Falle: HP Instant Ink

[English]Obacht beim Buchen des HP Instant Ink-Abonnements. Wer das Abonnement kündigt, kann am Ende nicht mehr drucken und schaut ggf. dumm aus der Wäsche. Hier der neues Schwank aus dieser Klamottenkiste.


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Zu HPs Methoden, seine Kunden im Bereich Tintenstrahldrucker hinsichtlich der Verbrauchsmaterialien ‘Tinte’ zu gängeln, hatte ich ja mehrfach im Blog berichtet. Verwenden Nutzer Fremdtinte, stellt der Drucker die Arbeit einfach ein – ein Firmware-Update macht das möglich.

Das HP Instant Ink-Abonnement

Aber es geht noch raffitückischer, denn es gibt HP Instant Ink im Abonnement. Eine Variante geht so: Die Leute halten HP ihren Geldbeutel hin und sagen ‘bedient euch, ist ja genug drin’ – diese Variante wird nicht offiziell, sondern nur unter dem Tresen oder vorgehaltenem Mantel gehandelt. Die zweite Variante ist noch trickreicher, wird aber offen als Deal angeboten. Die Leute wählen auf der HP-Seite eine Option für das HP Instant Ink-Abonnement aus verschiedenen Abonnementstufen aus, von der sie glauben, dass sie passend sei.

HP Instant Ink-Abonnement

Das Versprechen: Die Leute erhalten Tinte, noch bevor diese beim Drucken ausgeht. Und noch ein Versprechen gibt es auf der HP-Seite: Sparen Sie bis zu 70 % bei Tinte! HP schreibt dazu:

Grünes Licht für den Vollfarbdruck Ihrer Fotos. Die Kosten für das Drucken von Farbfotos und Schwarzweiß-Seiten sind gleich.

Bei HP Instant Ink basiert Ihre monatliche Gebühr auf der Anzahl der gedruckten Seiten und nicht auf dem Tintenverbrauch. Sie müssen sich nie wieder Gedanken darüber machen, in Schwarzweiß zu drucken, um die Verwendung Ihrer Farbdruckerpatronen zu vermeiden.

Das klingt doch gut, Sparen, da sind wir doch alle dabei, kann ja nix schief gehen. Und überhaupt, HP verspricht:

Die Tarife können jederzeit online gebührenfrei geändert oder gekündigt werden.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie viel Sie drucken, oder sich Ihre Druckanforderungen von Monat zu Monat ändern, können Sie mit einem beliebigen Tarif starten und diesen jederzeit auf Ihrer HP Instant Ink-Kontoseite ändern.

Und es kommt noch besser: 12 Monate GRATIS drucken mit HP Instant Ink. Die Aussage findet sich ganz in Magenta auf der HP-Seite. Gut, gibt ein paar Fußangeln, es muss ein HP TANGO-Drucker gekauft und das Abo binnen 7 Tagen abgeschlossen werden, und alles ist bald vorbei ….


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Obiger Tweet ist mir gerade unter die Augen gekommen. Da hatte jemand dieses Abo und zahlte 5 US $ pro Monat, ohne zu wissen, wozu das gut ist. Wie sich das gehört, hat er irgendwann das Abo gekündigt. Da bekam er die Quittung: Der Drucker sagte ihm zum Abo-Ende, dass die Tintenpatrone nicht mehr benutzt werden könne, solange er nicht zurück ins HP Instant Ink Cartrige-Programm geht – egal wie voll die Patrone noch ist.

Ist alles legal, denn HP verkauft ja ein ‘Druckprogramm’, bei dem die vorgegebene Seitenzahl gedruckt werden kann. Mehr geht nicht, weniger oder nichts drucken ist zulässig. Nur heißt es zahlen. Und wenn das Abo ausläuft, kann man auch nicht mehr drucken – logo. Außerdem ist HP ja green – ist doch scheiß egal, ob die Patrone oder der Drucker weggeworfen wird … denn das ist die Lizenz zum Geld drucken.

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18 Antworten zu Falle: HP Instant Ink


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  2. Harald.L sagt:

    Ohne HP verteidigen zu wollen, rein aus technischer Sicht: Meines Wissens bekommt man im Rahmen dieses Abos spezielle Patronen (ist ja ein Chip dran) die nur funktionieren wenn ein Abo läuft und auch nur im zugehörigen Gerät. Würde der Betroffene jetzt normale Tinte im Handel kaufen vermute ich daß die im Gerät nicht gesperrt ist.

    Ich kenne die Vertragsbedingungen dieser Abos nicht aber es würde mich nicht überraschen wenn man am Ende des Abos die angefangenen Abo-Patronen sogar zurückschicken muß oder ansonsten nochmal eine “Strafgebühr” zahlen muß.

