Warnung der Verbraucherzentrale vor Amazons Alexa

SicherheitUnter so manchem Weihnachtsbaum dürfte auch ein Amazon Echo-Lautsprecher mit der Sprachsteuerung Alexa gelegen haben. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt jetzt vor dieser Sprachsteuerung (wobei dies auch auf andere Sprachassistenten wie Siri von Apple, Google Now, oder Cortana von Microsoft gilt).


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Digitale Sprachassistenten wie Amazons interaktiver Lautsprecher “Echo” mit dem Sprachdienst “Alexa” sind mit dem Internet verbunden und lauschen per Mikrofon auf mögliche Sprachbefehle. Aufgezeichnet und auf die Server des Anbieters übertragen werden die Befehle aber – laut Amazon – erst, wenn Alexa das festgelegte Signalwort erkennt.

Das Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale NRW wollte daher am Beispiel von Alexa herausfinden, ob der Sprachservice wirklich nur auf das vorher festgelegte Signalwort reagiert.

Beim Amazon-Sprachassistenten Alexa können Sie aus den vier Signalwörtern “Alexa”, “Amazon”, “Echo” und  “Computer” eines auswählen, auf das Ihr Gerät reagieren soll. Doch der Reaktions-Check zeigt: Alexa kann auch reagieren und aufzeichnen, wenn nicht genau das Signalwort, sondern ein ähnliches Wort genannt wird.

  • So aktivierte sich der Sprachassistent bereits ungewollt, wenn die Testpersonen “Alexander” anstelle von “Alexa” am Satzanfang verwendet haben.
  • Aber es gibt auch eine Reaktion, wenn ähnlich klingende Worte mitten im Satz genutzt werden – etwa bei der Aussage “Ich möchte unbedingt Urlaub am Amazonas machen”.
  • In Einzelfällen hat der Sprachservice auch auf starke Abwandlungen wie “komm Peter” statt “Computer” reagiert.

Diese Beispiele zeigen laut dieser Meldung der Marktwächter der Verbraucherzentrale NRW, dass Alexa auch ganz alltägliche Gesprächsinhalte aufzeichnen kann, die gar nicht für sie bestimmt sind. Die Marktwächter geben den Tipp, bei der Auswahl der Wörter für die Sprachaufzeichnung auf diese Punkte zu achten:

  • Wählen Sie nicht “Alexa” als Aktivierungswort, wenn beispielsweise ein Familienmitglied oder Freund so heißt bzw. einen ähnlich klingenden Namen hat  – wie etwa “Alexander”.
  • Wählen Sie nicht “Computer” als Aktivierungswort: Das Wort kommt häufig auch in Alltagsunterhaltungen vor; ungewollte Einblicke in Alltagsgespräche sind möglich.

Der Reaktions-Check der Verbraucherzentrale zeigt, dass sich Verbraucher nicht darauf verlassen können, dass digitale Sprachassistenten nur dann aufzeichnen und Gesprächsinhalte an die Anbieterserver weitergeben, wenn der Nutzer es auch wirklich beabsichtigt.

Das sehen die Experten des Marktwächters Digitale Welt in der Verbraucherzentrale NRW kritisch. Denn durch das ungewollte Aufzeichnen von Gesprächen kann Amazon Einblick in die Privatsphäre nehmen, ohne dass der Nutzer dies möchte – im Zweifel bekommt er es nicht einmal mit.

Laut eigenen Angaben will Amazon die gespeicherten Daten unter anderem zur Verbesserung seiner Dienste nutzen. Die Marktwächter halten das jedoch für zu vage: Es wird nicht genau genug genannt, welche Dienste diese Daten nutzen. Somit können neben dem Alexa-Sprachservice auch alle anderen Amazon-Dienste darunter fallen, die die Informationen unter Umständen auch für die Erstellung von Nutzerprofilen einsetzen könnten.


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Dringender Tipp: Schützen Sie auch die Persönlichkeitsrechte Dritter. Wenn Sie auf der sicheren Seite sein wollen, informieren Sie Ihren Besuch darüber, dass Sie einen digitalen Sprachassistenten (wie etwa Amazon Alexa) nutzen und schalten Sie ihn gegebenenfalls aus.

