Konflikt zwischen LibreOffice und gpg4win

Wer das Verschlüsselungspaket gpg4win für Windows zur E-Mail-Verschlüsselung nutzt, bekommt wohl Probleme mit der Büro-Suite LibreOffice. Dies ist jedenfalls die Information, die mir von einem Blog-Leser zuging. Ich stelle mal die betreffenden Informationen hier ein.


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Blog-Leser Z. A. hat mich Freitag per E-Mail über eine unschöne Beobachtung informiert, die er mit LibreOffice gemacht hat. Er wechselte zur Büro-Suite LibreOffice, da Microsoft seine (MS Office-) Lizenzen nach einem Hardware-Wechsel nicht mehr akzeptierte. Der Leser schreibt.

Konflikt LibreOffice und gpg4win

Lange schon setze ich gpg4win ein.

Hier fällt mir auf, dass bei jedem Aufruf von LO Writer oder Calc 5 Dateien mit dem Namen gpgme-xxxx in das Temp Verzeichnis geschrieben werden.

Ob sich daraus ein Sicherheitsproblem ergeben kann weiss ich nicht. Es ist aber zumindest recht lästig, diese Dateien, weil sie im Verzeichnis bleiben, immer wieder zu löschen.

Die Entwickler von LO schieben die Ursache ohne weitere Erläuterung auf gpg4win.

Die Entwickler von gpg4win kennen das Thema nicht.

Die letzten zwei Sätze beschreiben mal wieder perfekt die Situation, in der sich so manchen Anwender ungewollt wiederfindet, wenn er plötzlich zwischen allen Stühlen sitzt. Der Blog-Leser schreibt in seiner Mail: Hat vielleicht einer Ihrer Leser Sie schon mal in derselben Sache angeschrieben und vielleicht sogar einen Weg beschrieben, wie das abgestellt werden kann?

Büro-Suite LibreOffice

LibreOffice ist eine freie Zusammenstellung typischer Standardsoftware für Bürotätigkeiten (Office-Paket), die sich Ende 2010 vom Office-Paket OpenOffice.org abgespaltet hat – weil Oracle das Projekt übernommen und gegen die Wand gefahren hatte (siehe OpenOffice.org am Ende? und Gibt Oracle OpenOffice.org frei?). LibreOffice wird seit dieser Zeit unabhängig weiterentwickelt.  Zu LibreOffice gehören Programme für Textverarbeitung (Writer), Tabellenkalkulation (Calc), Präsentation (Impress) und zum Erstellen von Zeichnungen (Draw). Ein Datenbankmanagementsystem (Base) und ein Formeleditor (Math) sind ebenfalls enthalten. Die Office-Suite ist neben der Desktop-Varianten für Linux, Windows und MacOS auch für Android und iOS verfügbar.

Was ist Gpg4win?

Gpg4win (GNU Privacy Guard for Windows) ist ein Installationspaket für Windows zur E-Mail- und Datei-Verschlüsselung. Das Paket wurde 2006 vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Auftrag gegeben. Die Umsetzung erfolgte durch die Unternehmen Intevation GmbH, g10 Code GmbH und KDAB GmbH & Co. KG. Gpg4win selbst und die in Gpg4win enthaltenen Komponenten sind freie Software und Gpg4win ermöglicht das einfache und kostenfreie Ver- und Entschlüsseln von E-Mails, Dateien und Datei-Ordnern. Ebenso kann mittels digitaler Signaturen die Integrität und die Authentizität der verschlüsselten E-Mails und Dateien überprüft werden. Das Paket besteht aus verschiedenen Programmkomponenten und einem Handbuch.


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5 Antworten zu Konflikt zwischen LibreOffice und gpg4win

  1. Karel sagt:

    Ich nutze GPG4Win fest installiert, LibreOffice allerdings in der portablen Fassung von PortableApps. Keinerlei Probleme. Ist aber sicherlich nur begrenzt vergleichbar, da die portable Installation ja genau darauf optimiert ist, keine Spuren auf dem System zu hinterlassen. Vielleicht nutzt das aber als Work-Around?
    Evtl. würde ich das Problem nochmal auf der GnuPG-Users-Mailingliste (lists.gnupg.org) vorstellen. Ist dort zwar leicht OT, aber dort scheinen wesentlich mehr Beiträge und Leser zu sein, als bei GPG4Win.

  2. Karel sagt:

    Nachtrag: vielleicht mal mit den Sysinternals-Tools überwachen, welche Software die Dateien tatsächlich schreibt und darauf zugreift. Dann hätte man den Schuldigen. Naheliegende Annahme sind bei den Angaben des Lesers eigentlich schon die LibreOffice-Programme, deren Entwickler das ja von sich weisen.

  3. Ralf Lindemann sagt:

    Der Zusammenhang dürfte hier lokalisiert sein:

    https://curius.de/2018/02/libreoffice-6-verschluesselt-und-signiert-mit-gnupg/

    Demnach hat man seit LibreOffice 6 die Möglichkeit, direkt aus LibreOffice heraus „Dateien mit GnuPG zu signieren und zu verschlüsseln. (…) LibreOffice verfügt dabei über keine eigene GnuPG Implementierung, sondern greift auf die entsprechenden Systemkomponenten zurück."

    So gesehen würde mich es erst einmal nicht überraschen, wenn beim Start von LibreOffice im Temp-Verzeichnis entsprechenden Dateien auftauchen, die auf die installierte „Systemkomponente" verweisen. Ist aber nur Theorie. Aus der Praxis kann nichts beisteuern, weil ich gpg4win nicht installiert habe.

    Zur Frage, wie man das Abschalten kann:

    Ich würde die Frage enger fassen: Kann man irgendwo in den Tiefen der LibreOffice-Einstellungen den Zugriff auf gpg4win zum Signieren und Verschlüsseln von Dateien deaktivieren?

    • Patrick sagt:

      In LibreOffice kann man unter Optionen – Benutzerdaten die OpenPGP-Schlüssel für eine digitale Signatur und zur Verschlüsselung eintragen. "Nicht verschlüsseln" dürfte die Standardeinstellung sein.

  4. Z sagt:

    Ich nutze in LO die Funktion verschlüsseln und signieren, und auch dafür ist güg4win installiert. Also ein Deaktivieren der Funktion ist keine Option. Ich kenne mich mit den von Karel vorgeschlagenen sysinternals nicht aus. Habe deshalb als schnellsten Weg LO portable versucht. Ergebnis in der Portable Version:
    Signieren und Verschlüsseln mit den gpg4win Schlüsseln funktioniert.
    Es werden 2 gpgme-Dateien angelegt und beim Beenden sofort wieder gelöscht.
    Scheint ein "Fehler"? bei LO in der Installationsversion zu sein.
    Danke für die Hinweise, mit der Portable Version kann ich gut arbeiten, zumal eine Übernahme der Settings möglich war.
    Danke auch an Herrn Born, der meine Frage hier veröffentlicht hat und zu einer gangbaren Lösung half.

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