Twitter-Account wegen Berichterstattung zu Adobe-Problemen per DMCA gesperrt

[English]Jetzt ist es also passiert: Twitter hat mein Benutzerkonto gesperrt, weil Adobe eine DMCA-Beschwerde (Digital Millenium Copyright Act) gegen einen Tweet von mir, in dem es um Fehler im Adobe Acrobat DC-Installer ging, eingelegt hat. So was hältst Du im Kopf nicht aus, ist aber wohl etwas, was mit Ansage, da es einen Blog-Leser zwei Tage vorher getroffen hat und ich die Sozial Media-Teams von Adobe mittels Twitter darauf hingewiesen habe. Dummheit? Ignoranz? Oder einfach unliebsame Berichterstattung aus dem Internet fernhalten?


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Die Twitter-Sperre

Vor einigen Minuten wurde auf meinem geöffneten Twitter-Browser-Tag die Account-Sperre angezeigt – siehe folgenden Screenshot. Twitter hat eine DMCA-Beschwerde (Digital Millenium Copyright Act) gegen Posts, die auf meinen Blog verlinken, erhalten.

Twitter Kontensperre

Ich habe dann im betreffenden Mail-Postfach nachgesehen und meine Beschwerdemitteilung gefunden.

DCMA-Beschwerde von Adobe

Was steckt dahinter?

Ausweislich obiger Benachrichtigung geht es um den Beitrag Adobe Acrobat Reader DC (21.007.20099) 64-Bit-Download fehlerhaft hier im Blog. Der Blog-Beitrag befasst sich mit der Problematik, dass die Installer für den Adobe Acrobat Reader DC in der 64-Bit-Version schlicht fehlerhaft sind. Das ist von einem Blog-Leser mehrfach gegenüber dem Adobe-Support gemeldet worden, ohne dass sich etwas tut.

Eingelegt wurde die DMCA-Beschwerde vom Adobe Brand Protection Team in London durch Incopro Ltd. Ich hatte vor zwei Tagen bereits in diesem Kommentar auf den Sachverhalt hingewiesen. Hintergrund war, dass einem anderen Twitter-Nutzer der Account wegen eines Tweets, der auf den gleichen Blog-Beitrag verlinkt, kurzzeitig gesperrt wurde.

Da ich davon ausging, dass die DMCA-Beschwerde im Namen des Adobe Brand Protection Team in London durch Incopro Ltd. irrtümlich erstellt wurde – auch nach mehrmaligem Drüberlesen konnte ich keine Copyright-Verletzung erkennen, habe ich einen kurzen Tweet zum Sachverhalt abgesetzt und Adobe samt deutschem Adobe-Social-Media-Team auf diesen Tweet gesetzt, mit dem Hinweis, man möge sich kümmern.

Da jetzt auch noch gegen meinen Twitter-Account eine DMCA-Beschwerde zum Erreichen einer Kontensperre eingelegt wurde, muss ich davon ausgehen, dass die Dienstleister der Incopro Ltd., die im im Namen des Adobe Brand Protection Team in London entweder den Text nicht verstanden haben, oder gezielt kritische Berichterstattung aus den sozialen Medien fernhalten wollen.


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Ich werde jetzt versuchen, eine Gegendarstellung bei Twitter einzureichen, sehe da aber wenig Chancen. Da ich eine übersehbare Zahl an Followern (um die 1.000) hatte, hält sich der Schaden diesbezüglich in Grenzen. Schade ist es, dass ich dadurch nicht mehr an die Tweets der Leute herankomme, denen ich folge. Der Vorgang zeigt mir aber, wie kaputt das ganze Online-Gedöns im Grunde ist. Jedenfalls werde ich das betreffende Plugin in den Blogs, welches Twitter bisher befüllt hat, deaktivieren – und die Twitter-Verweise entfernen. Farwell.

PS: Ich konnte den Twitter-Account zwar wieder reaktivieren – aber bei einer weiteren DMCA-Beschwerde würde ich endgültig gesperrt. Damit werde ich Twitter wohl nur noch als Steinbruch für meine Informationsbeschaffung verwenden.

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32 Antworten zu Twitter-Account wegen Berichterstattung zu Adobe-Problemen per DMCA gesperrt

  1. Frank sagt:

    Zu Beginn des Blogbeitrags haben Sie das Adobe-Logo eingebunden. Vielleicht ist das ja der auch von Twitter festgestellte Copyright-Verstoß.

