Kappt Broadcom Support für Symantec Lizenzen und zwingt Kunden in Lizenzabos?

Seit der Übernahme von Symantec durch Broadcom geht es bezüglich der Lizenzen für Symantec Sicherheitsprodukte drunter und drüber. Kunden mit unbefristeter Lizenz bekommen mutmaßlich keinen Support mehr und sollen jährliche Lizenz-Abonnements abschließen.


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Keine Ahnung, ob das noch irgend einen Blog-Leser tangiert – nach der Symantec-Übernahme dürften viele IT-Dienstleister bezüglich Symantec ausgestiegen sein.

Rückblick: Symantec-Übernahme durch Broadcom

Der Business-Bereich von Symantec wurde 2019 für 10,7 Milliarden US $ an den Anbieter Broadcom verkauft. Ende November 2019 hatte ich im Artikel Symantec-Übernahme durch Broadcom abgeschlossen berichtet, dass Broadcom die Übernahme des erworbenen Symantec-Bereichs als abgeschlossen bezeichnet hat.

Symantec-Übernahme endet im Lizenz-/Support-Chaos

Im Blog-Beitrag Symantec-Übernahme durch Broadcom endet im Lizenz-/Support-Chaos hatte ich im März 2020 bereits über böse Probleme berichtet, in die IT-Dienstleister und Kunden von Symantec liefen. Nach der Übernahme der Businesssparte von Symantec durch Broadcom ging es wohl drunter und drüber – und die Distributoren konnten keine neuen Lizenzen ausstellen.

Im Nachgang zu meinen Beiträgen hatte ich ein interessantes Hintergrundgespräch, und mir sind nach weiteren Recherchen einige Sachen klar geworden. Es ist der Business-Bereich von Symantec, der an Broadcom ging. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, hat jetzt Accenture einen Teil, nämlich das Symantec Cyber-Security-Business, von Broadcom gekauft.

Mir war auch der Sinn der Übernahme von Symantec durch Broadcom nicht klar. Nach einem Hintergrundgespräch ergibt die die Übernahme von Symantec sus Broadcom-Sicht Sinn. Es war eine strategische Entscheidung, da man an ‚Patente und Assets‘ gelangt, die man für diese Entwicklung braucht, erhält. Dass da bei Symantec auch noch einige Kunden dran hingen, die irgendwelche Produkte wie Symantec Endpoint Protection (SEP) lizenzieren, ist ‚Rauschen‘. So viel zur Vorgeschichte.

Support und unbefristete Lizenzen

Im englischsprachigen Blog-Beitrag im am 2. April 2021 der nachfolgende Kommentar eines Symantec-Nutzers eingeschlagen, der nicht wirklich Mut macht.

Even worse now. Customers with perpetual license cannot get support … Broadcom forcing customers to rebuy licenses with annual subscription model!

Kunden, die von Symantec eine unbefristete Lizenz (perpetual license) gekauft hatten, bekommen von Broadcom keinen Support mehr. Da wir hier über den Business-Bereich sprechen, ist das Produkt bzw. die Lizenz wertlos. Und im zweiten Teil des Kommentars kommt dann raus, was Broadcom vor hat: Die Leute sollen eine neue Lizenz kaufen. Es gibt aber keine unbefristete Lizenz mehr, sondern es sind nur noch Abonnements mit jährlicher Erneuerung  im Angebot.

Ich habe mal kurz im Internet gesucht, da ich in dem Bereich nicht so wirklich zuhause bin. Auf Spiceworks gibt es diesen Thread zum Thema, dass Broadcom keine bestehenden Lizenzen erneuere. Ein Nutzer schrieb aber Mitte Oktober 2020, dass sie die Lizenz erneuern konnten, diese aber das Achtfache des alten Preise betrage. Irgend jemand von euch, der noch in diesem Bereich aktiv ist und da was an Informationen beisteuern kann?


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8 Antworten zu Kappt Broadcom Support für Symantec Lizenzen und zwingt Kunden in Lizenzabos?

