OneDrive-Fallen: Konto eingefroren, keine Abmeldung möglich

[English]Bei Microsofts Onlinespeicher OneDrive gibt es eine ziemlich doofe Falle: Wird ein Microsoft-Konto längere Zeit nicht genutzt, friert Microsoft das Konto ein. Und wenn man dann schnell (z.B. per Browser) auf ein anderes OneDrive-Konto zugreifen will, geht dies scheinbar nicht. Es fehlt eine Abmeldeoption im Browser (scheint ein Bug zu sein – oder drastischer auf den Punkt gebracht: Der Browser-Client für OneDrive ist in meinen Augen nur noch als kaputt zu bezeichnen). Hier ein paar Infos und ein Workaround, wie man aus dem Schlamassel heraus kommt.


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Nutzer, die ihr Microsoft-Konto längere Zeit nicht verwenden, laufen in eine Falle. Microsoft sperrt ggf. Dienste wie OneDrive bzw. friert diese ein. Das kann dazu führen, dass man im dümmsten Fall scheinbar für 24 Stunden nicht auf seine OneDrive-Konten zugreifen kann. Ich bin gestern durch Zufall unter Windows 7 in dieses Problem gerauscht. Und wurde gleich noch on top mit einem zweiten Problem, einer fehlenden OneDrive-Abmeldeoption im Browser, konfrontiert. Vielleicht ist das alles allgemein bekannt und mal wieder nur an mir vorbei gegangen. Ich veröffentliche die Info aber mal hier im Blog, falls noch jemand vor dem Problem steht.

Klippe 1: Lange nicht benutztes Microsoft-Konto

Ich habe hier mehrere Microsoft-Konten für meine Testmaschinen mit Windows 8.1/10 sowie zum Zugriff auf Microsoft-Dienste eingerichtet. Eines dieser Microsoft-Konten ist der von mir standardmäßig für die Microsoft-Foren, MSDN, das Insider Preview-Programm etc. genutzte Account. Darüber hinaus gibt es seltener verwendete Microsoft-Konten.

Gestern wollte ich mich bei einem Online-Dienst eines Drittanbieter für einen Test registrieren und dachte ‘nimm mal Konto xyz’. Weil ich unsicher war, ob der Drittanbieter eine Bestätigungsmail an das angegebene E-Mail-Konto schickt, habe ich mich schnell im Browser am Outlook-Konto angemeldet und das Fenster offen gelassen. Es kam aber keine Bestätigungs-Mail und nach meinem Test hatte ich das Browserfenster (wohl ohne Abmeldung vom Microsoft-Konto) geschlossen.

Als ich einige Stunden später schnell ein paar Manuskriptdateien auf mein OneDrive-Laufwerk sichern wollte, habe ich einfach onedrive.com in das Adressfeld des Browsers eingetippt – denn der Browser leitet einen ja entweder auf die Anmeldeseite von live[dot].com oder zum OneDrive-Fenster des aktuellen Microsoft-Kontos um.

OneDrive eingefroren

Und plötzlich erhielt ich im Browser die Nachricht angezeigt, dass mein OneDrive-Konto eingefroren sei. Dachte erst, dass ich möglicherweise auf eine Phishing- oder Malware-Seite umgeleitet worden sei und habe zur Sicherheit die URL überprüft. Aber es war das (eingefrorene) Microsoft OneDrive-Konto, welches den Zugriff verweigerte (auf das E-Mail-Postfach hatte ich Stunden vorher noch problemlosen Zugriff).

Zum Hintergrund: Wird ein Konto länger für OneDrive nicht genutzt, friert Microsoft das Konto ein (irgendwo hatte ich das auch dunkel in Erinnerung). Eine kurze Suche brachte diese Microsoft-Seite mit Details. Gut, eine Überschreitung des Speicherlimits konnte es bei mir nicht gewesen sein, eher dürfte das ‘1 Jahr habe ich Microsoft die kalte Schulter gezeigt und werde mit Liebesentzug gestraft’-Szenario zugeschlagen haben.

Ist im Grunde kein Beinbruch, also schnell mal auf das Logo zum “Entfrieren” des OneDrive-Kontos geklickt und gestaunt. Mir wurde dann die nachfolgende Anzeige im Browser präsentiert – Humor haben die Leutchen ja.

