Windows 10 – das stört mich – Teil 4

In einer Artikelreihe hatte ich die Pros und Cons zum Einsatz von Windows 10 in Unternehmen beleuchtet. Im letzten Beitrag fasse ich ein paar Punkte zusammen, die mich (bisher) an Windows 10 stören.


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Nur noch 6 Tage bis zum Ende des Windows 10 Gratis-Upgrades für Windows 7 SP1- und Windows 8.1-Benutzer. Und zum 2. August 2016 kommt das Anniversary Update, welches viele Fehler und Probleme der bisherigen Windows 10 Builds ausbügeln soll. Da stellt sich die Frage: Soll man auf Windows 10 upgraden oder nicht. Hier im Blog habe ich ja eher auf “abwarten” plädiert, da ich nicht wirklich von Windows 10 überzeugt bin. Das letzte Jahr wimmelte von Pleiten, Pech und Pannen im Zusammenhang mit Windows 10, die sich in zahlreichen Support- und Troubleshooting-Artikeln hier im Blog niederschlugen. Zudem hat Microsoft mit seiner agressiven Upgrade-Politik immer wieder Stoff für Blog-Beiträge geliefert. Aber das ist ab August “Schnee von gestern” – das Gratis-Upgrade ist Geschichte und das Anniversary Update (Windows 10 Version 1607) mischt die Karten neu – (negative) Überraschungen nicht ausgeschlossen – we will wait and see …

Im heutigen Blog-Beitrag möchte ich aber mal kurz die Punkte zusammenfassen, die mich (trotz Anniversary Update) an Windows 10 stören. Sicherlich ist Windows 10 vom technischen Stand her nicht kompletter Mist. Aber es gibt Aspekte, wo in meinen Augen die Strategie seitens Microsoft (also “nicht wollen”) genau dem entgegenläuft, was ich mir vorstelle bzw. brauche. Es geht dabei vor allem um den Einsatz im geschäftlichen Bereich, dort, wo ich auf einen funktionierenden Rechner angewiesen bin.

Automatische Updates

Es ist schon viel Tinte über das Thema verschrieben worden und es gab heiße Debatten. Aber das automatische Update, welches in Windows 10 eingeführt wurde, nimmt mir als Anwender die Entscheidung aus der Hand, wann und wie ich Updates einspiele. Es gibt die Fraktion der “wir wissen, was für dich als Anwender gut ist und die meisten Anwender kümmern sich eh nicht um Updates”-Verfechter. Aber diese Argumentation greift in meinen Augen zu kurz, weil:

  • Microsoft offenbar nicht weiß, was für meine Systeme gut ist
  • in der Vergangenheit durch fette Patzer bei Updates aufgefallen ist

Das automatische Einspielen nicht funktionierender Treiber ist ein Beispiel für diesen fehlgeleiteten Ansatz. Der Umstand, dass die Systeme teilweise automatisch die Updates einspielen und die System oft elendig lang Updates installieren, bringt auch keine Freude. Im geschäftlichen Einsatz in meinen Augen ein “geht gar nicht”. Und es gibt immer wieder Anwender, die durch das Herunterfahren während der Update-Installation Daten verlieren. OK, der Zeitpunkt zum Herunterfahren ist zwar einstellbar, aber wenn ich schon argumentiere, dass Updates automatisch sein müssen, weil der Anwender das nicht gebacken bekommt, muss ich sicherstellen, dass der Anwender keine Daten durch einen Neustart verliert. Von nicht mehr bootenden Systemen nach Auto-Updates möchte ich schon gar nicht mehr reden.

Microsofts Entwickler haben es zwischenzeitlich eingesehen und das Tool wushowhide.diagcab zusammen geschustert. Ich habe folgende Beiträge rund um das Thema Auto-Update hier im Blog veröffentlicht.

Windows 10 und die Krux mit der Auto-Treiberinstallation
Treiberaktualisierung per Windows Update: Ja oder Nein?
Windows 10: Updates per Tool steuern …
Windows 10-Tipp: Updates blocken

Diese zeigen auch, wie Microsoft um das Thema herum laviert – von Windows 10 Build 10240 (RTM) zur Version 1511 wurde beispielsweise die Bordfunktion zum Blocken von Auto-Treiberinstallationen entfernt. Das Tool wushowhide.diagcab wurde nachgeschoben, als man gesehen hat, dass das Auto-Update hinten und vorne nicht klappt (quasi ein kleines Ventil, um etwas Druck aus dem Kessel zu lassen).


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Aber eigentlich ist das Ganze (in meinen Augen) eine Bankrotterklärung – so eine Funktion gehört (mit einer intuitiven GUI) ins Betriebssystem und nicht verschämt als wildes Tool und Notnagel auf irgend eine Download-Seite. Oder auf den Punkt gebracht: Das Entfernen der Update-Optionen früherer Windows-Versionen (da gab es eine klare GUI im Betriebssystem) ist in meinen Augen eine Fehlentscheidung des Microsoft Managements.

Auch die Argumentation, dass man in Windows 10 Pro und Enterprise ja Updates per Current Branch for Business (CBB) zurückstellen und Updates per WSUS verteilen kann, geht irgendwie am Kern vorbei. Nicht jeder geschäftliche Anwender hat einen Server mit Update-Verteilung per WSUS oder fährt Windows 10 Pro bzw. Windows 10 Enterprise. Die vielen Hundertausend KMUs haben oft nur einen oder zwei Rechner, wo Enterprise und Server kein Thema sind. Eigentlich holen sich die Leute die Systeme “aus dem Elektronik-Markt” und landen im Zweifelsfall bei Windows 10 Home – mit allen Macken und Einschränkungen.

