Akku, der 200.000 Ladezyklen hält, durch Zufall entdeckt

Es ist so etwas wie der “heilige Gral”: Forscher der University of California Irvine haben mehr oder unbeabsichtigt, quasi durch Zufall, wohl eine neue Akku-Technik entdeckt, die bis zu 400 Jahre halten könnte. Das könnte die ganze Branche revolutionieren.


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Das Problem heutiger Lithium-Ionen-Akkus ist die Zahl der Ladezyklen. Akkus in Notebooks oder Handies schaffen nur 800 bis 1.000 Entlade-/Ladezyklen. Bei “langlebigen Akkus” kommt man vielleicht auf 5.000 bis 6.000 Zyklen.

University of California, Irvine, haben Forscher jetzt ein, auf Nano-Drähten basierendes, Material zum Bau von Akkus gefunden. Dazu wurden Nano-Gold-Drähte mit Mangandioxid ummantelt und das Ganze in einen Elektrolyt in Form eines Plexiglas artigen Gels eingelagert. Die so entstehenden Akkus sind robust und wurden im Rahmen von Versuchsreihen wiederkehrenden Lade-Entlade-Zyklen unterzogen.


(UCI doctoral candidate Mya Le Thai Quelle: Steve Zylius / UCI)

Während normalerweise Akku-Zellen nach 5.000, 6.000 oder 7.000 Ladezyklen schlagartig ihre Kapazität einbüßen, war bei den neuen Zellen auch nach einem Testzeitraum von 3 Monaten und 200.000 Lade-Entlade-Zyklen kein Kapazitätsabfall feststellbar.

Das Ganze ist natürlich noch in einem frühen Forschungszustand. Daher dürfte es noch etwas dauern, bis diese Entdeckung in elektronische Geräte Einzug hält. Wenn die Entdeckung aber in praktische Anwendbarkeit umgesetzt werden kann, wird das die Speicherung von Elektrizität revolutionieren. Akkus wären dann nicht mehr der Lebensdauerbegrenzer von Smartphones, Notebooks, Kameras und anderer Elektronik. Und auch beim Elektro-Auto wäre das möglicherweise eine Revolution. Einige Infos sind in dieser Meldung der Uni zu finden. (via)


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11 Antworten zu Akku, der 200.000 Ladezyklen hält, durch Zufall entdeckt

  1. Oldi-40 sagt:

    Hallo,

    die Experten von der PC-Welt haben schon darüber berichtet.
    http://www.pcwelt.de/news/Nanobatterie-soll-400-Jahre-lang-halten-10042169.html

    Ich bin gespannt auf einen Kommentar eines Chemikers, denn das wäre das „Perpetuum mobile“ bei Akkus.

    Vielleicht braucht man Geld wie beim Cern?

    Tachau

    • riedenthied sagt:

      Selbstverständlich wäre das kein Perpetuum Mobile, man muss schon noch die Energie reinstecken, die man drinhaben will. Es geht hier ja „nur“ um die Abnutzung des Akkus und warum sollte es grundsätzlich nicht möglich sein, dies mehr oder weniger abnutzungsfrei hinzukriegen?

  2. Homer sagt:

    Hallo,

    Diese Neuentdeckung wird sich im Markt, wie viele andere auch, nicht durchsetzen können, da ein Artikel der nicht verschleißt, eine Tragödie fürs Geschäft ist (ツ)

    Mit Gruß

    • Nobody sagt:

      Genau.
      Alle Entwicklungen und Erfindungen, die eine Verlängerung der Lebensdauer von Produkten zur Folge haben, sind schlecht für´s Geschäft und passen nicht in´s System des Kapitalismus. Daher wird man vermutlich auch von der Entwicklung nicht mehr viel hören.

    • Tim sagt:

      „da ein Artikel der nicht verschleißt, eine Tragödie fürs Geschäft ist“

      Welcher Artikel ist nun aber auch schon 400 Jahre in Betrieb?
      Wir wechseln doch alle 2 Jahre spätestens das Handy, Autos halten mit unter etwas länger. So einen Akku braucht niemand… nicht mal für Satelliten.

      Mehr Leistung und weniger gefährlich wäre, wie grad wieder bei Samsung zu sehen, wesentlich interessanter. Oder einfach sparsamere Komponenten, die weniger verbrauchen

  3. einmachglas sagt:

    „haben mehr oder unbeabsichtigt durch Zufall“
    vermutl eher „haben mehr oder weniger…“?
    ;)

  4. Oldi-40 sagt:

    Hallo Günter,

    natürlich kenne ich den Unterschied zwischen Batterie und Akku.
    Die Kondensatoren lasse ich mal weg, die werden ja in Nanosekunden geladen und entladen.

    Bei Akkus kommt doch die Chemie ins Spiel und daher hoffe ich auf einen Kommentar eines Chemikers.

    Tschau

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