    • Günter Born sagt:

      Könnte sein – das Logo ist aber ein Screenshot aus Windows – also rechtlich wackelig – werde den Mist aber entfernen – und die Berichterstattung über diesen Verein künftig auf Bugs und Unfälle begrenzen. Im Einsatz habe ich von Adobe bewusst eh seit über 10 Jahren nichts mehr.

      • Bernd Bachmann sagt:

        Twitter dürfte wohl vor allem festgestellt haben, dass für sie Ärger mit Adobe sehr viel unangenehmer als Ärger mit einem gewissen Günter Born wäre.

  2. TreuerLeser sagt:

    Sehr geehrter Herr Born,

    mit Sicherheit ist der von Ihnen beschriebene Vorgang sehr ärgerlich.

    Aus redaktioneller Sicht würde ich, für meinen Teil, zunächst einen umfangreichen Artikel zum Thema
    "Alternativen zu Adobe-Produkten"
    in meinen Redaktionsplan vormerken.

    Es grüßt
    Treuer Leser

  3. Dat Bundesferkel sagt:

    Adobe war, ist und wird immer ein unangenehmes Unternehmen bleiben. Negative Berichterstattung wird nicht gerne gesehen, um Gottes Willen darf man auch nicht auf deren Dateien "deep" (also direkt) verlinken (ganz, ganz, ganz dolle böse!).
    Und die doofen Kauf-Schafe ziehen sie auch in aller Regelmäßigkeit über den Tisch: Kauf-Lizenzen? Ihre Version ist zu alt, stellen wir nicht mehr bereit, woanders dürfen sie diese aber auch nicht besorgen, sonst illegal! Greifen sie doch zu unserem günstigen Abo zu, wer zahlt nicht gerne für altertümliche Software, die erst seit kurzem mit Multithreading und Grafikberechnung halbwegs zurecht kommt.

    Und dass Twitter da unreflektiert den Erfüllungsgehilfen spielt… ich kann sie verstehen. Adobe ist mächtig und für seine Klagefreudigkeit bekannt, dazu die letztjährigen Änderungen in der Rechtsprechung – heißes Pflaster.
    Der Meinungsfreiheit tut dies nicht gut, aber die ist ja auch nicht gewollt, sonst würde man das Internet nicht kaputt reglementieren.

    Sieh es positiv: Den Twitter-Müll habe ich auch schon seit Jahren auf unseren blacklists.

    • Fritz sagt:

      Du sprichst mir aus der Seele! Wir haben Anfang des Jahres auch zwei größere Pakete vom CS in die CC umgezogen (unsere "Künstler" vom Marketing können nichts anderes bedienen) aber ansonsten fasse ich das Zeug nur mit der Kneifzange an. Ein Acrobat (ohne Reader) kommt mir nicht mehr ins Haus, dafür gibts wirklich genug Alternativen. Und Flash habe ich mit Freuden per Script überall deinstallieren lassen.

  4. Zocker sagt:

    Das ist echt krass. Ein erstaunlicher Umgang mit dieser Sache.
    An dem Logo wird es eher nicht liegen, sonst könnte Adobe hunderte Anwälte rund um die Uhr ausschließlich damit beschäftigen.

    Ich glaube bei Adobe sind sie einfach zu dämlich zu verstehen, wo das Problem beim x64 Reader ist. Eventuell haben sie den Artikel und andere Inhalte mit einem schlechten Übersetzer übersetzt und dann kam inhaltlicher Quatsch raus. Die haben das vielleicht als Anleitung zur kostenlosen Nutzung der Vollversion gesehen. Dabei sollte auch denen klar sein, dass man den Acrobat aktivieren muss. Möglicherweise versteht man aber auch bei Adobe die eigenen Produkte nicht. Und selbst wenn den Acrobat nicht aktivieren müsste, Adobe stellt den Installer auf der eigenen Seite zur Verfügung. Der Installer wurde auch nicht von Dritten modifiziert oder eine Anleitung dazu veröffentlicht. Vielleicht ist Adobe auch zu blöd um einen korrekten Installer zu erstellen und möchte das vertuschen.
    Von einer solchen Firma hätte ich mehr Professionalität erwartet.

    Für mich ist das ein typisches Beispiel für diese ach so tollen amerikanischen "sozialen" Medien.