OneDrive-Konto eingefroren

Ich sollte also bis zu 24 Stunden warten, bis mein Account “unfreeze’ sei. Ich dachte so bei mir ‘die haben ja ein Rad ab, aber an dieser Stelle noch angeben wie Bolle und einen Designer Stunden beschäftigen, um ein Icon mit einem Fön zu basteln’ (gut, das habe ich jetzt nur gedacht, denn wenn ich dies laut gesagt oder gar geschrieben hätte, wäre mir das von Mitmenschen wieder als Hetze ausgelegt worden). Das wäre ja auch alles für mich kein Problem gewesen, denn ich wollte dieses Konto sowieso nicht verwenden, sondern benötigte den Upload auf einem anderen OneDrive-Konto …

Und dann kam der Punkt, der mich doch arg ins Staunen versetzte und diesen Blog-Beitrag provozierte. Die Jungs und Mädels in Redmond haben sich viel Mühe gegeben, da auf der Browserseite einen Fön mit dem Logo für das eingefrorene OneDrive-Konto zu gestalten. Zudem wirbeln die bei Microsoft seit Monaten wie die Weltmeister herum, um ‘Verbesserungen für OneDrive’ zu schaffen, die man dann im Marketing-Blog als ‘awsome’ nachlesen kann. Als Ergebnis wird man seit einigen Wochen bei der Erstanmeldung an einem bestehenden Microsoft-Konto mit einem Banner begrüßt, das einen zum Abschluss eines Office 365-Abos animieren will, um mehr Speicher zu bekommen. Das würde mich ja nicht alles nicht weiter stören, wenn das Zeugs funktionieren täte (ist ja noch gratis und einem schenkten Gaul schaust Du nicht ins Maul).


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Klippe 2: Festgenagelt am OneDrive-Konto?

Ich wollte mich eigentlich nur schnell ab- und beim zweiten OneDrive-Konto anmelden, um die Dateien endlich hochzuladen. Aber in der ganzen verdammten OneDrive-Seite gab es keine Option, über die ich mich vom OneDrive-Konto hätte abmelden können (jedenfalls habe ich nichts gesehen – in obigem Screenshot ist der schwarze Balken im Seitenkopf schlicht leer). Es gibt kein Logo für das Benutzerkonto und auch das bei Microsoft Diensten wie Outlook-Mail in der linken oberen Ecke sichtbare Logo (siehe folgender Screenshot) zum Zugriff auf die Dienste (OneDrive, Outlook etc.) des Kontos fehlte in der OneDrive-Seite.

Microsoft-Kontenoptionen

Eine Abmeldung vom OneDrive-Konto schien für mich schlicht unmöglich. Ich habe es explizit neben dem Google Chrome noch mit dem IE 11 getestet, um einen Browserfehler auszuschließen. Auch im IE 11 gibt es bei mir keine Option zum Abmelden von OneDrive oder zum Wechsel auf einen anderen Microsoft-Dienst mehr. Dabei ist es egal, ob ein Konto freigeschaltet oder noch eingefroren ist.

Ein Workaround …

Im ersten Impuls dachte ich Scheibenk…. und wollte schon einen weiteren Browser (Firefox) aufrufen, um mich dort am zweiten Microsoft-Konto anzumelden und dort die Dateien hochzuladen. Auch das Löschen der Cookies sollte helfen, da dann die Anmeldung verloren geht. Dann dachte ich ‘das kann es wohl nicht sein’ und habe die URL onedrive.live.com/?id=xxx auf live.com/?id=xxx verkürzt. Damit erschien im Browser das Outlook-Mail-Fenster und ich konnte mich dort wieder abmelden.

Ich mal habe beim Schreiben des Blog-Beitrags mal kurz eine Internetsuche durchgeführt – die Fragestellung ‘wie melde ich mich bei OneDrive ab’ zieht sich seit 2015 durch die Foren. Es kommt dann der Hinweis, die App zu deinstallieren, auf das OneDrive-Symbol in der Windows-Taskleiste zu klicken, um sich abzumelden etc. Und ich bin auf Hinweise von Microsoft-Mitarbeitern gestoßen, dass OneDrive in Windows integriert sei und daher die Abmeldeoption fehle (was falsch ist).

