Software-Müll kostet USA und GB 34 Milliarden $

Über Bloatware, die ungewollt auf Anwendersysteme gespült wird, hatte ich hier ja häufiger berichtet. Aber es gibt noch eine andere Kategorie, die richtig ins Geld geht: Mit installierte und bezahlte, aber nie gebrauchte Software – ich verwende hier mal den Begriff “Software-Müll”.


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Die Information findet sich im Software Usage and Waste Report 2016 (PDF-Download nach Ausfüllen der Benutzerdaten verfügbar). Bei ZDnet.com hat man aber die Kernaussagen herausgezogen. Im Report hat man 149 Unternehmen aus 16 Industriezweigen mit 4,6 Millionen Nutzern einer Analyse unterzogen. Spezielle Lizenztypen wurden in der Untersuchung nicht berücksichtigt, aber die allgegenwärtigen Cloud-Abos wurden einbezogen.

Insgesamt hat man 35 Anwendungen auf den Nutzersystemen im Hinblick auf deren Nutzung getrackt. Die folgende Liste zeigt, dass Software vielfach auf den Systemen herum dümpelt, aber von den Anwendern nicht genutzt wird.

  • TechSmith Camtasia Studio (waste: 67 percent)
  • SAP Crystal Reports (63 percent)
  • Adobe InDesign (55 percent)
  • Adobe Dreamweaver (55 percent)
  • Microsoft Visio (47 percent)
  • Adobe Illustrator (47 percent)
  • Microsoft Project Professional (46 percent)
  • Adobe Photoshop (42 percent)
  • Helios TextPad (40 percent)
  • Corel WinZip (34 percent)

So werden häufig Adobe-Produkte installiert (wohl im Rahmen einer Cloud-Lizenz), die einfach nicht erforderlich wären. Auch Microsoft ist mit seinen Visio und Project-Anwendungen im Office-Umfeld dabei (dürfte den Office365 Abos geschuldet sein).

Im Report hat man dann mal berechnet, was die installierte, bezahlte aber nicht genutzte Software so kostet – und ist auf 34 Milliarden US $ gekommen. Solche Zahlen müssen zwar mit Vorsicht genossen werden. Aber unter dem Strich: Das sind imho keine guten Nachrichten für Adobe, Microsoft & Co. Die müllen uns doch momentan geradezu mit irgendwelchen Zusatzmodulen für ihre Creative Suite, Office 365-Abos etc. zu (vieles bringe ich hier im Blog schon nicht mehr, weil ich immer vor der Frage stehe “wer braucht diesen Müll überhaupt”).

Momentan suggeriert das Marketing zwar, dass die Kunden begierig auf diesen Software-Zug aufsprängen. Ich denke aber, wenn die Controller bei ersten Großkunden mal den spitzen Bleistift ansetzen – und wie bei der Automobilindustrie in der Beschaffung den Rotstift ansetzen, werden die Softwareanbieter arg Federn lassen müssen. Oder wie seht ihr das so?


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1 Antwort zu Software-Müll kostet USA und GB 34 Milliarden $


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  2. Gängige Praxis alles was gekauft wurde auch zu installieren ob damit tatsächlich gearbeitet wird oder nicht.

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