Windows 10: Microsofts Abschied vom Business-Einsatz?

Nächsten Dienstag kommt das Anniversary Update von Windows 10, von manchen heiß erseht, von einigen Wenigen gefürchtet. Im Sinne von “die nächsten Sargnägel werden gerade eingeschlagen” mal die provokante Frage: Erleben wir gerade, wie sich Microsoft mit Windows 10 aus dem Business-Umfeld für KMUs raus schießt?


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Steile These, aber sortieren wir das Ganze mal ein wenig. Ich habe hier im Blog in den vergangenen Monaten ja die Irrungen und Wirrungen seitens Microsoft aufgespießt, die sich um das Thema Zwangs-Upgrade drehen. Einige Blog-Leser haben mir das arg übel genommen und dem Blog den Rücken zugekehrt.

Aluhutträger oder alles Irre um mich herum?

Die naive Vorstellung war: Ab dem 30. Juli 2016 wird alles gut, das Gratis-Upgrade-Angebot läuft ab und dann hat es sich mit dem Zwangs-Upgrade-Getrickse. Alles wird gut! Ich gebe es zu, ich war naiv und wenn ich Kommentare der Art “das wird weiter gehen” hier im Blog gelesen habe, dachte ich so bei mir “was soll da noch kommen” …

Im Artikel Windows 10 – das stört mich – Teil 4 hatte ich ja mal aufgeschrieben, was mich so an Windows 10 im Hinblick auf den geschäftlichen Einsatz stört. Update-Zwang, Windows as a service, Cortana und weiteres waren Punkte, die für mich im geschäftlichen Umfeld ein no go darstellen.

Ich musste mich u.a. auf Facebook von gestandenen Administratoren belehren lassen, dass man Updates weiter über WSUS und Gruppenrichtlinien steuern kann und man sich einfach mal mit der Materie beschäftigen solle, bevor da kritisiert werde. In solchen Augenblicken frage ich mich dann schon mal “bist Du der einzige Normale in einem Irrenhaus oder bist zu zum Aluhut-Träger mutiert, der nichts mehr blickt”.

Ich gestehe, einige Punkte, die bei mir einen niemals-haben-will-Reflex auslösen, sind emotionaler Natur – und der “wie weit traust Du Microsoft”-These geschuldet. Über das Thema Telemetriedatenerfassung ist viel Tinte verbraucht worden – und es ist klar “Microsoft kuckt heute nicht in mein Konto, wenn ich Online-Banking mache”. Aber ich schreibe einfach bestimmte Erfahrungen und Trends in die Zukunft weiter und ziehe meine Schlüsse daraus. Wie wir alle wissen, sind Prognosen mit Unsicherheit behaftet, zumal, wenn sie sich auf die Zukunft beziehen.

Ein Blick auf die KMU-Landschaft

Einfach ein paar Infosplitter, die ich gleich im Beitrag verknüpfe. Der größte Teil der Unternehmen (ca. 70 %) in Deutschland werden dem Klein- und Mittelstand (KMU) zugerechnet. Kleine Handwerker, Ärzte, Freiberufler, Rechtsanwälte, Therapeuten und was weiß ich. Dort stehen oft ein oder zwei PCs – aber meist ist kein Bedarf für eine Server-Umgebung und die Installationsbasis ist zu klein, um einen Software Assurance-Vertrag zum Bezug von Windows Enterprise abzuschließen.

Andererseits muss ich mich in diesem Umfeld darauf verlassen, dass ich die heute gewählte IT-Lösung auch in fünf oder zehn Jahren rechtskonform betreiben kann und auch beim Hersteller in guten Händen bin. Mit Windows 7 und auch mit Windows 8 bzw. Windows 8.1 war dies (bei aller berechtigter Kritik hinsichtlich der Kacheloberfläche etc.) eigentlich gegeben. Habe ich mir eine Home-Variante geholt, gab es bestimmte Features nicht – aber Updates waren einstellbar, Sprachassistenten oder Online-Einbindung waren kein Thema. Und wer mehr wollte, griff zu den Professional-Varianten, die über Gruppenrichtlinien eine weitgehende Konfigurierung der Systeme (auch ohne Server-Umgebung) zuließ.

Microsoft, und der Anwender – getrennte Galaxien?


