Security-Trends 2018: Der Preis der vernetzten Welt

SicherheitDie letzten Tage gingen mir diverse Sicherheitseinschätzungen verschiedener Security-Hersteller zu. Auch ESET hat seine Security-Trends für 2018 vorgestellt. Der Jahreswechsel ist der ideale Zeitpunkt, um so etwas hier im Blog zu reflektieren. In 365 Tagen könnt ihr ja nachlesen, was eingetroffen und was nicht gesehen wurde. Ich wasche meine Hände in Unschuld, oder behaupte einfach ‘habe ich schon immer gesagt’.


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Sicherheitsanbieter ESET meint: Es wird kein leichtes Security-Jahr werden – weder für Unternehmen und Privatanwender noch für Cyberkriminelle – das kann ich direkt unterschreiben bzw. auch vorhersagen. Aber jetzt habe ich es schwarz auf weiß im Report “Cybersecurity Trends 2018: The Cost of Our Connected World” des europäischen Security-Software-Hersteller ESET. ESET sagt: Konzertierte Attacken auf Kritische Infrastrukturen, „Kidnapping“ von Smarten Geräten und gezielte Meinungs-Manipulationen stehen bei digitalen Gangstern auf der To-do-Liste 2018.

Optimistisch zeigt sich ESET aber in folgendem Punkt: Die Gegenwehr dürfte deutlich stärker ausfallen, da Security-Experten und Behörden gemeinsam zum Kampf gegen Cyberkriminelle rüsten. ESET meint, dass viele Unternehmen ihre Sicherheitslevel, dank der kommenden Datenschutzgrundverordnung, deutlich erhöhen müssen. Ob das so zutrifft, wird man sehen müssen. Hier die Trends für 2018 aus Sicht von ESET.

KRITIS geraten verstärkt ins Visier

Angriffe auf kritische Infrastrukturen (KRITIS) wie Kraftwerke, Wasserversorgung und Industrieanlagen werden 2018 zunehmen. Die Betreiber stehen dabei vor mehreren Herausforderungen: Viele noch immer genutzte industrielle Steuerungssysteme wurden in einer Zeit vor dem modernen Internet installiert und können daher oftmals nicht entsprechend aufgerüstet und geschützt werden. Gleichzeitig verfügen jedoch immer mehr dieser KRITIS über Netzwerk- und Internet-Schnittstellen. Das macht sie anfällig für Cyberangriffe.

KRITIS-Netzwerk
(Quelle: Pexels Markus Spiske CC0 Lizenz)

Ein auffälliger Trend: Angreifer attackieren immer häufiger IT-Systeme von Zulieferern und kleineren Partnerunternehmen von KRITIS. Über diesen Umweg arbeiten sie sich zum eigentlichen Ziel vor. „Denn die Betreiber Kritischer Infrastrukturen haben viel in die eigene IT-Sicherheit investiert. Deswegen weichen Cyberkriminelle aus und richten ihre Angriffe auf die meist mittelständischen Zulieferer mit geringerem Securityniveau. Hier gilt es, die Prozesse der Lieferkette mit Hilfe passgenauer Konzepte und IT-Security-Lösungen wasserdicht zu machen“, sagt Thomas Uhlemann, Security Specialist bei ESET.

Hacker machen Politik

Cyberkriminelle und politisch motivierte „Hacktivisten” haben eine neue Spielwiese für sich entdeckt: Meinungsmache in Sozialen Medien und Manipulation der eingesetzten Wahlmaschinen. Auf Sicherheitskonferenzen wie der DefCon zeigten IT-Sicherheitsfachleute, wie einfach es ist, sich Zugang zu solchen Systemen zu verschaffen und diese zu manipulieren.

