Kroll Ontrak: SSD-Datenverluste nehmen stetig zu …

AmazonSSDs sind bei Nutzern recht beliebt. Nutzer nehmen Solid State Drives (SSDs) aufgrund von Schnelligkeit und Zuverlässigkeit gut an, auch der Betrieb von Hybrid-Festplatten (SSHDs), Helium-Festplatten und Hybrid-Speichern nimmt zu. Der Preis von SSDs wird zudem, im Vergleich zu traditionellen Speichergeräten, immer attraktiver und wettbewerbsfähiger. Das ist die eine Seite der Medaille – die andere Seite ist die Frage, wie es mit der Sicherheit gegen Datenverlust ausschaut.


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Kroll Ontrack (Experte für Datenrettung, Datenlöschung und Ediscovery) hat eine Umfrage zur Nutzung von SSD-Festplatten durchgeführt und herausgefunden, dass 92 Prozent der circa 2.000 Studienteilnehmer SSD-Technologie verwenden. Eine wachsende Anzahl der Nutzer berichtete jedoch von Fehlfunktionen und verlor sogar Daten.

  • Über ein Drittel der Studienteilnehmer (38 Prozent) gaben an, dass sie schon einen Ausfall einer SSD-Festplatte erlebt haben-
  • Und 23 Prozent haben dabei sogar Daten verloren.

Dementsprechend machen auch die Wiederherstellungen von SSD-Festplatten bei Kroll Ontrack einen immer größeren Anteil der Datenrettungsaufträge aus.

Während die Einführung von SSD voranschreitet und die Fehlerraten von SSDs und HDDs auf konstantem Niveau bleiben, sind die Arten der Fehler völlig unterschiedlich. Bei Festplattenlaufwerken können bereits ein schlechter Motor oder ein Kratzer auf der Scheibe Fehler verursachen. Bei SSDs hingegen gibt es keine beweglichen Teile, daher sind hier elektrische Fehler oder Abnutzungsfehler verbreiteter.

Wenn auftauchende Fehler zu Datenverlust führen, versuchen IT-Admins und Nutzer häufig mit Hilfe von Datenwiederherstellungs-Software das Problem zu beheben – so auch drei Viertel der Umfrageteilnehmer.

Während sich die SSD-Technologie immer mehr ausbreitet, gibt es einen aufkeimenden Markt für andere hochentwickelte Speichertechnologien wie Solid State Hybrid Disk (SSHD), Helium-Festplatten und Wärme-unterstütze Magnetaufzeichnung (HAMR). Im Vergleich zur Erhebung vom letzten Jahr, werden alle diese Speichertechnologien öfter eingesetzt: Die Nutzung von SSHDs und Helium-Festplatten nahm um zwei Prozentpunkte zu und die Teilnehmer gaben auch an, dass sie HAMR-Festplatten in ihre Unternehmens-IT integrieren wollen. (Hinweis: Die Nutzung von HAMR-Festplatten wurde letztes Mal noch nicht erhoben.) Fast ein Viertel der Befragten (23 Prozent) nutzt SSHDs, 3 Prozent Helium-Festplatten und 2 Prozent HAMR-Festplatten.

Hochentwickelte Speichertechnologien breiten sich vor allem auf Unternehmens-Ebene immer mehr aus, doch das Wachstum von SSDs dominiert weiterhin die gegenwärtige Marktsituation, so Kroll Ontrack. Bereits 80 Prozent der Studienteilnehmer verwenden SSD-Festplatten in Laptops und Mobilgeräten, fast zwei Drittel nutzen sie in Desktop-Rechnern und 23 Prozent in Servern. Nur fünf Prozent der Befragten nutzen momentan keine SSD-Technologie, wovon die Hälfte die Kosten als Grund dafür angaben. Vor dem Hintergrund der deutlichen Leistungsvorteile und der in Zukunft fallenden Kosten, erwarten die Datenretter von Kroll Ontrack eine weitere Steigerung der Nachfrage.“

Weitere Informationen über Kroll Ontrack und Angebote zur SSD-Wiederherstellung finden sich hier.

1 Email-Umfrage im Mai 2016 unter 1.849 Datenrettungskunden von Kroll Ontrack in den Regionen Nord-Amerika, Europa und Asien-Pazifik.


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ZDnet.com berichtet, dass Googles SSD-Erfahrungen, dass das Alter und nicht die Benutzer mit der SSD-Fehlerrate korreliert. Die von Kroll gemachte Angabe von 38 Prozent Nutzer mit SSD-Ausfallerfahrungen dürfte in den nächsten Jahren kräftig steigen. Google gelangte zur Erkenntnis, dass SSDs seltener als Festplatten ausgetauscht werden müssen. Aber die Wahrscheinlichkeit, Daten durch Chip-Fehler zu verlieren, ist bei SSDs höher als bei Festplatten.


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9 Antworten zu Kroll Ontrak: SSD-Datenverluste nehmen stetig zu …

  1. Ich schätze mal das die Ausfallrate der ersten SSDs nun anhand der Alterszeit sehr hoch sein dürfte, ab einer gewissen zahl von Schreib und Lese Zyklen wird die Ausfallrate bei SSDs eben höher genauso wie bei herkömmlichen Datenträgern die Ausfallrate nach einigen Jahren Prozentual eben auch ansteigt.

    In der Regel lässt sich sagen solange in den ersten 3 Monaten bei Festplatten alles Glatt läuft hält sich auch noch 20.000 – 30.000 Betriebsstunden, bei SSDs gehts eben nach Schreib und lese Zyklen.

