Deaktivierte Windows 10 Experiments blocken Known Issue Rollback (KIR)-Fixes

Windows[English]Benutzer, die aus Datenschutzgründen diverse Telemetriefunktionen, darunter die Funktion Windows Experiments in Windows 10 blockieren, verlieren dadurch zusätzliche Optionen, die das Betriebssystem bietet. Gerade wurde bekannt, dass eine deaktivierte Funktion Windows Experiments auch das ab Windows 10 Version 2004 eingeführte Known Issue Rollback (KIR) blockieren. Konkret können die benötigten Fixes nicht mehr angewandt werden. Hier einige Informationen zu diesem Thema.


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Known Issue Rollback (KIR)

Die Known Issue Rollback (KIR)-Funktion wurde von Microsoft seit Windows 10 Version 2004 eingeführt, um Probleme, die nicht durch sicherheitskritische Updates hervorgerufen werden, automatisch zu beheben. Dabei wird der problematische Fix deaktiviert und der gespeicherte vorherige Code wieder aktiviert, also nicht das gesamte Update deinstalliert.

Die Known Issue Rollback (KIR)-Funktion habe ich im Beitrag Windows 10 2004-20H2: Office Speicher- oder Medienfehler beim Dokument-Öffnen korrigiert beschrieben. Viele Details lassen sich in diesem Microsoft-Beitrag nachlesen. Bisher kam KIR bereits einige Male zum Einsatz, letztmalig, um Performance-Probleme bei Spielen zu beheben (siehe meinen Blog-Beitrag Windows 10: Fix für Grafikprobleme bei Spielen nach April-Update).

KIR erfordert aktives Windows 10 Experiments

Viele Nutzer schwören ja auf O&O Shutup10, um die Telemetriedatenerfassung aus Datenschutzgründen unter Windows 10 abzustellen. Das Tool ist gratis, komfortabel und dreht viele Windows 10-Telemetriefunktionen ab. Allerdings gibt es immer wieder mal Kollateralschäden. Man kann im Suchfeld von O&O Shutup10 nach Exper suchen lassen und bekommt die nachstehende Option angezeigt. Aktiviert man diese, was empfohlen wird, verhindert dies, dass Microsoft ein Windows 10 und damit den Nutzer als Versuchskaninchen für diverse Experimente missbraucht. Eigentlich eine gute Sache, wie ich findet, hat leider einen Haken – die Rechnung wurde ohne Microsoft gemacht.

O&O Shutup10: Experimente mit diesem System durch Microsoft deaktivieren
O&O Shutup10: Experimente mit diesem System durch Microsoft deaktivieren

Nutzer Big_Beetle_Bert ist aufgefallen, dass die Option Experimente mit diesem System durch Microsoft deaktivieren […] sich auch auf KIR auswirkt. Konkret ändert die Option den folgenden Registrierungsschlüssel:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\PolicyManager\current\device\System

Dort wird der DWORD-Wert AllowExperimentation eingetragen und auf 0 gesetzt. Mit diesem Wert blockiert sich der betreffende Benutzer aber die Möglichkeit, dass die Funktion Known Issue Rollback (KIR) die zum Rollback benötigten KIR-Fixes unter Windows 10 (ab Version 2004) anwendet. Nutzer Big_Beetle_Bert hat die Kollegen bei Bleeping Computer informiert, die einen längeren Artikel zum Sachverhalt publiziert haben.

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13 Antworten zu Deaktivierte Windows 10 Experiments blocken Known Issue Rollback (KIR)-Fixes

  1. 1ST1 sagt:

    Naja, ist ja auch logisch. Woher soll Microsoft denn wissen, dass sie bestimmte Fixes auf bestimmte Computer anwenden sollen, wenn dieser keine Telemetriedaten liefert, und damit MS nicht bekannt ist, dass diese Kiste ein bekanntes/lösbares Problem hat?

    Also, Leute, spielt nicht so an den Kisten rum, benutzt die, wie das gedacht ist, und dann kann MS auch Support leisten, wenns mal nötig ist. Telemetrie ist nichts böses, es werden da keine privaten/persönliche Daten übertragen, sondern nur Laufzeitstatistiken des Systems.

    Diese KIR-Funktion muss es übrigens schon seit letztem Jahr geben, still und heimlich, denn bei meinem PC wurde sie offensichtlich im Frühsommer und Herbst letzen Jahres schon auf ein Bluescreen-Problem mit meiner TV-Karte angewendet, selbes Problem unter 2004 und dann unter 20H2 nochmal.

    • Günter Born sagt:

      Moment – ich mag mich ja täuschen. In obigem Beitrag schreibe ich definitiv über den DWORD-Wert AllowExperimentation – ein Nutzer könnte durchaus Telemetrie zulassen – und MS könnte generell festlegen, dass alle Maschinen, die Update x erhalten haben, das Feature abc zurückrollen.

      Zur KIR-Funktion muss es seit letztem Jahr geben: Auch da hatte ich was zu geschrieben. Die ist experimentell seit längerem an Bord, zuerst aber nur für den User-Mode.

    • MOM20xx sagt:

      sorry aber irgendwann gehts zu weit.
      optionale diagnosedaten müssen in windows oder im edge browser aktiv sein, damit der user das edge shopping coupons feature erhält.