Windows as a service: 2 x im Jahr ein Komplett-Upgrade

In der Theorie klingt es ja ganz nett: Windows 10 wird keine Service Packs mehr bekommen, sondern kontinuierlich aktualisiert. Dazu gehört auch, dass so zwei Mal binnen 12 Monaten ein “Major-Update” (bisher November Update auf die Version 1511 und in ein paar Tagen das Anniversary Update auf die Version 1607) kommt. Letztendlich ist das aber nichts anderes als ein komplettes Betriebssystem-Upgrade, bei dem die alte Betriebssystembasis durch die neue Version ausgetauscht wird.

In Foren wird Umsteiger von Windows-Alt auf Windows-Neu immer geraten “mach ein clean install, dann hast Du ein sauberes System, so wird das mit dem Upgrade nie was”. Da ist ein wahrer Kern dran. Aber jetzt wird das “Upgrade-Geplänkel” mit Windows as a service zum Programm erhoben.

Entsprechende “Phantomschmerzen” gibt es, wenn solche Major-Updates ausgerollt werden. In den Zugriffszahlen hier im Blog lassen sich die Termine als Spitzen erkennen – zu viele Systeme machen die Grätsche. Wer sein System als Arbeitsmittel begreift, will nicht alle 6 Monate irgend ein super-duper-Update, welches im dümmsten Fall das System killt oder für Stunden unbrauchbar macht – und am Ende des Tages keinen Fortschritt, dafür aber jede Menge Ärger und möglicherweise neue Bugs bringt.

Nur mal angemerkt: So oft, wie ich in letzter Zeit in Foren den Hinweis “setze Windows 10 zurück” oder “ich muss Windows 10 neu machen” gelesen habe, wird ein Refresh wohl zum Volkssport. Geht’s noch? Und so was soll in Business-Umgebungen? Obwohl: In einer sauber administrierten Umgebung könnten sich diese “Incidents” möglicherweise in Grenzen halten. Aber abseits dieser Umgebungen gibt es Millionen Systeme in Kleinunternehmen, die wie beim Privatanwender aus allen möglichen Komponenten zusammengeschustert sind. Ich sehe da keine “goldene” Zukunft bezüglich Windows as a service.

Featuritis, App-Fokussierung und ständige Änderungen

Was mich besonders stört: Irgendwo ist im Microsoft-Management die Skalierung verloren gegangen, was der Anwender im geschäftlichen Einsatz wirklich braucht. Das sind imho keinesfalls Apps, um bei Facebook zu posten, irgend ein Spiel oder was weiß ich. Die Mail-App ist, wie viele andere Apps, eine Zumutung die imho keinen Sinn macht. Mit Mobilgeräten und Tablets (bei Microsoft) im Sinn bekomme ich das als Desktop-Anwender zwangsweise als “Innovation” verkauft. Schlimmer geht’s (n)immer.

Nochmals: Es war ja keine schlechte Idee, den Unterbau – also den Kernel – von Windows 10 über verschiedene Geräte (Desktop, Tablet, Mobile, Xbox) zu vereinheitlichen. Aber eine gemeinsame GUI und Features, die irgendwer (bei Microsoft) für bestimmte Zielgruppen vermeintlich als cool identifiziert hat, über alle anderen Anwendungsfälle zu stülpen, ist einfach Unsinn. Die Windows 10-Entwicklung ist nach meinem Gefühl von dem getrieben, was man im Microsoft-Management “als gut für die Firma” identifiziert zu haben glaubt – orientiert sich aber weniger an den Bedürfnissen verschiedener Zielgruppen.

Bei Windows-Anwendungen gab es seit Windows 95 so etwas wie GUI-Regeln, die halbwegs die Darstellung der Fenster, deren Verhalten samt Belegung von Menü- und Symbolleisten oder Menübändern regelten. So war ein Grundgerüst vorhanden, auf welches der Anwender mit seinen Kenntnissen aufsetzen kann.

Bei Apps herrscht bezüglich der GUI Wildwuchs – da schnitzt jeder Entwickler so vor sich hin – und die Designer verselbständigen sich. Da wird mal eben ein Bedienelement rund oder umgefärbt – und damit es auch bemerkt wird, von unten links nach oben rechts im App-Fenster verlagert – oder umgekehrt. Wie viele Schüsse haben wir jetzt mit der Mail-App, der Fotos-App, mit der Skype-App und was weiß ich seit Windows 8 gesehen?

Mir fällt es auf, weil ich das Zeugs in meinen Büchern zu beschreiben versuche. Die Halbwertszeit für App-Updates liegt bei Wochen, schon wird wieder alles per Update umgestoßen. Dokumentation in diesem Feld? Fehlanzeige – und Bugs gibt es auch zur Genüge. Apps sind für mich im Business-Bereich ein No Go.

Noch ein kleiner Schlenker: Ich bin aus der Entwicklerecke lange raus. Trotzdem hatte ich in den letzten Jahrzehnten gelegentliche Rückfälle und habe Entwicklerbücher zu .NET-Umgebungen (C#, Visual Basic) verfasst. Da war es kein Problem, eine saubere Windows-Anwendung binnen ein paar Minuten zu designen – und das Ergebnis “sah” wie die gängigen Windows-Anwendungen aus. Meine Versuche, irgendwo per App-Entwicklung was zu machen, endeten ganz fix im Desaster. Du musstest auf HTML- und JavaScript-Ebene bei Null anfangen und herumstoppeln. Ich habe immer darauf gewartet, dass da mal ein sauberes Design-Framework käme, was die GUI-Entwicklung von Apps vereinheitlicht (a la Menüstruktur und Symbolleisten sind vorgegeben und müssen nur mit Leben gefüllt werden). Aber da kam nix – muss an meiner Unfähigkeit gelegen haben. Ich war jedenfalls immer schnell ernüchtert und habe aufgesteckt.