  3. Theo sagt:

    So ein Tinten-Liefer-Modell kann sich für den ein oder anderen lohnen. Jedenfalls weist HP darauf hin was passiert wenn das Abo gekündigt wird: https://instantink.hpconnected.com/de/de/l/

    Auszug:
    ———————————————————————————
    Darf ich meine HP Instant Ink Druckerpatronen weiterhin verwenden, wenn ich den Service kündige?


    Sollten Sie den HP Tinten-Lieferservice kündigen, selbst wenn die Ihnen zugeschickten HP Instant Ink Druckerpatronen noch nicht leer sind, sind diese nach Ablauf des aktuellen Abrechnungszeitraums in Ihrem Drucker nicht mehr verwendbar und Sie müssen diese durch im Handel erhältliche Druckerpatronen ersetzen.
    ———————————————————————————

    Wer lesen kann (und will) usw. usw. …

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  5. Tom sagt:

    Guten Morgen,

    Aus dieser Sicht wäre das auch normal.
    Wenn Ich mir ein Auto leihe (Sixt & co), in diesem Fall mit Tankkarte, gebe Ich es zum ende der Leihzeit ja auch mitsamt Benzintank WIE IST ab und pumpe mir nicht das Benzin ab.
    Etwas aus der Welt, aber als analogon brauchbar denke ich.

    Noch etwas, nicht neues,
    die Drucker werden ALLE nur um die Herstellungskosten verkauft.
    Die Marge ist nicht groß.
    Ich bin zwar nicht in der HP Welt aktiv, aber bei einem Konkurrenten.
    Und man kennt sich und die Technik..
    Das Geschäft ist der Support und die Tinte.

    Da man bei den kleinen Druckern keinen echten Support verkaufen kann…

    Vom Konkurrenten abgesehen (unsere Drucker sind meiner Frau zu groß :-P ),
    Ich mag HP nicht.
    Zu vieles zu schlecht.
    Aber in der Größenklasse (Baugröße) ungeschlagen.
    Durch meine Frau haben wir einen.

    Also auch nicht soo schlecht das ich mich sperre :-)

    Schönen Tag noch.

    • Dat Bundesferkel sagt:

      HP ist bei uns schon lange durch. Zu gebrauchen sind nur die Business-Geräte (mitsamt ihren Treibern).

      Je nach vorhandenem Budget würde ich Endanwendern eher zu OKI MFP raten, oder Canon i-Sensys (Business).

      Consumer-Geräte sind nicht mehr tragbar, egal von welchem Hersteller. Gängelung und Datensammlung ohne Gleichen.

  6. chgorges sagt:

    Ich verstehe die Diskussion nicht.
    Bei der Kündigung von HP Instant Ink, wie ich es auch im Dezember gekündigt hatte, teilt HP unmissverständlich mit, dass die Instant-Patronen nach Ablauf des Abos nicht mehr genutzt werden können.
    Für mich eine normaler Vorgang, bzw. eine einfache Regel seitens des Anbieters. Da braucht dann auch keiner überrascht machen, wenn der Drucker nicht mehr druckt, man hat schließlich nach der Kündigung genug Zeit(> 1 Monat), um sich richtige Patronen zuzulegen.

  7. Michael Bickel sagt:

    … finde ich auch nicht der Aufregung wert und eigentlich ein ganz normaler Vorgang. Problematisch würde es nur dann, wenn auch keine andere Tintenpatrone mehr funktionieren würde. Man darf durchaus auch erwarten, dass sich mündige Bürger auch mal vorher informieren und sich nicht nur hinterher beschweren. Freiheit hat halt auch seinen Preis.

    Ansonsten aber muss man sagen, dass die Preise für Originalpatronen in keinem Verhältnis zum Preis des Druckers stehen und dann, zumindest bei mir und einem OfficeJet, auch keineswegs in der Druckleistung erreichen, was sie sollten. Bleibt als Alternative nur irgendeine Ersatztinte, was bei mir funktioniert. Der Mecker-Hinweis nach Einlegen der Patronen muss ja nur weggeklickt werden. Mit Ersatztinte macht man aber auch mitunter so seine Erfahrungen.

    Instant Ink kann sich durchaus für den einen oder anderen lohnen, man muss halt nur, wenn gewünscht, das richtige Timing für die Kündigung finden. Genauso wie bei Strom, Internet-Provider etc.

  8. Steter Tropfen sagt:

    So was Krankes geht auch nur, wenn man sich alles online kontrollieren lässt.
    Man stelle sich vor, ein Zeitschriftenabo endet, und von heute auf morgen kann man in den bereits erhaltenen (!) Heften nicht mehr lesen.

    Da werden dem Kunden allen Ernstes die Tintentröpfchen nachgezählt. Ja um Himmels Willen, wie viel macht denn der Wert eines halbleeren Patronensatzes aus, dass HP sich durch derartige Knauserei bloßstellen mag? Werden die zurückgegebenen Patronen etwa ausgepresst und die wiedergewonnene Tinte an andere Kunden weitergereicht (wie früher gebrauchte Telefonapparate)?