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Bei heise.de gibt es einen wunderbaren Kommentar zum Ende des Gratis-Upgrades auf Windows 10 mit dem Titel Kommentar zum Ende des Gratis-Upgrades auf Windows 10: Das geht besser, Microsoft! Unter der Überschrift Nein heißt Nein schreibt Jan Schüssler, dass das “aufdringliche Vorgehen zeigt, dass Lerneffekte bei Microsoft nur langsam einsetzen”. Mündet in die Empfehlung, dass Microsoft den Kunden doch frei stellt, wann diese auf dieses neue Windows 10 migrieren …

Die Sargnägel werden gerade eingeschlagen …

Und nun ist Szenenwechsel angesagt, vergessen wir den frommen Wunsch von Jan Schüssler mit “Nein heißt Nein” und schauen uns an, was ab Windows 10 Version 1607 passiert.

Cortana hat auf Business-Maschinen nix zu suchen!

Ich hatte es im Artikel Windows 10 – das stört mich – Teil 4 kurz angerissen: Eine lokale Suche, die sofort im Web mitmischt, ist ein No Go für unternehmenskritische Einsätze. Und ein Sprachassistent, der auf dem Büro-PC mitlauscht, geht erst recht nicht. Nachtrag: Man kann alles abschalten und konfigurieren – zeige ich Sonntag in einem Beitrag. Aber es geht um’s Prinzip bzw. nimmt Microsoft den Nutzer auf Augenhöhe wahr.

Seit Tagen geistert die Meldung durchs Internet, dass ab dem Anniversary Update die Suche über Cortana nicht mehr abgeschaltet werden kann. Die Beschwichtigungsfraktion ist gleich mit Artikeln dabei, dass das alles nicht so schlimm sei und man hier und da doch deaktivieren könne. Unter anderem werden Registrierungsschlüssel und Gruppenrichtlinien genannt. Nur mal angemerkt, dass das imho nur für den aktuellen Benutzer greift.

Mal langsam zum Mitschreiben: Auf einem Business-System will ich eine Option haben, mit der ich Cortana und weitere Funktionen von der Installation ausnehmen oder jederzeit komplett entfernen kann. Mit Features aktivieren oder deaktivieren hat Windows seit Jahren genau diesen Mechanismus in Windows implementiert, nur ist dieser für Cortana (und viele weitere Features) nicht vorgesehen. Obwohl auch dort kann der Windows as a service-Ansatz jederzeit für “Kollateralschäden” beim nächsten Update sorgen. Eine Feature-Einstellung kann bei jedem “Update” auf Microsofts Vorstellungen umgesetzt werden – haben wir beim Upgrade auf die Version 1511 im November 2015 gesehen, wo der Fehler leider passiert ist und Datenschutzeinstellungen mal kurz zurück gesetzt wurden.

Bei heise.de greift man es im Artikel Windows 10 Anniversary Update: Ausschalten der Web-Suche nur noch mit Bastelei auf und meint, das Microsoft da juristisch auf noch dünnerem Eis wandele. Ich stelle die Sache mal auf den Kopf: Im Business-Bereich will ich nicht basteln, sondern muss darauf vertrauen, dass die heutigen Lösungen auch in zwei, drei, fünf oder mehr Jahren rechtssicher tun. Mit dem lernresistenten Ansatz, den Microsoft die letzten 12 Monate gezeigt hat und gerade fortsetzt, begebe ich mich als Windows 10-Nutzer auf Schussfahrt, ohne zu wissen, wo ich lande. Meine Schlussfolgerung: Für Business-Anwendungen ist Windows 10 ungeeignet.

Gruppenrichtlinien: Werden gerade in Windows 10 Pro geschlachtet

Der zweite Sargnagel kündigte sich schleichend an. Im Mai 2016 gab es den Blog-Beitrag Windows 10 Pro: Store-Zugriff nicht mehr blockierbar. Dort habe ich thematisiert, dass die Store-Zugriffe in Windows 10 Pro nicht mehr per Gruppenrichtlinie geblockt werden können. Wer das braucht, muss auf Windows 10 Enterprise (erfordert einen Software Assurance-Vertrag mit jährlichem Abo) umsteigen. Es kamen natürlich sofort die Artikel “alles halb so schlimm, kannste so oder so umgehen”. Auch zur Cortana-Suche habe ich heute gelesen, dass man ja eine “alternative Suche” per Drittherstellerprogramm verwenden könne – geht es noch?