Was auch stört: Es wird ein riesiger Wolpertinger mit Windows 10 aufgeblasen. Als Nutzer habe ich aber keine Möglichkeit, Features, die ich nicht haben will oder nicht brauche, zu entfernen. Apps will ich (als Business-Anwender) nicht – kriege ich aber aufs Auge gedrückt. Flash brauch ich nicht – wird aber von Microsoft ausgerollt, auf Teufel komm raus. Edge gefällt mir nicht, ich verwende Google Chrome – dann werden mir Warnungen und Empfehlungen angezeigt. Und die Werbung für Office-Apps oder andere Apps im Startmenü geht für Büroumgebungen gar nicht. Auf das verschlimmbesserte Startmenü – und den Design-GAU in der kommenden Version 1607 mag ich gar nicht erst eingehen.

Diese Featureitis hat nicht nur den Nachteil, dass ich jede Menge Ballast mitschleppe und nix mehr dokumentiert wird. Die Codebasis für das ganze Zeugs muss ja auch bug- und sicherheitstechnisch im Blick behalten sowie per Update aktualisiert werden. Eigentlich ein Alptraum – und da sattelt man noch weiter auf? Dabei hat Windows seit vielen Versionen mit “Features aktivieren oder deaktivieren” einen Mechanismus, mit dem ich nicht benötigte Features entfernen könnte. Flash, Apps, die Telemetriedatenerfassung, den Store, Cortana und die OneDrive-Anbindung abwählen – das würde uns schon ein großes Stück weiter bringen. Will man aber bei Microsoft nicht.

Dass wir zwischenzeitlich am Patchday (und zwischendurch) Updates in der Größenordnung von Gigabytes bekommen, ist sicherlich nur ein Kollateralschaden – Entwickler mit 100 GBit-Internetanbindung haben offenbar keinen Schimmer, wie Leute mit langsamer DSL- oder 3G-Verbindung und begrenztem Datenvolumen aufgestellt sind.

Ich hatte es hier im Blog schon mal erwähnt: Bei Facebook hat ein cleverer Entwicklungschef den “2G day” eingeführt (siehe Cool: Facebook führt für Angestellte den 2G-Dienstag ein). Facebooks Entwickler können sich dann auf eine Internetverbindung mit GPRS/EDGE-Geschwindigkeit drosseln lassen, um ein Gefühl zu bekommen, wie es draußen in der Welt dann ausschaut. Mag eine Wissenslücke sein – aber Microsoft habe ich diesbezüglich noch nichts vernommen.

Telemetrie, Datenschutz, Cortana und Online-Anbindung

Über die Privatsphäreneinstellungen wurden ja viel geschrieben. Die Argumentation der Fanboys ist “alles nicht so schlimm, lässt sich ja abschalten”. Problem in meinen Augen: Es ist oft ein Opt-Out erforderlich und die “Pleiten” beim Upgrade auf Version 1511 mit dem Zurücksetzen der Privatsphäreneinstellungen zeigen wie es läuft. Wenn ich schon argumentiere, dass Windows 10 updatemäßig foolproof ist und dem Anwender das Heft aus der Hand nehmen muss, dann sind auch die Datenschutzeinstellungen so implementieren, dass der Anwender ein explizites Opt-In zur Freigabe bestimmter Funktionen durchzuführen hat!

Ein weitere Punkt, der gar nicht geht, ist die Telemetriedatenerfassung. Der Wunsch Microsofts, Daten zu erfassen, ist ja ganz nett. Aber nur, wenn ich als Anwender dies explizit zulasse. Die Argumentation, dass da ja “nix schlimmes” übertragen werde, verfängt übrigens nicht. Scheinbar ist der Großteil der Kommentatoren im Internet Lichtjahre von einer Entwicklertätigkeit entfernt. Sonst würde manchem Zeitgenossen dämmern, dass jeder Aufruf zur Instrumentierung Ressourcen (CPU, Speicher etc.) verbrät. Wer mal schaut, was in der Ereignisprotokollierung los ist, bekommt eine Ahnung davon. Und per Telemetrie wird ebenfalls jeder Mist übertragen. Dass dies eine 2G- oder 3G-Verbindung arg belastet und das Datenvolumen frisst, ist da nur noch eine Randnotiz.

Nächster Punkt ist die OneDrive-Einbindung sowie die Führung des Anwenders in Richtung Microsoft-Konten. Klar, ich kann OneDrive ignorieren und auch ein Betrieb mit lokalen Konten ist möglich. Wer sich aber mal angeschaut hat, mit welch diffizilen Tricks gearbeitet wird, um dem Anwender ein Microsoft-Konto unterzujubeln, weiß wovon ich rede. Als Business-Anwender, der mit diesem Mist nichts am Hut hat, fühle ich mich mit Windows 10 nicht ernst genommen.

Und die Sprachassistentin Cortana (bzw. die Suche), die nach einer Aktivierung immer lauscht, um die Daten zur Interpretation an einen Microsoft-Server zu übertragen, ist höchstens im Privatbereich tolerabel. Es hat noch keiner die betreffende Karte gezückt – aber wenn ein Windows 10-Rechner läuft und Gespräche diverser Personen mitschneidet, läuft Microsoft ganz fix in die Situation, dass deren Datenübertragung durch keine Zustimmung gedeckt ist (noch hat Microsoft keine Generalvollmacht aller Weltbürger, deren Sprachdaten erheben zu dürfen). Der im Artikel Französische CNIiL fordert von Microsoft Stopp der Windows 10-Datenerfassung beschriebene Ansatz greift das noch nicht auf, zeigt aber, wo die Knackpunkte sind.