    • Günter Born sagt:

      Auch schlechte Übersetzung zieht nicht. Am Artikelanfang ist der Englische Artikel verlinkt.

      • Zocker sagt:

        Ne, eigentlich zählt das nicht, das stimmt. Den Herren würde ich aber zutrauen, dass sie das nicht geblickt haben. Mir fällt letztendlich keine schlüssige Erklärung ein, DMCA ist schließlich etwas härterer Tobak mit schweren Vorwürfen. Daher hatte ich das in den Raum geworfen.

        Bin gespannt, wie die Sache weiter geht. Auch die mit den Installern. Adobe stellt sich da noch stümperhafter an als MS. Das ist durchaus eine Leistung.

  5. janil sagt:

    Glaube, es funktioniert bei Dir auch sehr gut ohne die oben genannte Firmen. Habe seit über einem Jahrzehnt einen gewissen Reader wegen "Größen" – Wahn aussortiert. Und der andere Kram… so what…
    Fühle mich hier gut informiert, und denke, dass wird auch so bleiben.

  6. weingeist sagt:

    Adobe Reader – hunderte MB nur um ein PDF zu lesen, wer es nutzt selber schuld. Kann doch jeder Webbrowser von Haus aus. Alternativen gibt es auch wie Sand am Meer.

    Man sieht aber sehr schön wohin die Reise geht. Zensur wird wieder "IN"

    Aber was mich ganz brennend interessiert – wtf ist Twitter

    • Dat Bundesferkel sagt:

      Dünner wird die Auswahl, wenn PDF mit Kennwörtern versehen sind. Und dann kommt es drauf an, welcher Algo verwendet worden ist. Da kann leider nicht jeder Reader mit umgehen. Ansonsten nutze ich aber auch wenn möglich nur Alternativen.

      "Zensur wird wieder "IN""
      Was heißt hier "wird wieder". In Deutschland wird schon seit zig Jahren das Internet zensiert. Wird halt immer wieder klein geredet und gerät ständig in Vergessenheit: https://de.wikipedia.org/wiki/Sperrungen_von_Internetinhalten_in_Deutschland

    • Günter Born sagt:

      Twitter ist für mich eine Quelle, wo ich sehr viele Informationen bekomme, die Leute gepostet haben, denen ich folge. Das bekomme ich durch eine Webseite nicht. Morgens 10 Minuten meinen Twitter-Stream durchgescrollt, bin ich breiter informiert, als wenn ich zig Webseiten und einen Aggregator durchforste.

      • Luzifer sagt:

        das geht mit nem Spider aber auch …Interessensgebiete einstellen und alle Neuigkeiten aus dem World Wide Web (Sozial Media inkl.) auf dem Silbertablett serviert bekommen.

        Mit KI Integration sogar den "Müll" schon voraussortiert.

      • woodpeaker sagt:

        Günter ab wann ist den für dich so ein System obsolet?

        Für Informationen mag es event. gut sein, aber du beteiligst dich dort aktiv, so wie ich es verstanden habe, und damit unterwirfst du dich genau diesem System.
        So wichtig kann das gar nicht sein, als das es keine Alternativen gäbe.
        Im Internet gibt es nie nur eine Quelle.
        Und nur weil viele Fliegen auf einem Haufen sitzen muss man sich nicht dazusetzen ;-)

        Also hau wech das Zeug und gut ist!

      • Balog sagt:

        Ich verwende zwei Accounts – einen zum aktiven Posten, den anderen mit den wichtigen Verknüpfungen zur Recherche :)

    • Luzifer sagt:

      Das Problem ist diese "Zensur" wurde als es anfing nicht bekämpft sondern vom Mob in den EU Staaten (ja auch explizit Deutschland) bejubelt und sogar gefordert!
      Das das jetzt nach hinten losgeht und dazu dient legale Inhalte down zu nehmen, nein das konnte man ja gar nicht ahnen! Sorry aber wir bekommen genau das was wir wollten.

      Eines kann ich dir auch gleich pro­phe­zei­en: Das wird noch weitaus schlimmer!

      • Zocker sagt:

        Dieser Fall hat mir Europa rein gar nichts zu tun. Twitter ist eine amerikanische Firma und DMCA ist ein amerikanisches Gesetz, das dem Rest der Welt aufgezwängt wird. Selbst wenn man sich in Europa gegen Zensur gestellt hätte, es hätte in diesem und vielen anderen Fällen nichts geändert.
        Deinen Grundgedanken teile ich jedoch.