Mit dem Anniversary Update (Windows 10 Version 1607) geht die Kastration weiter. In Windows 10 Pro sind ab Version 1607 die Gruppenrichtlinien für das Abschalten der Consumer Experience, der Windows Tipps und der Lock Screen zusätzlich zur Store-Richtlinie deaktiviert. Es gibt den Hinweis, dass diese Richtlinien nur noch für Windows 10 Enterprise gelten (siehe).

Wer hindert Microsoft denn, beim nächsten Uprade auch mal die Cortana-Gruppenrichtlinie und was weiß ich was zu deaktivieren? Man will die Leute auf die nur per Abonnement erhältliche Windows 10 Enterprise zwingen. Zur Erinnerung: Ich sprach von KMUs, die in der Regel kein Software Assurance-Vertrag mit jährlicher Lizenzzahlung, mindestens ab 5 Systemen wollen oder abschließen können. Früher hat man sich einen Rechner mit Windows Pro geholt und der Drops war gelutscht. Das System konnte man fahren, bis die Hardware streikte oder der Support des OS auslief. Selbst wer einen Software-Assurance-Vertrag haben kann: Jährliche Zahlungen sind für Microsoft und mich als deren Aktionär gut. Aber wehe, ihr lauft mal in Zahlungsschwierigkeiten oder gar in eine Insolvenz. Wenn der Insolvenzverwalter den Software-Assurance-Vertrag nicht bedient, dürftet ihr ganz schnell ohne Lizenz dastehen.

Wie wusste der Volksmund: Mit Speck fängt man Mäuse – die Unternehmen, die jetzt mit fliegenden Fahnen zu Windows 10 wechseln, hängen an der Angel. Mit gegangen, mitgefangen, mitgehangen, dichtet der Volksmund. Mein Schluss: Windows 10 hat aus diesem Blickwinkel heraus auch nichts im Business-Umfeld zu suchen.

Oder habe ich mich geirrt?

In der Überschrift steckt schon das Wort “Irrer”. Ich hatte Eingangs mit dem Spruch aus der Irrenanstalt kokettiert. Vielleicht muss ich mich in 10 Jahren (sofern ich dann noch lebe) hinstellen und sagen “sorry Leute, ich habe mich geirrt, ist doch anders gekommen, alles gut”. Vielleicht heißt es auch “sorry Leute, ich habe mich geirrt, es ist noch schlimmer gekommen, als ich befürchtet habe”. Wie seht ihr das so? Sehe ich schon weiße Mäuse und liege gänzlich daneben – oder ist das Gefühl bei euch auch latent vorhanden?

Ähnliche Artikel:
Windows 10 – das stört mich – Teil 4
Tipp: Windows 10 Gratis-Upgrade sichern


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23 Antworten zu Windows 10: Microsofts Abschied vom Business-Einsatz?


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  2. Ralf sagt:

    Letztes Jahr hat es Ubuntu versucht, dieses Jahr Microsoft. Vielleicht kein Zufall, dass beide so gut miteinander können. (Stichwort: Linux-Subsystem in Windows).

    Es ist schlicht ein Unding, wenn es keine Option in der Oberfläche gibt, lokale Suchanfragen auch lokal zu begrenzen (und damit nachvollziehbar für jeden normalen Anwender). Jede Suchanfrage wird mit IP-Adresse gestellt und ist damit sowohl mit anderen Suchanfragen als auch mit dem konkreten System (über die übermittelten Telemetriedaten) verknüpfbar (auch ohne Verknüpfung mit dem Microsoft-Konto). Die Verwendung für personalisierte Werbung ist da noch die harmloseste (wenn auch lästige) Folge. Ich brauche in dieser Woche aber nur in Richtung Türkei zu schauen, um die Folgen zu erahnen, was passiert, wenn auch noch alle lokalen Inhalte eines PCs für Machthaber zugänglich würden. Und wenn die CSU heute die künftige Protokollierung des gesamten Email-Verkehrs fordert, dann wären solche Suchanfragen sicher auch existentiell interessant. Wurden im Rahmen der Rasterfahndung nach Terroristen nicht auch schon einmal Ausleihdaten in öffentlichen Bibliotheken verwendet? (Ich meine, davon vor Jahren schon einmal im Spiegel davon gelesen zu haben.)

    Heute braucht man keinen Alu-Hut aufzuhaben, um die düsteren Wolken am Horizont aufziehen zu sehen. Und wieder einmal ist Microsoft mitten drin, ob nun vorsätzlich oder einfach unbedacht.

