Windows 10: Die Update-Problemzonen

Mit seinen kumulativen Updates bzw. deren Größen tut Microsoft sich keinen Gefallen. Da gibt es einige Problemzonen, die ich in einem kleinen Abriss mal aufspieße. Mit dabei ein kleiner Fundsplitter, der hautnah die Probleme in Firmen und bei Privatleuten mit Windows 10 Updates beschreibt.


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Ich glaube, so gut wie jeder Windows 10-Nutzer stöhnt inzwischen über die kumulativen Updates, die monatlich von den Maschinen aus dem Internet gezogen werden. Hier mal drei Felder, wo es nach meinen Beobachtungen hakt.

Das Qualitätsproblem

Stehen kumulative Updates an, beginnt so mancher Zeitgenossen zu zittern, ob die Maschine im Anschluss noch lebt. Durch das Auto-Update kann man in nicht per WSUS verwalteten Umgebungen nicht allzu viel machen (es sei denn, man legt den Windows Update-Dienst still und sucht manuell nach Updates).

Und wenn Treiber-Updates oder kumulative Updates scheitern, hängt der Anwender häufig genug in einer Endlos-Update-Installationsschleife. Bei jedem Patchday kann ich an der sprunghaften Zunahme der Besucherzahlen sehen, wenn mal wieder etwas schief gelaufen ist. Zahlreiche Blog-Beiträge und die Wikis befassen sich mit Problemlösungen für Update-Fehler (siehe Links am Artikelende).

Das Bandbreitenproblem

Die Nutzer haben während des Downloads, speziell bei schmalen Bandbreiten beim Internet-Zugang, noch ein weiteres Problem. Solange das Update gezogen wird, geht mit anderen Geräten innerhalb des Netzwerks bei Internetzugriffen nichts mehr. Ich hatte das im Artikel Windows 10: Updates belegen ganze Netzwerkbandbreite angerissen und eine mögliche Lösung skizziert. Aber die funktioniert nach meiner Erfahrung mehr schlecht als recht.

Das Mengenproblem

Ich glaube, so gut wie jeder Windows 10-Nutzer stöhnt über die fetten kumulativen Updates, die monatlich von den Maschinen aus dem Internet gesaugt werden. Und bei Feature-Upgrades wird es ganz schlimm – da wird quasi das gesamte Windows aktualisiert.

Dass Maschinen wegen ungenügend freiem Speicher auf dem Systemlaufwerk keine Updates mehr beziehen, ist nur noch eine Fußnote. Die fetten Update-Pakete verursachen noch ein anderes Problem. Das zehrt, speziell, wenn Leute auf Mobilfunkverbindungen angewiesen sind, an den von den Providern zugestandenen Volumen. Wie das in der Praxis ausschaut, hat jemand in einem Forenbeitrag mal plastisch ausgemalt.

Verdammte Fresse, nicht nur das wir als Firma an einer 2 MBit-Leitung hängen, die Laptops unserer Techniker und Vertriebsleute wollen ständig Update und Win10 nachladen, unsere Online-Druckerei ist im Moment faktisch tot.

Diejenigen, die eine Internetkarte im Laptop stecken haben sind nach ein paar Minuten vom Internet weg, Volumen aufgebraucht.

Tja, ich sage nur “Windows as a service” – und wenn ich mir so anschaue, wo künftig die Wachstumsraten her kommen sollen – nämlich in Asien und weiteren, allgemein als Dritte Welt bezeichneten, Gebieten, wo keine schnelle Internetverbindung existiert – dann hat Microsoft ein echtes Problem. “Windows as a service” ist in meinen Augen gescheitert und Microsoft schaufelt sich gerade das eigene Grab. Jetzt rächt es sich, dass die Entwickler mit schneller Breitband-Internetanbindung und direktem Zugang zu den Update-Servern hängen. Oder wie seht ihr das? Wie sind eure Erfahrungen diesbezüglich?

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14 Kommentare zu Windows 10: Die Update-Problemzonen

  1. Ingo sagt:

    Ob das Update nun kumulativ ist oder nicht macht ja an sich keinen Unterschied für die Frage, ob das System hinterher noch lebt. Diejenigen, die ständig bei den Patch-Days wieder Probleme haben (sind oft wieder die gleichen Leute), hätten diese genauso auch, wenn es einzelne Patches gäbe.

    Dass das mit den großen Datenmengen ein Problem ist, hat Microsoft zum Glück ja auch schon eingesehen und für die kommende Build Abhilfe versprochen. Ob das nur für die Build-Upgrades oder auch für danach kommende, kumulative Updates gilt, wird sich zeigen.

    Und wer als Firma das Pech hat, an einer 2 Mbit Leitung zu hängen, kann ja immer noch einen WSUS betreiben und somit den ganzen Krams halt einmal runterladen.

  2. Gaga sagt:

    Kenne das Problem von meinem Surface (Windows 10 ab Werk) mit nur W-Lan Verbindung. Außerdem hatte ich, wie viele andere auch (egal ob Surface, Notebook oder Desktop) schon das Problem, das nach Updates Treiber nicht mehr richtig funktionierten.