Auch in Deutschland war die Sorge vor der Bundestagswahl im September groß, nachdem nur wenige Wochen vor der Wahl bekannt wurde, dass die Wahlsoftware „PC Wahl“ unsicher und anfällig für Cyberattacken war. „Die Digitalisierung wird auch vor Wahlen nicht Halt machen. Hier ist es immens wichtig, die eingesetzten Systeme gründlich auf Sicherheitslücken zu testen, bevor diese mit fatalen Folgen für unsere Demokratie zum Einsatz kommen“, mahnt Uhlemann.


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Neben technischen Herausforderungen, wird es nach Ansicht des Experten zudem immer schwieriger, zwischen echten und falschen Informationen im Netz zu unterscheiden. „Wie die Brexit-Abstimmung in Großbritannien und die US-Wahlen eindrucksvoll gezeigt haben, können Fake-News Kampagnen und Hacking-Angriffe auf E-Mail-Accounts von Politikern politische Meinungsbildungsprozesse maßgeblich beeinflussen.“

Anmerkung: Beim Einfluss der Fake-News ist die Wirkung aber umstritten. Es gibt Wissenschaftler, die diesen Einfluss negieren und entsprechenden Studien zum Einfluss der Fake-News methodische Mängel bescheinigen. Ich kann es nicht wirklich beurteilen.

Vereint im Kampf gegen die ‘eCrime-Industrie’

Doch es gibt auch gute Nachrichten. Bei der Bekämpfung von Cyber-Kriminellen arbeiten Ermittlungsbehörden und IT-Sicherheitsunternehmen immer besser und länderübergreifend zusammen. So gelang es ESET beispielsweise zusammen mit Microsoft und Polizeibehörden aus mehreren Ländern, das berüchtigte Gamarue-Botnet (auch: Andromeda-Botnet genannt) auszuschalten. Thomas Uhlemann resümiert: „Botnetze sind das Rückgrat von international agierenden Online-Kriminellen. Mit der Zerschlagung des Gamarues-Botnetzes, ist ein wichtiger Schlag gegen die eCrime-Infrastruktur gelungen. Für 2018 sind nach Einschätzung von ESET weitere Erfolge im Kampf gegen Cyberkriminelle zu erwarten.“

Immer wieder Ransomware

Mehrere Wellen von Angriffen mit Erpressersoftware prägten bereits das abgelaufene Jahr. Daran wird sich auch 2018 nicht viel ändern, denn viele Unternehmen waren in der Vergangenheit bereit, „Lösegeld” zu bezahlen. Das ist ein fataler Ansatz, der Cyber-Kriminelle dazu verleiten wird, dieses eCrime-Business fortzuführen. Stattdessen sollten Unternehmen ihr Geld in eine schlagkräftige IT-Security-Architektur und verlässliche Backup-Systeme investieren.

ESET Security Researcher Stephen Cobb geht davon aus, dass mit der zunehmenden Vernetzung unseres Alltags – vom Fernseher über den Kühlschrank bis hin zu Kinderspielzeug – auch das Internet of Things zunehmend von Ransomware betroffen sein wird. Bislang gab es nur Testläufe bei „Ransomware of Things“, aber das könnte sich das 2018 ändern. Denn die Sicherheit von IoT-Geräten und -Anwendungen kann bisher nicht mit seiner zunehmenden Verbreitung in nahezu allen Lebensbereichen Schritt halten.

Fünf vor zwölf für die DSGVO-Umsetzung

Der Stichtag zur Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) rückt immer näher. Sie wird unter anderem neue Zustimmungsregeln, ein erweitertes europäisches Datenschutzrecht sowie bei Verstößen Geldbußen bis in die Millionen mit sich bringen. Als wichtigsten Punkt der DSGVO sehen Experten die Verstärkung der Schutzmaßnahmen an, die Unternehmen umzusetzen haben. Insbesondere Malware-Schutz, 2-Faktor-Authentifizierung sowie Verschlüsselung heben die Sicherheits-Level auf ein deutlich höheres Niveau.

