Windows 7/8.1: INTEL System-Treiber-Updates mit bösen Kollateralschäden

Im Nachgang möchte ich noch einmal einen kurzen Blick auf das Thema optionale INTEL System-Treiber-Updates werfen. Es kristallisiert sich heraus, dass es bei einzelnen Nutzern böse Kollateralschäden gegeben hat.


Anzeige

Worum geht es genau?

Im Dezember haben ja viele Nutzer von Windows 7 SP1 und Windows 8.1 optionale INTEL System-Treiber-Updates angeboten bekommen. Wer die automatische Update-Installation eingeschaltet hat, dem wurden diese Updates installiert.

Update Intel – System – 6/28/2016

Allen optionalen INTEL-Treiber-Updates ist gemeinsam, dass das angezeigte Release-Datum des Pakets weit in der Vergangenheit liegt. Die Updates werden aber erst seit Dezember 2016 angeboten bzw. verteilt. Zudem äußern manche Nutzer Zweifel, dass die Treiber-Updates für ihre Maschinen passen.

Leider fühlen sich weder Microsoft noch Intel bemüßigt, mehr Details zu diesen Updates bereitzustellen. Mir selbst wurde keines dieser Updates angeboten, ich habe aber diverse Update-Pakete über den Microsoft Update Catalog gezogen und versucht zu analysieren. Die Ergebnisse sind in der Liste mit Blog-Beiträgen (siehe Artikelende) dokumentiert.

Laut den .inf-Dateien, die zur Installation dienen, werden teilweise Null-Treiber installiert. In der Theorie sollte es keine Probleme geben. In den Blog-Beiträgen habe ich den Ratschlag gegeben, die Updates vorsichtshalber mal nicht zu installieren.

Dem gegenüber stand das dieses Posting, welches negierte, dass diese Updates irgend etwas an den Benutzersystemen verändern. Es gibt auch einige Kommentatoren im Web, die berichten, dass nach der Installation noch alles funktionierte. Aber das sind Einzelstimmen.

Böse Kollateralschäden

In den Blog-Beiträgen, die ich am Artikelende verlinkt habe, sind einige Nutzerkommentare zu finden, die von Fehlfunktionen der Hardware berichten, nachdem die optionalen INTEL System Updates installiert wurden.


Werbung

In einigen Fällen scheint es glimpflich abgegangen zu sein – über Windows Update konnten aktualisierte Treiber geladen und die Hardware zum Funktionieren gebracht werden. Falls dies aber nicht hilft, wäre mein Vorschlag gewesen, dass man in den Geräte-Manager geht und dort einen Treiber-Rollback versucht. Dazu kann man im Geräte-Manager den betreffenden Gerätezweig anwählen und per Doppelklick die Eigenschaftenseite öffnen.

Auf der Registerkarte Treiber des Eigenschaftenfensters lässt sich die Schaltfläche Vorheriger Treiber anwählen.

Dann setzt Windows den vorherigen Treiber für das Gerät. Im Nachgang muss dann sichergestellt werden, dass der Treiber nicht erneut installiert wird. Diesen Mechanismus habe ich im Artikel Treiberaktualisierung per Windows Update: Ja oder Nein? behandelt. Dort finden sich auch Empfehlungen für die Windows Update-Einstellungen.

Bis zu diesem Punkt war mein Welt noch in Ordnung. In diesem Kommentar ist dann aber ein erster Nutzer eingeschlagen, dessen Tablet PC durch die optionalen Updates in seinen Funktionen schwer beeinträchtigt wurde. Das Rollback der Treiber scheint nicht zu funktionieren – und auch das Installieren älterer Treiber hilft nicht. Im aktuellen Fall hat der Benutzer die Systemwiederherstellung (aus Platzmangel) deaktiviert, so dass diese Option ebenfalls fehlt.

Würde ich als Einzelfall nicht weiter thematisieren. Aber in den Kommentaren zu meinem englischsprachigen Blog-Beitrag Windows: optional update ‘Intel – System – 8/19/2016’  häufen sich nicht nur die Kommentare zu Fehlfunktionen. Auch dort gibt es z.B. diesen Kommentar, der berichtet, dass die üblichen Maßnahmen auf einem Tablet PC nicht mehr weiter helfen, um eine fehlerhafte TouchScreen-Ansteuerung zu korrigieren. Für mich sieht es so aus, als ob durch die optionalen INTEL System Treiber Updates Geräte IDs geändert werden. Dadurch werden die nachinstallierten Treiber nicht mehr korrekt installiert. Ich habe eine solchen Fall mal für ein Medion Tablet im Blog-Beitrag Windows 10-Upgrade: Fix für Bildschirmtastatur im Tabletmodus (Medion Akoya P2214T) beschrieben. Dort stellte Medion einen Patch zur Korrektur der Geräte ID-Klasseneinträge bereit.