  1. Olli sagt:

    Ghost Solution Suite: Erst keine neuen/zusätzlichen Lizenzen verfügbar, jetzt nur noch im Abo. Also ja, ganz schlecht weil deutlich teurer. Nachdem Altiris bereits zuvor von Symantec gekauft wurde und die Ghost Solution Suite eine Mischung aus Ghost und Altiris ist, gibt es im Bereich Multicast-Imaging auch nicht so viele brauchbare Alternative. Acronis hatte nie den Funktionsumfang und die Zuverlässig als wie Ghost, habe ich aber lange nicht mehr geprüft.

    Falls irgendwann ein Windows 10 erscheint oder neuere Hardware mit der eine alte Ghost Version nicht mehr läuft, wird es eben teurer oder man muss dem Produkt generell den Rücken kehren. Gilt auch wenn die vorhandenen Lizenzen nicht mehr ausreichen und man eigentlich Aufstocken muss/will.

  2. Heinsolo sagt:

    Ich kann das Chaos voll und ganz bestätigen. Wir setzen hier (allerdings als jährliche Subscription) Mail Security für Microsoft Exchange ein. Nicht als primäre Sicherheitslösung, eher als Beiläufer, da wir vor Jahren damit mal angefangen haben und die Software quasi unauffällig weiter gelaufen ist als weiterer Virenschutz zusätzlich zu den anderen Lösungen. War auch sehr charmant, alle Mailboxen granular prüfen zu können. Wir haben über 1 Jahr versucht, diese Lizenz zu erneuern – ohne Erfolg. Präziser gesagt: Wir haben die Lizenzverlängerung über unseren Reseller gekauft und von dort eine Lizenzurkunde nach dem Bezahlvorgang bekommen – das entsprechende Lizenzfile konnten wir aber aus dem Broadcom-Portal nicht herunterladen – wir waren als „inaktiv“ gelistet. Es wurde auf Nachfrage sehr rüde behauptet, dass wir die Lizenzen nicht gekauft hätten. Auch insgesamt 4 Kontaktaufnahmen unseres Resellers mit dem Broadcom-Support und entsprechenden Nachweisen über den Kauf hat keinen Erfolg gebracht – man glaubte uns und dem Reseller nicht.
    Eine Eskalation in die „obere Etage“ des Falles lieferte das gleiche Ergebnis – es wurde behauptet, wir haben die Lizenzen nicht gekauft.
    OnTop wurden dann alle aufgemachten Cases geschlossen und offensichtlich auch auf der Support-Seite gelöscht, da wir darauf keinen Zugriff mehr hatten (die Cases war nicht mehr einsehbar).

    Ärgerlich war das besonders, da unser lizensiertes Produkt auf eine neue Version aktualisiert werden musste – die hier eingesetzte Version hat einen von Symantec/Broadcom bestätigten Bug, da das in der Lizenz enthaltene Anti-Spam-Modul die Lizenz nicht erkannt hat und demzufolge inaktiv war.
    Um diesen Download aus dem Portal zu erhalten, brauchte man was: eine aktive Lizenz…
    Da Broadcom sich weigerte, unsere gekaufte und bezahlte Lizenz im Portal zu hinterlegen, konnte der Download nicht genutzt werden.

    Nach diesem Artikel verstehe ich das Verhalten wohl besser – es scheint der Versuch zu sein, uns loswerden zu wollen.
    Hat Broadcom auch geschafft – da das Produkt nicht wirklich (mehr) wichtig für uns ist, haben wir es auslaufen lassen.
    Ich habe so etwas in rund 20 Jahren noch nie erlebt von einem Unternehmen.

  3. Dat Bundesferkel sagt:

    Hat jemand – nach den vorhergehenden Ereignissen – irgendwas anderes erwartet? Mit Sicherheit wird es auch hier hinreichend Personen geben, die fleißig die Lizenzen im Abo bezahlen und es mit kruden Begründungen zu rechtfertigen versuchen.