Ich bin kein Jurist – aber wenn ich mir jetzt man anschaue, wie die oben skizzierte Gemengelage bei Business-Anwendern, die mit sensitiven Daten umgehen (Ärzte, Notare, Rechtsanwälte, Beratungsstellen), ankommt, hege ich doch arge Zweifel, ob das eine gute Basis ist. Mein Arzt, der beim Termin mal schnell ein Update reingenudelt bekommt und dann die Patientenakte in der Cloud sichert? Ein vertrauliches Gespräch mit einem Mandanten, welche durch Cortana analysiert wird? Eine Horrorvorstellung für mich! Da könnten einige Entwicklerfirmen und auch Microsoft noch böse auf den Bauch fallen.

Eine Sache des Vertrauens?

Man könnte noch viele Punkte technischer Natur anführen. Aber letztendlich läuft es darauf hinaus, wie sehr ich Microsoft vertraue. Und wie gut fühle ich mich bei Windows 10 mit meinen Bedürfnissen aufgehoben? Für Windows 10 kann ich nur sagen: Der Mapping-Faktor für das, was ich für meine Produktivumgebung will, ist sehr gering. Mein Eindruck ist, dass Microsoft sich bisher auf Privatanwender und das Mobilgerätesegment kapriziert hat, und sich nun auf Großkunden fokussiert, aber das Groß der KMUs (die einen Desktop-PC als Arbeitsgerät benutzt) links liegen bleibt. Kann man so tun, darf sich aber nicht wundern, wenn da irgendwann der Zug in eine andere Richtung fährt. Daher läuft in meiner Produktivumgebung beispielsweise weiterhin Windows 7 SP1, welches noch bis Januar 2020 unterstützt wird.

Und bezüglich des Vertrauens: Microsoft hat in den letzten 12 Monaten mit Windows 10 (und davor mit Windows 8, Windows 8.1 und Windows RT) gezeigt, dass sich das Unternehmen wenig um Benutzerprobleme schert (trotz vieler Lippenbekenntnisse). Man fährt seinen eigenen Stiefel, gelegentlich mit ein paar fetten Bugs unterlegt, und kostet sein Monopol im Betriebssystemmarkt aus. Vertrauen, dass man in drei oder vier Jahren noch gut auf Windows 10 als Plattform aufgehoben ist, habe ich unter diesem Aspekt keines. Eine Windows 10 Enterprise LTSB könnte ich sogar einsetzen – aber das ist für die Masse der Business-Anwender nicht in Reichweite bzw. von Microsoft nicht vorgesehen. Von den Kosten für solche Mietmodelle mal ganz abgesehen. Dass bei Windows 10 Pro mal eben Gruppenrichtlinien zum Deaktivieren der Store-Apps still gelegt werden (weil nur in Enterprise vorgesehen), spricht auch nicht für “wir schätzen unsere Kunden”.

Und dass die Stabilität von Windows 10 nun so überragend sei, kann ich auch nicht bestätigen. Gut, Windows 10 schlägt sich bei der Installation auf älterer Hardware mitunter überraschend gut, wie ich in Versuchen herausgefunden habe. Aber “Spass” machen solche Systeme nicht – und wenn es hakt, braucht es Erfahrung bis zum Abwinken, um aus der Nummer herauszukommen – oder es heißt “Rollback auf die vorherige Betriebssystemversion”.

Von meinen Aktivitäten im Microsoft Answers-Forum kenne ich die Problemzonen: Apps und ein Store, die nicht oder nach dem Zufallsprinzip funktionieren. Vom System ausgesperrte Anwender, weil nicht auf das Profil oder das Microsoft Benutzerkonto zugegriffen werden kann (komplettes herunterfahren hilft oft, weil der Schnellstart Kollateralschäden verursacht) genießen auch keinen “Exotenbonus” mehr. Ein nicht funktionierendes Startmenü ist ein Running-Gag bei Windows 10. Unter Windows 7 sind mir solche Probleme nicht erinnerlich – was mitunter dazu führt, dass sich die Leute unter Windows 10 Startmenü-Alternativen, die “einfach funktionieren”, zusätzlich installieren. Das spricht wohl Bände. Nochmals zur Erinnerung: Wir reden hier von Desktop-Systemen, mit denen ich lediglich arbeiten und mein Tagespensum erledigen will!

Wenn ich dann in irgendwelchen Microsoft Blog-Beiträgen lese, dass wieder ein Connector für Facebook in Office-Modulen oder in Apps eingeführt werden soll, schießt es mir nur “träumt weiter” durch den Kopf.

Überall, wo die Leute Alternativen haben, findet eine Abstimmung mit den Füßen statt. Windows 10 Mobile hat im Markt keine Chance – selbst mit viel “good will” nicht. Der von Microsoft bei jeder Gelegenheit gelobte Edge Browser – ein Mauerblümchen. Die Leute setzen auf den IE oder gleich auf alternative Browser wie Google Chrome.