  3. Markus sagt:

    Ich hab inzwischen schon alle Geräte auf Version 1607 umgestellt gerade wegen Cortana und der neuen Funktionen das ich zum Beispiel Benachrichtigungen auf allen Geräten erhalte. Ich möchte es nicht mehr missen und ich nutze meine Geräte auch geschäftlich. Ich seh das aber eben wahrscheinlich auch etwas lockerer weil ich quasi aus der PC-Branche komme und in der Regel eben weiß was läuft, passiert oder zu tun ist. Ich bin aber auch “offener” was Datenschutz angeht. Den vieles was rumgeistert ist bei genauerer Betrachtung eh nicht ganz so wild.

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  5. Andreas B. sagt:

    @GB
    Nee, nicht Aluhut, sondern es erinnert mich alles eher schon an Eugène Ionescos Stück Die Nashörner … Wer noch etwas gesunden Menschenverstand hat, wird zum letzten Nonkonformisten.

  6. Alexander sagt:

    HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\Windows Search\AllowCortana

    Was soll da “nur für den aktuellen Benutzer” greifen?

  7. Nils sagt:

    Was soll denn dann die Alternative für das Business-Umfeld in KMUs sein?
    Linux? …. zu kompliziert für KMUs
    MAC? …. zu teuer und unzureichende Kompatibilität mit notwendigen Anwendungen in KMUs

    Übrigens…. da es in dem Artikel nirgends erwähnt wird KMU = Kleine und mittlere Unternehmen

  8. 1ei sagt:

    Und hier noch mehr dazu:
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Unter-Windows-10-Pro-gelten-bald-nicht-mehr-alle-Gruppenrichtlinien-3281404.html
    Ich bleibe bei meinem 8.1………………Pro……erstmal……..
    Und bin dennoch geschockt!

    @Nils: schau mal oben
    “Ein Blick auf die KMU-Landschaft

    Einfach ein paar Infosplitter, die ich gleich im Beitrag verknüpfe. Der größte Teil der Unternehmen (ca. 70 %) in Deutschland werden dem Klein- und Mittelstand (KMU)”

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  10. Hänk sagt:

    “Andererseits muss ich mich in diesem Umfeld darauf verlassen, dass ich die heute gewählte IT-Lösung auch in fünf oder zehn Jahren rechtskonform betreiben kann und auch beim Hersteller in guten Händen bin.”

    Das ist selbstverständlich unmöglich, da wir alle nicht wissen, was die gesetzlichen Rahmenbedingungen in fünf oder zehn Jahren sind. Bestenfalls kann man sagen, dass man zu jedem Zeitpunkt die Gewissheit haben möchte, dass die zum jeweiligen Zeitpunkt eingesetzte Software mit den zu diesem Zeitpunkt gültigen Gesetzen kompatibel ist.

    Dann werden im Beitrag – falls ich das richtig gelesen habe – zwei in dieser Hinsicht kritische Punkte genannt: permanent lauschendes Betriebssystem und Suchfunktion, die nicht lokal begrenzt ist. Beide Merkmale lassen sich nicht leicht vom Benutzer ändern, sondern sogar gar nicht oder nur schwer, jedenfalls nicht komfortabel.
    Ob das stimmt, ist mir an dieser Stelle egal. Stattdessen frage ich mich: Sind Lauschen und automatische Netzsuche denn jetzt erlaubt? Falls ja: Das ist vielleicht nicht nett, aber kein juristisches Problem des Unternehmens. Falls nein: Wieso ermittelt da kein Staatsanwalt?

    Zur Alumützenfrage: Insgesamt halte ich die Empörung über globale Großkonzerne, die so handeln, dass sie ihren Profit maximieren, für fehlgeleitet, denn genau so und nicht anders muss ein Unternehmen handeln, wenn es bestehen will. Wenn wir als die aufgeklärten, mündigen, intelligenten Bürger nicht wollen, dass ein Konzern oder ein Staat unsere Daten hat und alle unsere geschäftlichen und privaten Suchanfragen, ob nun lokal oder im Netz kennt, dann müssen wir entweder deren Software meiden oder die Politik zum Handeln drängen. Sich auf ein einzelnes Unternehmen einzuschießen oder gar auf ein einzelnes Feature einer Software, das bringt in der Sache überhaupt nichts, weil es ein Symptom, aber nicht den systematischen Missstand (mit drei s) benennt.

