Schweizer Datenschützer akzeptieren Windows 10-Anpassung

Die Schweizer Datenschützer zeigen sich “angetan” von den von Microsoft an Windows 10 geplanten “Windows 10-Anpassungen” in Punkto “Datenschutz” – und lassen jetzt eine geplante Klage gegen das Unternehmen fallen.


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Worum geht es?

Gestern hatte ich im Blog-Beitrag Privacy Dashboard und neue Windows 10-Privatsphären-Einstellungen über die von Microsoft geplanten Änderungen an den Windows 10 Privatshäreneinstellungen berichtet. Microsoft will die Datenschutzeinstellungen im kommenden Windows 10 Creators Update überarbeiten.


(Quelle: Microsoft)

Zudem sollen weniger Telemetriedaten erfasst werden – von einem Schalter, mit dem ein Nutzer die komplette Übertragung von Telemetriedaten abschalten kann, habe ich nichts gelesen. Gerade die massenhafte Übertragung von Telemetriedaten sowie nicht transparente Privatsphäreneinstellungen stehen ja massiv in der Kritik von Datenschützern – und es laufen auch Klagen diesbezüglich gegen Microsoft.

Die Schweizer Datenschützer und deren Untersuchung gegen MS

Die Datenschützer aus der Schweiz, konkret handelt es sich um die Schweizer Datenschutzbehörde FDPIC (Swiss Federal Data Protection and Information Commissioner),  hatten Microsoft hart wegen der Datenschutzeinstellungen in Windows 10 kritisiert und 2015 eine Untersuchung eingeleitet. Es stand eine Klage gegen Microsoft im Raum. Jetzt ist aber nach der letzten Ankündigung durch Microsoft alles “im grünen Bereich”. Das Papier mit der Microsoft Ankündigung war gerade veröffentlicht, da meldeten sich die Schweizer Datenschützer bereits zu Wort.

Mit der Ankündigung zu den geänderten Datenschutzeinstellungen sehen die Schweizer Datenschützer jetzt keine Notwendigkeit mehr, Microsoft vor Gericht wegen der Datenschutzthematik zu verklagen (siehe diese Reuters-Meldung). Martin Geuß geht hier davon aus, dass die Schweizer Datenschützer die Änderungen durch Microsoft “aktiv mitbegleitet haben”.  Ein paar Informationen finden sich auch hier.

Ich kann es nicht werten, aber merkwürdig finde ich es schon: Da gibt es eine Ankündigung von Microsoft und Minuten danach schon eine Reaktion der Datenschützer. Zumindest stelle ich bei so manchem Zeitgenossen weiterhin Vorbehalte hinsichtlich der Microsoft Telemetriedatenerfassung fest. Und recht interessant fand ich auch die Ergebnisse des Risk Barometer der Allianz, die heise.de hier thematisiert hat. Cybervorfälle werden als eine der größten Bedrohungen in der Wirtschaft gesehen. Telemetriedatenerfassung ist zwar etwas anderes. Aber der Trend zu always online und Verteilung der Daten auf Online-Dienste in Windows 10 laufen genau dem entgegen, die Systeme weniger angreifbar zu machen – oder interpretiere ich was falsch.


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10 Kommentare zu Schweizer Datenschützer akzeptieren Windows 10-Anpassung

  1. Tim sagt:

    „Zumindest stelle ich bei so manchem Zeitgenossen weiterhin Vorbehalte hinsichtlich der Microsoft Telemetriedatenerfassung fest.“

    Der Punkt ist halt, das ein Gerät Telemetrie über das sendet, was die Personen an dem Gerät tun. Das ist schon mal eine reine Überwachungsmöglichkeit. Es fängt an bei der genutzten Software und endet bei Schriftproben inklusive Inhalten, die „versehentlich“ mit übertragen werden könnten.

    Alles dazu nicht transparent, weil andere Firmen ja sonst ebenso einen Vorteil daraus ziehen könnten. Wir leben im Big Brother Haus, bekommen aber am Ende kein Geld dafür. Noch nicht mal fehlerfreie Software, obwohl tausende Menschen mitspielen müssen.