    • kj070 sagt:

      Sorry, das mit der Telemetrie ist Schwachsinn – win ich inhouse meine Aufgaben sorgfältig erledige benötige ich nur in Sonderfällen die Telemtrie (ich will sie nicht ganz abschaffen).
      Aber wenn man (trifft nicht nur auf MS zu) das Qualitätsmanagement zudreht und alle Home und Pro User als Testplattform verwendet, wird das notwendig.
      Die Sauberkeit der Programmierung ändert das aber bei weiten nicht!
      Wann kommt endlich die Produkthaftung für Software?
      Wenn das so weiter läuft haben wir bald den globalen Supergau und daran sind mitnichten immer nur die Admins schud (siehe Zeiterverlauf Exchange Hack)

  2. Robert sagt:

    Das Zurückrollen fehlerhafter Update-Bestandteile sind "Experimente mit diesem System durch Microsoft" und nicht etwa "Handschriftendatenweitergabe" oder gar "Inventory Collector"? Wer hätte das ahnen können ;-)

    • Zocker sagt:

      Die Bezeichnung „Experimente mit diesem System durch Microsoft" ist so ziemlich die dämlichste, die man sich dafür ausdenken kann. Da rechnet man doch eher damit, dass man unausgereifte Vorschauupdates bekommt und nicht, dass dadurch Probleme mit bestimmten Updates vorübergehend behoben werden sollen. Beim Ruf von Win10 läuten doch bei jedem die Alarmglocken, wenn er was von Experimenten liest.

  3. micha45 sagt:

    Diese Funktion steht ja standardmäßig auf "zugelassen".
    Wer sich auskennt, der wird selber wissen, ob der Schalter auf grün oder auf rot zu setzen ist. Bei mir steht es auf rot.
    Man muss sich aber deshalb keine Sorgen machen, denn die Fixes werden dann später in einem der kumulativen Updates enthalten sein.

    Wer mit einem Update mal extreme Probleme haben sollte, der kann diesen Schalter ja vorübergehend auf grün umstellen. Dann kommt er in den Genuss von KIR.

    Die Normalo-Nutzer, und die sind sicher in der Mehrheit, werden das nicht kennen und deshalb erhält Microsoft von denen genügend Informationen, um dahingehend aktiv werden zu können.
    Mission erfüllt.^^

    Nur die Wenigsten von diesen Benutzern werden wissen, dass man die Übertragung von Telemetriedaten abklemmen bzw. stark einschränken kann.
    Deshalb sollte auch hier die Mission erfüllt sein.^^

    • Seita sagt:

      Du hast dich mit den Farben leider vertan.
      Rot heißt das sie nicht deaktiviert ist und Grün das die Funktion deaktiviert ist.
      Also Rot=aktiv Grün=deaktivirt (in O&O Shutup10 )
      Um KIR zu bekommen also Schalter auf Rot stellen, nach Updates suchen lassen und neustarten.
      Danach kan man den Schalter wieder auf Grün setzen.
      Gerade gemacht und alles gut.

  4. MOM20xx sagt:

    fernab irgendwelcher hinrverbrannter tuning tools oder dem setzen von registrykeys. wo in der windows gui kann ich dieses verhalten beinflussen?

    • micha45 sagt:

      Telemtriedaten:
      Alle Einstellungen –> Datenschutz –> Diagnose und Feedback

      Experimente:
      Geht nur über Tools von Drittanbietern, via Registry oder Gruppenrichtlinien (GPO).
      Über GPO geht es nur bei Verwendung ab Windows 10 Pro und höher.
      Bei Verwendung von Windows 10 Home geht es offiziell nicht über die GPO. Da muss man ggf. tricksen und sich die GPO manuell installieren. Was aber zu Problemen führen kann und grundsätzlich eine Verletzung des Urheberrechts darstellt.

      Ich würde grundsätzlich niemanden Unerfahrenen dazu raten, an diesen Einstellungen herumzufummeln. Das kann über kurz oder lang zu Problemen im System führen.
      Die Übertragung von Diagnosedaten ist nichts Schlimmes. Ganz im Gegenteil, sie hilft den Entwicklern Fehler zu finden und die Produkte zu verbessern.

      Zum Thema Datenschutz, Datensicherheit und Schutz der Privatsphäre gehört ein Gesamtkonzept.
      Es bringt nichts, dem System alle Türen vor der Nase zuzuknallen, aber andere im System installierte Anwendungen fleißig "nachhause telefonieren" dürfen.
      Und das tun die meisten Anwendungen, ganz vorne sind da Spiele, die über Streamingdienste ausgeführt werden.

      • Seita sagt:

        Dafür nutze ich privat die " Windows 10 Firewall Control ".
        Ist ein GUI/Verwaltungstool für die Windows eigene Firewall.
        Also keine zusätzliche Firewall.
        Einfach zu bedienen ohne lange in Windows selbst suchen zu müssen.
        Die Free Version ist etwas eingeschränkt ( kein Zugriff auf Systemanwendungen) aber das macht nichts.
        Hab mich schon oft gewundert welche Programme aufs Inet zugreifen wollen, obwohl ich das in den Programmen eigentlich deaktiviert hatte.
        Einfach mal suchen und lesen.

      • MOM20xx sagt:

        genau das meinte ich. für experimente wäre mir nichts bekannt über die gui. somit existiert es erstmal nicht für mich.

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