Microsoft hat mutmaßlich keinen CP/M-Code in MS-DOS verwendet

Der Infosplitter ist nur etwas für die “sehr älteren” unter meinen Blog-Lesern. Microsoft wurde ja immer vorgeworfen, sich bei der Betriebssystementwicklung an Code des Mitbewerbs vergriffen zu haben. So stand auch der Vorwurf, Microsoft habe Code aus CP/M für sein MS-DOS geklaut, im Raum. Scheint sich, nach einem aktuellen Bericht, nicht zu bestätigen.


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So ganz viel früher, im vorherigen Jahrtausend, als es noch kein Facebook und kein Pokèmon Go gab, da hatten wir fast nix. Ein Apple IIc, Ataris, Commodore Pet 2001 und manche einen PC mit Diskettenlaufwerken. An Betriebssystemen gab es CP/M und IBM-DOS/MS-DOS von einer kleinen Klitsche namens Microsoft.

Ich erinnere mich deshalb so genau, weil der erste IBM PC/XT (ich meine, der hatte eine 10 MByte Festplatte), der nach Europa ging, über meinen Schreibtisch lief. Mit dabei: CP/M 86 sowie IBM-DOS 1.x – kurz darauf IBM-DOS 2.0.1. Eine Schachtel mit einer Diskette und einem Haufen fotokopierter Dokumentation von Microsoft, weil die Handbücher nicht fertig geworden waren. Aber die Doku war allererste Sahne – sogar die Aufrufe der BIOS-Funktionen waren dokumentiert.

War auch die Zeit, als immer mal wieder Gerüchte und später Klagen aufkamen, dass Microsoft Code oder Ideen von Mitbewerbern geklaut habe. Einem neuesten Bericht nach gibt es keine Beweise, dass Microsoft sich bei MS-DOS am Programmcode von CP/M bedient hat. Das geht aus diesem Artikel bei MSPowerUser hervor.


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2 Kommentare zu Microsoft hat mutmaßlich keinen CP/M-Code in MS-DOS verwendet

  1. Thorky sagt:

    A long time ago in a galaxy far, far away … ;)

  2. Remo sagt:

    Oh, da wird mir aber warm ums Herz ;-)

    Dass es rund um CP/M noch Schlagzeilen gibt, ist schon erstaunlich.

    Das waren noch Zeiten … da war Computerei noch zum Anfassen. Z-80 mit 64 KB Ram und zwei 8-Zoll-Schlappscheiben, EPROM Brenner, Grafikkarte 512×512 Punkte Monochrom plus sep. Grafik-Monitor. Alles schön verpackt in einem Riesengehäuse (ohne Monitor).
    Bedient wurde das System über ein “No-Bunt” Terminal, ein Wyse WY-50.

    Als Krönung darauf ein CP/M 2.2 mit MASM, Wordstar, SuperCalc und Modula-2 .. und das lief wie eine Eins.

    Die komplette Systemdokumentation war selbstverständlich. Auch gab es Fachliteratur im Handel, welche den Namen auch verdiente. Das war zwar vielfach in englisch gehalten, aber es gab da auch deutsche Perlen darunter. Wer erinnert sich noch an Rolf-Dieter Klein und seine Buchreihe ?

    Ich schweife ab, ich weiss. Aber das musste raus. Sorry.

    Zurück zum Thema. Digital Research (DR) hat es doch nie verkraftet, dass nicht sie von IBM auserwählt wurden, den IBM-PC mit einem Betriebssystem zum Leben zu erwecken. Da DR damals durch Abwesenheit oder Desinteresse glänzten, wurde halt die junge Microsoft angefragt.
    MS hatte damals doch das MS-Basic und die Tabellenkalkulation Multiplan am Start. Sie kauften sich das Quick&Dirty-OS (QDOS) und bauten daraus das MS-DOS/PC-DOS. Und so begann die explosionsartige Vergrösserung der M$ Company.

    Die Abkupferungsvorwürfe, um doch noch ein Stück vom Kuchen zu kriegen, konnten relativ leicht konstruiert werden, da Betriebssysteme aus dieser Zeit in den Grundfunktionen eigentlich alle das gleiche machten.

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