Falls jemand von Euch noch was zum Thema einfällt, der Kommentarbereich bietet Raum für Ideen und Hinweise.

Ähnliche Artikel:
Windows: optionales Update Intel – System – 6/28/2016
Windows: optionales Update ‘Intel – System – 8/19/2016’
Windows 7/8.1 und die optionalen INTEL System-Treiber-Updates
Windows: optional update ‘Intel – System – 8/19/2016’ (englisch)

Treiberaktualisierung per Windows Update: Ja oder Nein?
Windows 10, Version 1607: Treiber-Signierung geändert
Windows Kernelmode und Usermode-Treiber erklärt


Anzeige

Dieser Beitrag wurde unter Update, Windows 7, Windows 8.1 abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

9 Responses to Windows 7/8.1: INTEL System-Treiber-Updates mit bösen Kollateralschäden

  1. sandy sagt:

    Einfach nur traurig und arm, was Microsoft und Intel sich da leisten. Da fehlen einem die Worte…

  2. Die einzige Maschine die hier noch Aktiv mit Windows 7 Läuft ist zum Glück ein AMD Sockel FM2 Rechner da gabs zwar heute auch ein Treiber Update aber der war 192MB groß.

  3. Werbung

  4. OhNein... sagt:

    Ich habe unter Win7 pro x64 leider am 30.12.2016 den über Micosoft-Update optional angebotenen “Realtek Semiconductor Corp. – MEDIA 12/14/2016 12:00:00 AM – 6.01.8018” installiert. (Realtek HD Audio Driver)

    Die Version gab es zu dem Zeitpunkt nicht einmal bei Realtek.tw.
    Dumm gelaufen, installiere sonst nur Treiber von der Herstellerseite.

    Vorher manuell noch zusätzlich einen Wiederherstellungspunkt erstellt.(30.12.2016)

    Fehler:
    – Am 04.01.2017 wurde der Rechner, erstmals nach der Installation/dem Neustart 2016, wieder manuell neu gestartet.
    – Nach dem Neustart waren sämtliche Gerätetreiber eines verwendeten “HUAWEI E1750 Surfstick deaktiviert”.
    – Angeblich fehlerhafte Überprüfung der Treiber-Signaturen.

    Der Fehler lässt sich “nicht” im aktuellem Systemzustand 2017 beheben. Treibernachinstallation zwecklos, bei verschiedenen Treibern für HUAWEI wird immer die Treiber-Signatur bemängelt und die Geräte deaktiviert. Auch die Installation der Microsoft-Gerätetreiber über suchen endet nach der Installation mit Signaturfehlern.

    Da war die Frustration natürlich gr0ß – kein Netzzugang mehr.
    Kurz überlegt… – und dann…
    – Deinstallation des Realtek Treibers, Neustart – hilft nicht…
    – Datum auf 2016 zurück gestellt, Neustart – hilft nicht…
    – Datum auf 2016 zurück gestellt, Systemwiederherstellung auf 30.12.2016 zurückgesetzt/Neustart – Funktion des Surfstick “wieder normal”.
    – Datum auf 2017 zurückgestellt – Hurra wieder online.
    – Leider wie folgt…

    Sobald ich jetzt einen Neustart ausführe ist der Fehler wieder da – Huawei-Treiber werden deaktiviert, Signaturfehler. Bei erneutem Durchführen der Prozedur funktioniert Der Surfstick wieder. Bis zum nächsten Neustart…

    Vermutlich führen auch andere Dienst-Vorgänge im laufenden System zu einer spontanen Signaturprüfung und deaktivieren die relevanten Geräte-Treiber wieder – auch schon einmal vorgekommen.

    Vermeide derzeit:
    – Neustart
    – Ausführung von Windows Update(manuell).
    – Beenden der Online-Verbindung.
    – Es passiert seit 24 Stunden nichts…
    – Ist natürlich keine Lösung…

    Das System lief seit ca. 7 Jahren einwandfrei.
    – nur manuell selektierte Updates
    – deaktivierte Telemetrie Funktionen
    – keine berüchtigten “Win 10 promo” und “Telemetrie” Updates vor und nach Oktober 2016
    – seit Oktober 2016 nur “Security Only” Rollup installiert – “Microsoft Update-Katalog/Microsoft Download”

    Da der “Realtek Audio Treiber” und die “HUAWEI Geräte” Treiber ja grundsätzlich nichts mit einander zu tun haben, steht es wohl außer Frage das mit den von “Microsoft-Update” angebotenen Gerätetreibern derzeit etwas entscheidendes am System verändert wird, ein böser Fehler – Danke Microsoft!