Unter dem Strich: Ich denke, viele Firmen werden in Zukunft (zwangsweise, mangels Alternativen) auf Windows 10 wechseln. Manche auf den letzten Drücker Ende 2019. Jeder IT-Entscheider muss bei der Umstellung abwägen, wo Chancen, Sachzwänge und Risiken liegen.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass der Druck “weg von Windows” zunimmt. Macs oder Chromebooks sehe ich aktuell nicht so als Alternative (Apple und Google fabrizieren ja ähnlichen Mist und verschlimmbessern ihre Produkte kontinuierlich). Aber der Markt entwickelt sich weiter. Das frühere Monopol des PC ist in einen Sturzflug bei den Umsatzzahlen übergegangen – die Leute greifen zu Smartphone oder Tablet, wo früher der PC angeschaltet wurde. Und auf diesen Geräten kommt Windows quasi nicht vor. Die Generation, die heute in den USA mit Chromebooks geschult wird oder weltweit mit Smartphones aufwächst, sind die Entscheider von morgen. Nicht wirklich gute Aussichten für die Windows-Entwicklung.

Aber warten wir es ab. Als Blogger wird mir der Stoff nicht ausgehen – und einige Windows 10 Testsysteme werkeln hier (abseits der Produktivmaschine) natürlich auch. Microsoft hat also auch zukünftig Zeit, mich und die restlichen Zweifler zu überzeugen – denn der Glaube stirbt zuletzt Zwinkerndes Smiley.

PS: Privatanwender könnten sich ja das Gratis-Upgrade bis zum 29.7.2016 sichern und wieder auf das alte Betriebssystem zurückgehen. Dann hat man Zeit, in Ruhe die Reifung und Weiterentwicklung von Windows 10 abzuwarten. Was es da zum Thema zu wissen gilt, geht am 25.7.2016 in einem Blog-Beitrag öffentlich (siehe Tipp: Windows 10 Gratis-Upgrade sichern). Nachtrag: Die Einschläge kommen näher, wie der Artikel Windows 10: Microsofts Abschied vom Business-Einsatz? erläutert.

Artikelreihe:
Pro Windows 10 im Unternehmen – Teil 1
Contra Windows 10 im Unternehmen – Teil 2
Umsteigen auf Windows 10 – eine Bewertung aus Unternehmenssicht – Teil 3
Windows 10 – das stört mich – Teil 4

Ähnliche Artikel:
Tipp: Windows 10 Gratis-Upgrade sichern
Windows 10: Microsofts Abschied vom Business-Einsatz?


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21 Antworten zu Windows 10 – das stört mich – Teil 4


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  2. Holger Heinrich sagt:

    Ich habe ein Windows 7 gekauft (wie auch schon 3.11, XP und 98). Ganz legal mit CD (Disketten *g*) und Handbüchern da ich oft an Orten arbeite, wo ich KEIN Internet habe. Wenn ich mir da mein System mal zerballer, MUSS ich das auf einem Datenträger haben.

    Und da wo ich Internet habe, ist es oft langsam (immo 3-6 MBit und keine Changs auf mehr, danke Telekom). Da permanent 100te MB or gar GB runter laden zu müssen ist eine Zumutung!

    Wenn ich etwas kaufe, erwarte ich, dass ich NICHT mit Werbemüll zugeballert werde! Wenn ich eine bestimmte Software brauche, such ich selber danach. Denn nur ich weiß, was ich brauche! Nicht Microsoft!
    Ach und ich erwarte, dass ich den Schrott nicht erst ausschalten muß. Wenn ich es will, schalte ich es ein!

    Genauso die Datensammel Wut. Es sind MEINE DATEN! Wenn die jemand will, MUSS er mich fragen und ich muss einwilligen sie zu geben! Alles andere ist klar Diebstal ergo eine Straftat!

    Solang Microsoft mir nicht explizied und im Detail sagt, welche Daten sie wofür sammeln ein klares NEIN! Und damit mein ich nicht so nen schwammigen Freifahrtschein wie es derzeit passiert. Klip und klar: Daten X von Position Y für Z. Mit Zeitangabe und an welche Server es gesendet wird UND wer dadrauf zugreifen kann!!!

    Wie heißt es in US Krimmis immer so schön: “Microsoft hat doch nicht zu verbergen, dann können sie es auch sagen!”
    Macht Microsoft dies nicht, muss ich davon ausgehen, dass sie es mit kriminellen Absichten tun.

    • Michael Uhlenbruck sagt:

      Kleiner Tipp, such dir schnellstens ein anderes Betriebssystem (zb BSD oder bestimmte Linux-Distributionen), denn nur dort kannst du das einstellen, was gesendet wird. Unter Win 7, 8, 8.1 und 10 werden Daten zur Systemverbesserung gesendet, und was Wichtig ist: MIT DEINER ZUSTIMMUNG!, den die hast du mit der Installation und dem Zustimmen zur AGB gegeben. Das ist Fakt.

      Ansonsten auf IT verzichten oder dein Eigenes System entwickeln!

      Ende der Durchsage

    • Dieter Schmitz sagt:

      Für Windows 10 musst du nichts zahlen.

      Deswegen wirst du im Gegenzug mit Werbung zugemüllt.

      Weiterhin dürfen die deswegen deine Daten verwenden (AGB) – damit zahlst du.

    • Potrimpo sagt:

      Warum hast Du das nicht schon ab W3.11 gemacht? Was ist jetzt neu? Nix!

  3. 1ei sagt:

    D A N K E !

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  5. Janami25 sagt:

    Wohl war.

    Ich kann mich einfach mit Windows 10 nicht anfreunden. Selbst Windows 8.1 ist viel besser, und Ökonomisches arbeiten ist mit 10 schlicht gesagt eine Katastrophe. Die Einstellungen Menüs sind teilweise ohne Sinn und Verstand, und man sucht sich erst mal “einen Wolf”, um überhaupt die “Desktopsymbole” oder den “Bildschirmschoner” anzupassen. Wo waren die nochmal ?! Genau, hirnlose Logik. Bei Windows 7 und 8.1 nimmt man die rechte Maustaste und den Desktop. “Designs”, eines der wichtigen Desktop Elemente wurde auch “unterverfrachtet” und man hat logische Zusammenhänge wie die Zeit der Bildwechsel hier rausgenommen und woanders verfrachtet.

