Trump Wahlbetrugsseite leaked Wählerdaten

[English]Das Team von noch US-Präsident Donald Trump hat eine Webseite aufsetzen lassen, auf der Leute angeblichen Wahlbetrug melden können. Brandheiße Geschichte, hat unter anderem den Schönheitsfehler, dass die Webseite die Daten von US-Wählern wohl offen legt (leaked).


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Irgendwo gilt der Spruch: Jeder bekommt, was er verdient. Das Team um noch US-Präsident Donald Trump verarscht die Wähler nach Strich und Faden. Anhänger werden mit Mails bombardiert, die um Spenden für die anstehenden Klagen wegen Wahlbetrugs vor US-Gerichten werben. Jetzt lese ich hier, dass ein Großteil (60%) dieser Spenden zur Tilgung von Wahlkampfschulden verwendet werden soll.

Und es gibt eine Webseite, die von den Republikanern aufgesetzt wurde, um Wahlbetrug melden zu können. Dazu wurde die Website DontTouchTheGreenButton.com gerade von der Trump-Kampagne im Zusammenhang mit der kürzlich in Arizona eingereichten Klage wegen „abgelehnter Stimmen“ ins Leben gerufen. Soweit so gut.

Daten von Wählern offen gelegt

Nun berichtet Bleeping Computer hier, dass diese hastig aufgesetzte Webseite quasi eine Datenschleuder ist. Auf der Webseite konnten Nutzer die Daten anderer Wähler einsehen. Zu den Daten gehörten (ist gefixt) der Name des Wählers, seine Adresse und eine eindeutige Kennung. Es sind jedoch Berichte von Benutzern aufgetaucht, die behaupten, die Website habe SQL-Injection-Fehler, die es ermöglichen, den SSN (Sozialversicherungsnummer) und das Geburtsdatum eines Wählers zu ermitteln.

Trump Wahlbetrugsseite und Datenschutz

Denn die Website DontTouchTheGreenButton.com verlangt von den Wählern persönliche Informationen, wie Name und Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum und die letzten 4 Ziffern der Sozialversicherungsnummer (SSN) sowie Antworten auf Multiple-Choice-Fragen. Um die Möglichkeit einzuschränken, Erklärungen nur an die Wähler des Bezirks Maricopa County abzugeben, bietet die Website den Benutzern die Möglichkeit, nach ihrem Namen zu „suchen“ und ihre Adresse automatisch einzugeben.

Da Wählerverzeichnisse öffentliche Informationen sind, ist die Möglichkeit für jedermann, diese Informationen nachschlagen zu können, kaum überraschend. Allerdings sollte eine Webseite keine Verstöße gegen den Datenschutz und die Privatsphäre aufweisen. Einige Benutzer bezeichnen die Webseite als „hastig eingerichtet“ und mit Datenlecks sowie SQL-Injection-Schwachstellen behaftet.

BleepingComputer beobachtete, dass die Daten mit Hilfe der Algolia REST API vom Server abgerufen wurden. Der offengelegte API-Schlüssel und die Anwendungs-ID in der Anfrage könnten es jedem ermöglichen, programmgesteuert Abfragen auszuführen, um die Wählerdaten massenweise vom Dienst abzurufen.

In Bezug auf das Thema Datenschutz behaupten einige Nutzer auf Reddit  ferner, dass die Website den Namen und die Adresse, die sie eingereicht hatten, mit den letzten 4 Ziffern des SSN, die der Nutzer eingegeben hatte, abgleiche und den Teil des SSN enthülle.  Inzwischen ist die API aber wohl entfernt worden, der Abruf ist nicht mehr möglich.


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13 Antworten zu Trump Wahlbetrugsseite leaked Wählerdaten

  1. hindel sagt:

    Wie man einen erkennbar gefährlichen Schwachsinnigen, wie ‚das Trump‘ auch nur in die Nähe von Entscheidungsgewalt für das Gemeinwesen (Staat) lassen kann, erschliesst sich überhaupt gar nicht, nach wie vor. Wie man so was auch noch erneut „wählen“ kann, gleich gar nicht. Selbst für die dümmsten Amis, derer es, wie überall, sehr viele hat, nicht. Was ein degenriertes land…

  2. Herr IngoW sagt:

    Der Datenschutz ist in den USA ja nicht so doll (schon immer), aber das geht dann nun wohl zu weit.
    Naja was der derzeitige Oberindianer in Amerika so absondert, hatte ja noch nie Hand noch Fuß und Beweise für die „Aussagen“ braucht er auch nicht. Hauptsache die dummen folgen im auf „Twitter“ und Co.

    • Dat Bundesferkel sagt:

      „Der Datenschutz ist in den USA ja nicht so doll (schon immer), aber das geht dann nun wohl zu weit.“
      Das kannst Du so nicht pauschalisieren. Solange es die ureigenen Bürger betrifft, ist es sogar äußerst stark. Er gilt halt nicht für „Nicht-Mitglieder“ der elitären Gesellschaft auf diesem Kontinent…

      „Hauptsache die dummen folgen im auf “Twitter” und Co.“
      Ich weiß nicht warum, aber Menschen suchen immer das „Besondere“, wollen als „Underdog“ gelten, sehen fast überall Verschwörungen und Verrat… Holocaust, Corona, Gleichberechtigung etc. pp – die sozialen Medien haben vorrangig eines erreicht: die Spaltung der Gesellschaft. Früher beschränkte sich das immerhin auf das Reichspropaganda-TV und die Print-Medien… Stammtisch natürlich auch, aber da treibt sich heuer eh kein Normalsterblicher mehr herum.

