenen 1:1 Kopien selbst erstellen würde.

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  4. Herr IngoW sagt:

    Braucht man doch kein Outlook zu, geht doch auch über Outlook.com oder andere Anbieter, bzw. über andere Mailclients.
    Ist bei Office/Outlook2003 überhaupt noch die Sicherheit gegeben? Bei dem alter kann man froh sein, wenn es überhaupt noch läuft (bei Win10 1709), denn wir sind ja inzwischen bei 2018, also 15 Jahre weiter, da ändert sich eben sehr viel.

    • Frank B. sagt:

      Nicht jeder findet die moderne Wegwerfgesellschaft gut.

      • Markus sagt:

        Musste letztens einem Neukunden klarmachen, dass sein Win98 und das dortige Outlook Express mit dem Thema SSL-Abruf nicht so richtig klarkommt, seitdem sein Mailprovider den unverschlüsselten Abruf dichtgedreht hat.

  5. Markus sagt:

    Bin schon seit Langem dazu übergegangen, Nutzer, die am Outlook 2003 klebten, bei einem Rechnerwechsel oder bei Outlook-Problemen auf Thunderbird umzustellen.

    Klappt teilweise sogar mit einer Datenübernahme (dazu braucht man aber zuerst nen älteren Thunderbird 31.x; neuere Versionen haben den Outlook-Import nicht mehr). Klappt am besten, wenn man vorher ne Outlook 2007 Testversion vorher drüberinstalliert und dann Thunderbird 31.x installiert. Damit hat man schonmal meist problemlos alle Nachrichten importiert (sofern der User nicht 10000 Mails in der Inbox hat). Den Kalender kann man aus Outlook als ics exportieren und in Thunderbird importieren. Für die Adressvorschlagsliste gibts das gratis nk2edit von nirsoft.

    Bei einem Kunden hab ich sogar in der ersten Phase das Desktop-Icon von Thunderbird durch das Icon aus der outlook.exe ersetzt und gesagt, das neue Outlook sähe halt nun im Programmfenster anders aus. Mittlerweile ist der auch happy mit Thunderbird. :-)

    Mal ehrlich … wer braucht Outlook im Privatumfeld wirklich ernsthaft? Seit 20 Jahren macht Outlook zudem immer noch denselben Fehler, pro komplexer Ordnerstruktur eine einzige pst-Datei zu verwalten, die bei etlichen Kunden immer wieder schwindelige und fehleranfällige Dateigrößen annimmt.

    Und wegen der Sync … meine Termine und Kontakte aus Thunderbird synce ich im WLAN ohne Cloud zwischen AndroidHandy und Windows-PC mittels Birdiesync.

  6. Martin sagt:

    Wer unter einem modernen Windows ein Steinzeit Office einsetzt, dem ist nicht mehr zu helfen. Office 2003 wird seit Jahren nicht mehr von Microsoft mit Updates versorgt. Unfassbar wie leichtsinnig die Leute sind. Office 365 kostet nun wirklich nicht so viel.

    Ich kann durchaus nachvollziehen, wenn es sich um spezielle Anwendungen handelt, die vom Internet getrennt auf einen alten Rechner zwingend laufen müssen. Bei Office ist das nur sparen am falschen Ende.

    • Uwe sagt:

      Bei den vielen (Sicherheits)Problemen selbst der aktuellsten Geräte, Betriebssysteme und Office-Lösungen mag so mancher Steinzeitmensch über den modernen Menschen schmunzeln. Ablenkung in der Moderne heißt, immer online zu sein und das heißeste Gerät gefühlt täglich anzupreisen, so gesehen z.b. 1500 x Surface in 5 Jahren:

      https://www.drwindows.de/news/?lang=de&s=surface&submit=

      und natürlich keine Office-Meldung zu übersehen

      https://www.drwindows.de/news/page/1?lang=de&s=Office&submit#038;s=Office&submit

      Vielleicht ist es u.a. diese Marketinginflation, die immer mehr neue Steinzeitmenschen formt?

      Anfänglich waren wir alle sehr technikgläubig und begeisterungsfähig, aber wenn etwas nicht mehr rund läuft und verkaufen wichtiger wird als helfen und entwickeln, schlägt das Pendel in die alte gute Zeit zurück. Verweigerung der Moderne?

    • Micha sagt:

      Habe mal Test halber Microsoft Office 2000 Professional auf Windows 10 x64 Version 1709 installiert. Es ist eine CD Version ohne SR1. Augenscheinlich funktioniert nur Microsoft Access nicht. Mit dem Microsoft File format Converter kann man auch MS Office 2007 Dokumente öffnen.

      Habe dazu die Netzwerkinstallation durchgeführt da sonst das Synonymwörterbuch nicht läuft.

      Ich als Privatperson brauche halt kein neueres Office. Zum Tippen und ausdrucken von Text reicht es völlig aus.

      Zweitens habe ich mir mal vor 6 Jahren ein Layout für einen Jahreskalender mit Microsoft Excel 2000 erstellt. 1x im Jahr wird die Tabelle angepasst und auf 8 Seiten ausgedruckt. Dann zusammengeklebt und an die Wand gehangen.

      Habe die Tabelle schon mal testhalber mit einem Microsoft Office 2010 geöffnet und musste Feststellen das die Seitenränder nicht korrekt sind. Somit sind statt 3 Monaten nur 2 auf einer A4 Seite. Lust zu versuchen wie man das anpassen kann hatte ich nicht. Desweiteren sagt mir die Ribbonoptik nicht zu.

      Wenn MS wirklich will das man ein neues Office kauft sollten auch alle Bestandsdokumente fehlerfrei dargestellt werden können ohne in den Einstellungen des Dokumentes rumbasteln.

      Wenn es was neuers sein darf kann man auch OpenOffice oder LibreOffice benutzen.

      • Günter Born sagt:

        Sehe ich ähnlich. Zu Office 2000 und Win7 gibt es Blog-Beiträge, die deine Erfahrungen bestätigen. Word 2000 ist die Arbeitsumgebung, die hier – sowie in der Kette meiner Dienstleister – nach wie vor zum Erstellen von Buchmanuskripten verwendet wird. Den Krampf mit Ribbons tut sich hier keiner an. Klassischer Fail von MS.

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