Amazon kappt Synology NAS-Backups auf Cloud-Drive

Amazon[English]Der US Cloud-Anbieter Amazon stellt bei seinem Consumer-Dienst Cloud-Drive die Möglichkeit ein, Backups und Synchronisationen von Synology NAS-Laufwerken mit den Synology-Programmen zu fahren. Ab 1. November 2020 will Amazon nur noch eigene Apps für den Zugriff auf diese Dateien zulassen und stellt die Unterstützung für die von Drittanbietern genutzte API ein.


Anzeige

Amazon (Cloud) Drive

Amazon Drive, auch als Amazon Cloud Drive bekannt, ist eine Cloud-Speicheranwendung, die von Amazon verwaltet wird. Der Dienst bietet sicheren Cloud-Speicher, Dateisicherung, Dateifreigabe und Fotodruck. Mit Hilfe eines Amazon-Kontos können die Dateien und Ordner von verschiedenen Geräten wie Webbrowsern, Desktop-Anwendungen, Handys und Tablets übertragen, synchronisiert und verwaltet werden. Amazon wirbt selbst mit ‚Digitale Inhalt – sicher gespeichert, überall verfügbar.

Amazon Cloud Drive

Einige Anwender haben dies genutzt, um ein Backup ihrer Synology NAS-Laufwerke verschlüsselt auf ihrem Amazon Cloud Drive abzulegen. Damit ist nun Schluss, da Amazon die betreffende, von Synology verwendete, API einstellt und so keine NAS-Backups mit Synology-Tools mehr möglich sind.

Kein Synology NAS-Backup mehr

Das Hochladen verschlüsselter NAS-Backups über Synology Cloud Sync oder Hyper Backup in die Amazon-Cloud ist ab dem 1. November 2020 nicht mehr möglich. Hintergrund ist, dass die benötigte Amazon API für Drittanwender ab diesem Termin nicht mehr verfügbar ist. Amazon informiert seine Nutzer aktuell per E-Mail darüber, dass der Support für die Synology-Funktionen Cloud Sync und Hyper Backup zum 1. November 2020 ersatzlos eingestellt wird. Heise weist in diesem Artikel auf diese Änderung hin. Der nachfolgende Screenshot der Mail stammt aus diesem englischsprachigen Beitrag.

Amazon Drive Update-Mail

Ab dem 1. November 2020 ist der Zugriff auf die Amazon Drive-Dateien nur noch per Amazon-App möglich. Der Vorschlag von Amazon läuft darauf hinaus, die Amazon-eigene Apps wie Amazon Photos oder Amazon Cloud Drive zum Anfertigen von NAS-Backups einzusetzen (siehe auch obige Werbeanzeige zu Amazon Cloud Drive). Das hat aber für die betreffenden Besitzer von Synology-NAS-Laufwerken gleich zwei Nachteile:

  • Die Synology-Anwendungen Cloud Sync und Hyper Backup speichern die Backups verschlüsselt in der Amazon-Cloud. Bei den Amazon-Apps werden die Daten unverschlüsselt hochgeladen. Die Synology-Anwendungen funktionieren nun aber nicht mehr.
  • Laut heise gibt es für Synology NAS-Backups keine Amazon-Apps, die das Speichern und Verwalten überhaupt ermöglichen. Heise gibt lediglich an, dass eine ‚Android-Emulation‘ als Notlösung möglich sei – das kann ich aktuell nicht werten.

Damit ist Amazon Cloud Drive in der bisherigen Form als Backup-Lösung für Besitzer von Synology NAS-Laufwerken gestorben. Nicht betroffen sind übrigens Amazon AWS S3-Buckets, die im kommerziellen Firmenumfeld genutzt werden.

Das Ganze kündigte sich schon länger unbemerkt an, denn bei Recherchen bin ich auf den reddit.com-Thread Amazon Cloud Drive Backup Discontinued von vor 9 Monaten gestoßen. Dort wurde damals bereits, unter Bezug auf diesen Artikel, die Frage gestellt, ob das Backup auf Amazon Cloud Drive für Synology NAS-Backups ansteht.


Anzeige

Weitere Informationen

Das Ganze erinnert mich irgendwie an den Beitrag Cloud-Datenschutz: Na, dann verschlüssele ich eben …, wo aber unklar ist, ob und wann Cloud-Anbieter das Hochladen von verschlüsselten Dateien behindern. Bei OneDrive lassen sich als ‚Ransomware-verschlüsselte‘ Dateien ja 30 Tage wiederherstellen.

Allerdings scheint das Thema Verschlüsselung noch einen anderen Aspekt zu haben: Die Cloud-Anbieter können dann Datei-Dubletten einmalig speichern (Deduplizierung) und von den anderen Speicherorten auf diese Datei verweisen. Das spart Speicherplatz beim Ablegen – weshalb Amazon wohl (wie ich gelesen habe) für Fotos unbegrenzten Speicherplatz anbot, für andere Dateitypen oder verschlüsselte Fotos aber nicht. Mit Verschlüsselung lässt sich dieser Vorteil bei der Speicherung nicht mehr nutzen.

Zudem gibt es andere Cloud-Anbieter (z.B. Backblaze B2), die sich für Backups nutzen ließen. Synology bietet übrigens Amazon Drive-Benutzern bis zum 31. März 2021 einen kostenlosen Zugang zu ihrem C2 Cloud Backup-Service an, um den Übergang zu erleichtern. Nutzer müssen sich bis zum 31. Januar 2021 für das Angebot anmelden, um den kostenlosen Speicherplatz nutzen zu können. Synology hat auch eine Hilfeseite veröffentlicht, um Kunden beim Umzug vom Amazon Drive zu unterstützen.


Cookies blockieren entzieht uns die Finanzierung: Cookie-Einstellungen

Anzeige


Dieser Beitrag wurde unter Cloud abgelegt und mit Amazon, Cloud, NAS verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Antwort zu Amazon kappt Synology NAS-Backups auf Cloud-Drive

  1. Detlev Beck sagt:

    Ich schiebe die Sicherungen über die Backupfunktion von Amazon in die Cloud, Spielzeuge wie Home NAS kommen für mich nicht in Frage (kein ECC RAM zur Fehlerkorrektur).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Hinweis: Bitte beachtet die Regeln zum Kommentieren im Blog (Erstkommentare und Verlinktes landet in der Moderation, gebe ich alle paar Stunden frei, SEO-Posts/SPAM lösche ich rigoros). Kommentare abseits des Themas bitte unter Diskussion.