  7. Blupp sagt:

    Offensichtlich soll eine unbequeme Berichterstattung aus dem Netz gefegt werden, das Verhalten sehe ich daher schlicht als Zensur. Immerhin hat Adobe nicht kommuniziert welcher Art die Urheberrechtsverletzung denn sein soll.

    Nun denke man mal über Abhängigkeiten von Konzernen nach und was so alles als Druckmittel gegen unbequeme Veröffentlichungen eingesetzt werden könnte. Adobe legt schon gut vor, Facebook sperrt schon länger willkürlich.
    Kommt als nächstes Microsoft und sperrt Konten, inclusive der Daten in der MS-Cloud, damit unbequeme Berichte und Meinungen nicht an die Öffentlichkeit gelangen?
    Ich bin mir nicht ganz sicher ob die Frage so gerechtfertigt ist bzw. ob ich die Gefahr zu eng sehe, jedoch sehe ich gefühlt immer mehr solcher Übergriffe und denke mehr und mehr diesen Tech-Riesen kann man nicht vertrauen. Die einzige Versicherung gegen solches Verhalten ist wohl die Unabhängigkeit von diesen Firmen zu wahren, Produkte und Dienste von denen man ausgesperrt werden kann erst garnicht zu verwenden.

    • Luzifer sagt:

      und dann kommt der Takedown gegen deinen Provider und die bist wirklich mundtot! Egal ob du Software von denen nutzt oder nicht! Siehe meinen Beitrag oben: wir wollten das alle so! Weil man die Eigenverantwortung ja abschob und nach Vater Staat rief. Als man dass noch stoppen konnte, haben anstatt dagegen vorzugehen alle gejubelt. Jetzt wird die Rechnung eben kalt serviert.

  8. Gabriel sagt:

    Symptomatisch für nahezu jegliches Tagesgeschehen inzwischen. Vermeintlich schlechte Nachrichten werden diskreditiert, abgebügelt, zensiert, statt sich um die Ursache zu kümmern. Eingeständnis von Fehlern kommt in der aktuellen Denkweise nicht vor. Schöne neue Welt.

  9. Wolfgang sagt:

    Adobe,Adobe vor langer, langer Zeit habe ich mal div. Adobe-Programme getestet.
    Bis, kein Adobeprogramm ließ sich mehr installieren. Im Netz lief die Info. das in der Spur Null eine Blockade implementiert sei. Was soll ich sagen, Spur null gelöscht Betriebssystem neu installiert. Siehe da ging wieder.

  10. Sascha Osdoba sagt:

    Hallo Günter,

    ich hätte auch noch 2 andere kaputte Dinge bei Adobe:

    zum einen ist deren SCUP Katalog für den 2020er Classic Reader nur mit dem allerersten Update versehen (Version 20.001.30002 vom 9.2.21)

    Support gibts ja nicht für den Reader, im Forum antwortet keiner:
    https://community.adobe.com/t5/acrobat-reader-discussions/reader-classic-track-2020-transition-catalog/m-p/12453000#M84528

    Nächstes Problem: 3D PDFs im Reader
    wir haben seit ca. 2 Jahren Probleme mit der Performance von 3D PDFs im Reader, egal 2015 oder 2020 und egal ob Classic oder DC auf neuerer Hardware aber keine Probleme auf derselben Hardware mit der Bezahlversion Acrobat, nach einem Jahr (und das war auch so ziemlich genau vor einem Jahr) habe ich es geschafft durch kleines Feintuning von Adobe Uservoice dass sich das mal jemand anschaut aber (natürlich nur wegen Corona) schafft man es nicht das Problem wegzupatchen, dh. wenn wir an diesen Geräten (auf alter Hardware funktionieren 3D PDFs im Reader problemlos) normale Performance haben wollen, dann müssen wir Lizenzen kaufen – ein Schelm wer böses dabei denkt

    https://community.adobe.com/t5/acrobat-reader-discussions/slow-3d-rendering-in-acrobat-reader-dc/m-p/12550044/page/2#M85867

    der zuständige Betreuer antwortet mir seit 2 Monaten nicht mehr, vermutlich habe ich zu oft nachgefragt wanns denn endlich fertig ist

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