  11. OlLiD@IRQ8 sagt:

    …oder man bleibt erst mal bei der Build 10240 und “verzichtet” auf V1511, V1607 usw. und deren zusätzliche “Features”. Sicherheitsupdates analog “LTSB”-Version noch ca. 9 Jahre.
    Wie: https://www.borncity.com/blog/2015/11/19/windows-10-tipp-updates-blocken/
    Siehe Abschnitt “(Treiber-)Updates per PowerShell-Script ausblenden”.
    Läuft so nun schon genau 1 Jahr.

    • JohnRipper sagt:

      Ja, ne.
      Bei W10 Home bekommt sofort alles.
      Bei W10 Pro u. Enterprise kann man das Anniversary Update max. vier Monate bzw. mit WSUS max. zwölf Monate zurückstellen. Danach bekommt man keine Sicherheitsupdates für das zurückliegende AU mehr.
      W10 RTM (10240) ist damit dann irgendwann dieses Jahr durch. Dann musst du auf 1511 oder eben 1607 gehen.
      Erst bei W10 Enterprise LTSB gibt es dann “uneingeschränkt” die neun Jahre Support.

  12. Hansi sagt:

    Für Betriebe ist natürlich die Enterprise LTSB interessant, kostet halt etwas mehr wie eine Pro, aber nicht so viel, daß man sie sich im professionellen Einsatz nicht leisten könnte. Für Privatleute kommt höchstens die “NO.STORE.NO.SPY” in Frage, natürlich mit legalem Key.

  13. Rainer Friedrich sagt:

    Dieses Ganze ist für mich der Grund nur die LTSB zu nehmen. Zum Glück hat mein Arbeitgeber diese Version zur Verfügung, da ist mir dann erstmal egal, was MS macht. 10 Jahre Support (jetzt noch 9 für die eingesetzte Version) und ich kann mir dann bei Folgeversionen genau anschauen ob ich sie will. Dazu kein Cortana, kein Store. Ich mag die Version sehr, setze die seit Erscheinen ein und bin froh nichtmehr nur W7 einzusetzen.

  14. daniel sagt:

    das Ganze ist erst die Spitze des Eisberges.

    Ueber die nächsten 2-3 Jahre ist Windows 10 komplett auf ein Abo Model umgestellt und ohne $$$ geht dann gar nichts mehr.

    • Frank Bell sagt:

      @daniel

      Abo-Modell: Weisst du mehr als wir? Bislang habe ich noch nichts von einem Abo-Modell gehört.

      • Tim sagt:

        Na ja, Die 10 Enterprise kommt ja nun für Firmen im Abo, oder gibt es sogar schon. Und ob Firmen sich weiter das Abenteuer Home und beschnittene Pro antun wollen in Zukunft?

        Sieht schon so aus als führe der Weg genau dorthin. Privat “umsonst” als Beta Tester und vollständig gläserner Kunde unterwegs und Firmen werden zahlen.

  15. Frank Bell sagt:

    Sehr geehrter Herr Born,

    Sie schreiben: “Für Business-Anwendungen ist Windows 10 ungeeignet.”

    Ich kann Ihnen sagen, wie das in der Praxis funktionieren wird.

    Das Management sagt zur EDV-Abteilung: Installiert Windows 10.

    Die EDV sagt: Es gibt da diese und jene Probleme.

    Das Management sagt: Das ist eure Sache. Ihr seid die Experten und werdet dafür bezahlt.

    Jetzt können Sie sich denken, wer der Schuldige sein wird, wenn etwas passiert.

    Weder Microsoft noch das Management, sondern die EDV-Abteilung.

    Oft genug erlebt.

    Mit freundlichen Grüßen

    • Tim sagt:

      Absicherung erfolgt halt immer auf dem schriftlichen Weg, oder in Teamsitzungen um so etwas mit mehreren Köpfen zu klären.
      Zwischen Tür und Angel sagen kann man ja viel…

      Wenn das Management die begründeten Einwände nicht berücksichtigen will, ist das eben deren Entscheidung, das Recht des Managements, wenn die den Kurs so vorgeben… das ist ja deren Aufgabe.
      “Oft genug erlebt” und “Schuld” sind aber schlicht falscher Umgang miteinander und das Spiel würde ich an deiner Stelle nicht mitspielen, sondern was ändern um was zu ändern.