    Warum hat man die sehr gute “Favoriten” Funktion bzw. Ansicht im Windows 8.1 Datei Explorer durch den sog. Schnellzugriff ersetzt ?! Dieser hat nur Nachteile, da man die Verknüpfungen nicht mehr selber prägnant umbennnen kann bzw. kopieren kann. Sobald man dies tut, ändert man auch den Namen des Hauptzielordners. Ein schlimmer Zwang, und eine Katastrophe, wenn man es zu spät vor dem snychronisieren beim Backup bemerkt.

    Eine tolle Funktion ist total verhunzt worden, von der gar nicht mehr zur Auswahl stehenden Anzahl der “Links” zu sprechen. Dabei hakt es auch öfters, wenn man in der Taskleiste den Explorer “Rechte Maustaste” und die angehefteten Links mal versucht zu ändern. Sobald man hier auch nur ein Link ändert, hat das auch Auswirkungen auf die Schnellzugriffe im Datei Explorer selber. Gelöscht ist gelköscht. Effizienz NULL. Die alten Verknüpfungen waren Gold wert.

    Früher war es so: da hat man ein USB Stick Bitlocker Laufwerk so geöffnet…Stick rein, es kam eine Passwortabfrage, und nach Eingabe des Passworts wurde der Ordner automatisch geöffnet.

    Jetzt kommt folgendes: USB Stick rein…nun kommt eine Fehlermeldung “konnte nicht geöffnet werden…”. Diese Meldung muss man weggklicken. Nach Passwort Eingabe muss man nun manuell das Laufwerk samt Inhalt öffnen.

    Vorteil Windows 10 gleich NULL.

    Für mich als Desktop Nutzer gibt es noch mindestens 10 weitere solcher “Nicklickeiten”, die den Arbeitsfluss mehr behindern, als verbessern. Diese (Un) Logik des Startmenüs ist da ebenso völliger Blödsinn.

    Da werden mir standardmässig alle App Symbole a la Candy Crush und Konsorten eingeblendet, und die “meist verwendet” Symbole…?! Ja, davon gibt es nur 6 Stück. Und diese sind auch noch so klitzekleinklein, und darunter kommt der ganze andere Mist, der mich keinen interessiert. Nicht mal kaskadiert ist das ganze. Und das lässt sich nicht einmal vernünftig konfigurieren, im Gegensatz zu Win7 oder 8.1, wo man hier problemlos die Anzahl ändern konnte. Sinnlos, und ebenso ein Rückschritt.

    Der Sperrbildschirm lässt sich mit Redstone 1 Anniversary Update gar nicht mehr ausblenden, nicht mal mehr über die Gruppenrichtlinien, Cortana wurde noch stärker damit verknüpft. Ich muss also noch ein Klick mehr machen. Desktop und Sperrbildschirm…wozu ??!

    Das einloggen…

    Wenn Ich am Windows Login den Benutzer wechseln will, muss ich jetzt blödsinnigerweise nicht auf einen Pfeil in der Mitte klicken, sondern erst mal unten links den Benutzer auswählen, um dann wieder mit der Maus zur Mitte zu fahren, um mein Passwort einzugeben. Ökonomie ??! NULL. Mauswege beschissen “verschlimmbessert”….

    Über die Optik kann man streiten, das gebe Ich zu. Mir gefällt diese ganz und gar nicht, da Ich die Transparenz und bessere Unterscheidung mit Plastischen Symbolen viel besser finde, als diese flache 2D Optik in Windows 10.

    Die Symbole im Startmenü für die persönlichen Ordner und Einstellungen sowie im Systray sind alle nur noch weiss auf schwarzem Hintergrund. Hier muss Ich selber dreimal schauen, was “was” ist. Ich selber konnte das viel besser in Win7 und 8.1 unterscheiden, es klappte auf Anhieb.

    Nicht einmal ein grosses “User” Logo hat es ins Startmenü geschafft, falls man wissen möchte wer gerade eingeloggt ist. Das Logo ist “winzig” klein…

    Das alles (und noch mehr) ist weiss Gott kein Offenbarung, und nur Rückschritte im Gegensatz zu den Vorgängern.

    Die unterschiedlichen Designs (Mix aus Win7 und 8) bedeuten Ihr übriges…

    Von der “Zwangs” Technik wie den Updates fange Ich besser erst gar nicht an. ;)

  6. Friedhelm Overkämping sagt:

    Danke für den informativen Bericht, dem ich nur voll zustimmen kann.
    Ich arbeite momentan mit Windows 7 und Windows 10. Ich bin auf der Suche nach alternativen Betriebssystemen, auf die ich mittelfristig wechseln werde.
    Dann setze ich o.g. Betriebssysteme vorrangig nur noch in virtuellen Maschinen ein.

  7. 44fove sagt:

    Danke für den informativen Bericht, dem ich nur voll zustimmen kann.
    Ich arbeite momentan mit Windows 7 und Windows 10. Ich bin auf der Suche nach alternativen Betriebssystemen, auf die ich mittelfristig wechseln werde.
    Dann setze ich o.g. Betriebssysteme vorrangig nur noch in virtuellen Maschinen ein.

