DropBox und OneDrive für Business: Ende des unlimitierten Speichers

Die Zeiten, an denen Anbieter ihren Nutzern unbegrenzten Speicherplatz in der Cloud bereitstellten, neigt sich wohl dem Ende zu. Kürzlich las ich, dass Dropbox diese Option in seinem Angebot streicht. Und auch Microsoft bietet bei OneDrive for Business keinen unbegrenzten Onlinespeicher mehr an.


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DropBox begrenzt unlimitiertes Speichervolumen

Ende von "DropBox Advanced": Der Anbieter hat diese Leistung wohl eingestellt, wie aus diesem Blog-Beitrag hervorgeht (via).  Das Angebot Dropbox Advanced sei mal für Unternehmen entwickelt worden, damit sie sich keine Gedanken über die Skalierung des Speichers machen müssen, wenn ihre Teams wachsen. Bei diesem Plan hatten die Teams Zugriff auf so viel Speicherplatz, wie sie benötigten. Das wurde zusammen mit ausgefeilten Verwaltungs-, Prüfungs-, Sicherheits- und Integrationsfunktionen kombiniert.

Dropbox war sich zwar klar, dass eine Richtlinie "so viel Speicherplatz wie nötig" zu einer ungleichmäßigen Nutzung führen würde, da Unternehmen unterschiedliche Speicheranforderungen haben – und das ist in Ordnung. Im Laufe der Zeit haben die Leute von Dropbox jedoch festgestellt, dass immer mehr Kunden Advanced-Abonnements nicht für den Betrieb eines Unternehmens oder einer Organisation, sondern für Zwecke wie Krypto- und Chia-Mining, die Zusammenlegung von Speicherplatz durch unabhängige Personen für persönliche Zwecke oder sogar für den Weiterverkauf von Speicherplatz erwerben.

In den letzten Monaten will Dropbox einen Anstieg dieses Verhaltens beobachtet haben, auch nachdem andere Dienste ähnliche Richtlinienänderungen vorgenommen haben. Es gab also eine Abwanderung von anderen Speicherplatzanbietern. Dropbox hat festgestellt, dass solche Kunden häufig tausendmal mehr Speicherplatz verbrauchen als die echten Geschäftskunden. Das könne zu einer unzuverlässigen Erfahrung für alle unsere Kunden führen, schreibt Dropbox.

Wichtig sei, dass die Dropbox Richtlinie für Advanced schon immer darin bestand, nur so viel Speicherplatz zur Verfügung zu stellen, wie für den Betrieb eines legitimen Unternehmens oder einer Organisation erforderlich ist, und nicht, unbegrenzten Speicherplatz für jeden Anwendungsfall bereitzustellen. Die missbräuchliche Nutzung sei zwar verboten (es gibt eine umfangreiche Liste mit nicht akzeptablem Benutzerverhalten. Dropbox sieht solche Vorgaben aber schwer umsetzbar und begrenzt nun den Speicherplatz.

  • Kunden, die einen Dropbox Advanced-Tarif mit drei aktiven Lizenzen erwerben, erhalten 15 TB Speicherplatz, der vom Team gemeinsam genutzt werden kann. Das sei genug Platz, um etwa 100 Millionen Dokumente, 4 Millionen Fotos oder 7500 Stunden HD-Video zu speichern, heißt es. Für jede weitere aktive Lizenz erhalten Kunden 5 TB Speicherplatz.
  • Kunden, die weniger als 35 TB Speicherplatz pro Lizenz nutzen – das sind 99 % der Advanced-Kunden – können die Gesamtmenge an Speicherplatz, die ihr Team zum Zeitpunkt der Benachrichtigung nutzt, sowie ein zusätzliches Guthaben von 5 TB an gepooltem Speicherplatz fünf Jahre lang ohne zusätzliche Kosten für ihren bestehenden Plan behalten.

Die unter 1 % der Kunden, die 35 TB oder mehr Speicherplatz pro Lizenz nutzen, können sich an Dropbox wenden. Um diesen Kunden den Übergang zu erleichtern, können diese ihre aktuelle Speichermenge zum Zeitpunkt der Benachrichtigung weiter nutzen und erhalten zusätzlich 5 TB Guthaben an gepooltem Speicher für ein Jahr (bis zu 1.000 TB insgesamt), ohne zusätzliche Kosten für Ihren bestehenden Plan. Das Dropbox Team wird sich in den kommenden Wochen mit diesen Kunden in Verbindung setzen, um eine Reihe von Optionen zu besprechen, wie sie den für die Unternehmen oder Organisation benötigten Speicherplatz erhalten können.

Für Kunden, die zusätzlichen Speicherplatz benötigen, werden ab dem 18. September für Neukunden und ab dem 1. November für Bestandskunden Speichererweiterungen mit 1 TB für 10 US-Dollar/Monat (bei monatlichem Kauf) bzw. 8 US-Dollar/Monat (bei jährlichem Kauf) erhältlich sein.

Am 1. November 2023 beginnt Dropbox mit der schrittweisen Umstellung der bestehenden Kunden auf die neue Richtlinie. Kunden brauchen noch nichts zu tun, da sie mindestens 30 Tage vor dem geplanten Umstellungsdatum benachrichtigt werden.