Noch sind viele Unternehmen nicht auf diese einschneidenden Neuerungen vorbereitet: Gerade Mittelständler fühlen sich mit dem Umfang der neuen Regelungen oftmals überfordert. Und selbst viele Großunternehmen haben noch nicht alle notwendigen Maßnahmen der DSGVO umgesetzt.

Fazit: Der Kampf gegen Cyberangriffe ist eine gesellschaftliche Aufgabe

In der Gesamtbetrachtung ihrer Analysen warnen die ESET-Experten davor, den Schutz von Daten, IT-Systemen, Notebooks und Smartphones nur als Aufgabe von IT-Security-Spezialisten zu betrachten. IT-Security-Schutzmaßnahmen, wie der Einsatz von Antiviren-Software und Firewalls, sind unverzichtbar. ESET-Der Report zeigt nach Ansicht des Erstellers, dass es ist ebenso wichtig ist, das Bewusstsein beim Anwender für die Risiken des Internet- und “Always-on”-Zeitalters zu schärfen.

„Viel erfolgreiche Angriffe wären ins Leere gelaufen, wenn auf Anwenderseite ein stärkeres IT-Security-Know-how und Gefahren-Bewusstsein vorhanden gewesen wäre“, resümiert Thomas Uhlemann. „Die gute Nachricht ist jedoch, dass sich ein Bewusstseinswandel einstellt.“ Dazu haben nach Einschätzung der ESET-Experten nicht zuletzt auch die mediale Berichterstattung über Cyber-Gefahren und der offene Umgang der betroffenen Unternehmen- und Institutionen, wie beispielsweise der Ransomware-Angriff auf das deutsche Lukas Krankenhaus in Neuss oder der Angriff auf den Fußballclub Real Madrid, beigetragen.

Insbesondere die DSGVO wird dafür sorgen, dass die Verstärkung der digitalen Abwehr von Unternehmen es Hackern ungemein schwieriger machen wird. Allein die Verschlüsselung der Daten könnte den Markt an Datendiebstahl austrockenen lassen: Aus chiffrierten Informationen können Kriminelle schlichtweg keinen Profit schlagen.

Anmerkung: Vieles ist dem informierten Beobachter irgendwie intuitiv klar. Ich fand die Ausführungen der Security-Anbieter trotzdem ganz interessant, um eine Idee für die Bedrohungen in 2018 zu bekommen. Aus diesem Grund habe ich die Texte nur leicht bearbeitet hier eingestellt. Auf jeden Fall verspricht das Jahr 2018 für mich als Blogger wieder interessant zu werden.

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1 Response to Security-Trends 2018: Der Preis der vernetzten Welt

  1. Dr. Bernhard sagt:

    So sehr ich ESET mag (jetzt im Kontext gesprochen) ; ESET ist eine von vielen im Privatbereich arbeitende Sicherheitssoftware, die von all den Horror Szenarien ‘lebt’.
    Umso mehr Crime im Netz umso mehr kann das Szenario aufrechterhalten werden.
    Auch ESET hat bisher nicht die Glaskugel für die Zukunft erfunden. Dementsprechend kann sich der Nutzer dies auch selbst zusammen malen, wie “böse” die Zukunft aussehen wird.
    Die Zusammenarbeit mit den Behörden erfordert einen besonderen Blick auf den Datenschutz, sollte auch als Herausforderung der Behörden gesehen werden, dass über schlampiges arbeiten, nicht immer mehr Unschuldige ins Visier geraten könnten.
    Viele Heimnutzer haben bisher noch nicht für sie analysiert, dass der Rechner eben nicht bloß der Spaß-PC ist, womit man in den angeblich “sozialen” (der Begriff dazu ist eigentlich schon verkehrt) Medien sich austauschen kann.
    Diese Gefahr wird auf privater Ebene auch weiterhin für lange Zeit bestehen bleiben und wird in den Medien dann nur für kurze Zeit aktuell sein, wenn wieder einmal eine “schlimme” Zombie-Ransomware von sich aufmerksam macht.

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