  8. Tim sagt:

    Der Artikel spricht mir geradezu aus der Seele…

    “Microsoft hat also auch zukünftig Zeit, mich und die restlichen Zweifler zu überzeugen ”

    Ich weiß nur nicht, ob Microsoft dazu überhaupt noch in der Lage ist.
    Auf Windows XP hat sich Microsoft lang ausgeruht, mit Vista Schiffbruch erlitten und mit 7 erst den Durchbruch gehabt. Seit dem passiert aber nicht mehr viel und wenn, passt das neue nicht mehr so richtig zu dem alten. Das erkennt scheinbar auch Microsoft, denn warum sonst dauert es jetzt schon Jahre mit dieser chaotischen Zweigleisigkeit zwischen alter Systemsteuerung und neuen Einstellungen?
    Ich denke, Windows ist jetzt schon so verwurstet, das eigentlich schon wieder eine Neuentwicklung nötig wäre, um mal vollständig aufzuräumen.

    Ich glaube nur nicht, das mir dieses neue Windows gefallen würde, wenn ich die letzten “Neuerungen” so betrachte.

    Entweder dürfen die MS Entwickler nicht mehr, oder sie können es einfach nicht mehr…
    In den Bereichen Apps und Spiele kann man ja schön ablesen, wie gut doch mit Scheiße heute Geld zu verdienen ist. Dafür brauchts vielleicht auch kein gutes Windows mehr, mag sich mancher bei Microsoft da denken…

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  10. Michael Uhlenbruck sagt:

    Meine Meinung dazu: Microsoft macht ein Angebot, man kann es annehmen oder ausschlagen.
    Es stimmt, das System hat sicherlich immer Verbesserungsbedarf, wie jedes andere Betriebssystem für Computer auch.
    Die Entwicklung dieses Systems geht weiter, es wird auch in Zukunft Änderungen geben (Positive und Negative), den nur so geht Entwicklung und Zukunft. Man kann nur aus seinen Fehlern lernen, das ist bei MS nicht anders, als sonstwo im Leben.

    Noch etwas, wer Angst hat, das ein Update seinen Rechner außer Gefecht setzt, hat nunmal dafür zu sorgen, das ER/SIE Zeitnahe Backups zur Verfügung hat, und dies liegt in alleiniger Verantwortung des Nutzers !

    Außerdem liegen jawohl die meisten Probleme, die bei Updates entstehen, im Umgang des Nutzers mit dem Rechner. 99 Prozent der Fehler passieren, weil Nutzer Schlangenöl wie TUNEUP, WINOPTIMIZER oder CCLEANER nutzen, ohne zu wissen, was ein solches Tool macht bzw löscht! Weitere Gründe sind die Nutzung von Software, vor deren Nutzung Microsoft warnt (AV-SUITEN, Bestimmte Browser und Ähnliches, weil es zur Zeit nicht mit dem System voll kompatibel ist.

    Ihr dürft mich jetzt gerne verfluchen, aber die Wahrheit tut nun mal weh !

    Trotzdem Danke an Günther Born, das er sich immer viel Mühe macht bei Artikeln in seinem Blog, auch wenn ich nicht immer mit Ihm einer Meinung sein kann.

    • scheuch sagt:

      Nö, verfluchen nicht, nur deine Kompetenz anzweifeln, aber mach dir nichts daraus.
      Das ist Fakt
      Ende der Durchsage ;)

      • Na ja, Michael weiß imho schon, was er so schreibt ;-).

        Beim Thema “Schlangenöl” wäre ich früher bei ihm gewesen – zwischenzeitlich hege ich aber Zweifel, weil ich zu viele Systeme – auch eigene Testmaschinen – gesehen habe, wo Treiber oder Update-Verschlimmbesserungen Probleme machten. Und die Abrufzahlen der entsprechenden Blog-Beiträge sprechen ihre deutliche Sprache. Einiges ist zwischenzeitlich von MS korrigiert – neues Problemviech wird kommen. Warten wir es ab.

        Nur: Dass ich das OS vor jedem Update per Systemabbildsicherung kopieren muss, weil ich Probleme befürchte, hm …

        Datenbackup ja – aber den Rest? Habe ich außerhalb von W10 noch nie gebraucht. Aber es gibt Anwender, die so verfahren. Schöne neue Welt ;-).

  11. Thomas Bauer sagt:

    Ich stimme deinen Ausführungen zu. Ich verwende Windows 10 ab Release 10240. Da war Windows 10 noch stark Verbesserungswürdig. Mittlerweile hat man mit Anniversary ein ausgereiftes Windows System vor sich. Mir gefällt Windows 10 gut.
    Ich kann aber auch Günters Sicht der Dinge nachvollziehen. Es kommt halt immer auf den Einsatzzweck und vorhandene IT Ökosystem an. Andere Gesichtspunkte wie Finanzmittel oder die auszuführende Software spielen sicher auch eine Rolle.
    Manchmal kann man sich auch mit etwas neuem, das viele andere toll finden, einfach nicht anfreunden.
    Das Angebot von MS endet am 29 Juli, dann ist Feierabend

  12. John sagt:

    Über dieses Thema könnte ich auch so einiges berichten. Bei mir sind es vor allem Kleinigkeiten, die mich den letzten Nerv kosten.

    1. Ruhezustand Windows 10: Der Prozess Systemspeicher und komprimierter Speicher hat hat meinem Notebook häufig eine sehr hohe CPU Auslastung nachdem ich diesen aus dem Ruhezustand wiederhole. Eine Lösung habe ich dazu noch nicht gefunden. Treiber sind alle aktuell. Man war es von Windows 7 schon gewöhnt immer alles an Programmen auf zu lassen und einfach den PC nach dem wiederholen aus dem Ruhezustand ganz normal arbeiten zu können. Mit Windows 10 bin ich gezwungen den Rechner ständig neuzustarten weil die Auslastung des CPUs nur ein sehr hackeliges arbeiten ermöglicht.

