Windows 8: Microsoft über Scalierung von Bildschirmen und Touchscreen-Bedienung

Vor einigen Tagen hat Microsoft Chef Steven Sinofsky einen längeren Blog-Beitrag Scaling to different screens mit Zusatzinformationen veröffentlicht. Dort beschreibt Sinofsky, warum Microsoft von Fenstern weg und hin zur Metro-Oberfläche geht. Zudem gibt es einen Beitrag, der sich mit Touchscreen-Bedienung befasst.


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Fenster ade

Microsoft strebt beim kommenden Windows 8 an, dass dieses Betriebssystem auf verschiedenen Geräten, vom Tablet PC bis hin zu Desktop-Systemen mit 27-Zoll-Bildschirmen läuft.

(Quelle: Microsoft)

Sinofsky führt an, dass auf 3/4 aller verkauften PC Anwendungen im Vollbildmodus ausgeführt werden. Er argumentiert auch, dass der Rest der Anwendungen in Fenstern läuft, weil die Programme große Displays nicht unterstützen. Microsoft versteigt sich allerdings auch zur Aussage, dass nur 1% der Geräte mit einer Bildschirmauflösung von 1024 x 600 arbeitet und extrem wenige Geräte nicht für die Metro-Mindestauflösung von 1024 x 768 Pixel verfügbar seien. Allerdings habe ich meine Zweifel, da das Groß der Netbooks in den vergangenen Jahren mit 1024 x 600 Pixel Auflösung ausgeliefert wurde. Auch viele Tablet PCs kommen mit dieser Auflösung.

Microsofts Chef argumentiert, dass mit den 1024 x 768 Pixel die Entwickler sicherstellen können, dass alle wesentlichen Bedienelemente sichtbar werden. Obwohl ich da bei 600 Pixel Höhe auch nicht das große Problem sehe (zumal es in der Developer Preview noch bei dieser Auflösung mit Metro-Apps klappte).

Bei der Split-View-Darstellung, die einen geteilten Bildschirm zeigt, bei der eine App am rechten oder linken Bildschirmrand angeheftet wird, schreibt Microsoft die Mindestauflösung von 1366 x 768 Pixel vor. Der Registry-Hack der Developer Preview, um Split-View bei geringerer Auflösung freizuschalten, klappt aber in der Consumer Preview nicht mehr. Microsoft begründet dies damit, dass bei Split-View das angehefte App-Fenster 320 Pixel breit ist. So bleibt für das zweite Fenster noch eine Minimalbreite von 1024 Pixel, so dass die Mindestauflösung gewährleistet ist.

Laut Sinofsky ist keine Maximalauflösung für Displays vorgesehen. Microsoft hat aber Vorkehrungen getroffen, um App-Fenster bei sehr großen Displays noch gut aussehen zu lassen. Ist alles sehr interessant, beantwortet mir aber nicht die Frage, warum Microsoft die konventionelle Windows-Oberfläche in den Gully kippt und der bisherigen Anwenderschar mit Metro quasi “vor die Füße pisst”.

Interessierte Leser möchte ich auf die Lektüre des Blog-Beitrag Scaling to different screens verweisen. Golem hat hier eine ganz gute, deutschsprachige Zusammenfassung gebracht.

Touchbedienung, auf zu neuen Ufern?

Und hier geht Sinofsky auf das Thema Touchbedienung ein. Nach Vorstellung der verschiedenen Touch-Gesten gibt’s ein Video, welches die tolle neue Welt zeigt. Dann erwähnt der Beitrag noch die von Microsoft getesteten Touchscreen-Systeme.


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Anschließend folgen noch Grafiken, wer was wie oft bei Windows 7 auf Touchscreens macht. Ziemlich tröge, das Ganze – zumindest im letzten Teil des Beitrags. Die spannende Frage, die sich mir am Ende des Tages stellt: Wie läuft das Ganze für mich als Nutzer auf einem konkreten Gerät. Ich hatte hier ein Tablet PC (WeTab) und ein Dell Inspiron All-in-One mit Touchscreen als Teststellung im Einsatz. Der Dell geht nächste Woche zurück, beim WeTab ist die Teststellung auch an den Hersteller zurückgegangen (aber ich habe mir ein eigenes WeTab gekauft).

Während beim WeTab die Touchbedienung gut anspricht, geht beim Dell Inspiron One bei vielen Gesten, die am Bildschirmrand ansetzen, gar nix. Ich habe das Problem hier adressiert – während es beim WeTab in der Consumer Preview keine Beschwerden meinerseits gibt, hat sich das Problem beim Dell (und allen baugleichen Systemen) eher verschärft. Meine Kritik an der Touchoberfläche setzt (neben dem gerade adressierten Problem) an der Inkonsistenz der gesamten Bedienoberfläche bzw. des Metro-UI an.

Konnte ich als Einsteiger oder halbwegs “lauffähiger User” bei früheren Windows-Versionen noch darauf bauen, dass irgendwo in den Menüs oder im Menüband die gewünschte Programmfunktion abrufbar war, ändert sich das bei Metro gewaltig. Ich muss zig Sachen wissen, um halbwegs die verfügbaren Optionen überhaupt entdecken zu können. Und dann gibt es immer wieder Überraschungen der negativen Art, wenn kontextgesteuerte Inhalte nach Durchführung mehrerer Schritte nicht auftauchen (nur, weil ich eine falsche Taste gedrückt habe). Mal schauen, ob die Entwickler im Release Candidate (RC)  noch nachbessern – denn gute Ansätze gibt es in Windows 8 genügend.


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