    Das ist nicht nur lästig, sondern kostet auch Zeit und Geld. Langsam aber sicher habe ich einfach keine Lust mehr ständig hinter irgendwelchen Treibern nachzulaufen oder alle möglichen „Datenschutzeinstellungen“ (wobei die Bezeichnung „Datenschutz“ ein schlechter Witz ist) zu überprüfen. Das Surface dient in Zukunft nur noch als Testgerät bezüglich Kompatibilität von Anwendungen (Auflösung, DPI Skalierung…). Unsere Produktivgeräte bleiben auf Windows 7. Der Desktop unseres Juniors (Zocker Kiste) bleibt auf 8.1 mit manuellen Patches. Fertig!
    Da wir auf unseren Kiste sehr viel mit VMware arbeiten und täglich ein Veeam Backup auf die Storage läuft, können wir da zum Glück immer wieder auf einen brauchbaren Stand zurück, wenn was schief gelaufen sein sollte.

    Wenn ich mir so, diesen Blog sei Dank (positiv gemeint 😉 !), die vielen Probleme mit Windows 10 durchlese, dann dreht es mir den Magen um. Würde ich all die Tipps und Tricks, um Windows 10 still zu bekommen und die vielen anderen Optimierungen so durchführen, wie es in den Wiki und anderen Beiträgen steht, bräuchte ich Tage dafür! Aber irgendwann kommt das nächste Update/Upgrade, und dann!? Alles auf Anfang, fertig und auf ein Neues!? Nee, wirklich nicht! Mir persönlich ist die ganze Fummelei einfach zu blöd geworden, ich habe wichtigeres zu tun.

    Das ganze betreibe ich solange wie es irgendwie geht, dann sehe ich weiter oder gehe in den Ruhestand 🙂

  3. Tim sagt:

    „nämlich in Asien und weiteren, allgemein als Dritte Welt bezeichneten, Gebieten, wo keine schnelle Internetverbindung existiert“

    Na ja… In solchen Ländern wird aber Ruckzuck ein Kabel nach Wäscheleinenprinzip verlegt, wenn es ein Standort benötigt… hierzulande undenkbar!

    Es gibt durchaus sogenannte Dritte Welt Länder, die in Sachen Internetdienstleistung durchaus führend sind… und billig Arbeitskräfte gibts obendrauf! Die brauchen dann auch entsprechend dicke Leitungen…

    Gibts nicht sogar die größte Singlebörse Weltweit in Indien? Erklärt sich ja auch von selbst… bei der Bevölkerungs- und Wachstumsrate ;). Diese Menschen stehen ja auch nicht auf der roten Liste, wie wir armen Deutschen, die so langsam aussterben *lach*.

    Zu den dritte Welt Internetländern gehört je nach Sichtweise eher Deutschland. Schon unsere direkten Nachbarn sind teilweise weiter…

  4. Du Sprichst mir echt aus der Seele, wenn es nicht manchmal so Lustig ulkig wäre, da laufen die Rechner mal halbwegs gut und Stabil und dann kommt wieder so ein Ultimatives Microsoft Update was alles über den Haufen wirft.
    Ich bin Mittlerweile so an gekotzt und genervt von Microsoft mit seinem Windows das ich schon einige Rechner auf Linux umgerüstet habe.
    Da bekommen wir zwar kein Live Support für diverse Anwendungen aber das ist mir so was von Sau egal, lieber setze ich mich mit solchen Problemen auseinander als und versuche es mit Linux hinzubiegen als das ich mich mit dem Scheiß Windows länger herumärgern muss.

    Ich war ja in den Letzten 18 Monaten relativ überzeugt von der Windows 10 Idee, aber so langsam sollte es auch Microsoft kapieren das der Service irgendwo nicht Stimmt, wieso es nicht funktioniert keine Ahnung, vielleicht werden die Updates vorher nicht richtig überprüft, es ist mir aber auch egal.
    Ich hab mir aber jetzt geschworen beim nächsten Problem was nach einem Update entsteht bei Microsoft Deutschland anzurufen und dann sollen die den kram in Ordnung bringen und ich mach mir mal so richtig Luft.

    • Potrimpo sagt:

      An sich würde ich Dir zustimmen – kann es aber nicht wirklich. Persönlich habe ich schon an die 100 Rechner (privat) auf W10 umgestellt. Probleme hat es in zwei Fällen mit einem WLAN-Treiber gegeben. Die übrigen Probleme, auf die wir gestoßen sind waren ausschließlich! auf Security-Software von Drittanbietern und „Tuning“/“Antispy“-Tools zurückzuführen. Nur in diesen Fällen waren auch z.B. mal die Privatsphäre-Einstellungen hin (OO ShutUp war dort neben CCleaner – mit 1-Click – installiert), das Startmenü funktionierte nicht (hier war es regelmäßig Kaspersky/Avast). Bei den übrigen Systemen kam es sinnigerweise zu keinen Problemen.