    2. Suchfunktion im Startmenü Windows 10: Ich habe vier Geräte mit Windows 10 und beim keinem dieser Geräte funktioniert die Suche fehlerfrei. Vor allem kann ich nicht nachvollziehen wieso zum henker keine exe Dateien gefunden werden können. Ich erstelle eine txt Datei auf dem Desktop und suche sie mit dem Startmenü und finde diese auch ohne Probleme. Ich erstelle eine exe Datei auf dem Desktop und suche diese mit dem Startmenü und ich finde diese nicht. Index Einstellungen stimmen und ich habe schon sehr viel ausprobiert aber noch keine Lösung gefunden.

    Das sind so die Dinge die mir auf Anhieb einfallen.

  13. Kim O. Fee sagt:

    Hallo Herr Born,
    da haben Sie ja ganz schön was reigepackt, in ihren Aufsatz…

    Leider kann ich mit Ihnen nicht darüber diskutieren, weil mich andere Meldungen und Artikel schon beizeiten davon abgebracht haben, Windows 10 auch nur probeweise zu nutzen (ich hatte jedoch schon ein paar Mal damit zu tun, als ich gebeten wurde, Windows 7 wieder zum Laufen zu bringen…) Dass ihre Argumente im Übrigen stichhaltig sind, sehe ich daran, wie sie hier detailliert und überzeugend widerlegt werden: gar nicht.

    Was die Sache an sich leider nicht unbedingt leichter macht. Aber man kann ja auch alternative Strategien verfolgen, meine z.B. als Privatanwender:
    Ein Laptop läuft seit geraumer Zeit mit Linux, sein einziger Job: Internet. Aber produktives Arbeiten mit Linux? Unmöglich. Schlicht und einfach deshalb, weil die meisten meiner Programme nicht für Linux geschrieben sind: hauptsächlich CAD- und Simulationsprogramme, Kamera- und Bildbearbeitungssoftware, Gerätetreiber usw. Das deckt der zweite Laptop mit Windows 7 ab (ohne Internetverbindung natürlich), und ich schätze mal: noch Jahre über 2020 hinaus. Bis dahin kann und wird noch viel passieren, sowohl als auch.
    PS, von mir aus kann M$ am 29. Juli seinen “Angebots”-Feierabend zelebrieren, das wird schon die Richtigen treffen…

  14. Holger K. sagt:

    Klasse geschrieben, Herr Born!

    Da sind viele Kritikpunkte enthalten, die mir in den letzten elf Monaten, seit ich mich intensiv mit Windows 10 beschäftigt habe, aufgefallen sind. Ich möchte nicht Windows 10 verteufeln, aber das was Microsoft da bisher abgeliefert hat, geht für mich privat wie auch beruflich in eine falsche Richtung.

    Das Motto “One size fits all” könnte nach hinten losgehen. Man kann nicht Anwendergruppen mit zum Teil völlig unterschiedlichen Anforderungen ein und dieselbe Kappe überstülpen.
    Was bei dem einen ein nettes Gimmick ist, ist beim anderen ein No-Go.

    Wir werden sehen, ob man bei Microsoft so flexibel ist, Irrtümer zu erkennen und zu korrigieren oder ob der Hochmut die Fallhöhe bestimmt. Momentan sagt mein Orakel eher letzteres.

  15. Andreas B. sagt:

    Vielen Dank für diesen hervorragenden Artikel, Herr Born!

    Sehr gut, dass auch das Traffic-Problem bei den Monster-Updates konkret angesprochen wurde.

    Ich möchte mal diese Frage aufwerfen:

    Wie wird Medion/ ALDI TALK sich nun wohl demgegenüber verhalten?

    ALDI TALK / MEDION mobile läuft ja über das eplus-Netz – und ist eben ausschließlich Mobil-Anbieter, ganz ohne Festnetz (im Gegensatz zur Telekom oder Vodafone/Kabel Deutschland).

    Wenn man dann mal überlegt, wie groß deren Marktanteil bei den Geräten für Otto Normal-Home-User ist … – OK, ALDI TALK hat mit der Internet-Flat XL (5 GB / 30 Tage zu 14,99 EURO) bisher noch einen sehr guten echten Notebook-Tarif. Aber nun macht Microsoft deren Geschäftsmodell in diesem Segment kaputt! (Bleiben insofern nur Smartphone & Tablett übrig.) Ich wundere mich, dass ALDI/Medion z.Zt noch. noch stillhalten und schweigen.

    Mit Windows 10 droht mobiles Internet nun zur puren WLAN-Schnitzeljagd zu verkommen.

    (Und übrigens werden die Upgrades/Majors alle halbe Jahre auch den Netbook-Convertibles mit 50 GB SSD Systempartitionen zu schaffen machen. Ich schrieb es ja hier im Blog schon mal in einem Kommentar zum MEDION AKOYA S6214T, dass dann jeweils ein prall volles Verzeichnis Windows.old dafür anfällt. – Kann man zwar später bereinigen; aber wer hätte sich das gedacht, dass man sich Anno 2016 so um den Platz auf der Festplatte sorgen muss?)

    PS (zum Design): Das hätte sich selbst Karlchen Klammer, der nervige Office-Assistent, nicht träumen lassen, dass seine Schöpfer es mal so weit auf die Spitze treiben würden. ;-)

  16. AS sagt:

    Vielen Dank für diesen Kommentar, Sie sprechen mir damit aus der Seele! Ich arbeite als IT-Berater und empfinde diese Entwicklung ebenfalls als sehr bedenklich.

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