    Aber am schlimmsten finde ich, dass es tatsächlich reichlich Leute gibt, die das ganz in Ordnung finden. Sobald man meint, was sparen zu können…

    • theo sagt:

      Ich versteh’ nicht warum am HP Angebot etwas Verwerfliches sein soll:

      1. Es gibt sogar ein Gratis Angebot: 15Seiten im Monat kostenlos (50 Seiten für 2,99€) find’ ich fair.
      2. Gilt auch für 6.000er und 7.000er Geräte der EnvyPhoto Serie (Wieviel kostet gute Tinte für Fotodruck aktuell?)
      3. Ich kann kündigen und mir selbst Patronen holen, der Drucker ist also kein Elektroschrott nur weil ich kündige.
      4. Nein, die Ausdrucke sind nach der Kündigung nicht weg (soviel zur Zeitschriftenaboanalogie).

      Hier noch mal die Bedingungen zum nachlesen:
      https://www8.hp.com/de/de/printers/instant-ink.html

      Mal sehen was aktuelle HP-Drucker Tests hergeben, bei den mittlerweile qualitativ brauchbaren Fotos die auf meinem Handy rumdümpeln, könnte so ein Abo interessant sein.

      Nur meine eigene Meinung, ich habe mit HP nix am Hut.

      • Dat Bundesferkel sagt:

        “3. Ich kann kündigen und mir selbst Patronen holen, der Drucker ist also kein Elektroschrott nur weil ich kündige.”

        Mit der kleinen, aber feinen Unterscheidung, daß das nur für Original-Patronen gilt, die völlig überteuert sind. Drittparty-Patronen funktionieren nicht, weil man durch die dusselige Online-Anbindung für das Patronen-Abo die Firmware seines Druckers jedes Mal so aktuell gehalten hat, daß die meisten Nachbauten *gesperrt* sind.

        Weder ökologisch (Nachbauten “recyclen” alte Patronen), noch wirtschaftlich (Mondpreise und in keiner Weise angemessen!) schön.

    • Michael Bickel sagt:

      … man könnte großzügiger sein, klar, aber der Vergleich mit der Zeitung hinkt dann doch. Hier hast Du eine ganze Zeitung gekauft, bei HP aber nur ein bestimmtes Druckvolumen, aber nicht zwingend den ganzen Patroneninhalt. Das wird auch nicht anders kommuniziert.

      Ansonsten kann letztlich jeder für sich selber nachrechnen, ob sich das für einen lohnt. Man wird ja nicht gezwungen, aber man kann schon erwarten, dass Kunden sich auch vorab informieren.

      Das ist ein bisschen so, wie die Leute, die 400 Mbit Internet buchen und sich sofort beschweren, wenn nur 50 davon über die Leitung auf Handy kommen. Schneller beschwert als mal nachgeschaut, ob das eigene Handy mehr überhaupt kann.

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  10. Anonymous sagt:

    Falle ?
    Selten so einen dämlichen und Sinnfreien Beitrag gelesen.

  11. Gutenberg sagt:

    Bereits unter dem 05/2019 Blogpost kommentiert:

    HP OfficeJet 6970, Anfang dieser Woche sollte der Drucker genutzt werden, doch auch hier im Display ein Hinweis, dass die (Dritthersteller-) Patronen richtig eingesetzt werden müssten – wohlgemerkt Patronen, die zuvor stets funktionierten.
    Es ist einfach zum Ko**en.
    Es wäre in der Tat interessant die IP-ranges von HP hierfür in Erfahrung zu bringen, wenngleich ein nachhaltiger Erfolg hierdurch zu bezweifeln sein dürfte.
    Wer weiß, vielleicht findet sich ja noch ein Fix/hack/workaround.

    Zumindest für Exemplare des HP OJ6970 mit Herstellungsdatum vor dem 1. Dez. 2016 scheint es wohl eine mögliche Lösung zu geben; ich kam jedoch noch nicht dazu es zu testen, wird auch erst in 2 Wochen oder so geschehen.
    https://support.hp.com/us-en/product/hp-officejet-pro-8610-e-all-in-one-printer-series/5367603/model/5367606/document/c05308850/
    https://www.druckerchannel.de/artikel.php?ID=4154&t=firmware_fuer_hp_officejet_6900er_serie

    “Dynamische Sicherheit”. Für was und wen? Welch Euphemismus.

    • Günter Born sagt:

      Wenn Du was herausfindest, lasse es uns wissen. Hier bei mir ist seit den 2000er Jahren HP-freie Zone (nachdem die einen teuren Scanner über fehlende WIA-Treiberupdates bei Windows Vista als Elektroschrott hinterlassen haben – obwohl ich denen nachweisen konnte, dass die Änderung ab Windows Server 2003 bekannt war, der Scanner wurde irgendwann in diesem Zeitraum gekauft).

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