  16. Markus sagt:

    Viele Bedenken kann ich teilen und es fehlt auch immer wieder an Transparenz.

    Es Admin von kleinen Installationen muss man in der Lage sein, alle Aspekte der EDV Richtlinien in Firmen zu verstehen und entsprechend die Software einrichten. Aber die Informationen bekommt man eigentlich nur durch wenn man sich in allen Expertenkreisen aufhält. Aber die Experten, bedienen in der Regell nur einen kleinen Teilbereich, also wie soll das gehen.

    Bei anderen Dingen aus dem Artikel denke ich, es sollte möglicherweise auch ein Umdenken stattfinden. Vor vielen Jahren gabs die Empfehlung das Netzwerk in Firmen Offline zu betreiben. Nur so kann man das gewährleisten was Du schreibst.
    Es werden zum Tag X die Programme ausgesucht und eingerichtet, eine Sicherung wird eingerichtet und dann bleibt das System so bis in alle Ewigkeit.

    Aber sobald man die Rechner mit dem Internet verbindet, und das war auch schon bei XP so oder davor, muss man ständig am Netzwerk was ändern.
    Einfach schon um die Schwachstellen zu fixen, oder die Antiviren Software aktuell zu halten usw.
    Das haben viele Unternehmen aus Kostengründen nur mangelhaft betrieben. Entweder fehlte Geld für nen Admin oder Zeit und Geld alle korrekt umzusetzen und anzupassen.

    Mit Windows 10 sind nun auch die Softwarehersteller in der Pflicht Ihre Produkte ständig aktuell zu halten. Es gibt im geschäftlichem Umfeld viele Programme die einem Wartungsvertrag gleich kommen, aber nicht alle diese Programme leisten das auch.
    Im medizinischen Bereich zum Beispiel gibt es Firmen die bestimmen ganz genau welche Software man einsetzen darf. Da heißt es seit Jahren Office 365 wird nicht unterstützt, Windows Server 2008 r2 wird nicht unterstützt, Windows 8 und 8.1 auch nicht usw.
    Ganz klar wollen die Firmen hier einfach Geld in der Programmierung und im Support sparen. Völlig sinnlos, wenn jetzt Windows 10 unterstützt wird aber 8.1 ging gar nicht.

    Mittlerweile denke ich auch, dass in den Pro Versionen standardmäßig die Upgrades verzögert kommen sollten, oder eben erst dann wenn der Admin sie freigibt, weil dann alle Programme aktualisiert wurden. Andererseits habe ich manchmal ein Jahr lang auf Anpassung an eine neue Office Version gewartet, so lange konnte man dann nur mit kreativen Tricks Mails aus der Rechnungssoftware verschicken. Und so Dinge.

    Und das bei Firmen die einen Vertrag mit jährlicher Verlängerung als Geschäftsmodell haben. Also damit werben, dass man jedes Jahr bezahlt, weil sie ja das ganze Jahr daran arbeiten die Software aktuell zu halten.
    Die Firmen die Brandgenlösungen anbieten sollten den Kontakt zu Microsoft suchen und spätestens zeitgleich mit Windows Aktualisierungen nötige Änderungen vorlegen.

    Sonst bleibt eben nur die Rechner Offline zu nehmen ob den Zustand zu konservieren.
    Aber abgesehen davon, dass dann auch die Softwarebude nichts mehr am Kunden verdienen kann, kann der Kunde auch nicht mehr an der Welt teilhaben.
    Das wiederum wollen aber seine Kunden.

    Also was bleibt, Technik mit Maß und Verstand einsetzen ist immer eine gute Idee. Nicht alles was geht muss man auch haben. Aber in neuen Technologien liegen oft auf echte Verbesserungen für Firmen und der Einsatz lohnt.

    Oh man langer Text :)
    Ist eben alles nicht so einfach und ich denke man kann die Welt nicht ändern, wenn man sich verweigert. Aktiv mit Fehlern umgehen und so versuchen was zu bewegen ist immer ein guter Plan.
    Ich hege noch die Hoffnung, dass es tatsächlich möglich ist, auf Microsoft einzuwirken.
    Wo die Reise hingeht und wie wir und die Firmen damit klar kommen, wird man sehen :)

    • Frank Bell sagt:

      “Es werden zum Tag X die Programme ausgesucht und eingerichtet, eine Sicherung wird eingerichtet und dann bleibt das System so bis in alle Ewigkeit.”