Wer mehr Kontrolle darüber haben möchte, wann Alexa reagiert, kann über die Toneinstellungen in der Alexa-App einen Ton aktivieren, der immer dann abgespielt wird, wenn der Sprachservice aktiviert wird (“Start der Anfrage”) und Sprachaufzeichnungen weiterleitet. Eine weitere Toneinstellung (“Endton”) ist möglich, die das Ende der Aufzeichnung angibt.

Wer im Nachhinein prüfen möchte, was Alexa aufgezeichnet hat, kann das ebenfalls über die App machen und gegebenenfalls die gespeicherten Audiodaten löschen.

Wenn Sie wissen, dass Sie den Sprachservice einige Zeit nicht nutzen möchten, können Sie die Mikrofontaste am Lautsprecher drücken. Wenn diese rot leuchtet,  ist das Mikrofon ausgeschaltet. Auf dieser Webseite gibt es Hinweise, wie man bestimmte Sachen deaktiviert. (via)


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15 Antworten zu Warnung der Verbraucherzentrale vor Amazons Alexa


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  2. Ingo sagt:

    Netterweise zeigen die Dinger recht deutlich per LEDs an, ob sie gerade aktiv zuhören, d.h. Daten zur Auswertung weitergeben. Insofern fällt es einem schon auf, wenn da übermäßig oft fälschlicherweise losgelegt wird.

    Und falls die Teile ständig voll zuhören und Daten zur Auswertung wegschicken würden, müsste der dann notwendige Datenstrom auch schnell auffallen. Das kann sich Amazon gar nicht leisten, deswegen in Verruf zu kommen.

    • Christian sagt:

      “Das kann sich Amazon gar nicht leisten, deswegen in Verruf zu kommen.”

      Ja, die sind ja ganz lieb, nicht wahr (…gröööl, ich kann nicht mehr)?
      Die tun ja nix, nicht wahr?

      Wenn man bedenkt was sich andauernd Firmen und Konzerne so alles
      leisten oder bereits geleistet haben (alles Firmen, die auch ganz lieb sind natürlich), dann mal viel Spass mit euren Abhorchstationen daheim ;-)

      Gruss, euer auch ganz lieber Christian

      • ich denke aber, dass es schon öfters überprüft wurde, von verschiedenen Stellen, ob da signifikanter Traffic entsteht, wenn Alexa nicht zuhören sollte und bisher haben alle Tests gezeigt, dass Alexa tatsächlich nicht zuhört. Zumindest war kein signifikanter Traffic aufgefallen.

        Amazon (und auch andere) könnten sich dies gar nicht erlauben, denn dann wär die Begeisterung ganz schnell vorbei.

        Ansonsten übertreiben es unsere Datenschützer wieder mal. Da gibt es schlimmere Probleme. Man bemerkt Alexa und man kann Signalton einschalten, Mikrofon ausschalten… ist doch alles da.

        Und es ist auch klar, dass weder Mensch noch Alexa immer alles richtig versteht, da muss man sich natürlich darauf einstellen, siehe oben.

        • Dekre sagt:

          es hört zu und ist auch nachgewiesen worden. Es wird gespeichert in einer Wolke und Wolken können viele sehen. Schau mal nach oben in den Himmel.

    • Oliver sagt:

      Wie sieht derjenige die optische Anzeige, wenn jemand um die Ecke vom Raum ist? Ein optische Anzeige hat den optischen Nachteil …

  3. Zum Glück hatte ich niemanden der mir so ein Ding unter den Baum gelegt hat! Wenn mir jemand ungefragt so eine Raumwanze geschenkt hätte käme er bei mir auf meine Blacklist wo Leute stehen die ich NIE wieder einladen werde und das Teil direkt bei Ebay verscherbelt.

    Im übrigen lässt sich die LED Anzeige, an der man erkennen kann ob sich das Teil gerade im Aufnahmemodus befindet, mit wenigen Kenntnissen deaktivieren und dann weist du nicht mehr ob das gerät gerade Aufnimmt oder nicht, im Übrigen weißt du das eh nie genau.