    Eigentlich ist Telemetrie aber eben sogar mehr wie nur Überwachung.
    Interessant ist die Wiki Definition von dem Begriff Telemetrie…

    „Telemetrie wird häufig durch einen Wirkungspfad zum erfassenden Sensor ergänzt, um so auf gelieferte Messwerte mit geeigneten Maßnahmen reagieren zu können. Dieser Rückpfad wird als Fernsteuerung (Telekommandierung, Tele-Command) bezeichnet.“

    Es geht bei Telemetrie ja eigentlich nicht um die Informationen die kommen, denn diese Ergebnisse liegen ja in der Vergangenheit, sondern um das, was damit gemacht wird, um zukünftige Handlungen vorherzusagen und zu lenken, was Telemetrie dann wieder bestätigt, oder eben nicht. Ziel ist es immer, die Telemetrie zu erhalten, die man sich wünscht. Was wünscht sich wohl Microsoft?

    Wenn die Nasa bei Raketen Telemetriedaten erfasst, erkenne ich den Sinn. Was die Rakete im Ideal machen soll, kann ich mir vorstellen. Bei Microsoft aber auch, nur es geht um das lenken von Menschen. Ist bei Apple und Co nicht anders, das mal außen vor

    Wie „dumm“ und leicht beeinflussbar wir Menschen doch eigentlich sind, sieht man immer wieder in kleinen Experimenten. Das Microsoft sich getraut hat, damals das Mojave Experiment durchzuziehen und es danach auch noch als Werbung einsetzte, vergesse ich nie und es hat mir damals eine vollkommen neue Sicht auf dieses und andere Unternehmen eröffnet, was schmutzige Tricks angeht. Ich möchte nicht wissen, was die machen, was nicht an die Öffentlichkeit kommt.

    Allein deshalb schmeckt mir Telemetrie, die sich nicht abschalten lässt, bei Microsoft überhaupt nicht. Die benutzen das rein zu ihrem eigenen Vorteil, um mir und dir etwas vorzugauckeln und unterzuschieben.

    Deshalb ist bei Microsoft auch immer alles toll und super und hallalie… Psychospielchen, selbst wenn man sich nach dem ersten einschalten mit der Wahrheit konfrontiert fragt: „Was ist das denn wieder für ein Mist?“

    Man sollte nie vergessen, das die Leute die Telemetrie erfassen eben nicht dumm sind und genau wissen was sie tun, während man selbst nur raten kann, was die Schlauköpfe daraus zu lesen hoffen… Das ist die Schweinerei bei dem Spiel.

    Datenschutz des einzelnen spielt hierbei nur eine Nebenrolle, denn um diese Daten gehts doch überhaupt nicht. Deshalb sind die Aussagen zu auf OneDrive und Co hinterlegten Daten sicher auch korrekt.

  2. Nils sagt:

    „Ich kann es nicht werten, aber merkwürdig finde ich es schon: Da gibt es eine Ankündigung von Microsoft und Minuten danach schon eine Reaktion der Datenschützer. “

    Naja, vermutlich haben die eben schon im Vorfeld miteinander gesprochen und Microsoft bei der Entwicklung des Release 1704 ganz konkret auf Anforderungen der Schweizer reagiert….. nur eine Vermutung 😉

    • Christian sagt:

      Also bei den Banken sagen die Amis den Schweizern ganz klar was
      sie haben wollen. Und die Schweizer kuschen brav!

      Und jetz soll ausgerechnet der Riesenkonzern MICROSOFT machen,
      was die Schweizer wollen? Und MICROSOFT kuscht brav?

      Hähhh? Träum‘ ich?