    Gibts da auch noch eine Studie zum Ausfall von 3TB Festplatten die abnormal hoch sein soll?

    • Thomas Bauer sagt:

      Von allen Festplatten die je hatte ist eine frühzeitig ausgefallen. Meine älteste 3,5 Zoll USB2 Festplatte ist 10 Jahre alt und SMART bescheinigt ihr beste Gesundheit. Die SSD Benutzer werden in 1-2 Jahren alle ein böses Erwachen haben. Im Grunde kostet dich jeder Speichervorgang bei SSD Geld

      • riedenthied sagt:

        Sorry, aber das ist großer Quark. Ich habe meine erste SSD 2010 eingebaut, die läuft immer noch vollkommen störungsfrei. Überhaupt ist mir noch keine einzige gestorben und ich kenne auch keinen einzigen Fall im Bekanntenkreis. Natürlich nutzen die sich ab, das ist aber schlicht und ergreifend nicht relevant. Durch Wear Leveling etc. werden die Schreibzugriffe immer wieder auf neue Zellen verteilt, da sollte man sich mal informieren.

        Wenn ich vom Consumer-Markt weggehe und in unser Rechenzentrum schaue, dann sterben die HDDs wie die Fliegen (viele davon sind übrigens laut SMART-Werten kerngesund). Bei den SSDs haben wir noch keine einzige ersetzen müssen, obwohl wir keine teuren SLC-Chips haben. Die haben außerdem richtig Last durch Datenbanken etc. und zeigen nach jahrelanger Nonstop-Nutzung noch Restlaufzeiten von ca. 140 Jahren an.

        • Nö mit meinen 4 SSDs in 4 unterschiedlichen Rechnern hatte ich bisher auch noch keine Probleme, aber irgendwann werden sie sicher kommen.

          Dafür verabschiedet sich hin und wieder mal eine Meiner Festplatten, das bedeute aber nach 20K – 30.000 Betriebsstunden ist das eigentlich völlig normal, dazu müsste aber eine Festplatte mindestens 3 Jahre 24/7 laufen und das kommt in meinem Server durchaus vor.

  2. deo sagt:

    Meistens fällt der Controller aus und da ist es egal, wie viel Schreibreserven der NAND noch hat. Kaputte Zellen werden von der Logik ebenso ersetzt, wie Sektoren einer Festplatte.
    Und dann darf man das Desaster der SSDs von OCZ nicht als Maßstab nehmen.
    Das ist Geschichte.

  3. Malte sagt:

    Ich hatte auch schon einige Fälle von defekten Festplatten.
    Diese waren in Medion Notebooks/Computern oder in Rechnern verbaut die sehr billig waren.
    Bei den Festplatten war immer die Platine Defekt das Mechanische war alles gut und hätte auch noch eine ganze Zeit gehalten.
    Es waren immer Western Digital oder Seagate Festplatten.
    Mit Festplatten von HGST/Hitachi gab es nie Probleme weswegen ich sie überall verbaue.
    SSDs Mögen zwar schnell sein jedoch kann man da nicht so gut die Daten Retten wenn die SSDs defekt sind.
    Daher verzichte ich darauf diese zu verbauen, der Preis spielt auch eine Rolle.
    Wenn SSDs das gleiche Preisniveau wie normale Platten gleicher Größe erreiche kann man sich das ganze überlegen aber derzeit macht es einfach wenig Sinn.
    USB Sticks sind ja auch eine art SSD bei bestimmten Modellen gibt es auch das Problem das diese immer langsamer werden, und da durch schlecht zu gebrauchen sind wenn man große Dateien darauf kopieren möchte.
    Hier mal ein Foto von einer defekten Festplatte (2,5“).

    • riedenthied sagt:

      „aber derzeit macht es einfach wenig Sinn“

      Was? Echt? Für mich gibt es in einem PC nichts, aber auch gar nichts, was mehr Sinn macht als eine SSD. Mach dir lieber Gedanken über eine sinnvolle Backup-Strategie als über eine Datenrettung auf SSDs/Festplatten. Und die Preise sind doch mittlerweile ein Witz. Ach so, trotzdem gilt natürlich auch hier (wie immer): Wer billig kauft, kauft zweimal.

      • Malte sagt:

        Ich habe ein ausreichendes Backup desweiteren gibt es auch noch die Cloud ich finde das reicht als Backup. Disketten und Zip Laufwerke hätte ich momentan auch noch da.
        Also alles im Grünen wenn mal die Platte den Dienst versagt gibt es einfach eine neue, 4TB Platten gibt es ja schon für wenig Geld.
        Allerdings habe ich schon immer auf ein Backup geachtet da mein Geldbeutel den Kauf von neuer Hardware nicht gestattet.
        Somit spare ich und kaufe dann etwas vernünftiges dass den Ansprüchen gerecht wird.
        z.B. dies hier gibt es bestimmt noch irgendwo billiger.

        • Kann ich @riedenthied nur zustimmen, ein PC ohne SSD ist für mich Privat eigentlich nicht mehr Vorstellbar dazu noch eine Datenfestplatte.
          Und so Teuer sind gute SSDs nun auch nicht mehr als das sie sich nicht lohnen würden.

          Natürlich ist das nicht das Ende von herkömmlichen Festplatten aber dafür habe ich ja meinen NAS und meinen Server mit einmal 16TB und 8TB Speicher.
          Auf CD/DVD Laufwerk, Diskettenlaufwerk oder Zipp Laufwerk kann ich jedoch gut verzichten.

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