  3. woodpeaker sagt:

    Vor Corona habe ich Respekt, aber vor der neu aufziehenden Pandemie der Dummheit habe ich Angst.

  4. Dat Bundesferkel sagt:

    Dieser Kerl ist so dermaßen erbärmlich. Als Geschäftsmann ist er schon die reinste Seifenblase, in den letzten vier Jahren Präsidentschaft hat er eindrucksvoll demonstriert, wessen Geistes Kind er ist – daß er ein schlechter Verlierer sei, ist da wirklich noch geschmeichelt.

    Vor allem, wenn man bedenkt, daß er noch den obersten Gerichtshof zu seinen Gunsten besetzen konnte und nun nach Spendengelder für Rechtsstreitereien bettelt.

    • Thomas sagt:

      In Wahrheit bettelt er um Geld, um seine Wahlkampfschulden zu bezahlen (~900 Mio $). Seine „Gerichtsspenden“ gehen zu 60% dahin – das kann man irgendwo auf seiner Spendenaufrufseite auch lesen, ist aber wohl sehr versteckt untergebracht.
      Natürlich klammert er am Amt – wenn er am 20.01.2021 das Weiße Haus verlässt, dann stehen da über 30 Staatsanwälte und warten schon auf ihn: 12 Kongressverfahren, 10 Bundesverfahren und 8 Einzelstaatenverfahren… Themen: Steuerhinterziehung, Betrug, Vergewaltigung, sexuelle Belästigung usw.
      Wer will schon gerne vom POTUS zum Blockältesten in Alcatraz mutieren?
      :-)

      • woodpeaker sagt:

        Du vergißt eins:
        Die größte Angst hat er eigentlich vor seinem Hauptgläubiger.
        Die Summe die bei der Deutschen Bank offen ist, ist gewaltig und die können in sein Privatvermögen hineinpfänden.
        Nachdem er ja schon zu Anfang bis Mitte des Jahres die Ratenzahlungen ausgesetzt hat, wird es da langsam eng.
        Wobei ich eine Teilschuld den Bänkern gebe. Die hätten den Kreditrahmen nie so aufblasen dürfen.
        Wer solchen Leuten Geld leiht, mit dem macht man keine Geschäfte.

      • Günter Born sagt:

        I know – heute Morgen beim Frühstückstisch sagte ich noch zu meiner Frau: ‚Hach, Schreiberling müsste man sein, da könnte man jetzt pausenlos schreiben‘ (und gedacht ‚den Pulitzer-Preis einheimsen‘ wäre doch was). Trockene Antwort ‚kannst Du doch‘ – wie immer denkt das Mädel pragmatisch.

        Aber ich habe mir überlegt, ich schule auf Popcorn-Verkäufer um (das Popcorn-machen habe ich als Kind von den Amis, bzw. den Frauen der in Deutschland stationierten Soldaten gelernt). Es wird bestimmt noch lustig, die kommenden Jahre …

  5. Wundernase sagt:

    Würde mich interessieren wie es möglich war während der Auszählung der Stimmen am 3.11.20 das Dominion Voting Systems ein Update machen konnte und das System stundenlang nicht funktionierte. Von aussen sollte es kein zugriff mehr geben auf diese Systeme während der Auszählung.

  6. Anonymous sagt:

    Was kann Trump dafür, dass die beauftragte IT-Firma Scheiße gebaut hat? Warum darf man Hasskommentare über Trump posten und über Biden nicht? Vor 20 Jahren war die Situation für Al Gore sehr ähnlich wie jetzt für Trump – außer das damlas eben Al Gore hier in Deutschland als Unterlegener als legitimer Präsident Elect gefeiert wurde – damals waren eben die Deutschen noch Verschwörungstheoretiker.

    C’mon man!

    • Günter Born sagt:

      Wer schreibt von Trump? Lesen hülfe: Im Text stand ‚das Team von Trump‘ – und ja, die sind für verantwortlich – da beißt die Maus kein Faden ab. Der Rest deiner Replik zu Al Gore ist Schnee von vorgestern.

      Ansonsten wundert mich, wie plötzlich neue Kommentatoren hier aufpoppen, die mit FUD punkten wollen. Ich habe die Beiträge freigeschaltet, aber originär ging es im Artikel um eine Schwachstelle, die bei sauberer Vorgehensweise möglicherweise vermieden worden wäre. Aber es musste ja alles schnell gehen.

      Daher sollten die Kommentierung ab jetzt auch auf diese Thematik abzielen. Was an Kommentaren ab jetzt diesbezüglich zu arg – egal in welche Seite – entgleist, werde ich löschen oder die Kommentarfunktion für den Beitrag deaktivieren. Danke für euer Verständnis.

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