      Gruss, Christian

  3. Ich hab bei mir mal im Microsoft Konto – Datenschutz, nach gesehen da gibts eigentlich nur zwei Einträge drinnen die ich anfangs über den Edge gesucht habe und mehr nicht. Damit kann ich leben, aber man sieht das wenn man die Datenschutz Einstellungen außer acht lässt wüsste Microsoft ganz genau wo ich gerade Surfe.

    • Tim sagt:

      Wenn du dich nicht zufällig irgendwo an ein Kabel/ WLan eines anderen Nutzers rangeklemmt hast, „weiß immer irgendwer“, wo du surfst und mit mobilem Telefon in der Tasche „weiß“ auch seit X Jahren immer „wer“ wo du dich gewöhnlich so rumtreibst…

      Eigentlich ist es bei diesen ganzen „Möglichkeiten“ noch schwer zu erklären, wie Verbrechen und Betrügereien so lange brauchen, um aufgeklärt zu werden…

      Das Thema Datenschutz wird immer komplizierter für die Gesellschaft in Verbindung mit der genutzten Technik und noch komplexer wird es, wenn man auch noch individuellen Datenschutz auf Teufel komm raus fordert.
      Was surfen und mobile Ortung angeht existiert dieser Punkt schon nicht mehr, oder hast du jemals Einspruch eingelegt?

      Ich find, wer zum Beispiel Facebook nutzt, ahnt worauf er sich da einlässt, aber nutzt es halt gerne. Wer nicht will, lässt es.
      Schwieriger finde ich grundsätzliches Tracking, Telemetriedaten, Geolokalisation, also die Dinge die an jeder Ecke lauern und sich zum Teil nicht ganz verhindern lassen, aber mehr oder weniger heimlich stattfinden. Erlaubt, aber nicht gewollt.

      Fängt schon an bei Elektromärkten die nach meiner Postleitzahl fragen, oder Frisören, die meine komplette Anschrift samt Telefonnummer „erfassen“ wollen. Das geht die nix an. Ich biete dann meist meine Daten im Tausch gegen die private Telefonnummer der fragenden Person an… Klappt so, wie man es sich vorstellt 😉

      • Das ist mir auch klar, das mein Provider die VDS, der BND und die NAS ziemlich genau wissen könnte wo ich herum Surfe wenn sie nachschauen würden.

        Ich habe aber kein Facebook Account, auch keine Bonus Karten vom Einkaufsmarkt oder der Tankstelle, ich frage auch selbstverständlich erst nach wer am Telefon ist bevor ich meinen Namen nenne.
        Mittlerweile bin ich auch Google zu Duckduckgo als Suchmaschine gewechselt.
        Zum Glück besitze ich aber kein Android Smartphone oder Google Konto und lass mich von Google auch noch ausspionieren.

        Selbstverständlich lassen sich die erfassenden Telemetrie Daten einschränken, hab ich aber schon mal geschrieben und lass es jetzt dabei bewenden.

  4. Janami25 sagt:

    Das ganze ist schon sehr „merkwürdig“, was den Zeitpunkt angeht. Ich will ja nichts unterstellen, aber „Absprachen“ solcher Art hat es bestimmt schon gegeben, wo eine Hand die andere wäscht. Mit was auch immer….

    Und wenn dies richtungsweisend sein soll, um andere Datenschützer zu besänftigen oder mit einem Beispiel voran zu gehen, wäre das eine feine Sache. Für Microsoft.

    Ist aber natürlich nur eine Theorie. 😉

  5. Nobody sagt:

    Schweizer Datenschützer ringen dem Weltkonzern Microsoft verbesserte Datenschutzeinstellungen ab?!
    Da bin ich skeptisch. So kann es kaum gewesen sein.

    • Janami25 sagt:

      Nun ja, wenn Verträge, viel Geld oder Privilegien im Spiel sind, ist alles möglich. Aber man sollte ja nicht zu weit spekulieren.. 😉

  6. Herr IngoW sagt:

    Die Schweizer werden mit MS zusammengearbeitet haben, das sollten andere Datenschützer auch machen und nicht immer nur über alles meckern, das scheint ja nicht viel zu bringen.

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