    Zudem und vor allem würde ich mich niemals an so eine Firma so Fest Binden als das ich mir noch so eine Wanze in die Stube stelle. Da verblödet man noch am ende ganz sieht man aber auch an den meist gesuchten Seiten bei google das die Leute sich nicht mal mehr die einfachsten Urls von Hand eingeben können. Aus dem Grund brauche ich auch kein Cortana um eine Webseite per Sprachsteuerung zu finden.

    • anthropos sagt:

      Möglich, nur geht es hier nicht um manipulierte Geräte oder getarnte Wanzen, es geht darum, dass die Spracherkennung wenig überraschend nicht so sicher funktioniert, wie Einige sich das träumen.

      • Steter Tropfen sagt:

        Damit da keine fälschliche Erleichterung aufkommt: Doch, die Spracherkennung funktioniert sehr genau. Zumindest auf Serverebene, d.h. dort, wohin die abgehörten Gespräche übertragen wurden.

        Die Geräte vor Ort sind (angeblich) in ihrer Rechenleistung noch überfordert, umfangreichere Sätze zu analysieren, wenn sie von üblichen Nebengeräuschen überlagert werden.
        Das jedenfalls ist die Rechtfertigung, wieso überhaupt ständig Daten ins Internet geschickt werden. Wobei mich schon stutzig macht, dass es bereits vor 20 Jahren mit einem damaligen Heim-PC und einem Headset durchaus möglich war, ganze Texte zu diktieren. Sollte sich die Mikrofon-Technik seither wirklich nicht so weiterentwickelt haben, dass ein mäßig starker Rechenkern inzwischen Gesprochenes auch aus größerer Entfernung präzise verstehen kann?
        Wenn also trotzdem jedes Wort auf eigens betriebene Server des Betreibers geschickt wird, dann gewiss nicht, weil es nicht anders ginge.

        Bei Bedarf könnten solche Anlagen auch bei weiteren, nicht öffentlich als Schlüsselbegriffe angegebenen Worten hellhörig werden. Z.B. bei „democracy“, zìyóu (chinesisch „Freiheit“), „оппози́ция“ (russisch „Opposition“) oder „Gülen“. Eben je nach Interessenlage des jeweiligen Regimes.

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  5. Nobody sagt:

    Eine solche Horchstation mit Internetanschluss werde ich keinesfalls in die Wohnung stellen.

  6. nook sagt:

    nicht optimal funktionierende Spracherkennung ok, um evtl. getarnte Wanzen geht es damit schon auch:

    “Diese Beispiele zeigen laut dieser Meldung der Marktwächter der Verbraucherzentrale NRW, dass Alexa auch ganz alltägliche Gesprächsinhalte aufzeichnen kann, die gar nicht für sie bestimmt sind. ”

    Zusätzlich besteht ja noch die Möglichkeit die Biester nachträglich von aussen zu manipulieren!

    Hat denn noch niemand mit einem packet sniffer beobachtet wann und was die Biester so treiben? Mir schenkt sowas keiner ;-)

  7. Udo sagt:

    Ich habe mir kurz vor Weihnachten den Firestick von Amazon gegönnt. Dieser beinhaltet ebenfalls “Alexa-Sprachbefehle” – aber nur, wenn man den Mikrofonknopf auf der FB drückt. Was viele nicht wissen: im Amazon-Account kann man auf der Seite “Meine Geräte” die ausgesprochenen und gespeicherten Sprachbefehle einsehen und löschen.
    BTW … ist Alexa am Firestick noch strohdumm. Es werden nur wenige Sprachbefehle unterstützt.
    Mir ging es hauptsächlich wegen der Komfortfunktionen für Youtube. Diese sind mittlerweile über einen speziellen Firefox-Browser (Empfehlung) komfortabel abrufbar.

  8. Dekre sagt:

    Ich verstehe die Leute hier sowieso nicht mehr. Immer das Neueste haben und installieren / kaufen und dann sich wundern. Das sind die Leute aus bestimmten pol. Richungen die immer alles boykottieren, aber nichts dagegen haben, dass Alexa alles mitzeichnet, ein chinesisches Mobiltelefon alles sendet, sich zig Boni-Karten besorgt, keine Cookies löscht.