OneDrive for Business Speicherplatz reduziert

Martin Geuß ist bei Techradar darauf gestoßen, dass Microsoft wohl heimlich sein OneDrive for Busines (Plan 2) gestrichen hat und nicht mehr anbietet. Neue Benutzer werden nun standardmäßig im Speicherplatz auf 1 TB begrenzt. OneDrive for Business (Plan 2) war bei großen Unternehmen beliebt, die eine unbegrenzte Speicherkapazität benötigten, um beispielsweise eine zahllose und wachsende Anzahl von Mediendateien wie Videos oder Kunstwerke zu verwalten, heißt es bei Techradar.


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Als eines der besten Angebote für unbegrenzten Speicherplatz auf dem Markt, sei es für etwa 10 US-Dollar pro Benutzer und Monat (ohne Steuern) auf dem US-Markt erhältlich gewesen, schreibt Techradar. Laut Archive.org scheint Microsoft diese Option jedoch irgendwann zwischen dem 28. Juli und dem 14. Juli für neue Kunden komplett abgeschafft zu haben. Neue Nutzer können nur noch OneDrive for Business (Plan 1) nutzen, wobei dann der Speicherplatz standardmäßig auf 1 TB pro Benutzer begrenzt ist. Der Wert kann aber je nach Anzahl der Benutzer im Plan auf 5 TB ansteigen. Die Zeit des unlimitierten Cloud-Speichers geht aber wohl dem Ende entgegen.


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9 Antworten zu DropBox und OneDrive für Business: Ende des unlimitierten Speichers

  1. Luzifer sagt:

    Ist halt ne Mischkalkulation die in die Hosen ging, weil es ein paar faule Eier gibt die das gnadenlos ausgenutzt haben… ist halt kein Paradies für "uploader" um ihre illegalen Sachen zwischenzulagern.

    • Kai sagt:

      Faules Ei trifft mindestens zu 50% auch den Anbieter, der damit lange Zeit geworben hat. Da war 'gnadenlos ausnutzen' OK und geduldet, um zu wachsen / neue Kunden zu bekommen.

      • Luzifer sagt:

        naja für Krypto, Weiterverkauft etc. war es definitiv nicht gedacht und angeboten! Ist aber doch überall so: hab in der Firma früher auch die Raucherpausen frei gelassen, bei 1 -2 min für ne Zigarette hatte ich nix dagegen, dann wurden bei einigen schnell mal 15 min +, tja jetzt dürfen die Raucher ihre Pausen stempeln, selbst Schuld!
        Früher hat man die Paar "faulen Eier" ins Büro gerufen ermahnt und evtl. bei Wiederholungstätern abgemahnt und gut war. Heute klagen diese Wichte dann noch… kostet Zeit Nerven und Geld, also trifft es eben alle!

  2. Anonymous sagt:

    Anfixen und abzocken. Der Klassiker. Selber schuld, wer in der IT immer wieder darauf reinfällt.

  3. Das_K sagt:

    Die Nutzer sind "angefixt" (also abhängig gemacht) und jetzt wird abkassiert…

    • Das_K sagt:

      @Günter: Irgendwie kann man Kommentare nicht mehr nachträglich editieren.

      Wollte noch zu "… und jetzt wird erst reduziert und dann abkassiert…" ergänzen.

      • Günter Born sagt:

        Muss ich mir anschauen – das Plugin wurde die Tage aktualisiert, hat dabei meinen Blog auf's Kreuz geworfen und dann musste ich das Plugin löschen, um überhaupt wieder arbeiten zu können. Es gab zwar ein Update – aber möglicherweise ist was schief gegangen.

        Ergänzung: Ich habe das Plugin gelöscht und neu installieren lassen. Es sollte eigentlich funktionieren – ich konnte bei einem Test den Kommentar editieren (sollte für 20 Minuten möglich sein).

  4. Pau1 sagt:

    Das ist das alte Problem mit den Commons.
    Das funktioniert immer nur kurze Zeit zum Vorteil für alle, bis einige wenige zuviel für davom sich abziehen.
    Ich hatte mich gewundert, das Google unbegrenzte email anbot. A00⁰Zu einem 1. April gab es sogar ein RfC wie man diesen Speicher als Filesystem einbinden könnte.
    Da hat es was auch nicht gestört, das man keine weiteren Möglichkeiten hatte wie Weiterleitung.
    aber neuerdings ist ganz plötzlich Ende.

    Und nicht vergessen:
    Wenn etwas kostenlos ist, bist Du nicht der Kunde sondern Du bist die Ware.

  5. Wetterchen sagt:

    Ein bedauerlicher Trend den Google ins Rollen gebracht hat.
    Bei Dropbox kommt man nicht drum sich zu wundern wieso sie sich nicht schon sofort nach den Google Schritt darum gekümmert haben anstatt die Meute mit ihren Geld erstmal auf ihre Plattform zu lassen.
    Bis dahin war es für die Nutzer dieser Tarife jederzeit möglich größere TB Mengen an Speicherplatz anzufragen und es gab keine Einschränkungen!
    Das jetzt durch das Wechselpublikum von Google allein damit zu begründen den Dienst einzuschränken halte ich für ne faule Ausrede.

    Aber gut, dann gehen halt einige PT an Daten verloren. Bin gespannt ob man davon irgendwo dann die Auswirkungen sehen kann.

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