SWIFT will Zahlungsfunktionen auf Azure umziehen

Zahlungsabwickler S.W.I.F.T. plant seine Funktionen zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs zwischen Banken auf Microsoft Azure zu übertragen.


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S.W.I.F.T. (oder kurz SWIFT) steht für Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication. Es ist eine 1973 gegründete, in Belgien ansässige Organisation, die den Nachrichten- und Transaktionsverkehr von weltweit mehr als 10.000 Banken über sichere Telekommunikationsnetze (das SWIFT-Netz) standardisiert. Sie ist eine Genossenschaft im Besitz der Banken und dem EU-Recht unterworfen.

Über das Problem der Weitergabe von Daten an US- und europäische Behörden kann man sich im verlinkten Wikipedia-Artikel informieren. Weiterhin möchte ich nur kurz den Artikel US-Druck auf Indiens Datenschutz-Gesetzgebung verlinken, wo es darum geht, dass Daten einer Zahlungsabwicklung innerhalb Indiens in Indien zu verbleiben haben. Damit ist der Kontext umrissen, in dem die folgende Meldung gespiegelt werden sollte.

Im Beitrag Microsoft and SWIFT make Azure cloud native payments a reality gab Microsoft am 21. Oktober 2018 ein neues Projekt bekannt. Microsoft und SWIFT haben auf der Sibos 2018, eine Veranstaltung für Finanzdienstleistungen, ein Cloud Native Proof of Concept (POC) angekündigt. Dieses soll die SWIFT-Infrastruktur hosten und den Cloud Native Payment Transfer auf Microsoft Azure ermöglichen.

Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen daran arbeiten, den zukünftigen Einsatz von SWIFT-Messaging-Lösungen in der Cloud zu erleichtern und einen schnelleren, effizienteren und sichereren Betrieb für Banken, Unternehmen, Servicebüros und andere Akteure des Zahlungsverkehrs zu ermöglichen.

Wie das funktioniert? Microsoft Treasury sendet eine elektronische Überweisung über SAP auf Azure. Diese wird mit Hilfe von Algorithmen des maschinellen Lernens validiert. Nach der Validierung auf Authentizität werden diese Daten dann über die SWIFT-Installation von Microsoft in der Cloud an SWIFT gesendet. SWIFT validiert die Überweisungsanweisungen und schickt sie an die zuständige Bank. Sobald die Bank den Überweisungsauftrag abgeschlossen hat, sendet sie eine Bestätigung an Microsoft. Spannende Frage: Und eine Überweisung in Deutschland, die ja per SWIFT abgewickelt wird, bleibt datenmäßig in Europa? (via)


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5 Antworten zu SWIFT will Zahlungsfunktionen auf Azure umziehen


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  2. Markus sagt:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Hawala
    Basis des internationalen Menschenhandels
    laut Michael Jürgs, Sklavenmarkt Europa (ISBN978-3-442-71350-9

  3. RedOne sagt:

    Microsoft setzt wegen verschiedener Nationaler oder Europäischer Internet- und Datenschutzregelungen auf nationalen Datenverkehr. Nachdem die USA mit dem NSA sehr agressiv und umfassend internationale Daten abgreifen nachvollziehbar.
    Auch europäische Staaten versuchen ihren nationalen Datenverkehr zu schützen.

    Siehe Wikipedia:
    “Auf 2019 plant Microsoft zwei Rechenzentren in den Kantonen Genf und Zürich. Dabei sollen die eidgenössischen Gesetze und Regulationen eingehalten werden.
    Microsoft nennt dabei Finanz- und Gesundheitssektor, den öffentlichen Sektor sowie Nichtregierungsorganisationen als Zielgruppen.”

    Ob diese Ziele erreicht werden, steht wohl nur auf dem Papier.
    Ich wüsste niemanden der wirklich nachprüfen kann, das die Daten im eigenen Land oder in Europa verbleiben.

    • Ralph D. Kärner sagt:

      Zur Not gibt es ja den Cloud Act, auf den die USA zurückgreifen können, nicht wahr? Aus meiner Sicht ist es absolut egal, wo ein Server eines US Unternehmens steht, wenn ich mir das Gesetz so durchlese.

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  5. ralf sagt:

    swift will sich wohl fuer einen weiteren “big brother award” empfehlen?
    https://bigbrotherawards.de/2006/wirtschaft-swift

    so lange der sogenannte “cloud act” nicht rechtssicher ausradiert ist, scheint – in einem fall wie diesem – die nutzung von microsoft azure eigentlich undenkbar, denn swift ist eu-recht unterworfen.

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