    Das erste was mir zu den Signaturfehlern der Gerätetreiber einfiel:
    Ich meine in den letzten Monaten irgendwo gelesen zu haben das Microsoft ab 2017 Veränderungen in Bezug auf die Treiber-Signaturen durchsetzen wollte auch in “Windows 7” – ist das eventuell tatsächlich der Grund?

    Und nun…. Microsoft(Mist gebaut?) ……Huawei(musst neue Treiber mit aktueller Signierung herausbringen?)?

    Ist das jetzt die Zwangsdeaktivierung von Geräten und Aufforderung zum Neukauf?

    • Zum Thema “Treibersignatur” habe ich den für Windows 10 relevanten Artikel am obigen Beitrag angehängt. Die wollen nur Kernelmodustreiber mit Microsoft-Signatur erzwingen. Kannst Du mal schauen, ob in den Eigenschaften der Huawei Treiber die Signierung vielleicht am 31.12.2016 ausläuft?

      Dann wäre dies die Erklärung, dass sich die Treiber nicht neu installieren lassen. Eine andere Baustelle wäre möglicherweise ein SHA-1-Zertifikat, welches jetzt nicht mehr akzeptiert wird. Aber das ist alles “klopfen auf den Busch”.

      Nachtrag: Habe es hier mal thematisiert – vielleicht hat noch jemand eine Idee.

  5. Loli sagt:

    Guten Abend zusammen, bin auch “Intel-Update-Falle-Club”.
    Habe zwar die automatische Updatefunktion deaktiviert, habe das über MS angebotene
    Intel-Update durchgewunken – böser Fehler. Mein Encore Mini mit Win 8.1 with bing verweigert die Eingabe per Touchscreen. Nach der Installation des Intel-Update wurde zum Neustart aufgefordert, war schon schwierig – der Neustart-Button reagierte wie alles andere auch nicht. Konnte mit BT-Tastatur einen Neustart durchführen. Wunderte mich über ein verändertes Bild des Startbildschirms – die Kacheln sind vergrößert dargestellt, obwohl die Auflösung die alte ist. Mit USB-Maus kann ich das Tablet zwar bedienen, würde es aber per Touch vorziehen. Hab mir die installierten Updates angesehen, aber diese Intel-Update bietet keine Option zum deinstallieren. Werde den Tipp mit den vorherigen Treiben im Gerätemänager probieren, sonst bleibt wohl nur die Wiederherstellung.

  6. Loli sagt:

    Vielen Dank an dieser Stelle für die Tipps!
    Bei mir hat der mit den vorherigen Treibern nicht funktioniert, dieser Button ist bei mir zwar vorhanden aber nicht wählbar.
    Hatte auch keinen Platz für die Systemwiederherstellung. Bleibt nur noch die komplette Wiederherstellung – mal hoffen, dass es klappt.

  7. Klaus Pit sagt:

    Die Überlegung von Herrn Born, dass sich im Chipset von Intel
    die Signatur usw. geändert hat, könnte stimmen.

    Gestern wollte ich für bei meinem “AKOYA P5301” die
    Originaltreiber von Medion, wie immer über CMD
    installieren, wurde aber ständig wegen dieser “CSVer.dll” aus
    dem Setup geworfen. (Version 9.4.0.1026)
    Aus Neugierde holte ich mir den Neuesten von Intel im
    Zip-Format. (10.1.1.42) Dort liegt auch eine interessante .xml Datei.
    Es wurden 6 Treiber neu installiert der Rest bleibt beim Alten.

    Intel(R) 8 Series/C220 Series PCI Express Root Port #1 – 8C10
    Intel(R) 8 Series/C220 Series PCI Express Root Port #3 – 8C14
    Intel(R) 8 Series/C220 Series SMBus Controller – 8C22
    Intel(R) H81 LPC Controller – 8C5C
    Intel(R) Xeon(R) processor E3 – 1200 v3/4th Gen Core processor PCI Express x16 Controller – 0C01
    Intel(R) Xeon(R) processor E3 – 1200 v3/4th Gen Core processor DRAM Controller – 0C00

    Das Treiberdatum ist eine echte Satire: 1.1.1970

    Medion müsste diesen Chipset-Driver auf ihrer Supportseite überarbeiten.
    Die Datenbeschreibung dieser CSVer.dll ist eigenartig:
    Windows XP Bundlet Build C-Centric Single User
    Wenn da nicht die Signatur abgelaufen ist, dann fresse ich einen
    Nordic-Stecken.

Schreibe einen Kommentar zu OhNein... Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.