Nutzt einem wenig, wenn man unter Windows 7 schlicht einen Upload im Browser auf ein OneDrive-Laufwerk durchführen und sich dann im Browser wieder abmelden will. Bei Dr. Windows habe ich übrigens diesen Artikel von Martin Geuß mit Screenshots gefunden. Dort war noch die Info OneDrive zu finden – irgend etwas hat sich also beim Web-Client geändert.

Ein Bug, oder was?

An dieser Stelle habe ich dann mal meinem früheren Fachlektor Georg Weiherer angerufen. Alte Erfahrung: Im Telefonat gibt immer mal wieder neue Erkenntnisse. Und so war es auch hier. Er erwähnte, dass es bei ihm in der Seitenleiste Befehle wie Dateien etc. gäbe und schlug vor, mal auf den Befehl PCs zu gehen.

 OneDrive-Optionen

An dieser Stelle fiel mir bereits auf, dass die OneDrive-Seite auch keine Option zum Anpassen der  GUI-Sprache aufwies (meine Browserseite war auf Englisch, da ich zuletzt in englischsprachigen Microsoft Answers-Foren unterwegs war). Aber nach Anwahl des Befehls PCs tat sich erstaunliches: Es öffnete sich ein neuer Browser-Tab mit einem gänzlich anderen Stil (siehe nachfolgender Screenshot). 

OneDrive-Seite

Plötzlich war in der Kopfzeile der Seite das Symbol des angemeldeten Benutzerkontos vorhanden, und bei dessen Anwahl gab es die vermisste Abmeldemöglichkeit. Am unteren Rand des Browserfensters fand ich auch eine Option, um die Sprache auf Deutsch umzustellen. Doof war aber, dass sich bei Anwahl von Files in der linken Seitenleiste nicht wirklich was tat. In der rechten Spalte erschienen dann einige nichtssagende Texte. Um auf seine OneDrive-Dateien zuzugreifen, habe ich zwei Möglichkeiten ausgemacht:

  • Man schließt den Tab und kehrt zum noch geöffneten Tab mit den OneDrive-Dateien zurück.
  • Man klickt in der linken oberen Ecke auf das Icon mit den neun Rechtecken (im obigen Bild mit einem Pfeil markiert). Dann öffnet sich eine Palette, und man kann die OneDrive-Kachel wählen. Diese öffnet das OneDrive-Fenster in einem neuen Tab.

Mein kopfschüttelndes Fazit an der Stelle lautet: Die können es nicht, der gesamte OneDrive-Browser-Client ist nur noch als kaputt zu bezeichnen. Umgebaut wurde das mutmaßlich, um die kostenpflichtige Office 365-Abo-Geschichte und möglicherweise die Windows 10 Fall Creators Update-Neuerungen im Client zu spiegeln – mag mich da aber täuschen. Besonders doof wird die Geschichte natürlich, wenn man als Nutzer mal an einem fremden Rechner im Browser einen Upload vorgenommen hat und die hier skizzierten Workarounds nicht kennt …

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5 Kommentare zu OneDrive-Fallen: Konto eingefroren, keine Abmeldung möglich

  1. Herr IngoW sagt:

    Im Browser: ” https://office.live.com/start/OneDrive.aspx ” eingeben, dann müsste die Anmeldeseite erscheinen.

  2. Alex sagt:

    Schon account.live.com oder profile.live.com versucht?

    • Günter Born sagt:

      danke für den Hinweis. Das sind aber nur die Login-Seiten für das Microsoft-Konto. Anschließend wird man zur OneDrive-Seite umgeleitet. Und da ist das gleichen in grün zu finden. Da ist ein Bug mit den letzten Renovierungsarbeiten mit rein gekommen – anders ist es nicht zu erklären.

  3. anthropos sagt:

    Erst kommt das Aussehen, dann die Beseitigung der Fehler: so kenne ich es.

    Hier liegt wohl eine wenig übersichtliche Gestaltung vor, bin ich auch gewohnt von der Seite des Microsoft-Kontos.

    Allerdings würde ich vermuten, dass die Gestalter erst mal lange nicht auf die Idee kämen, Jemand könnte sein Konto länger nicht nutzen, da Jeder Windows 10 nutzen sollte. Wenn man irgendwo abweicht vom Standard, dann findet man schnell kleine oder größere Fehler.

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