    Das sind die Leute, die in der S-Bahn sagen: “Alexa -öffne die Tür”. Dabei sind die in Stausberg und die S-Bahn hat in Mahlsdorf Schienenersatzverkehr. Den Alexanderplatz werden die nie erreichen. Abesehen davon zu blöd mit der S-Bahn zu fahren. Das sind die Leute, die gerade Berlin richtig ruinieren. Die haben alle “Alexa” von Amazon.

    • der_Puritaner sagt:

      lol, ich hatte gestern mein Windows Phone während dem Verdauungsspaziergang bei meinen Eltern auf dem Esstisch liegen gelassen und das Babbelt ja auch unentwegt wenn eine SMS oder irgendeine Nachricht kommt ich habs erst letzte Woche mal zurück gesetzt weil da immer wieder diverse Fehler aufgetreten sind, aber zumindest reagiert es jetzt abrupt auf “Halts Maul” oder “lese Schon vor” wenns loslegt, muss man eben nur wissen, ich ignoriere das halt meist.
      Meine Eltern beide über 80 Jahre, waren da eine Stunde relativ hilflos Cortana ausgeliefert, hätte man wohl filmen müssen wer ein echter lacher wert gewesen.

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  10. ich frage mich wie viele der Kommentatoren hier ein Smartphone haben, problemlos aufspürbar, meist mit digitalen Assistenten, die halt einen anderen Namen als Alexa hat, dazu am besten jeden Einkauf via Kreditkarte oder EC-Karte bezahlen, vielleicht hat man ja auch (oder Ehefrau) eine Kundenkarte vom Supermarkt…

    Oder vielleicht ein super duper Auto mit Connected Zeugs, oder ein Smart-TV? Oder Spielekonsole mit Online-Zugang, oder oder oder…

    Verzichtet man da konsequent auch drauf? Schaltet man zu Hause das Smartphone aus, führt man kein Online-Banking aus? benutzt man kein Paypal oder Ähnliches? Aber Alexa ist ein riesen Problem und man versteht gar nicht, warum das jemand nutzt…

    Echt jetzt?

    • Dekre sagt:

      Hallo Michael Bickel,
      deshalb habe ich kein smartes Telefon, sondern ein klassisches. Bin auch nicht bei fazbuk, diesen zwitscher-Gedöns und wie die noch so alles für komische Namen haben. Am 23.21.2017 ging Internet -Telefonie nicht, da habe ich alles wieder auf ISDN umgestellt. Kann sein, dass es jetzt geht, aber ISDN geht ja auch. Ergo keine Experimente. Ein portables Telefon, somit ein mobiles Telefon, habe ich auch, das ist mit Glasscheibe (!). Paypal nutze ich nicht. Online -Überweisungen muss ich machen, ansonsten Probleme. Hast Du noch paar Tipps?

      Frag mal unsere Politiker in den Bundesländern und eine Etage höher. Die ruinieren alles mit diesen “Smartphones” etc und “Apps”. Mir konnte bisher noch keiner logisch erklären was eine “App” ist und warum man diese braucht und warum es so viel davon gibt und ob man die auch essen kann, wie man die entsorgt und wenn ja in welcher Tonne (rot =?, grün=Glas dunkel, schwarz=Hausmüll, gelb=Plaste und Elaste, braun=Gurkenschalen und so was, weiß=Flasche klarhell, blau=Papier und Pappe). Die Regierung lagert ihre Aufgaben und Kosten aus auf uns und wir müssen nicht nur zusätzlich zahlen, sondern uns diese kack-Dinger anschaffen. Juristisch heißt das: “Die Inanspruchnahme Dritter für hoheitliche Aufgaben”. Es ist rein theoretisch (da hoheitliche Aufgabe und fixiert ist) nicht statthaft, praktisch wird es gemacht, ergo alles falsch. Das hat ein Ausmaß angenommen, das man schon mal schnell ausrasten kann.

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