Apple und Microsoft setzen bei MacBook Pro und Surface Studio auf Skylake, warum?

Im Web gab es nach der Vorstellung des Microsoft Surface Studio (sowie des Surface Book i7) und des MacBook Pro kritische Stimmen, dass diese auf veralteter Hardware basierten und man Intels Kaby Lake-Prozessoren vermisse. Hier ein paar Informationen zum Thema.


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Letzte Woche haben Microsoft mit dem Surface Studio (sowie des Surface Book i7) und Apple mit dem MacBook Pro neue, preislich im High-End-Bereich angesiedelte, Geräte vorgestellt. Ich hatte in den beiden Artikeln:

Surface Book i7 und Surface Studio
Apple: Neues MacBook Pro mit Touch Bar und Touch ID

darüber berichtet. Im Vorfeld war spekuliert worden, dass die Geräte mit Kaby-Lake-CPU kommen könnten. Hier drückt jemand die Hoffnung aus, dass diese CPU-Generation es in den MacBook Pro schafft.

Am Tag danach ließ sich bei vielen Internet-Kommentatoren Kritik vernehmen (z.B. hier), dass Apple und Microsoft alte Chipssätze/CPUs verbauten. Die Apple- und Microsoft-Produkte sind aktuell mit Intels iCore Prozessoren der 6. Generation (Skylake-Architektur) ausgestattet. Intels neue Kaby-Lake-Prozessoren (7. Generation) kommen nicht zum Einsatz. Es stellt sich die Frage, warum? Können Apple und Microsoft kein Kaby-Lake? Ist das zu teuer?

Verfügbarkeit und Preis ein Grund?

Als erstes stellt sich natürlich die Frage, ob die Verfügbarkeit der Prozessorgeneration überhaupt gegeben ist. Wenn ich dem WikiPedia-Artikel glauben darf, wurde Kaby-Lake erst im 3. Quartal 2016 veröffentlicht. Der Nachfolger von Skylake sollte eigentlich Cannonlake werden. Die Verfügbarkeit wurde aber von Intel auf das 2. Halbjahr 2017 verschoben.

Wenn man nun berücksichtigt, dass die Entwicklung eines neuen Macbook Pro oder Surface-Geräts über viele Monate geht (beim MacBook Pro werden 4 Jahre angegeben), wird ein Grund recht schnell klar: Die Kaby-Lake-Prozessoren sind einfach viel zu spät verfügbar – und ob das vernünftige Stückzahlen von Intel geliefert werden können und ob die Mikroarchitektur bugfrei ist, wird sich zeigen müssen. Hersteller sind daher gut beraten, einen konservativen Ansatz zu fahren.

Der höhere Preis, den Intel ggf. für neue CPUs verlangt, dürfte bei den Hochpreis-Geräten Surface Book i7, Surface Studio und MacBook Pro eher eine untergeordnete Rolle gespielt haben. In diesem Artikel gibt es die Aussage, dass Apple-Fans in 2017 mit MacBook Pros rechnen können, die auf Kaby-Lake basieren.

Die Prozessorarchitektur dürfte den Ausschlag gegeben haben


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Ich bin vor ein paar Tagen auf einen Spiegel Online-Artikel gestoßen, der die Fragestellung ebenfalls aufgreift. Bei einer Nachrecherche für diesen Blog-Beitrag habe ich dann noch zwei Artikel bei maclife.de und bei ComputerBild gefunden, die das Thema ebenfalls behandeln. Als Derivat aus diesen Artikeln lässt sich folgendes schließen:

  • Die neue CPU-Generation basiert auf dem gleichen 14 nm Prozess, wie die Skylake-Prozessoren. Für neue Geräte sollten neue CPUs deutlich mehr Leistung als der Vorgänger bieten, was bei Kaby-Lake mit ca. 10 – 20 % wohl nicht zutrifft.
  • Die CPUs stehen nicht in der gewünschten Ausführung zur Verfügung. Die Mobilvarianten der Kaby-Lake-CPUs sind zur Zeit nur als Dual-Core verfügbar. Beim 13-Zoll-MacBook Pro hätte das noch hingehauen, aber beim 15-Zoll-MacBook Pro ist ein QuadCore gefordert. Diese CPU steht aber noch nicht zur Verfügung.

Zudem schreibt man hier, dass Kaby-Lake-Prozessoren mehr Wärme entwickeln. Einziger Vorteil wäre gewesen, das Kaby-Lake Chipsätze direkt USB 3.1 unterstützen und die Grafikperformance etwas besser ist. Bei heise.de hat man hier was zu geschrieben und dieser WikiPedia-Artikel hat auch ein paar Infos. Aber insgesamt ist Kaby-Lake “eine Anomalie” in Intels-CPU-Linie, wie man hier schreibt. Hier gibt es ebenfalls Pros und Cons. Insgesamt dürfte der Mix der oben aufgeführten Gründe den Ausschlag bei Apple und Microsoft zur Verwendung von Skylake-CPUs gegeben haben. Und 2017 soll ja Canonlake herauskommen. Mal sehen, was sich dann so tut.

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5 Responses to Apple und Microsoft setzen bei MacBook Pro und Surface Studio auf Skylake, warum?

  1. Tim sagt:

    …gestattest Du die Rückfrage, Herr Born, warum es dann andere Hersteller schaffen aktuelle CPUs und GPUs in einem Gerät vereint für kleinere Preise zeitnah auf den Markt zu werfen?

  2. Tim sagt:

    Rein die CPU ist heute auch nicht mehr so entscheidend. Die Leistungssprünge fallen ja doch in der Regel nicht mehr so riesig auf, weil man es selten ausnutzt.

    Kritischer ist halt beispielsweise der Punkt mit der mobilen GPU, wie schon im Artikel “Ausverkauft! Microsoft Surface Studio” erwähnt.
    Bei den Trends, auch von Microsoft, hin zu 3D und VR Krams und bei einem Display wie von dem Studio…
    Könnt mir vorstellen das da auch ein nur 2 Jahre alter, trotzdem normal noch guter, 980M ins schwitzen kommt, je nach dem was der machen soll… Bei Full HD zaubert der ja doch flüssige FPS aufs Display, aber beim Studio gehts ja doch “etwas” übers normale Full HD Format hinaus. Bei 28 Zoll direkt vor der Nase muss die GPU schon arbeiten… zumal nicht mal das bisschen mehr an Leistung durch einen SLI Verbund genutzt wird.

    Viel wirklich bewegtes 3D, oder auch zum Beispiel Spiele, um mal die Leistung zu bewerten, hat man ja noch nicht gesehen. Abwarten…
    Für größtenteils Standbildgeschichten, wäre das Ding meiner Meinung nach am Ende jedenfalls einfach eine recht teure Staffelei, oder ein Liebhaberstück.

    Der Vorteil schnell und flexibel Teile auszutauschen wird halt dumm verspielt, wenn die Entwicklung mit mobilen Bauteilen sich derartig in die länge zieht, das man mit “Neuheiten” technisch hinterher hinkt. Mobilität um jeden Preis ist halt nicht nur gut und toll und einen 28 Zöller steckt man eh auch nicht mal eben so in die Tasche…

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