    Wie auch immer… man hat eine Wahl. Schade nur, daß Schadenersatzklagen wohl unschwer durchzusetzen wären.

  4. mw sagt:

    Symantec, Broadcom ist irgend jemand überrascht? Diese beiden Unternehmen sind bereits seit Jahren ein no-go und ich kann beim besten Willen nicht verstehen, wie man sich mit denen einläßt. Ich habe keinerlei Mitleid mit den Betroffenen. Natürlich wäre es schön, wenn jemand erfolgreich dagegen bzw. auf Schadenersatz klagt, aber selbst das sind nur ein paar Peanuts in der Portokasse von Broadcom und der Kollateralschaden wird gerne in Kauf genommen. Mein Tipp: macht einen weiten Bogen um diese Unternehmen.

  5. Stingray sagt:

    Das alles hat bereits früher angefangen, für Unternehmen war dies natürlich besonders tragisch, wenn man die Lizenzen für Altiris in einem Windows 10 Rollout nicht mehr erweitern konnte und somit entweder bereits umgestellte Clients aus Altiris rauslöschen musste (bis man die Lizenzen kaufen konnte), diese aber dann nicht mehr mit neuer Software oder Updates patchen konnte, oder das restliche Rollout pausieren musste, da egal von welcher Seite kein Distri Lizenzen besorgen konnte. Bei kleinen Unternehmen war dies sicher weniger kritisch als bei Unternehmen mit > 5.000 Clients, ggf. sogar weltweit.

    Auch die mögliche Umstellung auf ein anderes Produkt/Hersteller bringt das große Risiko, dass man für sehr viel Geld seine Infrastruktur umstellen muss, um dann sein Rollout ungestört weiterzuführen…. um dann ggf. in 1-3 Jahren in die gleiche Situation dort zu kommen. Entscheidung zwischen Pech und Schwefel.

    Hoffentlich macht das nicht Schule, eine Sammelklage gegen Broadcom wäre hier wohl die einzige Bremse dafür.

  6. MPS sagt:

    Hallo Zusammen,

    wir haben das Symantec Messaging Gateway (ehemals Brightmail) im Einsatz.
    Die Lizenz habe ich Ende 2020 noch mal für ein Jahr verlängert.
    Hat problemlos funktioniert. Kosten waren auch nicht höher als früher.

    Wir schauen uns schon seit mehreren Jahren nach einem alternativen SPAM-Filter um, der so granular konfiguriert werden kann. Leider bisher nichts ähnlich gutes gefunden. Vielleicht habt ihr noch Tipps?

  7. Silesius sagt:

    Bei Symantec gab es für SEP Neulizenzen oder Verlängerungen. Broadcom verkauft ausschließlich Neulizenzen. Zumindest bei diesem Produkt war/ist eine aktuelle Lizenz notwendig um die volle Funktionalität sowie Schutz zu erhalten.

    Nach dem unsäglichen Chaos nach der Übernahme hat sich alles soweit normalisiert. Man kann zeitnah ordern und erhält ebenfalls Support. Ingram ist weltweit aus der Broadcom-Distribution ausgestiegen, da man sich bei den Margen nicht einig wurde. In Deutschland vertreiben zwei Distris weiterhin deren Produkte.

  8. Mario Flohrer sagt:

    Wir hatten bedingt durch wachsenden Bedarf immer wieder Lizenzen zu SEP zugekauft, bei verschiedenen Resellern mit unterschiedlichen Ablaufdaten. Durch die Migration von Symantec zu Broadcom sowie der Umstellung auf SES wurden wir bei Broadcom plötzlich unter fünf Kundennummern geführt, nachdem das behoben war, hatten wir unter SES zwei Tenants, die wir nicht zusammenführten konnten. Der gesamte Support-Fall hat sich über acht Wochen hingezogen, so dass wir für uns das Fazit gezogen haben, zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Wenn schon bei solchen „einfachen“ Sachen der Support so lange braucht, wie lange braucht er dann im Notfall oder bei speziellen Geschichten.

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