      Das geht solange gut, wie die Chefsekretärin beim Chef quengelt, weil “Ich will jetzt die neueste Version haben. Alle meine Freundinnen haben die. Machen sie mal Dampf in der EDV.

      Und der Chef dich dann zwingt, diese Änderung zu machen.

      Alles schon vorgekommen…

      • Meine Erfahrung ist da ein bisschen anders, die Programme geben die Richtung vor zb. Microsoft Produkte oder eben was anderes und der Chef weist die Richtung an und Ich tue was möglich ist, bzw. mache dann das was Sinnvoll ist.

        Schade finde ich es nur wenn die Firmen so eine große Abneigung gegenüber OpenSource und auch Linux besitzen, ich finde es dann immer nur etwas lustig wenn sich herausstellt wie viele der dinge die schon längst Laufen über Linux betrieben werden.

  17. Dr. Brezner sagt:

    Hallo Herr Born,

    wiedermal ein toller Artikel und ich finde es prima zwischen all den Windows 10 Lobhudeleien auch eine fundierte kritisch Stimme zu lesen.
    Mittlerweile hat man schon das Gefühl MS intressiert sich nicht mehr wirklich für die KMU Menschen. Generell kann man die Entscheidungen von MS in den letzten Jahren sehr kritisch sehen. Kacheloberfläche – die meisten Nutzer völlig überfordert damit. Office Ribbon: Bei 95% aller Menschen die nur tippen und bisschen formatieren müssen absoluter Horror und die Admins werden gequält mit Warum macht ihr das? und Wo finde ich das? oder Wie geht das?
    Das spart dem Admin nicht wirklich Zeit. Und genau das ist es aber doch was wir alles wollen oder? Schnellere Computer um Zeit zu sparen. Besseres UI um Zeit zu sparen.
    Ein weiter Punkt: Die MS Lizenzpolitik ist für einen kleinen Admin einfach der Wahnsinn. Wenn man mal eine MLP Schulung gemacht hat kriegt man das kalte grausen.
    Ich könnte noch viel umständliche und unverständliche Dinge aufzählen. Verstehen werde ich diesen Konzern nicht (mehr).
    Mein Wunsch: Zurück zur einfachheit! Für die ECHTEN User und Admins da draußen!

  18. Richard sagt:

    Ich bin Admin von zwei KMUs. Einmal 120 User und einmal knapp 300. Das Management wollte damals Windows 10 haben. Das hatte unter anderem den Grund dass bei KMUs (auch) Software entwickelt und testen. Da sollte alles auf dem aktuellen Stand sein. Die datenschutzrechtlichen Aspekte wurden mit dem Datenschutzbeauftragten abgestimmt und in Betriebsvereinbarungen gegossen. Dazu gehört u. a. das unternehmensweite Verbot der Nutzung von (privaten) Microsoft-Accounts und, damit einhergehend, einem Verbot, den Store zu nutzen. Mittlerweile merken IT und Geschäftsleitung, dass MS sie, durch diesen Wegfall von sinnvollen Komfortfunktionen begleitet, in ein Enterprise-Abo drängen möchte.

    Im Laufe der Woche bekomme ich meinen neuen Dienst-Mac. Ziel ist es zu evaluieren, ob ein Mac in Verbindung mit einem Windows 10 als VM für geschäftskritische Anwendungen oder alternativ dem Aufbau einer VDI-Infrastruktur hier sinnvoll gegensteuert. Es geht um Kosten (sind 1000 Euro Mehrkosten alle drei Jahre nebst Supporteinsparungen günstiger als Kauf, Management und Support der Enterprise-Lizenzen?) und Vertraulichkeit von Geschäftsdaten. Aus technischer Sicht sind die beiden Welten im Büroumfeld mittlerweile ebenbürtig. Das ist zumindest meine Erfahrung nach 10 Jahren in dem Job. Ich habe so die Ahnung, dass Apple sich auf lange Sicht als günstiger erweist. Das würde bedeuten (zumindest wenn immer mehr Firmen das so machen), dass die Business-Anbieter mehr und mehr auch Mac- oder Webclients anbieten. Was mittelfristig fast die gesamte Windows-Welt überflüssig machen würde. Das kann auch nicht Microsofts Ziel sein.

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