      Soll aber nicht heißen, dass es derartige Probleme nicht gäbe, aber hier sind diese Dinge in keiner Weise aufgelaufen.

  5. Nobody Private sagt:

    Der Ansatz eines kompletten Updatepakets ist nicht verkehrt, in der Mainframe-Ecke ist das schon etwas länger so. Wer will spielt alles auf einmal ein, wer nicht, halt nur das was für nötig erachtet wird. Es gibt Abhängigkeiten so dass der eine oder andere Fix erst dann reingeht wenn die Voraussetzungen geschaffen sind.
    Was definitiv für mich nicht sein darf ist ein Automatismus der Fixe immer wieder einspielen will die nicht passen/funktionieren.

  6. Marc sagt:

    Kenne das Problem in der Firma mit diesen über 950 MB grossen KB’s.

    Die Clients hängen am WSUS und sobald eine solche Grösse im WSUS auftaucht, lad ich das KB schon direkt aus dem UpdateCatalog.
    Lasse die Clients es also gar nicht erst ziehen.

    Vin momentan an einer Lösung am basteln, die Installation per Startskript laufen zu lassen, bevor ich mit USB Stick die Clients der Firma und Kunden ablaufen muss (like Turnschuhadmin = kein Bock drauf).

    Ansonsten hab ich keine negativen Erfahrungen erfahren dürfen mit Win10 Updates und WSUS.

    Habe allerdings die SoftwareDistribution als VHD auf jedem Client und Server eingebunden und lösche die auch regelmäßig.

  7. Remo sagt:

    Solange in der Teppichetage von M$ vollmundige Ankündigungen auf die Benutzerwelt losgelassen werden, welche nicht mal ansatzweise eine Qualitätsprüfung durchlaufen haben, wird sich daran wohl nichts ändern. Die monatlichen Schweissausbrüche sprechen eine eigene Sprache.
    Der Fisch stinkt immer am Kopf zuerst. Der gute Herr Nadella hat lediglich sein Hauptaugenmerk darauf, dass ihn seine Geldgeber nicht absägen .. ritze-ratze .. ritze-ratze. Die ganze Bande an Marketieren tut ihr Übriges dafür, dass wir alle zufrieden (hüstel) sind.
    Es ist halt einfach nicht damit getan, dass neue Funktionen und andere Kinkerlitzchen auf ihrer bevorzugten Plattform, dem Hellraumprojektor, perfekt funktionieren.

  8. Christian sagt:

    Kann den Beitrag nur voll unterstützen… ich habe viele Kunden, die zudem Ihren Rechner nicht oft anhaben und zusätzlich noch ne magere 6MBit Leitung haben. Da ist neben den vielen anderen Updates für Virenscanner usw. erstmal Ende und die Leitung faktisch tot. Wenn das GSerät dann noch nur 1-2 mal die Woche für ne halbe Stunde/Stunde läuft, summieren sich die „patchdays“ völlig. Klar, das System wird immer größer und „anspruchsvoller“, daher wohl auch die Masse an updates, jedoch ist es z.B. bei Windows 7 noch übersichtlicher (wobei auch schon einiges an MB zusammen kommt).

    …und dann noch 2 mal im Jahr die großen Updates, die faktisch ein Windows 10.1.1 10.1.2….. usw werden…. Geändert hat sich somit nichts, es ist teilweise ein neues Windows, nur eben die gleiche Zahl geblieben…..

    • Potrimpo sagt:

      Der Patchday ist ja (bis auf den jetzigen Fall) 1 mal im Monat und das kumulativ, sprich es werden eben nicht wie bei W7/8/8.1 die Updates „gesammelt“. Hinzu kommen lediglich Updates für den Defender und Flash (+ggf. Treiber-Updates). Insoweit summieren sich die Updates eben nicht.

      • Günter Born sagt:

        In der Theorie sollte das stimmen. Bei meinen Testmaschinen, die immer mal wieder sporadisch gebootet werden, fällt mir auf, dass die plötzlich mehrere kumulative Updates ziehen müssen. Möglicherweise, weil ein Update bereits begonnen, dann aber wegen des Ruhezustands beim Download unterbrochen wurde.

  9. André sagt:

    Windows Update ist aber so intelligent und lädt nur die Teile des neuen Kumulativen Updates herunter die neu (gegenüber dem alten Kumulativen Update) sind.

    • Günter Born sagt:

      Stimmt, und die Optimierung der Download-Größe ab dem Creators Update reduziert weiter. Man wird abwarten müssen – gefühlt sind hier die Update-Größen aber immer noch „fett“ (mit 6 MB Leitung merke ich das) – nicht zu vergessen, die Updates für das App-Geraffel und den Rest aus dem MS-Universum (Office & Co.).

      Die Entwickler optimieren ja nicht aus Jux und Dollerei und treiben so Spielchen wie P2P-Download, Umstellung des Updates auf Delta-Files etc. – oder irre ich mich?

      Und die Häufigkeit, mit der Windows 10-Nutzer im Feld – aus welchen Gründen auch immer, das Betriebssystem zurücksetzen müssen, tun ein Übriges.

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